Dante's Peak


Katastrophenfilm, USA 1997, 108 min, ab 12
Originaltitel: DANTE'S PEAK, Regie: Roger Donaldson
mit Pierce Brosnan (Harry Dalton), Linda Hamilton (Rachel Wando), Jamie Rene Smith (Lauren Wando), Jeremy Foley (Graham Wando), Elizabeth Hoffman (Ruth), Charles Hallahan (Paul Dreyfus), Grant Heslov (Greg), Kirk Trutner (Terry Furlong), Arabella Field (Nancy), Tzi Ma (Stan), u.a.
Eintrag in der Cardiff Filmdatenbank
Offizielle 'Dante's Peak' Homepage von Universal

Zum Inhalt: Der malerische Ort Dante's Peak hat soeben eine Auszeichnung fr die zweitgrößte Lebensqualität aller Städte unter 10.000 Einwohnern in den USA erhalten. Potente Investoren befinden sich in der Stadt, die mehrere Millionen Dollar anlegen wollen. Doch als der Geologe Harry Dalton dort erscheint, um den seit Ewigkeiten inaktiven Vulkan, der der Stadt ihren Namen gab, zu untersuchen, stößt er auf Meßwerte, die ihn an einen baldigen Ausbruch glauben lassen.
Da Dalton unter ähnlichen Umständen vor Jahren seine Frau verloren hat, will er diesmal sicher gehen. Er veranlaßt eine Sitzung des Stadtrates, um Evakuierungspläne auszuarbeiten. Dort läuft er gegen eine Mauer aus Unverständnis, den Honorationen ist es wichtiger, die Investoren nicht zu verunsichern. Nur die Bürgermeisterin Rachel Wando (Linda Hamilton) steht auf seiner Seite, doch als dann noch Daltons Chef Paul Dreyfus (Charles Hallahan) auftaucht, wird Harry zurückgepfiffen. Dalton soll aber Recht behalten...

Kritik!? Der Film reiht sich nahtlos in die letztes Jahr begonnnene Reihe von Katastrophenfilmen (z.B. Twister, Daylight, Independence Day) ein, und hat wie seine Vorgänger außer Special Effects wenig zu bieten. Die Story ist vorhersagbar und - das schmerzt bei einem solchen Film - mit wenig Gefühl für Tempo inszeniert. Der Film schafft es nicht mitzureissen, im Gegenteil: Die Aneinanderreihung von Actionsequenzen wirkt zum Schluß sogar leicht absurd.

Bemerkenswert sind aber die Parallelen zu Twister:
In Twister gab es eine alte Oma, die einsam in einem Haus lebt, daß von einem Wirbelsturm zerstört wird. In Dante's Peak gibt es auch eine solche Oma, deren Haus aber durch einen Vulkanausbruch zerstört wird.
In Twister gibt es eine Frau, die vor einigen Jahren ein traumatisches Erlebnis mit einem Wirbelsturm gemacht hat und dadurch eine geliebte Person verlor. In Dante's Peak gibt es einen Mann, der vor einigen Jahren ein traumatisches Erlebnis mit einem Vulkan gemacht hat und dadurch eine geliebte Person verlor.
In Twister gibt es eine sündhaft teure Meßaparatur, die nicht richtig funktioniert. In Dante's Peak gibt es ebenfalls eine solche Aparatur, die aber wenigstens noch ein paar Menschen das Leben rettet.
In Twister gibt es einen Hund, der während eines Wirbelsturmes in der Aufregung verschwindet, später aber Gott sei Dank noch gerettet werden kann. In Dante's Peak verschwindet dieser Hund, waehrend eines Vulkanausbruches, taucht aber spaeter fast unversehrt wieder auf.
In Twister gibt es einen Experten fuer Wirbelstürme, der ein Unglück fühlen kann, bevor es passiert - ungeachtet aller technischen Voraussagen. In Dante's Peak gibt es ebenfalls einen solchen Experten - aber fuer Vulkane.
In Twister gibt es einen Rivalen, der alles besser zu wissen glaubt, und daher gegen Ende das Zeitliche segnet. In Dantes Peak gibt es einen Vorgesetzten, der alles besser zu wissen glaubt und daher gegen Ende das Zeitliche segnet.

Fazit: Dante's Peak ist ein temporeicher Katastrophenfilm, der sich voll auf die Wirkung der Special Effects verläßt. Wer den Film Twister mag, soll reingehen, wer eine gute Geschichte sehen möchte, sollte lieber zu hause bleiben. 4 von 10 Pyroplastischen Wolken

Olaf Scheel
21.05.97


© Augenblick! 1997