Tim Burton's Corpse Bride
Animation/Komödie, Großbritannien 2005, 77 Minuten, ab 6
Originaltitel: Corpse Bride; Deutschlandstart: 03.11.2005 (Warner Bros.); Regie: Tim Burton, Mike Johnson; Produktion: Tim Burton, Allison Abbate u.a.; Drehbuch: John August, Pamela Pettler, Caroline Thompson; Musik: Danny Elfman; Kamera: Pete Kozachik; Schnitt: Jonathan Lucas

Originalsprecher: Johnny Depp (Victor Van Dort), Helena Bonham Carter (Corpse Bride), Emily Watson (Victoria Everglot), Tracey Ullman (Nell Van Dort/Hildegarde), Paul Whitehouse (William Van Dort/Mayhew/Paul The Head Waiter), Joanna Lumley (Maudeline Everglot), Albert Finney (Finnis Everglot), Richard E. Grant (Barkis Bittern), Christopher Lee (Pastor Galswells), Michael Gough (Elder Gutknecht), Jane Horrocks (Black Widow Spider/Mrs. Plum), Enn Reitel (Maggot/Town Crier), Deep Roy (General Bonesapart), Danny Elfman (Bonejangles), Stephen Ballantyne (Emil) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (Warner Bros. )
Trailer (Warner Bros. )
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Versuchen wir's erneut, ja, Master Van Dort? - Ja, ja, Sir. Gewiss doch! Mit ... dieser ... dieser ... - Hand! - Mit dieser Hand ... werde ... ich ... - Drei Schritte! Drei!! Könnt Ihr nicht zählen? Wollt Ihr nicht vermählt werden, Master Van Dort? - Nein, nein! - Ihr wollt nicht?? - Nein-nein, ich meine, nein, ich ... möchte ... nicht nicht vermählt werden, das heißt, ich möchte es furchtbar gern! Au! - Passt jetzt auf! Habt Ihr wenigstens daran gedacht, den Ring mitzubringen? - Der Ring! Ja! Ja natürlich! ... - Er läßt den Ring fallen! - Oh nein, er hat den Ring fallen lassen! - Dieser Jüngling will nicht vermählt werden! - Welche Schmach! - Verzeihung ... Hab' ihn! - Victor Van Dort vermasselt seine Probehochzeit mit Victoria Everglot.

Plot: Das Fabrikantenpaar Nell und William Van Dort beschließt, ihren Sohn Victor reich heiraten zu lassen: Ausersehen ist Victoria, die Tochter der alteingesessenen Aristokraten Maudeline und Finis Everglot, die insgeheim völlig verarmt sind und sich von der Hochzeit ebenso die wirtschaftliche Rettung versprechen. Obwohl sich die beiden Kinder zuvor noch nie sahen, funkt es beim ersten Treffen ordentlich - nur die Probehochzeit misslingt durch Victors unkonzentrierte Ungeschicklichkeit auf ganzer Linie. Daraufhin zieht er sich allein zur Textprobe in den winterlichen Wald zurück - und dort klappt der Eheschwur wie am Schnürchen. Dumm nur, dass der morsche Zweig, auf den Victor an passender Stelle den Ehering steckt, in Wirklichkeit der Finger einer verwesenden Leiche ist, die auf dem Weg zu ihrem eigenen Traualtar ausgeraubt und ermordet worden ist. Diese Leichenbraut eröffnet ihm, dass sie aufgrund der absolut gültigen Eheschließung nun endlich erlöst sei - weswegen Victor nun mit ihr ins Reich der Toten kommen müsse. Dort findet er dann auch prompt Gefühle für die Leichenbraut - obwohl er weiss, dass seine Zukunft eigentlich im Reich der Lebenden liegt.

