The Grey - Unter Wölfen
Thriller, USA 2011, 117 Minuten, ab 16
Originaltitel: The Grey; Deutschlandstart: 12.04.2012 (Universum Film); Regie: Joe Carnahan; Produktion: Ridley Scott, Tony Scott u.a.; Drehbuch: Joe Carnahan, Ian Mackenzie Jeffers; Musik: Marc Streitenfeld; Kamera: Masanobu Takayanagi; Schnitt: Roger Barton, Jason Hellmann

mit Liam Neeson (Ottway), Frank Grillo (Diaz), Dermot Mulroney (Talget), Dallas Roberts (Hendrick), Joe Anderson (Flannery), Nonso Anozie (Burke), James Badge Dale (Lewenden), Ben Bray (Hernandez), Jonathan Bitonti (Ottway mit 5 Jahren), Jacob Blair (Cimoski) u.a.

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Trailer ()
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Wir machen Feuer. Dann suchen wir nach Essen. Und bei Tagesanbruch sehen wir, wo Süden ist, und marschieren los. Kein Mensch findet uns hier, hier nicht. - Klar finden die uns. Die werden uns doch bestimmt suchen. - Die wissen, dass unsere Maschine vom Radar verschwunden ist. - Ja. - Wenn sie 50 Maschinen schicken, finden sie uns vielleicht. Aber sie schicken keine 50, weil es egal ist. Wir haben keine Zeit auf die ein bis zwei zu warten, die sie schicken werden. - John versucht, das Überleben zu organisieren.

Plot: Ein Trupp von Mitarbeitern einer Erdölraffinerie befindet sich auf dem Flug von der Bohrstelle in den Urlaub, als ihr Flugzeug während eines Sturmes in der Wildnis Alaskas abstürzt. Mitten im Nirgendwo in Eiseskälte und Schneemassen müssen die acht Überlebenden des Absturzes, darunter auch John Ottway (Liam Neeson), nun zusehen, wie sie weiterhin überleben. Sie planen, sich zu Fuß nach Süden durchzuschlagen. Doch nicht nur die Kälte, der Hunger und Meinungsverschiedenheiten untereinander machen ihnen auf dem Weg zu schaffen, sondern sie werden auch noch von einem Rudel Wölfe attackiert, da sie in deren Jagdrevier abgestürzt sind. Die Wölfe dulden keine Eindringlinge und beginnen eine unerbittliche Verfolgungsjagd...

Kritik: Der Film The Grey ist wie sein Titel, nämlich grau. Nicht, weil es im Film so viel Schneegestöber gibt, dass man nur noch graue Leinwand sieht oder weil die Farben in der eintönigen, menschenfeindlichen Natur nicht richtig zu erkennen sind. Nein, grau deshalb, weil der Film zweigeteilt ist. Also weder schwarz noch weiß, weder gut noch schlecht, sondern eine Mischung daraus. Ein Wechselbad zwischen sehr gelungen und total daneben.
Nach Das A-Team – Der Film, welcher ziemlich gut geraten ist, drehte Drehbuchautor und Regisseur Joe Carnahan erneut mit Liam Neeson. Dieses Mal aber nur für etwa ein Viertel des Budgets des A-Team-Films. Das ist für sich allein betrachtet kein disqualifizierendes Merkmal. Aber wenn dann so ein qualitativ unausgegorenes Ergebnis dabei herauskommt, sollte man Carnahan demnächst wieder mehr Geld für seine Filme zur Verfügung stellen. Nach dem Überraschungserfolg von The Grey in den USA wird für Carnahan die Finanzierung seiner nächsten Projekte aber vermutlich kein Problem sein. Dafür habe ich so meine Probleme mit seinem aktuellen Film.

Einerseits wartet er mit sehr spannenden und intensiven Sequenzen auf, an anderen Stellen zieht er sich dafür wie Kaugummi. Einerseits wirkt er sehr realistisch, andererseits sehr unglaubwürdig. Zum Teil ist er handwerklich gut gemacht. Andererseits, vermutlich dem Budget geschuldet, besonders bei den Wölfen bisweilen billig und tricktechnisch schlecht. Gut, besser als die Wolf-Animationen beim zweiten Twilight-Film ist es alle Male. Was Carnahan dem Zuschauer dann aber als Verhalten und Handlungsweise der Wölfe verkaufen will, ist unglaubwürdig bis lächerlich. Wo die Wölfe den Protagonisten überall hin folgen und in welchem Tempo sie wahnsinnig hohe Steilhänge überwinden, ist verdammt bemerkenswert. Vermutlich wären sie den Männern noch durch Wüsten und über Ozeane gefolgt, wenn das so im Drehbuch gestanden hätte.
Einerseits gibt es in der Handlung des Films sehr logische Szenen, zum anderen einfach unlogische bis dumme Sequenzen. Einmal geht es für die Männer rein in den Wald, dann unbedingt wieder raus. Dann kann man an einer Stelle keine Rast machen, zehn Meter weiter aber plötzlich doch. Einerseits sind manche Dialoge sehr tiefgründig bis anspruchsvoll, dann gibt es wieder Stellen, an denen die Dialoge einfach nur dumm sind. Zum Glück gibt es zwischendurch auch ein paar coole und amüsante Sprüche, die das Ganze auflockern! Zumindest schauspielerisch überzeugt der Film durchweg. Insbesondere Liam Neeson spielt sehr gut und trägt den Film auch hauptsächlich.
Aber letztlich gesehen gibt es weitaus bessere, packendere, spannendere und überzeugendere „Mensch gegen Natur/Bestie-Filme“. Was die US-Amis an dem Film so begeistert hat, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Fazit: The Grey – Unter Wölfen ist ein Film, der, vielleicht auch aufgrund eines geringen Budgets, nicht so gut geraten ist, wie er hätte sein können. Man hätte mit einigem Schliff am Drehbuch mehr Qualität bewirken können und mit etwas Straffung ein durchgängig spannendes und packendes Abenteuer-Drama inszenieren können. So überzeugt der Film aber nicht und reißt auch nicht mit. Gerade so eben 6 von 10 Einwohnern von Fuck-City.

Sebastian Schwarz
08.04.2012

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Schnitt: 5
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