Jerichow
Drama, Deutschland 2008, 92 Minuten, ab 12
Originaltitel: Jerichow; Deutschlandstart: 08.01.2009 (Piffl); Regie: Christian Petzold; Produktion: Florian Koerner von Gustorf, Jochen Kölsch u.a.; Drehbuch: Christian Petzold; Musik: Stefan Will; Kamera: Hans Fromm; Schnitt: Bettina Böhler

mit Benno Fürmann (Thomas), Nina Hoss (Laura), Hilmi Sözer (Ali Özkan), André Hennicke (Leon), Claudia Geisler (Sachbearbeiterin), Marie Gruber (Kassiererin), Knut Berger (Polizist) u.a.

Filmplakat
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Trailer ()
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Der Drecksbulle hat mich erwischt. Mittwochabend, 1,9 Promille. Ja, das heißt: ein Jahr Führerschein weg. - Und? - Mir gehören 45 Imbissstuben im Umkreis. Ich fahr die täglich ab, mach die Bestellungen, liefere, hole die Tageseinnahmen, kontrolliere den Betrieb. Und jetzt brauch ich jemanden, der mich fährt. - Thomas bekommt das dringend benötigte Jobangebot von Ali.

Plot: Thomas (Benno Fürmann) lebt im kleinen Dorf Jerichow; gerade ist seine Mutter gestorben, völlig mittellos schlägt er sich mit Tagelöhner-Jobs durchs Leben. Eines Tages sieht er einen Autounfall mit an. Ali Özkan (Hilmi Sözer) versenkt – leicht alkoholisiert – sein Auto fast im Fluss, Thomas hilft ihm raus. Damit ist die Sache für ihn erledigt, doch ein paar Tage später klopft Ali bei ihm zu Hause an. Er ist wieder betrunken Auto gefahren und sein Führerschein ist für ein Jahr eingezogen. Ali besitzt eine Reihe von Imbissketten, die jeden Tag beliefert werden müssen, er bietet Thomas einen Job als Fahrer an, dieser sagt zu. Am ersten Tag lernt er Alis Frau Laura (Nina Hoss) kennen. Die ist mit Ali nicht glücklich und schon bald beginnt sie mit Thomas eine Affäre. Durch Schulden an Ali gebunden und Thomas liebend, sieht sie bald nur noch einen Ausweg - Ali muss sterben...


Kritik: Jerichow ist ganz offensichtlich angelehnt an den Kriminalroman Wenn der Postmann zweimal klingelt von James M. Cain bzw. dessen Verfilmung mit Jack Nicholson. Es ist ein ruhiger Film, in dem eigentlich nur das Nötigste gesprochen wird. Den Rest machen die Darsteller mit Blicken und Gesten, dabei überzeugen alle drei Hauptdarsteller auf ganzer Linie. Trotz dürftiger Dialoge baut der Film eine latente Spannung auf, die er bis zum Ende hin halten kann. Als Zuschauer ist man hin- und hergerissen zwischen Ali und dem Paar Thomas & Laura. Beide Seiten sind im eigentlichen Sinne sympathisch, man kann ihr Verhalten zum größten Teil nachvollziehen. Schon ziemlich zu Anfang wird klar, obwohl das Dreiergespann oft zusammen ist, sind eigentlich alle drei einsame Menschen, die auf der Suche sind - nach Erlösung, nach einen Sinn, nach Erfüllung und nach Liebe. Jerichow ist das Gefängnis, in dem sie sich befinden, und irgendwie können sie sich drehen und wenden, wie sie wollen, sie können nicht entfliehen. Und das ist gerade das tragische an der Geschichte.

Fazit: Jerichow ist ein stiller Schauspieler-Film, der überzeugt, wenn man sich darauf einlässt, und Geduld beweist. 9 von 10 parkenden Lieferwagen an einer Landstraße.

Sandra Plich
11.01.2009

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