Kritik: Tim Burton realisierte Corpse Bride im selben Stil wie zwölf Jahre zuvor The Nightmare Before Christmas, d.h. in aufwändiger Stop-Motion-Animation von filigran modellierten Puppen mit von Bild zu Bild austauschbaren Gesichtspartien. Wiederum zeichnete sich Danny Elfman verantwortlich für die Filmmusik und die vielen Filmsongs - das Team Burton/Elfman ist so unverkennbar wie unverwechselbar.
Corpse Bride erzählt eine düster-romantische Geschichte, die einem russischen Volksmärchen entlehnt ist, die jedoch unter der Fantasie und Detailverliebtheit von Regisseur und Produzent Tim Burton weit über die Vorlage hinaus wächst. Dabei ist das wohl eindringlichste Stilmittel, dass die Welt der Lebenden in der viktorianischen Strenge einer Kleinstadt des 19. Jahrhunderts grau in grau, beinahe in düsterem schwarz-weiß gehalten ist, während das Reich der Toten farbenprächtig und beinahe lebenslustig bunt erstrahlt.
Der Film ist für Freunde des leicht morbiden Erwachsenen-Trickfilms in weitem Strecken eine reine Augenweide - wer hätte es bei einem Tim Burton-Animationsfilm auch anders erwartet. Doch während bei Konkurrent Nick Park und dessen Wallace & Gromit-Kinofilm die eingestreuten rein digitalen Effekte nahtlos mit der handgemachten Animation harmonieren, ergibt sich bei Tim Burtons vergleichbarer Tricktechnik durch die digital hinzugefügten Wesen ein mitunter sichtbarer Bruch. Darüber tröstet auch die bislang in diesem Genre ungesehene Kameratechnik nur teilweise hinweg.
Die Handlung als solche ist märchenartig simpel gestrickt, allzu leicht erahnt man ihr Ende, das kein wirkliches Happy-End darstellt. Zusammen mit den liebevoll stimmig platzierten Filmsongs ist Corpse Bride (wie zuvor auch schon The Nightmare Before Christmas) schier ein Musical im Stop-Motion-Animations-Gewand. Aber auch wenn beide Filme ab 6 Jahren freigegeben sind: Beides sind eigentlich keine Kinderfilme, die eindringlichen Bilder verheißen unruhige Nächte bei allzu kleinen Kindern.

Fazit: Eine Augenweide für Erwachsene mit Liebe zum morbiden, musikalisch untermalten Trickfilm. Burton/Elfman liefern das ab, was man von ihnen erwartet - manchmal ein bisschen viel des Guten. Sicher kein Kinderfilm. Knapp 8 von 10 Second-Hand-Shops.

Gero Zahn
09.11.2005

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150 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Olaf (24.02.10): @Dea-Cyn: ... und vor allem ein schön-typischer Tim Burton Film, der aber leider meiner Meinung nach etwas weniger ausgefallen als The Nightmare Before Christmas. - Ich bin momentan extrem gespannt auf den neuen Burton Alice im Wunderland. Die Trailer sahen schonmal gut aus...
Dea-Cyn (23.02.10): Zuerstmal : Gewiss kein Kinderfilm sondern eher was für den erwachsenen lustig-leicht morbiden Geschmack. Dessen sollte man sich Bewusst sein bevor man den Film mit den kleinen anschaut. Nun aber zu meinem eigentlichem Beweggrund mich hier mal zu Wort zu melden (wenn auch bisschen spät. Der Film ist von der Story her genial, ein altes Russisches Märchen als Trickfilm (!) gekonnt auf die Leinwand bzw. in das heimische DVD Regal zu zaubern verdient alleine schon ein hohes ansehen, dazu viel Liebe zum Detail, ein bisschen Musik und lustige Dialoge. Natürlich hat jeder einen anderen Geschmack, aber aus o.g. gründen bekommt der Streifen von mir fette 10 von 10 flaternden Schmetterlingen aus dem Kleid der "Corpse Bride" so long ;-)
Cengizhan (29.06.07): wunderbares Puppentrick-Grusical mit schwarzer Humor , Fantasy , Romanze und jede Menge Grusel !
Sebastian (28.11.05): Tja, ich fand den Film ganz nett, aber nicht mehr! Nightmare before Christmas war da um Längen besser!
Wobei man beide eigentlich nicht 100%ig vergleichen kann, da bei Nightmare before Christmas Henry Selick und nicht Tim Burton Regie führte. Trotzdem war er besser. Die Story von Corpse Bride ist nicht so interessant, mitreissend und liebevoll wie bei dem Vorgänger. Zeitweise war er sogar recht schleppend. Die Musik von Danny Elfman ist auch längst nicht so gelungen. Gab es bei dem Vorgänger noch jede Menge Melodien und Songs, die richtig ins Ohr gingen und auch im Gedächtnis blieben, so kann ich mich bei dem Score von Corpse Bride an nichts Herausragendes erinnern.
Den Vorgänger gucke ich mir jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit immer wieder gerne an. Bei Corpse Bride reizt mich eigentlich nichts, ihn mir nochmal anzuschauen. Schade, bei Tim Burton hatte ich mehr erhofft! So gibt es nur 6,5 von 10 geprobten Ehegelübden.

