Hilde
Drama, Deutschland 2009, 136 Minuten, ab 12, Prädikat: Besonders Wertvoll
Originaltitel: Hilde; Deutschlandstart: 12.03.2009 (Warner Bros.); Regie: Kai Wessel; Produktion: Anne Leppin, Jens Meurer u.a.; Drehbuch: Maria von Heland nach der Biografie von Hildegard Knef; Musik: Martin Todsharow; Kamera: Hagen Bogdanski; Schnitt: Tina Freitag

mit Heike Makatsch (Hildegard Knef), Dan Stevens (David Cameron), Monica Bleibtreu (Else Bongers), Hanns Zischler (Erich Pommer), Johanna Gastdorf (Frieda Knef), Trystan Wyn Puetter (Kurt Hirsch), Michael Gwisdek (Großvater), Roger Cicero (Ricci Blum), Anian Zollner (Ewald von Demandowsky), Sylvester Groth (Boleslaw Barlog), Fritz Roth (Stiefvater), Hary Prinz (Willi Forst), Jeroen Willems (Anatole Litvak), Stanley Townsend (David Selznick) u.a.

Filmplakat
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Offizielle Website (Warner Bros. )
Trailer ()
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Hilde und ihre Familie im Luftschutzkeller.
Hilde mit Reichsfilmdramaturg Ewald von Demandowsky. Hilde und Willi Frost bei den Dreharbeiten zu Die Sünderin. Kurt Hirsch und Hilde vor dem Studiogelände in Hollywood.

Mit fünfzehn hatte ich eine Idee, ich wollt' zum Theater. Mama sagte Nee, man hätt' mich enterbt. Doch wir hatten kein Geld, und ich folgte dem Ruf auf die Bretter der Welt: Von nun an ging's bergab. - Hilde.

Plot: Hildegard Knef (Heike Makatsch) wird am 28.12.1925 geboren. Im Berlin des zweiten Weltkrieges beschließt das junge Mädchen, Schauspielerin zu werden. Warum? „Weil ich Talent habe!“ Sie trifft auf die richtigen Männer. Gegen den Willen ihrer Mutter geht sie zum Theater und fängt ein Verhältnis mit dem Filmemacher Ewald von Demandowsky an, einem bekennenden Nationalsozialisten. Doch Hilde interessiert sich nicht für Politik, nur der Kunst ist sie verfallen. Sie überlebt die russische Gefangenschaft und kommt wieder auf die Bühne. Dann wird sie von Amerika entdeckt und Produzent David Selznick holt sie nach Hollywood...

Kritik: Hilde wagt sich an die Verfilmung von Hildegard Knef, die Sünderin des deutschen Films. Heike Makatsch hat sich an die Rolle herangewagt. Schweres Terrain, zumal es keine Szene im Film ohne sie gibt. Sie ist stets präsent, füllt jede Szene aus, steht stets im Vordergrund - und so werden auch alle anderen Darsteller gnadenlos in den Hintergrund gedrängt. Kein Vorwurf! So war sie eben, die Hildegard Knef. Sie hat stets jeden Raum ausgefüllt, jeden Platz besetzt, stand immer im Vordergrund, egal ob die Kritik positiv oder negativ war. Das ist Hildegard Knef!
Und an dieser Stelle ziehe ich den Hut vor Heike Makatsch, die sich unzähliges Material über Frau Knef angeschaut haben muss. Sie geht wie sie, sie spricht wie sie, sie raucht wie sie, sie guckt und lacht wie sie.

Was manchmal vom Aussehen nicht passt, macht Frau Makatsch mit Schauspiel wett. Und wenn sie singt und man die Augen schließt, so kann man den Unterschied (fast) nicht hören.
Hilde ist die Verneigung vor einer großen, starken Frau, die sich durchgebissen hat durchs Leben. Die durch Höhen und Tiefen gegangen ist, und am Ende hat sie viel gewonnen und auch viel verloren – that´s Life!
Der Film ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, denen stets eine Strophe bzw. Zeile aus „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ vorausgestellt ist. Ein sehr guter Kniff des Filmemachers, denn der Inhalt des Liedes spiegelt exzellent Hildes Denken und Handeln wider. Der Film beschäftigt sich zum größten Teil mit dem Beginn von Hildes Karriere. Mit den Kriegsjahren, den Bühnenauftritten, ihrem Aufenthalt in den USA.
Sicher ist das sehr interessant zu sehen und sehr imposant in Szene gesetzt: Kostüme, Atmosphäre, Kamera und Schauspiel, alles hervorragend bis ins letzte Detail. Aber leider hört der Film mittendrin auf, schließt mit einem großen Konzert von ihr ab. Zwei Jahre bevor sie schwanger wurde, Jahre bevor sie gegen den Brustkrebs gekämpft hat. Eine Krankheit, die ihr Leben verändert und sie sehr geprägt hat. Erst hier hätten wir sehen können, wie gut Heike Makatsch wirklich gewesen wäre. Vielleicht wird es ja noch eine Fortsetzung geben, ich täte es mir wünschen.

Fazit: Hilde ist die filmische Verneigung vor einer ganz großen Frau! Großes Schauspielkino, das leider nicht alles ausspielt, sondern mitten drin den Kopf in den Sand steckt – sehr schade, aber trotzdem sehenswert. 7 von 10 zertrümmerten Spiegeln!

Sandra Plich
21.03.2009

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