Fateless - Roman eines Schicksallosen
Drama, Ungarn/Deutschland 2004, 134 Minuten, ab 12, Prädikat: besonders wertvoll
Originaltitel: Sorstalansag; Deutschlandstart: 02.06.2005 (NFP/UIP); Regie: Lajos Koltai; Produktion: Péter Barbalics, Andras Hamori u.a.; Drehbuch: Imre Kertész; Musik: Ennio Morricone, Lisa Gerrard; Kamera: Gyula Pados; Schnitt: Hajnal Sellõ

mit Marcell Nagy (Gyuri Köves), János Bán (Vater), Béla Dóra (Rauchender Junge), Bálint Péntek (Schöner Junge), Áron Dimény (Bandi Citrom), Péter Fancsikai (Older Kollmann boy), Zsolt Dér (Rozi), András M. Kecskés (Finn), Dani Szabó (Moskovich), Tibor Mertz (Fodor), Péter Vida (Lénárt), Endre Harkányi (Der alte Kollmann), Márton Brezina (Younger Kollmann boy), Zoltán Bukovszki (Zoli), Gábor Nyiri (Hedge), Jenö Nagy (Jenö) u.a.

Filmplakat
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Sie halten durch, weil sie ein Ziel haben. ... Jeder braucht irgendeine lebenserhaltende Manie, etwas, das einem die Seele erhält... - Eine Überlebensmaxime in schweren Zeiten.

Plot: Eine jüdische Familie im Budapest des Jahres 1944 hofft auf das baldige Ende des Krieges und der Verfolgung. Doch das Ende kommt auf andere Weise näher:
Der Teenager György erlebt die Brandmarkung durch den Judenstern, wird in ein Arbeitslager verschleppt, verliert seine Familie und landet schließlich in Auschwitz, Buchenwald und Zeitz. Schweigend und weitgehend passiv beobachtet er den Untergang und das eigene Siechtum.
Doch er hat Glück und wird am Kriegsende in letzter Minute von den Amerikanern befreit. Wird er Freunde und Familie in der Heimat wiederfinden?

Kritik: Fateless tritt an, ein emotionales Epos um die Vernichtung der europäischen Juden zu schaffen. Vom Anfang der Verfolgung bis zur Vernichtung in Buchenwald und anderswo. Doch dieser Ansatz scheitert kläglich. Vor allem deswegen, weil die Geschichte keinen Spannungsbogen besitzt.

Nichts spitzt sich zu, nichts entwickelt sich, weder die Handlung noch die Personen. Praktisch von Anfang an ist nur Leiden, Elend, Siechtum auf der Leinwand zu sehen. Das ist zuviel! - Der Zuschauer wird unweigerlich eine Abneigung gegen den Film entwickeln. Kein positives Element ermöglicht Erholung oder Identifikation mit Figuren.
Man mag dies angesichts der historischen Ereignisse für angebracht halten. Doch auch das möchte ich bestreiten, da zu viele filmische Tricks eingesetzt werden, um die Emotionalität der Geschichte zu erhöhen. Da wäre als erstes der Score von Ennio Morricone zu nennen, der so emotional ist, dass er in den Kitsch abrutscht. Eher denkt man an leidende Westernhelden als an die Bilder auf der Leinwand. Das ist unpassend! Das empfinde ich als obszön. Hier, wie auch bei der Masse des gezeigten Elends, wäre für die Filmwirkung weniger mehr gewesen.
Zu wenig hingegen wurde mit der Kamera gemacht. Die Bilder sind zu statisch, fast wie in einem Theaterstück.

Fazit: So viel Elend, dass es Kitsch wird. Weniger wäre mehr gewesen. 5 von 10 Dinge, die die Seele erhalten.

Olaf Scheel
15.02.2005

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Bester Film aller Zeiten9%

841 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Bluemovie (04.02.12): Habe den Film jetzt erst gesehen und kann der Kritik keinesfalls zustimmen. Ich war gefesselt! Gerade die stringente Erzählweise und die Perspektive machen die Geschichte imens intensiv. Vor allem der (großartig spielende) Junge Gyögy nimmt einen mit auf die Reise ins Grauen. Mit dem Blick dieses Kindes, dass nicht ahnt, welche Grausamkeit auf ihn wartet und sich deshalb nicht wehrt, oder wehren kann, öffnet sich eine andere Sicht - hier gibt es keine Helden, niemand rettet György und György kann auch niemanden retten - und das ist gut so - denn auch Auschwitz hatte einen Alltag - den des täglichen Kampfes um das eigene Überleben - das ist zugegeben ziemlich speziell, aber gerade durch die fast stringend beobachtende Kamera wird die Geschichte intensiv und ergreifend. "Fateless" ist anders als "Schindler`s (schwarz-weiß erzählte)Liste", und gerade das macht den Film nah, denn auch während tausende von Menschen starben , schien die Sonne herrlich über Auschwitz und außerhalb der Mauern machten deutsche Familie unbekümmert Picknick, das finde ich eindrucksvoller als alle schwarz-weiß, oder entsättigten KZ-Verfilmungen zusammengenommen.
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