Black Snake Moan
Drama, USA 2006, 115 Minuten, ab 16
Originaltitel: Black Snake Moan; Deutschlandstart: 05.07.2007 (Universal Pictures); Regie: Craig Brewer; Produktion: Stephanie Allain , Ron Schmidt, John Singleton; Drehbuch: Craig Brewer; Musik: Scott Bomar; Kamera: Amy Vincent; Schnitt: Billy Fox

mit Samuel L. Jackson (Lazarus), Christina Ricci (Rae), Justin Timberlake (Ronnie), S. Epatha Merkerson (Angela), John Cothran Jr. (Reverend R. L.), David Banner (Tehronne), Michael Raymond-James (Gill), Adriane Lenox (Rose Woods), Kim Richards (Sandy), Neimus K. Williams (Lincoln), Leonard L. Thomas (Deke Woods), Ruby Wilson (Mayella), Claude Phillips (Bojo), Amy Lavere (Jesse), Clare Grant (Kell) u.a.

Filmplakat
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Offizielle Website (Paramount )
Trailer (Universal Pictures )
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Ronnie verabschiedet sich von Rae.
Rae zusammengeschlagen und verzweifelt. Lazarus will Rae nicht gehen lassen. Lazarus lebt den Blues.

Ich schätze, ich mach mich mal auf den Weg. - Weißt du, ich äh, ich finde, wir sollten noch reden, bevor du gehst. - Nein, Sir, ich muss jetzt wirklich los. - Du solltest erstmal wieder richtig zu Kräften... [schepper] ... Ich, äh, darüber wollte ich noch mit dir reden. - Warum haben Sie mich angekettet? - Rae stellt fest, dass Lazarus sie an die Heizung gekettet hat.

Plot: Rae (Christina Ricci) wird von ihrer Liebe Ronnie (Justin Timberlake) verlassen, da dieser in die Armee eingetreten ist um beiden ein besseres Leben in der Zukunft zu ermöglichen. Rae, die in ihrer Jugend missbraucht wurde und an seltsamen Angstattacken leidet, betäubt ihren Schmerz mit Drogen und Sex. Nach einer ihrer Eskapaden wird sie fast tot geschlagen und auf einer einsamen Landstraße aus dem Auto geworfen.
Dort findet sie der Bauer Lazarus (Samuel L. Jackson), der sie aufnimmt und ihre Wunden versorgt. Auch Lazarus hat eine verwundete Seele: Einst war er ein erfolgreicher Blues-Sänger, doch seiner Frau zuliebe hat er die Musik aufgegeben, bis diese ihn schließlich mit seinem jüngeren Bruder betrogen und verlassen hat.
Lazarus erkennt die verletzte Seele Raes und will ihr helfen. Doch sie ist nicht in der Lage, das Hilfsangebot anzunehmen. Also wird Lazarus sie ganz alttestamentarisch dazu zwingen...

Kritik: Der Filmtitel Black Snake Moan (Das Stöhnen der schwarzen Schlange) erweckt zusammen mit dem Filmplakat vielleicht bei einigen potentiellen Zuschauern falsche Assoziationen irgendwo zwischen Quentin Tarantino und Russ Meyer, aber letztlich könnte beides nicht besser zum eigentlichen Inhalt des Filmes passen.

Früher spielte Lazarus den Blues, heute lebt er ihn. Wie zu beginn des Filmes zitiert wird, gibt es nur einen wahren Blues, nämlich den zwischen einem Mann und einer Frau. Somit ist der Blues die Hauptmetapher des Filmes, der deswegen auch nirgendwo anders als in den Niederungen der Südstaaten spielen könnte.
Regisseur Craig Brewer befindet sich also wieder in seinem Metier. Schon in seinem Vorgängerfilm Hustle & Flow (2005) war die Musik ein zentrales Element. Auch hier verfasste Brewer darüber hinaus das Drehbuch.
Neben der Musik gibt es zwei Hauptcharaktere, Rae und Lazarus, die sehr unterschiedlich sind, aber zugleich ähnliche Probleme haben. Ihre Seelen sind verwundet. - Diese religiöse Bezeichnung scheint hier gerechtfertigt, da sicher der Name 'Lazarus' für die Figur von Samuel L. Jackson kein Zufall ist. Der heilige Lazarus ist der Schutzheilige der Aussätzigen und wurde von Jesus wieder zum Leben erweckt. - Beide Suchen nach Läuterung, versuchen sich mit den dunklen Seiten der eigenen Seele zu arrangieren ohne an ihnen zu verzweifeln. Erst als sie sich begegnen, haben beide die Chance, diese Erlösung zu erlangen, indem sie sich gegenseitig heilen.
Der Film lebt somit vor allem durch die Musik und die schauspielerischen Leistungen von Samuel L. Jackson und Christina Ricci. Und diese kann man nur als herausragend bezeichnen. Vor allem Christina Ricci ist hervorzuheben, da die Figur Rae von ihr verlangte, den halben Film praktisch nur mit einem Schlüpfer bekleidet durch die Gegend zu laufen.

