Final Fantasy - Die Mächte in dir

Animationsfilm/SF, USA 2001, 90 Minuten, ab 12
Originaltitel: Final Fantasy - The Spirits Within; Deutschlandstart: 23.08.2001 (Columbia Tristar); Regie: Hironobu Sakaguchi; Produktion: Jun Aida, Chris Lee; Drehbuch: Al Reinert, Jeff Vintar; Musik: Elliot Goldenthal; Animationsregie: Andy Jones

Sprecher im Original: Ming Na (Aki Ross), Alec Baldwin (Gray Edwards), Donald Sutherland (Doktor Sid), James Woods (General Hein), Ving Rhames (Ryan Whittaker), Peri Gilpin (Jane Proudfoot), Steve Buscemi (Neil Fleming)

Internet Movie Database (de/us)
Offizielle Homepage (Columbia Tristar de)
Trailer (Columbia Tristar de)

Final-Fantasy.de (Große deutsche Fansite)



Was könnte der Grund sein, warum wir nie eine Beziehung zwischen den Phantomen in Menschengröße und den gigantisch Großen im Ödland feststellen konnten? - Entschuldigung, Doc, aber was für eine blöde Beziehung? Da gibt's Phantome, die so groß sind, wie Menschen, und dann diese widerlichen raupenartigen Phantome und die fliegenden Phantome und meine persönlichen Favoriten nicht zu vergessen: die dicken, fetten, gigantischen Phantome! - Aki und Neil rätseln über das Geheimnis der Phantome

Plot: Wir schreiben das Jahr 2065. Die Erde ist verwüstet, Städte sind dem Erdboden gleich gemacht und nur noch wenige Menschen haben überlebt. Diese Menschen müssen sich nun auch noch gegen eine Alien-Invasion behaupten. Diese Aliens werden Phantome genannt und ziehen ihre Lebensenergie aus allem, was auf der Erde noch lebendig ist. Sie ernähren sich von den Geistern derer, die sie umbringen.
Während der Großteil der Menschen die einzige Lösung gegen die Alienmacht in einer Superwaffe sieht, haben Aki Ross und Dr. Sid andere Pläne. Sie sind auf der Suche nach acht "Spirits" (Schlüsselgeistern), die vereinigt eine natürliche Energiewelle erzeugen sollen, welche die Aliens besiegen wird. Mit einer befreundeten Elite-Kampftruppe machen sie sich schließlich auf, die zwei noch fehlenden Spirits zu finden. Werden sie die Spirits noch rechtzeitig finden und die Menschheit vor der Vernichtung bewahren?

Kritik: Hironobu Sakaguchi, der Erfinder der Final Fantasy-Videospiele, wollte mit Final Fantasy - Die Mächte in dir zeigen, was heutzutage mit Computertechnik alles erschaffen werden kann. Deshalb setzten er und sein Team sich fast vier Jahre daran, seine Vision fürs Kino wahr zu machen: Einen Film, der die Verschmelzung der beiden Medien Kino und Videospiel darstellen und alles im Bereich Computeranimation vorher da gewesene in den Schatten stellen sollte. Das hat er auch geschafft. Zumindest in Punkto Animation.
Der Film ist visuell ein genialer Overkill an perfekten Computeranimationen. Die dargestellten Gegenstände und Landschaften sind zum Teil sogar fotorealistisch. Noch nie sind computergenerierte Menschen, mit Haut und Haaren so gut gelungen. Das stellt sogar Shrek, den bisherigen Spitzenreiter bei computeranimierten Filmen bei weitem in den Schatten. Ihre Bewegungen sind so realistisch, wie die von echten Darstellern. Einziges Manko ist die sehr hölzern wirkende Mimik der Personen.
Das Dilemma des Films ist es, dass die Animationen für einen "Zeichentrickfilm" zu realistisch sind, so dass man ihn automatisch mit einem Realfilm vergleicht. Man vergisst zu beachten, dass die Animationen komplett aus dem Computer stammen, somit mit einem Realfilm nicht mithalten können, aber trotzdem nahezu perfekt gemacht sind. Doch die wirklichen Schwachstellen des Films sind für mich das Minimum an Handlung, welche über das Niveau eines durchschnittlichen Videospiels nicht hinaus kommt und die Klischeeüberladung: Aki ist super gut, General Hein, ihr Gegenspieler, ist super böse und verbittert, die Soldaten opfern sich heldenmutig einer für den anderen usw. Das ist manchmal einfach zu überzogen. Des weiteren werden die Charaktere auch nicht genug ausgeleuchtet. Da zeigt sich, dass man bei der Herstellung eines Films nicht nur auf die perfekte Tricktechnik achten darf. Positiv ist noch zu vermerken, dass der Film nie langweilig wird, auch wenn er mit spiritueller Mystik überfrachtet ist.

