Das grosse Krabbeln

Animationsfilm, USA 1998, 95 Minuten, ab -
Originaltitel: A Bugs Life; Regie: John Lasseter, Andrew Stanton; Produzenten: Darla K. Anderson, Kevin Reher (Disney Pictures / Pixar Animation Studios); Drehbuch: Andrew Stanton, Donald McEnery, Bob Shaw; Musik: Randy Newman; Kamera: Sharon Calahan; Schnitt: Lee Unkirch
Sprecher: Kai Wiesinger (Flik), Rufus Beck (Hopper), Madeleine Stolze (Prinzessin Atta), Caroline Schwarzmeier (Prinzessin Dot), Elisabeth Volkmann (Königin), Jan Odle (Fred), Fritz von Hardenberg (Slim), Ottfried Fischer (Gustl), Ivar Combrinck (Franzi), Horst Raspe (Manny)
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Pixar Steve Jobs Animationsfirma (us)


Plot: Flik ist eine kleine Ameise - aber mit Ambitionen zu Größerem. Er ist nämlich Erfinder und hat immer wieder neue Ideen. Doch leider sind die anderen Mitglieder seiner Kolonie nicht so von seinen spinnerten Einfällen überzeugt. Der letzte bringt sogar nun das ganze Volk in Gefahr.
Durch eine Unachtsamkeit vernichtet er kurz vor dem Herbst das Futteropfer für eine Rowdygang von Grashüpfern. Diese drohen nun damit, die ganze Kolonie - inklusive der lieblichen Prinzessin Atta - dem Erdboden gleich zu machen, wenn das Futter nicht innerhalb kürzester Zeit wiederbeschafft wird.
Doch auch diesmal meint Flik einen Ausweg gefunden zu haben: Er will einfach ein Platoon Insekten-Söldner mieten, die die gemeinen Grashüpfer in die Flucht schlagen. Er zieht los und findet auch bald eine solche Truppe. Leider ahnt er nicht, daß es sich bei dieser Gruppe keinesfalls um gefährliche Killerbugs, sondern um die entlassenen Mitglieder eines Flohzirkus handelt...

Kritik!? Das grosse Krabbeln ist nach Toy Story der zweite lange Animationsfilm aus dem Hause Pixar.

Die Anteile, die der Disney-Konzern mittlerweile an diesem Studio besitzt, werden vor allem im Vergleich mit dem thematisch ähnlichen Film Antz sichtbar. Der neue Pixar-Film ist in allen Belangen familientauglicher: Die Geschichte ist weniger komplex, die Charaktere simpler (gute Ameisen gegen böse Grashüpfer) und der Witz ist auch für Kinder zu verstehen. Nur der bei den Zeichentrickfilmen typische Gesang fehlt.
Technisch steht der Film Antz in nichts nach, obwohl die Ferne von der Realität nicht nur in den falschen Größenverhältnissen sichtbar wird. Die Bewegungsabläufe und die Beleuchtungseffekte wirken sehr natürlich. Einzig an der Komplexität von Mimik und Gestik der künstlichen Darsteller müßte man noch ein wenig feilen.
Die Erwachsenen Zuschauer, die sich ihr kindliches Gemüt nicht bewahrt haben, kommen eigentlich erst während des Abspannes humoristisch auf ihre Kosten. Das Absitzen bis zum bitteren Ende ist bei diesem Film ein Muß.

Fazit: Familienfreundliche Disney-Unterhaltung ohne Überraschungen. 5 von 10 abgefackelte Flöhe.

Olaf Scheel
09.02.99

Antz vs Das grosse Krabbeln: Hier der Versuch eines objektiven Vergleiches der beiden 100%-computergenerieten Trickfilme dieses Winter:

Figuren & Animation: Die Farbgebung und Anatomie der Insekten entspicht bei Antz so ziemlich der Realität. Die Detailtreue ist genau so überzeugend wie die Bewegungen. Die Mimik der Figuren entspricht verblüffend der menschlichen. Die Charaktere entwickeln sich weiter.
Liebe zum Detail war schon immer Disneys Stärke, so auch größtenteils bei Das grosse Krabbeln: Die Grashüpfer und andere Insekten wirken fast echt(!). Leider weicht der Film ausgerechnet bei den Haupdarstellern, den Ameisen, von diesen Prinzip ab. Sah man je hellblaue, bzw. dezent rosa und violette? Außerdem wurde ihnen aus unverständlichen Gründen das mittlere Beinpaar amputiert. Auf Mimik wurde gänzlich verzichtet. (Subjektiv, daher kein Einfluß auf die Wertung: Der schwule Anteil imDisney-Film a) Gottesanbeter mit den "tucken-"typische, gebrochenen Handgelenken, b) ml. Marienkäfer mit Muttergefühlen und c) eben die Farbe der Ameisen) Ein knapper Punkt für Antz wegen der "göttlichen" Mimik.

Hintergründe: Der vielleicht einzige Schwachpunkt von Antz sind die Pflanzen, die eher zeichentrick- als computertechnisch wirken. Die Größenverhältnisse sowie die Darstellung der Elemente (Feuer, Wasser) überzeugen dagegen. Für Das grosse Krabbeln gilt eher das Gegenteil. Während die Gewächse um den Ameisenhügel nahezu unglaublich realistisch sind, sind die Größenverhältnisse etwas merkwürdig. Auch Wasser und Feuer sah man bei Disney schon besser. Stärken und Schwächen in beiden Machwerken, die sich ausgleichen,also remis (leider eher 0:0 als 1:1).

Story: Bei Antz entwickelt sich mit der Zeit eine kompexe, nachdenkliche Geschichte mit einigen netten Gags. Aufgrund der teilweise überraschenden, nicht immer einfach zu durchschauenen Wendungen ist der Film für das "klasische" Trickfilmzuschauer (Kinder) nicht unbedingt geeignet, dafür ist er für Erwachsene um so interessanter.
Das große Krabbeln in jeder Hinsicht disneytypisch: Nette, durchschaubare Geschichte (Gut - Böse sind zu eindeutig), mit ein wenig Dramaturgie und jede Menge Lachern angereichert, absulut familien- kompatiebel. Der Abspann ist eine Klasse für sich :-) 1 Punkt für Antz, weil mehr auf eine gute Story als auf eine spezifische Zielgruppe geachtet wurde.

Fazit: Klarer Sieg für den DreamWorks-Output. Trotzdem sind beide Filme absolut sehenswert. Muß man aus Budget-Gründen auf einen verzichten, entscheidet wohl eher die Zielgruppen-Zugehörigkeit als ein "objektiver" Vergleich. So ist das Leben ...

Martin K.
11.02.99

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Schnitt: 5.2
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