Die Simpsons - Der Film
Zeichentrick/Komödie, USA 2007, 88 Minuten, ab 6
Originaltitel: The Simpsons Movie; Deutschlandstart: 26.07.2007 (20th Century Fox); Regie: David Silverman; Produktion: James L. Brooks, Matt Groening u.a.; Drehbuch: James L. Brooks, Matt Groening u.a.; Musik: Hans Zimmer; Schnitt: John Carnochan

Oritinal-/deutsche Sprecher: Dan Castellaneta / Norbert Gastell (Homer, Itchy, Barney, Grampa u.a.), Julie Kavner / Anke Engelke (Marge), Nancy Cartwright / Sandra Schwittau (Bart, Maggie, Ralph, Nelson, Todd Flanders u.a.), Yeardley Smith / Sabine Bohlmann (Lisa), Harry Shearer / Reinhard Brock (Scratchy, Mr. Burns, Rev. Lovejoy, Ned Flanders, Arnold Schwarzenegger u.a.), Hank Azaria / Peter Musäus (Professor Frink, Comic Book Guy, Moe u.a.), Marcia Wallace / Inge Solbrig-Combrinck (Mrs. Krabappel) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (20th Century Fox )
Trailer (20th Century Fox )
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Homer, du musst jetzt da rausgehen, der Menge gegenüber treten und dich dafür entschuldigen, was du getan hast. - Das würd' ich ja, aber ich hab Angst, dass sie's an dir auslassen, wenn ich die Tür öffne. - Das werden wir nicht, wir wollen nur Homer. - Vielleicht verschonen sie dich und bringen Grandpa um. - Ich steh hier in der Meute. - Der Lynchmob ist Homer auf den Fersen.

Plot: Springfield ist erklärtermaßen die umwelt-zerstörerischste Stadt der USA. Als der angrenzende See durch wie üblich ignorante Mitwirkung von Homer Simpson vollends umkippt, verhängt Präsident Schwarzenegger eine totale Isolation der Stadt und ihrer Einwohner - deren Lynch-Mob prompt vor dem Haus der Simpsons aufläuft. Ihnen gelingt die Flucht aus der abgeriegelten Stadt, doch als der Präsident die Stadt gänzlich von der Landkarte tilgen will, starten Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie einen verzweifelten Rettungsversuch.

Kritik: The Simpsons on the big screen - die Simpsons auf der Kinoleinwand. Einmütig frohlockten alle Fans der Serie, die seit 1989 bzw. seit nunmehr 18 Staffeln wie gebannt vor dem Fernseher sitzen, wenn Amerikas gelbste Familie über die Mattscheibe flimmert (die 19. Staffel läuft am 23. September in den USA an).
Da es hier und da aber doch noch Leute geben soll, die noch nie etwas von den Simpsons gehört haben: Familienoberhaupt ist Homer J. Simpson, seines Zeichens kahlköpfiger, übergewichtiger, bartschattiger, langjährig-inkompetenter Sicherheitsinspektor des Kernkraftwerks von Springfield (dessen genaue geographische Einordnung innerhalb der USA niemals genau geklärt wurde). An seiner Seite als gute Seele seine Frau Marge mit meterhoher blauer Turmfrisur. Dazu die drei Kinder der beiden: der Rotzlöffel Bart, das Genie der Familie Lisa und die kleine Maggie, die immer noch kein Wort spricht und am Nuckel hängt (keines der Kinder ist im Verlauf der 18 Staffeln auch nur um einen Tag gealtert). Die Familie Simpson bildet den Stereotyp des US-amerikanischen "White Trash", pardon, "Yellow Trash": politisch meist desinteressiert, aber jederzeit politisch inkorrekt.

Der Plot der Kino-Inkarnation ist Simpsons-typisch irrwitzig bis in das Schwarze unter den Fingernägeln. Mit seinen 88 Minuten ist er so lang wie etwa vier Serienfolgen, langweilig oder langatmig wird es aber zu keiner Sekunde: Alle bekannten Serien-Charaktere kommen (sofern nicht im Rahmen der Serienhandlung verstorben) auch im Film vor, wenngleich manche Nebendarsteller nur kurz durchs Bild huschen.
Wie leider erwartet setzt sich die Entwicklung der späten Serienstaffeln fort: Die Handlung ist überzogener und somit unglaubwürdiger, die Charaktere sind überdrehter, als man es aus den ersten etwa neun Staffeln kennt. Trotzdem: Dies ist "the real thing". Das Produktionsteam um Matt Groening und James L. Brooks ist dasselbe, die Stimmen der Charaktere sind dieselben. - In der deutschen Adaption ist natürlich der Tod der Marge-Synchronsprecherin Elisabeth Volkmann zu beklagen, in deren Fußstapfen nun Anke Engelke eine durchaus akzeptable Performance hinlegt.
Ein kleiner Wermutstropfen: Im Kinotrailer sprach Kneipenwirt Moe noch von "... in 2D" - als Gegenpol zu den heutigen 3D-Computeranimationsfilmen von Pixar, Dreamsworks & Co. Das ist jedoch nur bedingt richtig: Die Charaktere sind natürlich zweidimensional handgezeichnet, aber viele Hintergründe, vor allem bei großem Kamerafahrten wie gleich zu Anfang der liebevoll neu designte Vorspann, sind sehr wohl dreidimensional computergerechnet. Natürlich sind Farben und Linien stimmig mit den Charakteren, trotzdem ergibt sich ein sichtbarer Bruch. Wer jedoch Matt Groenings zweite Animationsserie Futurama kennt, wird nicht überrascht sein: Für den Simpsons-Film kam dieselbe Technologie zum Einsatz, die man dort schon aus der Serie kennt. Wer sich damit anfreunden kann, wird die Simpsons-Hintergründe nicht negativ wahrnehmen.
So bleibt nur noch, eine unzweifelhafte Kinogang-Empfehlung auszusprechen: Die Simpsons waren nie wirklich ein Zeichentrickfilm für Kinder, sondern vielmehr eher Unterhaltung für Erwachsene mit Sinn für politisch inkorrekten Unsinn. Dem wird der Film vollauf gerecht, und spätestens beim zweiten Anschauen wird man unweigerlich alle paar Minuten den Erstlings-Zuschauern im Nebensitz zuraunen: "Pass auf, gleich kommt wieder etwas extrem Lustiges!"