Olaf (21.11.05): Ohne mich jetzt dem Tonfall von anonymous anzuschließen, bin cih ebenfalls der Meinung, dass man Corpse Bride nicht als einfachen Kinderfilm sehen sollte. - Wenn ich mir die Trailer vor dem Film so anschaue, scheint der Film vom Verleih aber auch eher als Kinderfilm platziert zu sein. - Der morbide Humor des Films ist aber für Kinder aus meiner Sicht eher ungeeignet. Mehr was für die jung gebliebenen als die tatsächlich jungen. - Ansonsten war ich mit dem Film sehr zufrieden. Durch die Gesangseinlagen und die Optik (zum Teil sogar die Handlung) erinnert der Film stark an The Nightmare before Chrismas. Auch der Score von Danny Elfman hat mir wieder sehr gefallen, obwohl seine Handschrift diesmal nicht so leicht zu erkennen war wie bei vielen anderen Filmen. 8 von 10 Wiedersehen mit dem Lieblingshund.
anonymous (19.11.05): Hallo? Jemand zu Hause? Das ist ein Tim Burton Film! Nur weil der Film ab sechs Jahren freigegeben ist, heißt das nicht, das es ein Kinderfilm ist. Und wenn sie den Humor dieses Films nicht erkannten, sollten sie sich vielleicht mal weniger diese neuen Hollywood Produktionen ansehen, in denen es Standard geworden ist, billige Lachnummern einzubauen. Witz ist in diesem Film definitiv vorhanden. Haben sie ihren Kindern schonmal Hänsel und Gretel vorgelesen. Auch keine "schöne" Geschichte. Aber Corpse Bride ist definitiv ein neues schönes Märchen. Eine wundervolle Geschichte und nur zu empfehlen. Wer allerdings einen weiteren Blockbuster erwartet sollte doch den Abend lieber wieder mit Shrek vebringen.
Michel (12.11.05): Nö, Kinder würden den Film überhaupt nicht mögen. Wir sind nach 15 Minuten mit den beiden Kleinen (9 + 10 J) raus gegangen, weil bis dahin nicht eine lustige Szene zu sehen war.
Sandra (10.11.05): Ich fand "Corpse Bride" besser als seinen Vorgänger "Nightmare before Christmas", weil weit weniger gesungen wurde, das fand ich extrem entspannend. Die Figuren sind liebevoll und mit viel Mühe gemacht und die Story - eben ein richter Tim Burton. Schrill, bunt und morbide, so wie wir es auch sehen wollen. Was die Kinderfrage angeht: Nun ja, ab 6 halte ich auch für etwas fraglich, das düstere 19. Jahrhundert hat gar bei mir Gänsehaut ausgelöst, ganz zu schweigen vom Pfarrer (grusel, grusel!) ;-) Fazit: Nette Story, schön verpackt, sympathische "Hauptdarsteller" und jede Menge morbide Komik. Ich gebe 8 von 10 in Köpfen hausenden Maden
Steffen (10.11.05): Der film ist nett. Aber leider nicht mehr. Für erwachsene einfach nicht bissig genug. Kinder würden ihn mögen. Wegen des morbiden themas aber nicht wirklich geeignet.
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