Fazit: Final Fantasy - Die Mächte in dir ist ein Film mit einigen Schwächen, der durch seine nahezu perfekte Animationen aber vieles wettmacht. Deshalb: 6 von 10 Spirits

Sebastian Schwarz
23.08.2001

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War okay10%
Gut9%
Sehr gut10%
Absolut hervorragend11%
Bester Film aller Zeiten8%

1063 Stimmen
Schnitt: 5.4
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch


Leser-Kommentare:
Sean (13.05.02): So enttäuscht wie hier bin ich im letzten Jahr noch nie aus dem Kino gekommen:vom technischen Standpunkt aus betrachtet ist der Film perfekt.Doch seltsamerweise wirken die Animationen bereits nach den ersten 10 Minuten langweilig.Vollkommen computergenerierte Bilder auf der großen Leinwand-das mag die Netzhaut zwar für ein paar Augenblicke erquicken,aber dann hat sich das Auge daran gewöhnt.Es ist heutzutage schon schwer genug das Publikum ins Staunen zu versetzen.Unsere Sehgewohnheiten sind durch die ganzen Blockbuster,die jeden Sommer zu hauf ins Kino flattern ,und uns mit spektakulären optischen Effekten bombadieren,ohnehin schon völlig abgestumpft,und in ein paar Jährchen dürfte dann eine Ebene erreicht sein,in der es keine Begeisterung mehr gibt.Die Actionszenen bestehen hier aus ein paar belanglosen 08/15-Shout outs,die mich ein wenig an Starship Troopers erinnert haben,unter Abzug dessen -für einen Mainstreamfilm erfreulich hohen -Splatterfaktors.So etwas wie Figurenzeichnung,tiefgreifende Handlung und geschliffene Dialoge dürfte von einem Film wie FF wohl ohnehin niemand erwartet haben,aber dieses schier endlose Geschwafel über Gaias und Spirits ging mir sowas von auf den Wecker.Das war so ziemlich das nervigste,unverständlichste,verworrenste und schlicht und ergreifend dümmlichste was ich je an Dialogen im Kino zu hören bekam.Das ist wirklich nur was für eingefleischte Fans der Spiele-Vorlage.Allen,die sich gerne mit irgendwelchem esoterischen Kauderwelsch die Ohren vollsülzen lassen,kann ich diesen Film nur empfehlen,der Rest kann sich das Geld getrost sparen. Die Handlung war sowas von verworren und durchwachsen,dass ich ihr gar nicht mehr folgen konnte,und spätestens nach der ersten halben Stunde hab ich dieses dann auch gelassen.Wirklich langweilig.
Joerg (04.09.01): Ich kanns mir nicht verkneifen hier mal meine Meinung zu äussern! Ich war zwar noch nicht in dem Film - A B E R - wenn ich mich je nach den Kritiken einiger ach so toller Leute gerichtet hätte wären mir wohl viele gute Filme entgangen. Filme, Essen, Trinken sind absolute Geschmaksache. Gefällt er Dir - gefällt er mir noch lange nicht. Ich persöhnlich gehe ins Kino um mich zu amüsieren und nicht um 1 1/2 Std. schweren Dialogen zu folgen!!!!
Markus Hoff-Holtmanns (28.08.01): Nachtrag: Beim zweiten (!) Ansehen habe ich mal etwas mehr auf die Charaktere und das von Olaf angesprochene geachtet. Und da fällt einem wirklich einiges auf, was "unschön" ist. Hintergründe, Mimik, etc. Und man bemerkt plötzlich, dass die Charaktere nichts "ungewöhnliches" machen. Sie lehnen sich nicht komisch an, sie räkeln sich nicht, sie trinken nichts, wischen sich keinen Schweiss von der Stirn, all die beiläufigen Bewegungen, die reale Schauspieler so "normal" wirken lassen, fehlen hier. Aber die alle nachzubilden, wird wohl noch ein paar Jährchen dauern. Daher habe ich keine, dass reale Schauspieler überflüssig werden. So, und morgen kommt die Kritik zu Planet of the Apes.
Ach ja, das reale im Film. Meiner Meinung nach war das Foto, das der General von seiner verstorbenen Familie hat ein Realbild. Das kann man allerdings auf dem Computerbildschirm nicht so genau erkennen. Und allein dafür nochmal ins Kino gehen...

