8 Frauen
Musical/Komödie, Frankreich/Italien 2002, 103 Minuten, ab 12
Originaltitel: 8 femmes; Deutschlandstart: 11.07.2002 (Constantin Film); Regie: François Ozon; Produktion: Olivier Delbosc, Marc Missonnier; Drehbuch: François Ozon nach einem Theaterstück von Robert Thomas; Kamera: Jeanne Lapoirie; Schnitt: Laurence Bawedin; Musik: Krishna Levy; Kostüme: Pascaline Chavanne; Make Up: Gill Robillard, Thi Thanh Tu Nguyen, Cédric Gérard, Hervé Soulié; Ton: Pierre Gamet

mit Catherine Deneuve (Gaby), Isabelle Huppert (Augustine), Emmanuelle Béart (Louise), Fanny Ardant (Pierrette), Virginie Ledoyen (Suzon), Danielle Darrieux (Mamy), Ludivine Sagnier (Catherine), Firmine Richard (Mrs. Chanel)

Internet Movie Database (de/us)
Offizielle Homepage (Constantin Film de)
Trailer (Constantin Film de)

Plot: Eines Morgens wird der Industrielle Marcel (Dominique Lamure) erstochen in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Als Täterinnen in Frage kommen 8 Frauen, die sich im Haus aufhalten und die alle ein Motiv haben: seine Frau Gaby (Catherine Deneuve), seine Schwiegermutter Mamy (Danielle Darrieux), seine Schwester (Firmine Richard), seine Schwägerin Augustine (Isabelle Huppert), seine Töchter Suzon und Pierette (Virginie The Beach Ledoyen und Fanny Ardant), die Dienerin Louise (Emmanuelle Mission: Impossible Béart) und die Köchin Catherine (Ludivine Sagnier). Durch einen Schneesturm auf engstem Raum im Haus eingeschlossen, fangen die Frauen schon bald an, sich gegenseitig zu verdächtigen. Denn jede von ihnen hat etwas zu verbergen. Und so fängt langsam aber sicher manche Fassade an zu bröckeln und mancher Vorhang fällt um schließlich der Wahrheit ans Licht zu helfen.

Kritik: 8 Frauen ist eine gelungene Mischung aus Suspense, Kammerspiel und Musical.
Mit acht charakterlich völlig unterschiedlichen, sich aber wunderbar ergänzenden Frauen hat Regisseur Francois Ozon hier einen Krimi geschaffen, der bis zum Ende spannend bleibt und immer wieder eine neue Überraschung und Wendung zu bieten hat.

Dazu gibt es von jeder Darstellerin eine Tanz- und Gesangseinlage, die dem Film seinen Schwung verleiht und gleichzeitig ein schönes Gegengewicht zum Krimiteil darstellt.
Schön gemacht (zumindest in der deutschen Version) ist, dass der Film lediglich im Krimipart synchronisiert ist, während die Musikeinlagen untertitelt sind. Auch für diejenigen, die der französischen Sprache nicht mächtig sind, dürfte das kein Problem oder Einschränkung des filmischen Genusses sein, denn die Story (bzw. der jeweilige Hintergrund der Person) lässt sich mühelos mitverfolgen und last but not least: Im O-Ton hört es sich einfach besser an (französisch ist einfach die melodischste Sprache der Welt und da macht schon allein der Klang Spaß!)!
Jede der Figuren ist hier ein Genuss: von der geizigen Oma und der ehelich abgekühlten Ehefrau über die verführerische Dienerin und die zum Schreien komische spröde Schwägerin bis hin zu der unglücklichen Köchin, der undurchsichtigen Schwester und den unschuldig wirkenden Töchtern, die es aber faustdick hinter den Ohren haben.

Fazit: Nicht nur für Fans französischer Filme ein Muss. Spannend, amüsant, peppig und einfach unterhaltsam! 8 von 10 mysteriösen Schüssen

Nikolas Mimkes
12.07.2003

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Mieserabel7%
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Naja geht so12%
War okay7%
Gut4%
Sehr gut7%
Absolut hervorragend13%
Bester Film aller Zeiten9%

