Sweeney Todd - Der Teufelische Barbier aus der Fleet Street
Drama/Musical, USA/GB 2007, 116 Minuten, ab 16, Prädikat: besonders wertvoll
Originaltitel: Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street; Deutschlandstart: 21.02.2008 (Warner Bros.); Regie: Tim Burton; Produktion: John Logan, Laurie MacDonald u.a.; Drehbuch: John Logan nach dem Musical von Stephen Sondheim und Hugh Wheeler; Musik: Stephen Sondheim; Kamera: Dariusz Wolski; Schnitt: Chris Lebenzon

mit Johnny Depp (Sweeney Todd), Helena Bonham Carter (Mrs. Lovett), Alan Rickman (Rucgter Turpin), Timothy Spall (Beadle Bamford), Sacha Baron Cohen (Signor Adolfo Pirelli), Jamie Campbell Bower (Anthony Hope), Laura Michelle Kelly (Beggar Woman), Jayne Wisener (Johanna), Ed Sanders (Toby), Gracie May / Ava May / Gabriella Freeman (Baby Johanna) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (Warner Bros. )
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Da Gesundheitsvorschriften und das öffentliche Allgemeinwohl natürlich zu meinen Obliegenheiten gehören, muss ich leider... einen Kontrollgang durchführen... äh, *hatschi* ... durch Ihren Backkeller. - Natürlich, Sir. Aber zuerst: Wollen Sie nicht nach oben kommen auf eine kostenlose Rasur? - Beadle Bamford möchte den Keller von Sweeney Todd kontrollieren.

Plot: London im 19ten Jahrhundert: Barbier Benjamin Barker (Johnny Depp) ist begnadet in seinem Beruf. Er hat eine schöne Frau und eine kleine Tochter. Doch der durchtriebene Richter Turpin (Alan Rickman) missgönnt Barker sein perfektes Leben und will dessen hübsche Frau für sich. Mit seinem Einfluss und seiner Macht gelingt es ihm, Barker zu lebenslanger Haft auf eine Gefängnisinsel zu verurteilen, um sich dessen Familie zu bemächtigen.
15 Jahre später kehrt Barker aus dem „Exil“ zurück nach London und muss herausfinden, dass seine Frau sich vor Jahren das Leben nahm und Turpin nun seine Tochter Johanna (Jayne Wisener) als Mündel wie in einem goldenen Käfig gefangen hält. Äußerlich wie innerlich verändert und voller Hass brodelt in ihm nur ein einziger Gedanke: Rache!
Er nennt sich Sweeney Todd und eröffnet über dem mehr schlecht als recht laufenden Pastetenladen von Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter) ein Barbiergeschäft. Sein Ziel ist es, Richter Turpin die letzte und glatteste Rasur seines Lebens zu verpassen.

Kritik: Regisseur Tim Burton und Johnny Depp melden sich für eine weitere Zusammenarbeit zurück. Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street hätte das Zeug zu einem makaberen shakespearschen Drama gehabt, aber Burton hat sich entschlossen, den Stoff des Broadway-Musicals von Stephen Sondheim ebenfalls als Musical für die Leinwand zu verfilmen - basierend auf einer Legende, in der es den metzelnden Barbier irgendwann im 19ten Jahrhundert tatsächlich gegeben haben soll: gewagt und mutig und durchaus gut gelungen.
Die ersten Minuten waren recht gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn Johnny Depp sang – nicht etwa, weil er schlecht gesungen hat, sondern weil es einfach ungewohnt war
aber er hat seine Sache gut gemacht, nach 10 bis 20 Minuten hatte ich mich endgültig daran gewöhnt und wurde knapp 120 Minuten lang „delikat“ unterhalten.

Sweeney Todd ist aber neben dem akustischen vor allem ein optischer Genuss. Ein bisschen From Hell, ein bisschen Beetlejuice, ein bisschen Ed Wood, ein bisschen Edward mit den Scherenhänden - irgendwie war alles dabei und doch wirkt es neu erfunden.
Auf der eine Seite das düstere, bedrohliche London, widergespiegelt in der verbitterten Figur des Mr. Todd, und auf der anderen Seite die bunten und fantastischen Fantasien der verliebten Mrs. Lovett, in denen Sweeney Todd wie der Tod im Zuckerguss erscheint – einfach herrlich komisch und gleichzeitig dramatisch.
Überhaupt ist Sweeney Todd nichts für schwache Nerven. Er ist dunkel und düster, voller Rachegedanken und vor allem voller Blut, das fontänenartig und erdbeerrot durch die Gegend spritzt, wenn Sweeney seinem blutigen Beruf nachgeht, um für Mrs. Lovett für Pasteten-Nachschub zu sorgen.
Es ist ein Drama und doch gleichzeitig eine düstere, bittere und vor allem sehr makabere Komödie. Ich habe viel gelacht bei Sweeney Todd, aber es hat auch Zuschauer gegeben, denen das Lachen im Halse steckengeblieben ist. Wenn Mrs. Lovett und Mr. Todd singend und tanzend darüber philosophieren, ob wohl Anwalt oder Kleriker besser schmecken und dass Politiker wohl eine schmierige Pastete ergeben würden, so blieb bei mir kein Auge trocken. Man muss den düsteren, makaberen Humor mögen, sonst kann man sich die Kinokarte sparen.
Sweeney Todd
ist ein Tim Burton Film, wie ich ihn erwartet hatte, und dass es sich hier um ein Musical handelt, hat mich zusätzlich fasziniert und begeistert, denn alle Schauspieler haben auch als Sänger einen gute Figur gemacht.

