Der Fluch - The Grudge
Horror/Thriller, Japan/USA/Deutschland 2004, 92 Minuten, ab 16
Originaltitel: The Grudge; Deutschlandstart: 03.03.2005 (Constantin Film); Regie: Takashi Shimizu; Produktion: Doug Davison, Sam Raimi u.a.; Drehbuch: Takashi Shimizu, Stephen Susco; Musik: Christopher Young; Kamera: Lukas Ettlin, Hideo Yamamoto; Schnitt: Jeff Betancourt

mit Sarah Michelle Gellar (Karen), Jason Behr (Doug), William Mapother (Matthew), Clea DuVall (Jennifer), KaDee Strickland (Susan), Grace Zabriskie (Emma), Bill Pullman (Peter), Rosa Blasi (Maria), Ted Raimi (Alex), Ryo Ishibashi (Nakagawa), Yoko Maki (Yoko), Yuya Ozeki (Toshio), Takako Fuji (Kayako), Takashi Matsuyama (Takeo), Hiroshi Matsunaga (Igarashi)

Filmplakat
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Trailer (Constantin Film )
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Karen in den Straßen von Tokio. Kayako. Karen und Peter versuchen das Geheimnis aufzuklären. Karen versucht Doug zu retten.

Es heißt in Japan: Wenn ein Mensch aufgrund großer Trauer oder Wut aus dem Leben geht, dann bleibt dieses Gefühl zurück und haftet sich an den betreffenden Ort. Das was dort passiert ist, wiederholt sich dann immer wieder. Der Tod wird zu einem Bestandteil des Ortes, und löscht jedes Leben aus, das dort auftaucht. Ist man einmal in diesen Teufelskreis geraten, kommt man nie wieder da raus. Es tut mir leid! - Detective Nakagawa fasst die fatale Lage zusammen.

Plot: Die amerikanische Studentin Karen (Sarah Michelle Gellar), die ihren Freund Doug (Jason Behr) zu seinem Auslandsstudium nach Tokio begleitet hat, jobbt nebenbei als ambulante Pflegerin. Nachdem ihre Kollegin Yoko (Yoko Maki) nicht zur Arbeit erschienen ist, erhält Karen den Auftrag, sich vertretungsweise um die demenzkranke alte Amerikanerin Emma Williams (Grace Zabriskie) zu kümmern, die mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter ebenfalls in Japan lebt. Im Haus der Williams findet sich außer der hilflosen Emma ansonsten nur heilloses Chaos. Während Karen sich eifrig ans Aufräumen macht, hört sie beunruhigende Geräusche aus anderen Teilen des Hauses. Bald wird ihr klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt...

Kritik: The Grudge - Der Fluch ist ein amerikanisches Remake des gleichnamigen japanischen Films Ju-on: The Grudge, ähnlich wie bei dem modernen japanischen Horrorklassiker Ringu von 1998 und dessen amerikanischen Remake Ring von 2002. Bei Ju-on / The Grudge hat sich die Zeitspanne zwischen japanischem Originalfilm und amerikanischem Remake auf nunmehr zwei Jahre verkürzt. Um so erstaunlicher ist, dass Produzent Sam Raimi (Spider-Man) für die amerikanische Version denselben Regisseur wie beim japanischen Original verpflichten konnte, namentlich Takashi Shimizu. Der drehte denselben Film mitunter szenenidentisch ein zweites Mal, wobei die beiden japanischen Kinder Toshio und Kayako in beiden Versionen von denselben Darstellern Yuya Ozeki und Takako Fuji meisterlich verkörpert werden. Im Gegensatz dazu sind die eigentlichen Hauptrollen statt einheimischer Japaner nun ersatzweise in Japan lebende Amerikaner. Sarah Michelle Gellar (Buffy) stellt dabei keineswegs die toughe Geisterjägerin dar, die sich vor nichts und niemandem fürchtet, sondern vielmehr das "naive Mäuschen", das im Falle von Gefahr dann doch lieber die Treppe hochgeht, statt schleunigst das Haus zu verlassen. - Halloween lässt grüßen.
Shimizu, ein junger Regisseur, der bereits auf der Filmhochschule durch seine herausragenden Arbeiten überzeugen konnte, produzierte mit Ju-on einen Film, der in Asien schlichtweg als Kultfilm angesehen werden muss. Raimi versorgte Shimizu für die amerikanische Version mit einem höheren Budget, wodurch neben handwerklich ausgefeilterer Arbeit vor allem auch bessere Spezialeffekte möglich wurden. Nichtsdestotrotz: Die computergenerierten Effekte sind nur spärlich gesät und wirken auch eher mäßig.