Fazit: Herausragendes Südstaaten-Drama, das durch den Blues und die Schauspieler-Leistungen von Jackson und Ricci lebt. 9 von 10 Piepser zur selben Uhrzeit.

Olaf Scheel
11.07.2007

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Sehr gut8%
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652 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Dreamwarrior (21.07.07): Also ein echter "Stimmenexperte" bin ich natürlich auch nicht! Ich bekam halt nicht gerade eine Gänsehaut von dem Blues, was mir allerdings bei Jamie Foxx in Ray auf positive Weise schon passiert ist! Aber wer bin ich, hier Parallelen von Samuel Jackson auf Blues-Legenden wie z.B. John Lee Hooker, Fats Domino, Otis Redding oder Ray Charles zu ziehen. Jackson hat ne super Leistung gezeigt ebenso wie Ricci und so Grottenschlecht war der Gesang nun auch wieder nicht, hat mich halt nur nicht berührt!
Sebastian (21.07.07): Black Snake Moan ist ein wirklich guter Film, der, wie hier schon erwähnt, hauptsächlich durch die schauspielerischen Leistungen von Jackson und Ricci lebt. Aber auch Timberlake zeigt einmal wieder, dass aus ihm auch noch ein wirklich guter Schauspieler werden könnte.
Die Story ist auch weitestgehend sehr gut und die Blueseinlagen fügen sich sehr passend in die Atmosphäre ein und unterstützen sie bestens. (Jackson singt für mich wirklich gut!)
Trotzdem bin ich irgendwie nicht so ganz zufrieden, da der Film in der ersten Hälfte für mich doch zu viele Längen hat und nur so dahin plätschert. In der zweiten Hälfte ist der Film dann aber wesentlich mitreißender. Auch wenn der Film bzw. die Figuren mich mehr hätten berühren können.
So gibt es von mir nur 7,5 von 10 betrogenen Ehemännern!

Olaf (21.07.07): Und ich muss mich Sandra anschließen: Jackson hat für mich gut genug gesungen. Ich war sogar überrascht, dass er es selbst gemacht hat und wie gut der Gesang war. - Tatsächlich kann ich aber die Qualität von Gesang eigentlich nicht beurteilen... :-)
Sandra (19.07.07): Noch ein kleiner Nachtrag: Ich konnte an Jacksons Stimme nichts aussetzen. Fand ich klasse, aber ich bin auch kein Stimmexperte ;-) für das "nicht geschulte" Ohr hat er den Blues jedenfalls super gesungen!
Sandra (17.07.07): Ich muss mich Olaf´s Kritik auch anschließen. Black Snake Moan ist ein Film, der berührt. Ein Film über zwei unterschiedliche Menschen, die über die Bibel und den Blues zueinander finden. Christina Ricci, die Schauspielerin, die (Gott sei es gedankt ;-))nie zum Mainstreamkino gefunden hat, zeigt hier ihre bislang stärkste Leistung und Justin Timberlake brilliert in einer eindrucksvollen Nebenrolle in einem ruhigen, beschaulichen und gleichzeitig aufwühlenden Film über die Liebe. Die Liebe zwischen Mann und Frau, die Liebe zur Familie, die Liebe zum Blues und nicht zuletzt auch die Liebe zu Gott. Ich gebe ebenfalls 9 von 10 schweren Eisenketten!
Dreamwarrior (13.07.07): Kann der Kritik nur zustimmen, auch wenn ich Jackson nicht so gerne singen höre. Den Blues hat er zwar im Blut, jedoch keinesfalls in den Stimmbändern :) Der Atmosphäre tut es keinen Abbruch, eine Mischung aus Schicksal, Melancholie, Humor und Südstaatenkolorit ohne nennenswerten Längen. Zur Abwechslung mal die Gitarre als Waffe und die Bibel als Droge! Dafür gibt es von mir 9 von 10 Gemüsekörben
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