Martin (27.08.01): Als einer der das Computerspiel nicht kennt, hatte ich es anfangs doch sehr schwer, mich in die Story einzuarbeiten. Aber an sich hatte der Film eigentlich alles was ein gutes Kino-Vergnügen ausmacht: Sehr ( ! ) gute Animationen, ein wenig 'Schnulziges' und eine halbwegs vernünftige Story (habe nämlich sehr viele schlechtere Filme mit einer Alibi-Story, z.B. Dungeons and Dragons). Leider verwirrt ein wenig die Tatsache, daß man bei den Characteren nicht die Emotionen aus dem Gesicht ablesen kann... insgesamt 6 von 8 Spirits
Stefan Schloesser (26.08.01): Ich schliesse mich im grossen und ganzen der Meinung von Markus und Christian an. Nachher kuenstlich verschlechtert? Glaube ich bei Shrek mehr als hier, wo doch wert darauf gelegt wurde eben moeglichst photorealistisch zu sein. Die Geschichte flach? Hm, was erwartet ihr von einem Science-fiction der aus einem Computerspiel kommt? Ich hab schon deutlich schlechtere Storys gesehen und war auch positiv uberrascht. Er ist durchaus spannend gemacht, auch mit den Klischees. Die Computeranimationen sind wirklich superklasse. Da ich vorher nix ueber den Film wusste, war ich staendig am ueberlegen, ob sie hier echte Schauspieler nachtraeglich versimplifiziert haetten, oder ob es wirklich alles aus dem Computer kommt. Wer tiefgreifende Handlungsstraenge will, die sich ineinander verflechten und mit Computergrafik nichts anfangen kann, ist hier falsch. Wer surrealistische Bilder mag oder Action- oder SF-Filme, der wird von diesem Film nicht enttaeuscht. Besser als die Verfilmung von Lara Croft. 8 von 10 Alien-Traeume.
Christian (25.08.01): Die Macher von Final Fantasy haben sich wirklich selbst übertoffen. Dieser Film ist ein absolutes Muss für die Freunde des computeranimierten Films. Schon alleine Akis Haare sind eine kleine Sensation, wenn man bedenkt, dass sie alle einzeln animiert wurden. Auch viele weitere Details sorgen dafür, dass die "Schauspieler" sehr echt rüberkommen (Augenfältchen beim sprechen usw.). Noch ein paar Jahre, und die realen Schauspieler müssen echt um ihren Job fürchten. Von der Story war ich angenehm überascht. Zwar handelt es sich wieder mal um das alte Thema: Aliens wollen die Menschheit vernichten, doch haben es die Macher geschafft, den Zuschauer durch die abwechslungsreiche Story zu fesseln. Der Mix aus Action, Science Fiction, und naja ein bischen Romantik ist gut abgestimmt, und die Soundeffekte tragen ihr übriges zu einem wirklich fesselned Kinoerlebnis bei. Deshalb 10 von 10 außerirdischen Phantomen
Olaf (24.08.01): @Markus: "nachträglich zu verändern, weil sie zur realistisch wirkten". So etwas kann Herr Sakaguchi zwar im Interview erzählen, ich kann ihm das aber trotzdem nicht ganz glauben. Das ist so, wie wenn man bei der Softwarevorführung erzählt: Wir haben die Funktionalität bewusst auf das Wesentliche beschränkt. Ha ha!
Tatsache ist, dass man bei Final Fantasy zwar sehr viel Zeit in die realistische Gestaltung der Gesichter investiert hat (vor allem bei Sid sehr gelungen), aber gewisse andere Animationsbereiche IMO sträflich vernachlässigt hat: Die Hintergründe finde ich relativ schwach. Hab ich (z.B. in E1) schon wesentlich besser gesehen. Dies fiel mir vor allem deswegen auf, weil das ganze "Set-Design" bei Alien/Aliens geklaut erscheint.
Auch mit den Bewegungen der Charaktere bin ich nicht zufrieden: Sie bewegen sich oft zu langsam und sind steif, d.h. erscheinen, als ob sie einen Stock verschluckt hätten, da sie die Hälse nicht richtig bewegen. Vermutlich wurden hier beim Motion Capturing zu wenig Punkte aufgenommen.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass mich die Animationen nicht vollständig überzeugt haben. - Und die Geschichte auch nicht: Da wurde mir einfach zu viel krudes Zeug über irgendwelche Spirits und Gaias geredet. Zwischenzeitlich war fast jedes vierte Wort "Spirit". Weniger eine Schwäche der Story als der Dialoge.
Insgesamt bleibt ein zwiegespaltender Eindruck, und ich kann verstehen, warum der Film in den USA gefloppt ist. 6 von 10 Planeten-Gaias