Fazit: Sweeney Todd ein makaberes, blutiges und komisches Musical-Drama wird die Zuschauer spalten. Man kann es hassen oder lieben – es ist im wahrsten Sinne des Wortes „Geschmackssache"! 9 von 10 ganz speziellen „Rasier-Stühlen“.

Sandra Plich
23.02.2008

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Mieserabel13%
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Hatte leichte Schwächen7%
Naja geht so11%
War okay7%
Gut9%
Sehr gut7%
Absolut hervorragend7%
Bester Film aller Zeiten7%

51 Stimmen
Schnitt: 4.8
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Leser-Kommentare:
Olaf (13.03.08): Ich bin ein Fan von Burton. Ich bin ein Fan von Johnny Depp. Musicals mag ich manchmal, manchmal auch nicht... Die Zutagen von Sweeney Todd haben mir auch eigentlich gut gefallen: Super Darsteller (Rickman, Depp, Bonham Carter), interessante Story und Kulisse. Die Songs waren teilweise auch hervorragend. (Z.B. das Duett zwischen Depp und Bonham Carter zu Beginn.) Trotzdem bin ich mit dem Film nicht richtig war geworden. Viele Songs habe ich als bremsend auf die Handlung wahrgenommen, so dass ich den Film stellenweise langatmig fand. ("Johanna...) Außerdem war der Film für einen solch dramatischen Stoff teilweise zu emotionslos. Schade! Deswegen von mir nur 7 von 10 vergessene Gesichter.
Sebastian (28.02.08): Ich fand den Film sehr gut! Aber ich mag auch Tim Burton, Johnny Depp und Musicals! Leute, die weder Burton-Filme, noch Depp und schon gar keine Musicals mögen, sollten einen Bogen um den Film machen!
Wobei mich, als eigentlich großer Musical-Fan, hier der Gesang doch tatsächlich etwas gestört hat. Der Film hätte nochmal so gut ohne Gesang sein können, wodurch die Darsteller/-innen mehr Raum zum agieren hätten haben können!
Aber auch so macht der Film viel Spaß und auch wenn am Ende tatsächlich die Dramaturgie ein wenig hinkt und man noch theatralischer hätte sein können/müssen, so ist das Gesamtwerk wirklich zu empfehlen!
8,5 von 10 blonden Perücken!

Nikolas (28.02.08): Im großen und Ganzen kann ich Sandra nur zustimmen! Ich habe einen weiteren Burton/Depp-Leckerbissen erwartet und genau den auch bekommen. Besonders in optischer Hinsicht, Burtons Bilder wirken, siehe Sleepy Hollow, ein weiteres Mal wie gemalt (was sie in bezug auf die Hintergründe auch tatsächlich sind). Auch das Musical hat mir gut gefallen, das alles soweit prima. Ich glaube, es ging mir letztlich alles doch nur zu schnell, das gante Rachedrama und so. Aber das ist vermutlich auch Teil des Inszenierung als Musical, als regulärer Film hätte das vermutlich noch anders ausgesehen. Da hat mir etwas der Graf von Monte Christo gefehlt. Trotz seiner 2 Stunden war mir alles zu schnell vorbei. Aber das war nur ein kleiner Wehrmutstropfen, von mir gibt es immer noch 8 von 10 sehr glatten Rasuren<(b>
Nikolas (28.02.08): Im großen und Ganzen kann ich Sandra nur zustimmen! Ich habe einen weiteren Burton/Depp-Leckerbissen erwartet und genau den auch bekommen. Besonders in optischer Hinsicht, Burtons Bilder wirken, siehe Sleepy Hollow, ein weiteres Mal wie gemalt (was sie in bezug auf die Hintergründe auch tatsächlich sind). Auch das Musical hat mir gut gefallen, das alles soweit prima. Ich glaube, es ging mir letztlich alles doch nur zu schnell, das gante Rachedrama und so. Aber das ist vermutlich auch Teil des Inszenierung als Musical, als regulärer Film hätte das vermutlich noch anders ausgesehen. Da hat mir etwas der Graf von Monte Christo gefehlt. Trotz seiner 2 Stunden war mir alles zu schnell vorbei. Aber das war nur ein kleiner Wehrmutstropfen, von mir gibt es immer noch 8 von 10 sehr glatten Rasuren<(b>
Nikolas (28.02.08): Im großen und Ganzen kann ich Sandra nur zustimmen! Ich habe einen weiteren Burton/Depp-Leckerbissen erwartet und genau den auch bekommen. Besonders in optischer Hinsicht, Burtons Bilder wirken, siehe Sleepy Hollow, ein weiteres Mal wie gemalt (was sie in bezug auf die Hintergründe auch tatsächlich sind). Auch das Musical hat mir gut gefallen, das alles soweit prima. Ich glaube, es ging mir letztlich alles doch nur zu schnell, das gante Rachedrama und so. Aber das ist vermutlich auch Teil des Inszenierung als Musical, als regulärer Film hätte das vermutlich noch anders ausgesehen. Da hat mir etwas der Graf von Monte Christo gefehlt. Trotz seiner 2 Stunden war mir alles zu schnell vorbei. Aber das war nur ein kleiner Wehrmutstropfen, von mir gibt es immer noch 8 von 10 sehr glatten Rasuren<(b>
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