Sehr viel überzeugender und im wahrsten Sinne des Wortes erschreckender sind die zahlreichen Szenen, in denen rein durch Licht, Kameraarbeit, stimmungsvolle Hintergrundmusik und extrem eindringliches Sounddesign, quasi nach alter Schule, Spannung und Thrill aufgebaut wird. Das ist eindeutig nichts für empfindliche Kinogänger.
Durch den in der amerikanischen Version verstärkt verwendeten nichtlinearen Erzählstil und passend eingestreute Rückblenden wurde es möglich, zusätzliche Aspekte der schon gesehenen Handlung nachträglich detaillierter oder aus einem anderen Blickwinkel darzustellen, deren direkte Darstellung von Anfang an sonst zu viel vorweg genommen hätte. Vom Kinozuschauer wird also verlangt, das Gesamtbild für sich selbst in geordnete Form zu bringen. Dennoch gerät der Film dadurch zu keinem Zeitpunkt aus der Spur und nimmt trotz kurzer Dämpfer sein Tempo jeweils unverzüglich wieder auf. Dass insgesamt die Haupt- und Nebenrollen eher oberflächlich eingeführt werden und auch im weiteren Verlauf des Films kaum an Tiefe gewinnen, ist dabei ein tolerabler Schönheitsfehler.
Ebenso ist die Kernhandlung erwartungsgemäß eher eindimensional, geht sie doch nur ein Stück weit über das klassische Haunted House-Konzept hinaus: Dass es nämlich nicht genügt, den verwunschenen Ort bei Tageslicht zu verlassen, sondern dass der darauf lastende Fluch einen auch zu anderer Zeit an einem anderen Ort wieder einzuholen vermag. Dabei werden vom Drehbuch her keine allzu klaren logischen Regeln aufgestellt, geschweige denn einzuhalten versucht. Insofern sollte man von einer allzu peniblen "Multi-W-Kausalitäts-Analyse" (lies: wem wie wo was wann wieso widerfährt) besser von vornherein gnädig absehen.
Trotzdem: The Grudge ist ein Horrorthriller, und der Sinn eines solchen ist es, dem Publikum nach Strich und Faden Angst einzujagen. Dies gelingt sowohl dem japanischen Ju-on als auch dem amerikanischen The Grudge absolut vortrefflich. Der bereits erwähnte eindringliche Filmscore und die wirklich gänsehauterregenden Geräusche warnen jeweils frühzeitig, dass es an der Zeit ist, die Fingernägel in die Armlehnen zu krallen - und doch trifft der Schockeffekt unweigerlich jeweils tief ins Mark. Takashi Shimizu versteht sein Handwerk vortrefflich: Hinterher wird man sich unweigerlich ins helle Tageslicht unter Menschen wünschen.
Wie bei Ringu / The Ring lies auch bei Ju-on / The Grudge das Sequel nicht lange auf sich warten: Der japanische zweite Teil Ju-on: The Grudge 2 ist in Japan bereits 2004 gelaufen, der dritte ist für 2005 angekündigt. Angesichts der allein in den USA eingespielten 140 Mio. US-Dollar des amerikanischen Remakes ist ein ebensolches Remake des zweiten Teils für 2006 fest eingeplant. Warten wir ab, ob der maßlose Thrill des ersten Teils auch in der Fortsetzung beibehalten werden kann.

Fazit: Moderner Japanischer-Horrorkultfilm, neugedreht mit englischsprachigen Hauptrollen. Wenig überraschende Kernhandlung, aber gänsehauterregendes Sounddesign und schier atemberaubende Schockeffekte bei sparsamen Computereinsatz. Works perfectly for me: 8 von 10 Fertigsuppen mit japanischem Aufdruck.

Gero Zahn
04.03.2005

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Gut10%
Sehr gut12%
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Bester Film aller Zeiten9%

