Das Versprechen

psychologisches Drama, USA 2001, 123 Minuten, ab 12
Originaltitel: The Pledge; Deutschlandstart: 11.10.2001 (Warner Bros.); Regie: Sean Penn; Produktion: Michael Fitzgerald, Sean Penn, Elie Samaha; Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski nach einer Vorlage von Friedrich Dürrenmatt; Musik: Hans Zimmer, Klaus Badelt; Kamera: Chris Menges; Ausstattung: Bill Groom; Schnitt: Jay Cassidy; Kostüme: Jill Ohanneson

mit Patricia Clarkson (Margaret Larsen), Beau Daniels (Rudy), Benicio Del Toro (Toby Jay Wadenah), Dale Dickey (Strom), Helen Mirren (Doctor), Jack Nicholson (Jerry Black), Robin Wright Penn (Lori), Vanessa Redgrave (Annalise Hansen), Mickey Rourke (Jim Olstad), Sam Shephard (Eric Pollack)

Internet Movie Database (de/us)


Nachdem ich mir American Pie 2 angetan hatte und man das mit einer mentalen Spülung vergleichen konnte, war ich nun bereit einen wirklichen Film zu sehen und das habe ich dann auch. Ich habe mich für The Pledge, deutsch Das Versprechen, entschieden.

Wer hat das getan? - Das will ich rausfinden, Mrs. Larsen. - Versprechen Sie mir, dass Sie den Mörder fassen! - Ja, Mrs., ja, Mrs. Larsen, das, das versprech ich Ihnen. - Bei Ihrem Seelenheil? ... Schwören Sie es mir! Bei Ihrem Seelenheil schwören Sie auf dieses Kreuz, geschaffen von den Händen unserer Tochter! - Ja. Ja, ich schwör's bei meinem Seelenheil. - Jerry spricht mit der Mutter des ermordeten Mädchens.

Plot: Jack Nicholson spielt den Polizisten Jerry Black. Als seine Abschiedsparty zur Verrentung stattfindet wird irgendwo draußen in der Wildniss ein Mädchen ermordet. Dieser Fall lässt ihn einfach nicht los, besonders als er den Eltern sein Versprechen gibt, er würde nicht eher ruhen, bis er den Mörder gefunden hat.
Der Anfangs festgenommene geistig behinderte Indianer begeht kurz nach seiner Verhaftung Selbstmord und alle sind von seiner Schuld überzeugt. Nicht aber Jerry, er macht sich auf die Suche und entdeckt Parallelen zwischen diesem und anderen Fällen, doch irgendwie will im keiner zuhören. Und so macht er sich allein auf die Suche nach dem Mörder: Er wirft einen Köder aus uns wartet...

Kritik: Dieser Film ist einfach großartig. Die Vorlage für den Film ist das gleichnamige Buch von Friedrich Dürrenmatt. Es wurde natürlich an amerikanische Ortsverhältnisse angepasst und das ist gelungen.
Es gibt sehr interessante Kameraperspektiven/-fahrten und Orte zu sehen. Sehr sensibel und sehenswert ist die Szene, wo Jerry den Eltern erzählen muss, dass ihr Kind ermordet worden ist. Ohne Worte, kann der Zuschauer das Erlebte viel besser in sich aufnehmen und die Tragik dieser sinnlosen Tat erfassen. Die Kameraführung ist im gesamten Film gelungen. In Kombination mit den Jahreszeitwechseln erscheint der Film trotz seiner Länge von etwas mehr als zwei Stunden nie langweilig. Der Regisseur weiss, wie man mit kleinen Details den Zuschauer zweifeln lassen kann, ob Jerry alt und senil ist, oder einfach nur von den Vorfällen innerlich bewegt, wenn er mal nicht antwortet.
Mit dem Ende merkt man dem Film auch die gute literarische Vorlage an. Schauspielerisch können hier alle überzeugen. Egal ob Harry Dean Stanton, Benecio Del Toro, Tom Noonan, Vanessa Redgrave, Robin Wright Penn oder Mickey Rourke. Alle spielen ihre Rolle sehr überzeugend.
Das Set vermittelt einen Eindruck von amerikanischen Kleinstädten ohne in Klischees abzudriften. Und so nimmt die sehr bewegende Story, die schon ein bisschen in eine Charakterstudie ausartet seinen Lauf und jede Minute wird man gefesselter, von den Menschen, dem Ort und der Handlung. Das Ende erinnert einen ein wenig eine griechischen Tragödie... Aber das verrate ich lieber nicht.

