Barfuß
Drama/Komödie, Deutschland 2005, 115 Minuten, ab 6
Originaltitel: Barfuß; Deutschlandstart: 31.03.2005 (Buena Vista); Regie: Til Schweiger; Produktion: Til Schweiger, Wolfgang Braun u.a.; Drehbuch: Dina Marie Chapman, Til Schweiger u.a.; Musik: Max Berghaus, Stefan Hansen, Dirk Reichardt; Kamera: Chritoph Wahl; Schnitt: Til Schweiger, Constantin von Seld

mit Til Schweiger (Nick Keller), Johanna Wokalek (Leila), Steffen Wink (Viktor Keller), Michael Mendl (Heinrich Keller), Nadja Tiller (Frau Keller), Imogen Kogge (Dr. Blöchinger), Andrea Paula Paul (Schwester Dorothee), Alexandra Neldel (Janine), Janine Kunze (Sarah), Mark Keller (Ehrmann), Markus Maria Profitlich (Stefan Huhn), Axel Stein (Dieter Huhn), Fanny Staffa (Nele), Christoph Müller (Herr Richard), Jürgen Vogel (Hausmeister)

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Leila erträgt das Leben in der Klinik nicht. Leila geht barfuß in eine ungewisse Zukunft. Leila und Nick auf der Flucht. Nicks Ältern zweifeln an ihrem Sprössling.

Das darf doch nicht wahr sein ... Was machst du denn hier? - Ich bin dir nachgelaufen. - Du kannst doch nicht einfach so aus der Klinik abhauen! - Ich möchte bei dir bleiben. - Das geht nicht! - Bitte! - Das darf doch wohl nicht wahr sein ... - Nur heute Nacht? - Du gehörst in die Klinik! Du willst doch wieder gesund werden, oder? - Schnauze da unten! - Ja, leck mich! - Immer die gleiche Scheiße mit dir! - Bitte... - Nick verhandelt mit Leila vor seiner Wohnungstür.

Plot: Nick Keller (Til Schweiger) ist eine gescheiterte Existenz und das schwarze Schaf der Familie: Er verliert einen Job nach dem anderen; Heinrich (Michael Mendl), der schwerreiche zweite Ehemann seiner Mutter (Nadja Tiller), hält ihn für einen Totalversager; und sein opportunistischer, karrierebesessener Bruder Viktor (Steffen Wink) ist im Begriff, seine verflossene große Liebe Janine (Alexandra Neldel) zu heiraten.
Wie üblich vermasselt Nick auch seinen neuesten Job, den Putzdienst in einer Nervenheilanstalt. Während er daraufhin telefonisch bei seiner Mutter zu Kreuze zu kriechen versucht, verhindert er eher zufällig den Selbstmordversuch der Heimbewohnerin Leila (Johanna Wokalek). Die hatte wegen ihrer überprotektiven Mutter in den ersten 19 Jahren Ihres Lebens niemals auch nur das Haus verlassen dürfen; ihr Verstand und ihre Weltsicht ist dadurch auf dem Niveau einer Schulanfängerin eingefroren. Traumatisiert durch den Tod ihrer Mutter gelangte Leila unversehens zur Therapie und zum Schutz vor ihrer eigenen Lebensunfähigkeit in die geschlossene Anstalt.
Leila verliebt sich Knall auf Fall in ihren Retter und setzt sich in den Kopf, bei ihm bleiben zu wollen. Sie folgt ihm barfuß im Nachthemd bis vor seine Wohnungstür und macht fortan keine Anstalten, ihm von der Seite zu weichen. So beschließt Nick notgedrungen, Leila zur pompösen Hochzeit seines Bruders mitzunehmen...

Kritik: Sechs Jahre nach Der Eisbär kehrt Schweiger auf den Regiestuhl zurück: Was sich liest wie ein schweres Melodram hat er als Drehbuchautor, Regisseur und Cutter mit sich selbst in der männlichen Hauptrolle als leichtfüßig-turbulente, romantische Komödie in Szene gesetzt.