65 Stimmen
Schnitt: 4.9
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Nikolas (22.07.03): p.s.: mir ist dasselbe mit dir und hulk passiert. im gegensatz zu dir finde ich den film einfach nur grottig. bisher konnte ich mich eigentlich immer auf unsere gemeinsame wellenlänge verlassen, hier aber überhaupt nicht... aber das würde mir bei anderen "großen" kritikern bestimmt auch passieren... *grins*
Nikolas (22.07.03): @ Olaf! kann sein, dass ich hier einfach die begriffe durcheinander gebracht habe. eigentlich wollte ich nur aussagen, dass ich Sebastians Meinung als solche gut fand, da er sie vernünftig und auf ihn bezogen nachvollziehbar belegt hat. auch wenn ich seinen eindruck (für meinen teil) nicht verstehen kann, freut es mich doch, einen vernünftigen anderen standpunkt zu lesen!
Olaf (20.07.03): @Nikolas: "[O]bjektive" Meinungen gibt es nicht! Es gibt vielleicht Meinungen die durch objektive Kriterien belegt werden und somit besser nachzuvollziehen sind, da sie nicht pauschal, sondern differenziert begründet werden. Im eigentlichen Sinne "objektiv" werden sie dadurch nach meiner Meinung aber nicht. Genau deswegen muss man auch die scheinbar so tolle professionelle Kritik ein wenig mit Vorsicht genießen. Es ist egal, wie toll jemand schreibt und wie toll er begründet. Letztlich bleibt das Betrachten eines Filmes ein höchst subjektives Ereignis. Er funktioniert für dich, oder er tut es nicht. Und das kann von vielen, vor allem auch persönlichen, Dingen abhängen, wie aktueller Stimmungslage, Tagesform usw. - Letztlich ist dies auch für mich einer der Gründe, warum es diese Seite gibt: Für mich sind die Kritiken hier nicht (wesentlich) schlechter als die professionellen. (Höchstens vielleicht schlechter geschrieben.) - Aber letztlich kann man doch immer den Rat desjenigen am besten beherzigen, der einem selbst am ähnlichsten ist... :-)
Nikolas (19.07.03): @ Sebastian: faszinierend, wie anders du den film aufgenommen hast! um einmal kurz wortklauberisch zu sein: ich habe den film als eine gelungene, nicht perfekte mischung bezeichnet. perfekt ist für mich eine genremischung wie amelie, dieser film kommt der klasse nach aber nicht an sie ran, da sie eben nur gelungen ist.
wie du die vielen wendungen und gesangseinlagen als aufgesetzt und deplaziert empfinden kannst, ist mir nicht wirklich verständlich (nichts gegen deine meinung!!!). jede gesangseinlage zeigt die hintergründe und persönlichkeiten der einzelnen figuren und auch ihre beziehungen und motive in bezug auf marcel. was die wendungen angeht: ich fand es klasse, bis zum schluss im dunkeln zu bleiben, wer denn nun der täter sei. die auflösung war dann für mich der überaschende und krönende abschluss, durch den dieser film mir noch lange in erinnerung bleiben wird!
aber freut mich dennoch, eine objektive andere meinung zu hören!

Sebastian (16.07.03): Auf mich hat der Film irgendwie total anders gewirkt, als auf Nikolas! Für mich ist das "Experiment" 8 Frauen nämlich eher gescheitert!
Was Nikolas als eine perfekte Mischung bezeichnet, sehe ich eher als ein "der Film kann sich nicht entscheiden, was er sein will" an! Am schlimmsten aber sind die völlig unpassenden Gesangs- und Tanzeinlagen im Film. Dabei liebe ich Musicalfilme und bin auch neuen originellen Experimenten in Filmen immer mehr als aufgeschlossen. Aber die Lieder sind in diesem Film einfach völlig fehl am Platz und zerstören erheblich den Erzählfluß. Was mich zum nächsten Punkt bringt: Der Film war für mich alles andere als sehr spannend und irgendwann wurden die viel zu zahlreichen Wendungen einfach nur noch aufgesetzt und albern! Getoppt wird das Ganze von einer, wie ich finde, sehr dummen Auflösung, die hier aber nicht verraten werden soll!
Ich glaube mein Hauptproblem mit dem Film war einfach, das er viel zu sehr hin- und her geschwankt ist. So viele Stilrichtungen an Liedern, so viele Genres streifte der Film auch. Und das hat ihn für mich mit der Zeit einfach uninterresant gemacht. Ich möchte nicht dauernd zwischen Genres hin- und her geworfen werden. Im einen Moment ist der Film eine Komödie, um dann zum Drama oder sogar Tragödie zu werden und im nächsten Augenblick ist er ein Lustspiel oder sogar Farce! Nee, wenn die genialen Schauspielerinnen nicht gewesen wären, hätte mich der Film nur kalt gelassen. Aber dank ihnen und dem Lied, welches die jüngste Tochter (nicht die Köchin!) Catherine (Ludivine Sagnier) singt und was mich seitdem nicht mehr loslässt, gibt es von mir noch 4 von 10 verwickelten Familienverhältnissen

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