Ararat
Drama, OmU, Kanada 2002, 116 Minuten, ab 12?
Originaltitel: Ararat; Deutschlandstart: 22.01.2004 (Kool Filmdistribution); Regie: Atom Egoyan; Produktion: Robert Lantos, Atmo Egoyan; Buch: Atom Egoyan; Kamera: Paul Sarossy; Schnitt: Susan Shipton; Ton: Steven Munro; Musik: Mychael Danna; Ausstattung: Kathleen Climie; Kostüme: Beth Pasternak

mit David Alpay (Raffi), Arsinée Khanjian (Ani), Christopher Plummer (David), Charles Aznavour (Edward Saroyan), Marie-Josée Croze (Celia), Eric Bogosian (Rouben), Brent Carver (Philip), Bruce Greenwood (Martin Harcourt/Clarence Ussher), Elias Koteas (Ali/Jevdet Bey), Simon Abkarian (Arshile Gorky), Lousnak (Shushan Gorky), Raoul Bhaneja (Fotograph)

Filmplakat
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Plot: Wie kann man, in einer Welt voller Abstreitungen, herausfinden, wer die Wahrheit sagt?
Ein junger Armenier namens Raffi (David Alpay) wird am Flughafen von einem Zollfahnder (Christopher Plummer - A Beautiful Mind) wegen einiger Filmdosen, die er im Gepäck hat, angehalten. Während der sich nun anschließenden Befragung erzählt er dem Beamten, wie sich sein Leben während der Dreharbeiten zu einem Film über das türkische Massaker an den Armeniern im April 1915 verändert hat.

Kritik: Regisseur Atom Egoyan hat einen großartigen Film gegen das Vergessen und gleichzeitig eine Huldigung an den bedeutenden armenischen Maler Arshile Gorky gedreht.
Der Film wird in drei Ebenen erzählt, die geschickt miteinander verwoben und am Ende alle zusammengeführt werden: Während die Befragung am Flughafen, die Rahmenhandlung bildet, wird in Rückblenden die Entstehung des Filmes geschildert und gleichzeitig mit einem genialen Kniff die historischen Szenen als Untermauerung der Geschichte eingebunden. Die Problematik des Films wird dabei nicht auf das von der Türkei bis heute abgestrittene Massaker beschränkt, sondern auf mehrere kleine Erzählstränge verteilt.
So ist da unter anderem Raffis Mutter Ani (Arsinée Khanjian), eine Kunstprofessorin und Expertin für Arshile Gorky. Als historische Beraterin wird sie zum Film hinzugezogen, kommt aber nicht mit den "künstlerische Freiheit" zurecht, mit der die Realität des Massakers, das der Maler als Kind miterlebte, zugunsten des Filmes verfälscht wird.
Dann Celia (Marie-Josée Croze), Raffis Freundin, die Ani für den Tod ihres Vaters verantwortlich macht und nun mit aller Macht versucht, deren Leben zu ruinieren.

Und am Ende Zollfahnder David, der mit der Befragung an seinem letzten Arbeitstag die wichtigste Lektion seines Lebens lernt.
Raffi selbst ist eher ein Beobachter, der versucht, sich der Vergangenheit, ihrer richtigen Wiedergabe und seines eigenen Standpunktes klar zu werden. Dabei bildet er den roten Faden des Films und nimmt uns als Zuschauer mit auf die Reise zu den Wurzeln der Kultur und Denkweise seines Volkes.
Atom Egoyan findet mit Ararat zudem eine hervorragende Mischung aus aufarbeitendem Historienepos und mitreißendem Drama. Das hat den Effekt, dass man sich nicht um der Allgemeinbildung Willen das schwere Geschichtsmaterial mit all seinem Grauen anschauen muss, sondern die Geschichte "ganz nebenbei" als Garnierung der Handlung mitbekommt.
Dabei spielt er gekonnt auf der Klaviatur der Gefühle, so dass es einem stellenweise fast Tränen in die Augen treibt, ohne aber dabei in Kitsch oder Tränendrüsenmanier abzudriften.
Seine Trümpfe sind statt dessen die guten Darsteller, allen voran David Alpay, Arsinée Khanjian und Christopher Plummer, die Authentizität und Wiedergabe des geschichtlichen Hintergrundes und die Frage, wie Menschen manchmal dazu kommen, sich so sehr zu hassen...

Fazit: Sehr eindringliche und intensive Mischung aus Historienfilm und Drama, das durch seine Darsteller, den geschichtlichen Hintergrund und seine Montage besticht.
Es gibt Filme, die aus der Masse hervorstechen und solche, die einfach das Limit sprengen. Der hier gehört meiner Meinung nach klar zu den letzteren. Daher gibt es von mir 10 von 10 Mutter-Sohn-Fotos

Nikolas Mimkes
16.11.2003

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160 Stimmen
Schnitt: 5
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