Fazit: Ein sehr guter, sehr intensiver und mitnehmender Film. 9 von 10 gehaltenen Versprechen

Erik Wasser
18.10.2001

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Bester Film aller Zeiten5%

37 Stimmen
Schnitt: 4.9
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Leser-Kommentare:
susanne (16.06.04): Meiner Meinung nach ist der Film ein literarisches Meisterwerk.Der Film stellt hohe Ansprüche an das Puplikum, was nötig ist, um den Film spannend zu gestalten. Er weicht nicht zu sehr vom Roman ab wie die beiden anderen Verfilmungen, was ich sehr positiv finde. "Das Versprechen" ist absolut sehens wert!
Elisabeth, Markus, Simon (08.04.03): Der Film ist sehr gut, jedoch weicht er in seiner Handlung ziemlich vom Buch ab. Außerdem wurde er sehr stark amerikanisiert, was einen positiven, sowohl auch negativen Effekt hat. Die Szene, wo ein Volksfest bzw. ein Jahrmarkttreiben dargestellt wird, kommt im Buch überhaupt nicht vor und ist typisch amerikanisch. Sie hat mit dem Geschehen in der Schweiz gar nichts gemeinsam und weicht ziemlich vom Inhalt des Originalromans von Dürrenmatt ab. Vor allem der Schluss ist im Vergleich zur Einleitung zu kurz geraten. Die Stelle der alten Frau im Sterbebett, die im Buch zur Auflösung des Falls führt, fehlt im Film gänzlich. Deshalb ist im Film nicht ganz ersichtlich wer der eigentliche Mörder ist. Der Inhalt dieses Films wäre sehr gut, jedoch ist er zu langatmig geraten und er verliert mit der Zeit die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Jack Nickelson kann sich hervorragend in die Rolle des Polizisten versetzen und ihm gelingt es die Art und das Auftreten, sowie die Gedankengänge der Hauptperson großartig darzustellen. Außerdem waren auch die anderen Schauspieler bemerkenswert gut ausgewählt und alle wurden ihrer Rolle gerecht. Der Film, ist trotz seiner Länge sehr empfehlenswert und die Ernsthaftigkeit des Themas kommt gut zur Geltung. Elisabeth, Markus und Simon 2.Klasse Handelsoberschule Südtirol/Italien
Sebastian (02.11.01): Ich stimme hauptsächlich Sandras Kommentar zu, sehe das ganze aber nicht so eng. Die Schauspieler spielen, allen voran Jack Nicholson, spitze und die Geschichte ist gut. Aber sie ist leider viel zu schleppend erzählt. Der Film dümpelt über weite Strecken nur so dahin. Nun bin ich aber auch ein Freund von langatmig erzählten Geschichten, wenn sie nur gut gefilmt sind und/oder gute Schauspieler aufweisen. Und dieser Film hatte erstens das Glück, Jack Nicholson vorweisen zu können und zweitens fand ich den Film von der Bildsprache her auch sehr gut. Ich habe mich den ganzen Film immer dafür interessiert, wie es weiter geht. Deshalb fand ich den Film alles in allem auch noch gut. Wer aber langatmig erzählte Filme nicht mag, sollte möglichst einen großen Bogen um den Film machen. (Nebenbei auch von mir noch ein Lob an den wirklich fesselnden "Todmacher" und Götz George, einen der besten, wenn nicht sogar den besten deutschen Schauspieler!) Fazit: Das Versprechen bekommt von mir knappe 7 von 10 geschenkten Igeln
Sandra Plich (31.10.01): Ich kann der Kritik von Erik nur teilweise zustimmen. Ich bin ganz bestimmt eine Liebhaberin des erzählenden Films und es darf auch gerne langwierig sein. "Das Versprechen" allerdings war in der ersten halben Stunde einfach lähmend langweilig und genau das sollte es doch bei einem Film nicht sein, oder? Einzig die geniale schauspielerische Leistung von Jack Nicholson hat mich davon abgehalten einzuschlafen. Nach der ersten halben Stunde wurde es dann etwas besser, aber immer noch schleppt sich das eigentlich recht interessante Thema dahin. Nicholson hin oder her. Sean Penn kann wohl keine Filme mit Tempo drehen. Bereits in "Crossing Guard" gab es ein interessantes Thema mit einen höchst motivierten Jack Nicholson, aber auch dort war es schleppend bis lähmend. Meiner Meinung nach sollte eine filmische Handlung wenigstens so spannend sein, dass dem Zuschauer nicht gerade die Augen zufallen. Gutes Beispiel hierfür: "Der Todmacher" mit Götz George. Ein Mann verhört einen Serienkiller, ein dritter protokolliert. In diesem Film knistert es nur so vor Spannung, weil die Erzählweise so geschickt ist, nicht zuletzt wegen dem höchst geschätzten Götz George, dass man niemals das Interesse verliert. Sean Penn mangelt es schlicht an dieser Fähigkeit. Nicht jede erzählte Geschichte ist eine gut erzählte Geschichte, auch wenn die Basis stimmen mag. Fazit: Eine gute Story in düsterer Atmosphäre mit herrausragenden Darstellern zu schleppend erzählt 6 von 10 leuchtenden Kreuzen
Merlin (26.10.01): An diesem Film gibt´s nicht viel zu meckern. Er ist einfach stimmig. Gute Geschichte, gut gespielt. ich kann mich den 8 von 10 Schaukeln am Straßenrand nur anschließen
Olaf (19.10.01): Eigentlich ist das Motiv der "Suche" nicht das richtige für diesen Film, denn Suchen ist eine aktive Handlung. Jerry (Jack Nicholson) ist aber im wesentlichen passiv: Er wirft seinen Köder aus und wartet. Genau so wie bei seinem liebsten Hobby, dem Angeln. Insofern ist das Ende, das von dem aus "Es geschaf am hellichten Tag" abweicht, eigentlich konsequenter. Auf jeden Fall eine der besten Schauspielleistungen Jack Nickolsons seit langem. 8 von 10 Stunden am Angelteich
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