Go - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens

Drama, USA 1999, 100 Minuten, ab 16
Originaltitel: Go; Deutschlandstart: 15.07.99 (Columbia Tristar); Regie: Doug Liman; Produktion: Paul Rosenberg, Mickey Liddell, Matt Freeman (Banner Entertainment / Saratoga Entertainment); Drehbuch: John August; Musik: BT; Kamera: Doug Liman; Ausstattung: Tom Wilkins; Schnitt: Stephen Mirrione; Kostüme: Genevieve Tyrrell; Make Up: James Ryder

mit Desmond Askew (Simon Baines), Taye Diggs (Marcus), William Fichtner (Burke), J. E. Freeman (Victor sr.), Katie Holmes (Claire Montgomery), Jane Krakowski (Irene), Breckin Meyer (Tiny), Jay Mohr (Zack), Timothy Olyphant (Todd Gaines), Sarah Polley (Ronna Martin), Scott Wolf (Adam)

Internet Movie Database (us)
Offizielle Homepage (Columbia Tristar de)


Plot: Ronna: Ein neuer Tag an der Kasse im Supermarkt. Frustriert bedient Ronna (Sarah Polley) die Kunden. Weil sie erhebliche Mietschulden hat, muss sie in den nächsten Tagen mit einem Rauswurf aus der Wohnung rechnen. Woher soll das Geld kommen?
Überraschend ergibt sich eine Gelegenheit: Adam (Scott Wolf) und Zack (Jay Mohr) fragen nach Simon (Desmond Askew), der sonst um diese Zeit bedient. - Nicht nur für den Supermarkt, sondern auch für sein eigenes kleines Drogengeschäft. Ronna nutzt die Chance und bietet an, die gewünschten Ecstasy-Pillen zu besorgen. Erst beim Drogendealer Todd (Timothy Olyphant) stellt sich heraus, dass sie nicht genug Geld für den Deal besitzt. Kurz entschlossen läßt sie ihre Freundin Claire (Katie Holmes) als Pfand da...
Simon: Ein freier Tag. Mit drei Freunden geht's nach Vegas. Im Hotel gibt's kostenloses Buffet und schon liegen zwei der vier mit Eiweißschock neben der Toilette: "Scheiß Shrimps!". Simon zieht alleine los und landet auf einer fremden Hochzeitsfeier - kurze Zeit später mit zwei der Brautjungfern auf einem Hotelzimmer. Der Versuch von Tantra-Sex setzt das Hotelzimmer in Brand... Flucht ohne Kleidung...
Wieder gesellschaftsfähig besucht er mit seinem letzten einsatzfähigen Kumpel Marcus (Taye Diggs) einen Table-Dance-Schuppen. Die Privatvorstellung im Separee endet sehr abrupt in einem Schußwaffenduell als Simon die Kontrolle über seine Hormone entgleitet und er eine der Ladies antoucht...
Adam & Zack: Die beiden beliebten Seriendarsteller wurden vom Bullen Burke (William Fichtner) beim Drogenkonsum erwischt. Um einen Skandal zu vermeiden willigen sie ein ihren Dealer Simon in eine Falle zu locken. Doch erst an der Supermarktkasse merken sie, dass Simon momentan nicht zu erreichen ist. Um die Abmachung nicht zu gefährden arrangieren sie mit der plötzlich auftauchenden "Vertretung" Ronna ein Geschäft, das mit der Festnahme bei der Drogenübergabe enden soll...

Kritik: Es ist ja in Mode gekommen, jedes Auftreten von Drogen und Gewalt in einem Episodenfilm gleich mit dem großen Q (für Quentin) zu vergleichen. Mit Pulp-Fiction hat Go aber nicht viel zu tun. Der Aufbau der Geschichte mit mehreren Handlungssträngen die mehrfach durchlaufen werden, erinnert zwar an Tarantinos Meisterwerk, es fehlen aber die entscheidenden Zutaten: Der Zynismus und die Freude an der Inszenierung von Gewaltexzessen. Doug Liman erinnert mit Go eher an seine kassenträchtige Billigproduktion Swingers, mit der er offensichtlich das Lebensgefühl seiner Zeit getroffen zu haben scheint.
Wenn Liman mit seinem neuen Film provozieren will, ist seine Idee zumindest auf diesem Kontinent gescheitert: In Amerika kann man mit einem Film voller Drogenkonsum und sexueller Eskapaden das Publikum schockieren. Da aber in Europa Doppelmoral nicht so verbreitet ist, ist Go hier eher ein unterhaltsamer Streifen über "ganz normale" Teenager auf ihrer Reise durch die Nacht, auf der Flucht vor dem Alltag. Viele Besucher der Love-Parade werden die Handlung nachvollziehen können.
Bei der Besetzung setzt Liman auf unverbrauchte Gesichter: War bei der Planung zunächst noch vorgesehen, die wichtigen Rollen mit Stars wie Matt Damon und Heather Graham zu besetzen, favorisierten Regisseur und Drehbuchautor John August unbekannte Darsteller. Dadurch war es möglich die Produktionskosten auf eine Millionen Dolar zu drücken. (Was mit Blick auf die modernen Hollywood-Standardkosten fast schon unmöglich erscheint.) Liebhaber amerikanischer TV-Soaps werden aber einige Deja-Vus haben: Party of Five, Buffy, und Dawson's Creek gehören zu den letzten Betätigungsfeldern der Jungdarsteller.

Fazit: Nette Konstruktion mit überraschenden Wendungen: Alles was man an einem Wochenende selbst erleben kann. 7 von 10 Ginseng-Pillen

Olaf Scheel
23.07.99

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198 Stimmen
Schnitt: 4.8
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Leser-Kommentare:
Olaf: Ally McBeal hatte ich ganz vergessen...
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