Markus Hoff-Holtmanns (24.08.01): Schade, dass ich meine Kritik noch nicht fertig hatte, aber vermutlich reissen sich die Leute darum, Final Fantasy kritisieren zu können... Wenn ich mal auf die Kritik des Herrn Schwarz eingehen darf. FF mit Shrek zu vergleichen ist wie Titan A.E. mit Toy Story zu vergleichen. Shrek hatte nie die Absicht, realgetreue Charaktere zu animieren. Auch in Shrek waren Animaionen, die denen von FF das Wasser reichen können. Zum "Dilemma" des Films. Der gute Herr Sakaguchi hat darauf bestanden, die Charaktere teilweise nachträglich zu verändern, weil sie "zu" realistisch wirkten. Ich interpretiere das so, dass es durchaus Absicht ist, immer wieder vor Augen zu führen, "Hey, das hier sind keine Schauspieler, das sind Computergrafiken..." Und auch nur mit dieser Erwartungshaltung sollte man in diesen Film gehen. Dort stehen keine Schauspieler mit etlichen Jahren Bühnenerfahrung und Schauspielausbildung. Das sind - und das meine ich wirklich - Hacker wie Du und ich, die sich mit CG beschäftigen und vielleicht in der Schule mal in einer Theatergruppe mitgemacht haben. Habt Ihr mal den Abspann gelesen? Habt Ihr dort irgendwo was von Leuten gelesen, die Schauspieler sind? Ich nicht. Minimum an Handlung? Hhm. Nenn mir einen Science Fiction Film der letzten drei Jahre, der mehr Handlung hatte... Und die Klischees entstammen der Mangakultur. Das Sakaguchi so sehr auf dieser Tradition beharrt, mag man ihm zur Last legen, aber wenn man sich mit dieser Thematik mal etwas beschäftigt hat, ist der Film sehr treffend und schlüssig. Japanische Mangas leben in der Regel von einer so krassen Schwarz/Weiss Malerei. (Robert, korrigiere mich, wenn ich falsch liege). Insofern ist auch dies mehr als akzeptabel. Wohlgemerkt, ich behaupte keines Falls, das dies ein Film für jedes Publikum ist. Unser Kino war gestern ausverkauft. Ich weiss aber nicht, ob das nicht am Kinotag, sprich 8,- DM lag. Aber spätestens Montag bleiben die Säle leer, wenn sich der Film rumgesprochen hat. Das deutsche Publikum "versteht" so mystische Endzeit-Science-Fiction einfach nicht. Wahre Helden wollen die nicht, die wollen Antihelden. Die Nähe zum Computerspiel ist nicht zu verleugnen, aber trotzdem ist dies bei weitem die beste Verfilmung eines Computerspiels, die ich jeh gesehen habe. Auch deshalb ist sie mir 9 von 10 Aki Wimpernschläge wert. Ach ja, habt Ihr denn auch alle das (vermutlich) einzige Element aus der wirklichen Welt erkannt? Nein, es war nicht der Adler. Gruss, Markus
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