Das Resultat ist trotz pointierter Dialoge und humorigen Gastauftritten von u.a. Markus Maria Profitlich und Axel Stein dennoch ganz sicher keine platte deutsche Komödie: Johanna Wokalek stellt die "Kaspar Hauser"-Figur Leila zu keinem Zeitpunkt debil oder überzogen dar. Nicks Ringen gegen die ihm feindlich gesonnene Welt und seine zuerst ablehnende, später liebevoll-sorgende Haltung gegenüber Leila sind glaubwürdig und auf dem Punkt.
Und obwohl die Rahmenhandlung stark überzeichnet ist, gelingt dem geneigten Zuschauer problemlos das Eintauchen in die Szenerie: Da gibt es einerseits die verbitterte Anstaltsleiterin (Imogen Kogge), dazu die beim Nicks bloßem Anblick kichernden Pflegerinnen (darunter Til Schweigers Ehefrau Dana), und andererseits die sich selbst feiernde, geldgeile New-Economy-Schickeria, neben Hinrich und Viktor gleichberechtigt das "blonde Gift" Sarah (Janine Kunze), in deren Augen man zum schlechten Menschen wird, wenn man nicht in der Lage ist, den auf der Hochzeitsgeschenke-Liste verzeichneten Designer-Kühlschrank für 5.000 EUR zu verschenken.
Barfuß liegt auf derselben Linie mit anderen Til Schweiger-Filmen wie Knockin' on Heavens Door oder Was tun, wenn's brennt: Sorgfältig aufbereitet lassen sich ernst gemeinte Handlungselemente sauber transportieren, ohne einerseits über ein erträglich Maß hinaus dramatisch zu werden, gleichzeitig aber humorvoll verpacken, ohne andererseits alles mit plumpen deutschen Holzhammer-Zoten zu verhunzen. Schweigers Regiearbeit ist, wenngleich unauffällig, handwerklich präzise. Sein Schauspiel zeigt eine ungeahnt große Spannweite, vom toughen Rauhbein bis hin zum emotional Hilfesuchenden. Untermalt von wohlausgesuchter Filmmusik wird Barfuß zu einem nicht allzu tiefgehenden, jedoch trotzdem bewegenden und zugleich lustigen Film, der über den Abspann hinaus im Kopf des Kinogängers nachzuhallen vermag.

Fazit: Mit den Worten von Hauptdarstellerin Johanna Wokalek: "Großes Kino mit Herz, das einem ein gutes Gefühl gibt." Leichtfüßige und dennoch glaubwürdige Charakterdarstellung mit einem Schuss Gesellschaftskritik aus deutschen Landen. 8 von 10 Punkte beim Tennis-Handicap.

Gero Zahn
01.04.2005

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839 Stimmen
Schnitt: 5.4
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Leser-Kommentare:
nick (21.03.10): ein paar lacher aber sonst..........
janni (15.12.06): ich liebe den film er ist lustig traurig romantisch einfach supi
simone (06.11.06): der film is einfach toll... ich finds sowas von süß =) ich geb alle punkte die zu geben sind!
Alexandra (11.03.06): Der Film ist einfach perfekt. Er hat die richtige Mischung von Herz, Spaß und Drama!!!
Moni (01.03.06): Ich habe mir den Film gestern auf DVD angeschaut und war total hingerissen.... der Film ist einfach herzzerreißend schööööön :) ist Liebe schön :)
Analise (23.02.06): Ich fand den Film super! Ich hasse romantische Filme, aber dieser hat mich fasziniert. 10PUNKTE!!!!!
frida (04.02.06): also ich fand den film gut mann muss aber romantisches und schnulziges mögen^^
Wiewieorowski (06.12.05): Der Film ist sehr überzeugend. Ich finde, dass der Film auch Comedy zeigt. Ein Beispiel ist zum Beispiel: Als Leila mit einer Panikattacke reagiert, hält das Gekeuche für die Vorstufe eines Orgasmus und ist begeistert bis ihn Nick aus dem Wagen zerrt, sich ans Steuer setzt und mit Leila losfährt.
Ralf (09.09.05): Obgleich ich ziemlich spät dran bin (ich habe den herzerweichenden Film erst vor 2 Wochen in Budapest gesehen - Gott sei Dank in deutscher Sprache mit ungarischen Untertiteln), möchte ich mich doch kurz dazu äußern, weil er mich doch sehr bewegt hat. Ich habe sogar richtiggehend vor Rührung schlecht geschlafen, was mir eigentlich sonst nie passiert. Die Szenerie mit all den 60er-Jahre Autos, dem Kunstlicht, den manchmal recht schrillen Nebenfiguren waren für mich allesamt ein wenig zu übertrieben, aber doch nett anzuschauen. Von Til Schweiger mag man denken was man will, aber den von ihm so oft gespielten "Typ" (rauhe Schale - lieber Kern) nimmt man ihm mittlerweile gerne ab. Johanna Wokalek ist in ihrer geradezu strahlenden Unschuld und Ehrlichkeit geradezu eine Offenbarung für jeden Mitmenschen, in dem auch nur ein Quentchen Hilfbereitschaft wohnt. Mich selbst macht nur der eigene, zugegeben recht stark ausgeprägte Wunsch - unter ähnlichen Rahmenbedigungen auch gerne jemandem die Welt öffnen zu dürfen - mit all den damit verbundenen Abhängigkeits- und Minderwertigkeitsproblemchen, die hierbei sicher eine große Rolle spielen ein wenig zu schaffen. Aber was solls, der Film war Klasse, der Soundtrack passt und ich freue mich schon auf die DVD-Ausgabe.
Babette (19.07.05): Ich liebe diesen Film, er ist so wunderschön ...weiß jemand wann es barfuss auf DVD gibt??? ich geb 100000000...Punkte
Insgesamt 27 Kommentare. Alle anzeigen
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