242 Stimmen
Schnitt: 5.4
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Ivonne (08.08.05): Ich habe mir echt mehr von diesem Film versprochen. Mehr Spannung, mehr Schockmomente, mehr Handlung und auch mehr Gänsehaut. Wenn ich mir überlege, wie ich mich bei "Ring" gegruselt habe, dann kann ich über diesen Film zur müde lächeln. Er ist total vorhersehbar und die "Schockeffenkte" sind einfach nur grottig. Dieser "Geist", der da ständig durchs Bild rennt bzw. kricht sieht aus, wie eine Schaufensterpuppe. Da waren ja sogar noch einige "Buffy" Folgen gruseliger !!;-) Ich gebe 2 von 10 Nissin- Nudel- Becher.
Stefanie (06.04.05): Ein wirklich blöder Film. Ich bin maßlos enttäuscht. Kann mich nur der Meinung von noone anschließen: unfreiwillig komisch. Schade um die an sich guten Schauspieler, deren Leistung unter den vorhersehbaren und wenig originellen Schockeffekten verpuffte. Wirkte auf mich billig. 2 von 10 Spinnenweben aus der Dose
Miriamel (17.03.05): Also ich fand dieses "knarrende Türgeräusch" mehr als widerwärtig. So ziemlich das schlimmste am Film (und hat mich auch gar nicht an eine Tür erinnert, sondern eher ein kehliger Laut). Habe schon lange nicht mehr so Angst im Dunkeln gehabt (gut, nur zwei Tage lang, aber immerhin). ^_^ 8-9 Punkte. :)
Tess (14.03.05): hi die dvd liegt seit einiger zeit bei mir rum...und verstaubt. denn mehr als ein mal schaue ich mir den film nicht an. anfänglich war ich begeistert (1-2 tage). aber als sich die emotionen senkten und man mit dem film gedanklich medhr spielte wurde er (imo) zu einem sehr mittelmässigen schocker-streifen der nicht mal ansatzweise die bildliche aufmachung eines remakes wie z.b. "the ring" einfangen konnte. und die gruselstimmung senkte sich auch zunehmend. in einer synchro fassung möchte ich den film dann erst garnicht mehr erleben. 3/10 verdrehten körpern mfg Tess p.s.: ich habe die amerkiansiche dvd (seit dem 1.2.2005 erhältlich), also keine kopie oder sonstiges.
noone (13.03.05): Man man man, ich dachte ein Horrorfilm soll einen erschrecken und nicht amüsieren! Was soll denn bitte dieses "knarrende Tür"-Geräusch die ganze Zeit, das ist doch nicht gruselig! Zeugt eher von mangelden Profis am Sound. Und das mit den Kindern, naja. Dafür gibts auf jeden Fall 2 von 10 unfreiwillig komischen Szenen
Jinjin (11.03.05): Also, ich habe beide Versionen gesehen und muss sagen, dass ich von der amerikanischen Filmindustrie mit dem angeblich hohem Budget und besseren Effekten ziemlich enttäuscht bin. Die amerikanische Version ist nicht besser als die japanische. Auch nicht die Schauspieler! Der Film ansich: Endlich ein Film der sich lohnt zu gucken! 7 von 10 Leichen :0)
Stingray (08.03.05): Nichts weltbewegend neues, aber schönes Setting, adequate Schauspieler (bis auf Ted Raimi, der einfach nicht in einen ernsthaften Film passt) und einige wirkliche Gänsehautmomente. 7/10 Altenpflegerinnen, die aussehen wie Buffy Summers ;)
Sandra (08.03.05): Ich fand "The Grudge" auch ziemlich gut und die Schockeffekte haben auch bei mir heftigste Wirkung gezeigt. Ich fand "The Ring" nicht besser und nicht schlechter, war eben anders aber trotzdem ähnlich, dass muß ja nicht grundlegend schlechter sein. "The Grudge" ist spannend und gruselig (musste Festtagsbeleuchtung in meiner Wohnung machen - dunkle Ecken gibt´s da genug) Kurz: So wie es sein sollte. Außerdem konnte ich als Buffy-Fan meine Heroin mal wieder im Kino bewundern - sie ist einfach zu süß ;-)Ich kenne den Original-Film nicht und es ist mir auch völlig egal, ob der nun besser war oder nicht. Der hier war jedenfalls sehr gut, das genügt mir. Eine Frage bleibt offen: Wohin sind die verschwunden, die nicht tot gefunden wurden? Nun, vielleicht erfahren wir dies ja in Teil 2. 8 von 10 rumliegenden Unterkiefern
Fitzgerald Todeskino (08.03.05): Wow - ich hab ja schon einiges an Horrorfilmen gesehen (z. B. Gothika, Schatten der Wahrheit, Psycho etc.); aber dieser hier toppt alle. Selten hab ich mich so häufig und so heftig erschrocken. In der Zwischenzeit fühl ich nirgendwo mehr sicher: überall könnte die verfaulte Frau auf mich lauern, um mich direkt in die Hölle zu ziehen! Und hab ich da nicht grade noch ein Rascheln hinterm Duschvorhang gehört - ich meine da drüben in der dunklen Toilette? Was bewegt sich da unter meiner Bettdecke? Bilde ich es mir nur ein, oder nehme ich tatsächlich ein totes Stöhnen wahr? Oder war alles nur Einbildung und es war nur das Klagen einer Katze? Herr im Himmel - ein Film der für Personen mit Herzinsuffiziens wahrlich kontraindiziert ist. Ich fürchte ich werde mich den Rest meines Lebens von verfaulten Leichnamen verfolgt fühlen... 9 von 10 Schädeln mit Tropfkerze (die "Du bist auf ewig mein" sagen).
Sebastian (05.03.05): Ich fand Der Fluch - The Grudge eigentlich ziemlich gut! Zumindest im Bezug auf die schönen Schockeffekte!
Aber im Grunde ist der Film leider nur eine leidlich gute Mischung aus The Ring und etwas Der Fluch von Darkness Falls geworden! Wobei The Ring um Längen besser war! Also nichts wirklich Neues! Aber wie ich auch schon zu Constantine schrieb: Besser gut geklaut, als schlecht neu gemacht!
Es gibt allerdings auch einige Fehler/Schwächen in der Handlung! Trotzdem fand ich ihn spannend und bin auch ein paar mal heftig zusammengezuckt! Also gibt es als Fazit 7 von 10 schwarzen Katzen! Wobei mich der Originalfilm interessieren würde! Habe von mehreren Seiten gehört, dass er atmosphärisch und auch sonst wesentlich besser sein soll als das Remake!

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