2046
Drama/Romanze, China/Deutschland u.a. 2004, 127 Minuten, ab 12
Originaltitel: 2046; Deutschlandstart: 13.01.2005 (Prokino); Regie: Wong Kar Wai; Produktion: Wong Kar Wai, Marc Sillam u.a.; Drehbuch: Wong Kar Wai; Musik: Peer Raben, Shigeru Umebayashi; Kamera: Christopher Doyle, Pung-Leung Kwan, Yiu-Faii Lai; Schnitt: William Chang

mit Tony Leung Chiu Wai (Chow Mo Wan), Li Gong (Su Li Zhen), Takuya Kimura (Tak), Faye Wong (Wang Jing Wen / wjw1967), Ziyi Zhang (Bai Ling), Carina Lau (Lulu / Mimi), Chen Chang (cc1966), Wang Sum (Mr. Wang / Zugführer), Ping Lam Siu (Ah Ping), Maggie Cheung (slz1960), Thongchai McIntyre (Bird), Jie Dong (Wang Jie Wen)

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Ich ging nicht mehr aus. Es wurde vermutet, ich sei ruhiger geworden. Doch tatsächlich schrieb ich an einem Roman mit dem Titel 2046. Er handelte von Liebe und von Männern und Frauen, die alles riskieren, um nach 2046 zu kommen... Ich stellte alles bizarr und erotisch dar, ohne pornographisch zu werden. Der Roman hatte Erfolg. Viele waren erstaunt, dass die Geschichte in der Zukunft spielte. Aber für mich war 2046 nichts anderes als eine Zimmernummer. ... Es war eine frei erfundene Erzählung, in die ich auch eigene Erlebnisse eingearbeitet hatte. - Chow beginnt den Roman zu schreiben.

Plot: Lebemann und Lebenskünstler Chow Mo Wan (Tony Leung Chiu Wai) kommt 1966 in einem heruntergekommenen Hotel in Hongkong unter. Er lebt mehr schlecht als recht von amourösen Geschichten, die er an Zeitungen verkauft. - Eigentlich ist er Journalist und Schriftsteller, doch er ist zum Zyniker geworden. Er lässt sich treiben, geht auf Parties, hat zahlreiche Affären.
Inspiriert von der Magie der Zahlen, die ihn immer wieder zur Zahl 2046 führt, beginnt er einen Roman gleichen Namens über eine Liebesgeschichte in der Zukunft. Je stärker er in die Geschichte eintaucht, desto mehr beschäftigen ihn die Erinnerungen an eigene Liebesaffären, vor allem die an drei Frauen, die unauslöschliche Spuren in seiner Seele hinterlassen haben, und die Sehnsucht nach seiner einzigen wahren Liebe, die er verloren hat...

Kritik: Wong Kar Wais 2046 ist eine Art Fortsetzung seines Films In the Mood For Love (2000), der seinerseits Aspekte von Die Biografie des Rowdys Afei (1991) aufgreift. Doch bis auf stilistische Ähnlichkeiten und gleiche Hauptprotagonisten mit teilweise gleichen Darstellern hat 2046 nicht sehr viel mit seinem Vorgänger zu tun. Das Thema "Liebe", vor allem die unerfüllte ist dasselbe, aber die Ausführung sehr unterschiedlich:
Mit dem mehrfach preisgekrönten In the Mood For Love entkräftete Wong Kar Wai im Jahr 2000 Kritiker, die behaupteten, er könne nur wilde assoziative Collagen bauen, aber keine stringente Geschichte erzählen. Mit seinem neuesten Film kehrt er nun zu seinem alten Stil zurück, so dass es schwer fällt, die Geschichte von 2046 in wenigen Sätzen wiederzugeben.
Aus dem betrogenen Ehemann Chow Mo Wan, der in In the Mood For Love sein Leben meist im Griff hatte, ist nun ein zynischer Lebenskünstler ohne Ziel geworden, der wie ein Film-Noir-Held in einem schäbigen Hotelzimmer haust. Die Beschäftigung mit der unerfüllten Liebe der Vergangenheit verhindert sein Glück in der Gegenwart - und wenn man dem assoziativen Bilderreigen des Romans im Jahr 2046 folgt, auch das in der Zukunft.

Wie schon bei In the Mood For Love ist wieder die Musik ein wesentlicher Teil der Dramaturgie. Doch auch hier ist der Unterschied zwischen den Filmen sehr deutlich zu spüren: Im älteren Film war ein vorherrschendes Thema dominant. Nun ist die Musik ein wilder Mix aus Themen, Stilen und Referenzen auf andere Werke, die den Rahmen dieses Artikels deutlich sprengen. Trotzdem erzeugt sie einen Sog, der den Zuschauer unweigerlich in die melancholische Stimmung des Filmes hineinsaugt.

Fazit: Faszinierende Filmcollage im typischen Stil Wong Kar Wais mit hypnotischer Musik. Wer gerade, unkomplizierte Geschichten sehen will, sollte lieber draußen bleiben. 7 von 10 Zehndollarscheine.

Olaf Scheel
29.01.2005

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1172 Stimmen
Schnitt: 5.2
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Leser-Kommentare:
kaffelatte (30.06.05): Achtung! Dieser Film ist mega langweilig! Im Nachhinein kommt es mir vor als wenn sämtliche Handlung in einem Hotel stattgefunden hat und daraus bestand, dass sich der Hauptdarsteller und seine Freundin (die Frau jedenfalls) gegenseitig einen Knopf an die Backe labern.
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