Fazit: Ein bisschen schwach in der Handlung, aber haargenau so wahnsinnig witzig wie erwartet, mit ein paar Anleihen an die Futurama-Tricktechnik. 7 von 10 von Barts "I will not illegally download this movie"-Nachsitz-Tafelinschriften.

Gero Zahn
12.08.2007

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71 Stimmen
Schnitt: 5.2
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Leser-Kommentare:
OTTO (13.09.07): Sehr gelungener Film, gefällt mir gut. 8 von 10 AbrissHomern!
Sandro (18.08.07): Mensch, wie lange habe ich auf diesen Film gewartet. Erst voller Vorfreude, dann mit etwas Skepsis. Schließlich konnte esja passieren, dass der Film gar nicht meine Erwartungen erfüllt. Bin schon ewig lange Fan der Serie. Nun ja, auf jeden Fall kann ich sagen: Der Film ist Klasse! Gerade die ersten 15 Minuten sind mit guten Gags und Lachern gespickt. Klar, als dann die Haupthandlung des Films beginnt, ist ein deutlicher Rückgang der Lacher festzustellen. Aber das ist ja bei den meisten Komödien so. Ich kam zufrieden aus dem Kino und kann sagen. Das Warten hat sich gelohnt. Manche Gags und Anspielungen auf andere Filme wird man wohl erst bemerken, wenn man sich den Film mehrmals angeschaut hat. Zwischendurch zieht sich die Handlung ein wenig. Bezüglich der Stimme von Marge kann ich nur sagen, dass mich das im Film (im Gegensatz zur Serie) gar nicht gestört hat. Begründen kann ich das irgendwie gar nicht. Insgesamt vergebe ich für diesen Streifen 9 von 10 wegweisenden Brüsten :o)
Olaf (15.08.07): Ich seh das mit der Synchronisation ähnlich wie MRA. Eine prägnante Stimme wir die von Elisabeth Volkmann ist durch nichts zu ersetzen, aber man musste ja einen Ersatz finden. Dass der sich anders anhört als das "Original" kann man der Nachfolgerin nicht vorwerfen. - Wenn man die alte Stimme versucht zu vergessen, ist die neue von Marge IMO in Ordnung...
MRA (15.08.07): Der Film besitzt gefühlte 66 von 88 Minuten, die sich wie der "echte" Die Simpsons Humor zu seiner besten Zeit anfühlen. Dabei ist der Film durchaus originell und nicht einfach nur eine Wiederholung gelungener Serienmomente. Wundervoll! Die restlichen 22 Minuten sind eher dem Wechsel auf das Medium Kinoleinwand geschuldet (sentimentale Momente, Action-Szenen, disneyhaftes "Die Famile ist am Wichtigsten", Storytelling, etc.) und wirken dabei relativ gewöhnlich und mit Längen versehen. Hier wird durch zu Konventionelles immer wieder mal der anarchische Humor unsanft unterbrochen.
Insgesamt jedoch vermag der Film Fan und Nicht-Fan gleichermaßen gut zu unterhalten. Von mir gibt es 7 von 10 überdimensionierten Käseglocken.
PS: Darüber hinaus möchte ich anmerken, dass in meinen Augen (bzw. Ohren) mit Anke Engelke die -- unter den gegebenen Umständen -- wahrscheinlich beste Wahl bei der Synchronisation von Marge getroffen wurde.

Sebastian (13.08.07): Geros Kritik kann ich eigentlich nur unterschreiben! Mit einem kleinen Unterschied: Ich fand gerade die Handlung des Films ziemlich gut! Besonders im Vergleich zu den leider immer schwächer werdenden, unzusammenhängenden Plots der meisten Folgen der letzten paar Staffeln! Da war der relativ kontinuierliche und zusammenhängende Plot des Films geradezu eine Wohltat!
Ansonsten bleibt nur zu sagen: Simpsons-Fans, schaut euch den Film an! Wer die Serie mag, wird den Film ebenfalls sehr mögen!
7 von 10 "Spider-Schwein"-Spuren an der Decke

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