Matrix

SF-Thriller, USA 1999, 136 Minuten, ab 16
Originaltitel: The Matrix; Deutschlandstart: 17.06.99 (Warner Bros.); Regie: Larry Wachowski, Andy Wachowski; Produktion: roduzenten: Joel Silver für Village Road Show; Drehbuch: Larry Wachowski, Andy Wachowski; Musik: Don Davis; Kamera: Bill Pope; Spezialeffekte: John Gaeta Ausstattung: Owen Paterson; Schnitt: Zach Staenberg; Kostüme: Kym Barrett; Kampfchoreografie: Yuen Wo Ping

mit Keanu Reeves (Neo), Laurence Fishburne (Morpheus), Carrie-Anne Moss (Trinity), Hugo Weaving (Agent Smith), Gloria Foster (Oracle), Joe Pantoliano (Cypher), Marcus Chong (Tank), Julian Arahanga (Apoc), Matt Doran (Mouse), Belinda McClory (Switch), Anthony Ray Parker (Dozer), Paul Goddard (Agent Brown), Robert Taylor (Agent Jones)

Internet Movie Database (us)
Offizielle Homepage (Warner us)


Plot: Willkommen in der Wirklichkeit! Es tut mir leid, es dir sagen zu müssen: Dein bisheriges Leben war leider eine Illusion. Schwer einzusehen?
So geht es auch dem Hacker Neo (Keanu Reeves) als ihm Cyber-Terrorist Morpheus (Laurence Fishburne) eröffnet, dass es seine Welt nicht gibt, sondern dass die total verseuchte Erde von den Maschinen beherrscht wird, die den Geist der Menschen in ein gewaltiges Computernetzwerk - die Matrix - eingespeist haben, um die Energien ihrer Körper auszubeuten.
Morpheus ist davon überzeugt, dass er und seine Helfer in Neo den Einen gefunden haben, der in der Lage ist, die Matrix zu beherrschen und die Menschen zu befreien. Sie beginnen seine Ausbildung, die ihn befähigen soll, die Naturgesetze der Matrix zu seinem Gunsten zu manipulieren. Doch er zeigt sich nicht besonders talentiert. Ist er wirklich der Befreier?
Schnell wird aus den gerissenen Untergrundkämpfern gejagtes Vieh. Die Agenten - mächtige Computerprogramme - werden auf sie aufmerksam und setzen ihre in der Matrix übernatürlichen Kräfte gegen sie ein. Denn nicht jedem gefällt die Vorstellung, in einer zwar realen, aber trostlosen Welt zu leben: Es gibt einen Verräter.

Kritik: Die beiden Hollywood Neulinge Andy und Larry Wachowski hatten mit Matrix eine Vision, die sogar so viel Kraft hatte, die allmächtigen Studiobosse davon zu überzeugen, ihnen 60 Millionen Dollar für ihren ersten abendfüllenden Film zu Verfügung zu stellen. Und dieses Vertrauen war absolut berechtigt.
Mit Matrix gelingt den beiden Brüdern ein Geniestreich, der sie sogleich in den Regieolymp der SF-Fans spielt. Die interessante Story fesselt, sie wirkt niemals flach, sondern spielt geschickt mit den Erwartungen des Publikums. Zahlreiche Anspielungen und Referenzen lassen immer mehr erkennen (oder erscheinen), als sichtbar ist. Sei es Zimmernummern, Anagramme auf Namen, Buchtitel oder Bibel-Parallelen.

Dabei kommen diese Anspielungen nie mit tonnenschwerer metaphorischer Aufdringlichkeit, wie im ähnlich erscheinenden Dark City, sondern bewahren sich die Coolness einer Spielerei der Wissenden.
Überhaupt ist Coolness das richtige Wort zur Beschreibung diese Films: Die Handlung ist cool, das Design- und die Latex- und Lederkostüme der Darsteller sind cool - und vor allem: Die visuellen Effekte sind das Beeindruckendste, was man seit langem im Kino sehen konnte.
Die Wachowski-Brüder sind bekennende Manga-Fans und haben versucht, den visuellen Stil der japanischen High-Tech-Comics auf das Medium Film zu übertragen. Gekonnt wird mit eingefrorenen Bildern, Hochgeschwindigkeits- und Zeitlupenaufnahmen hantiert. In der Kombination mit Seiltricks und Green-Screen-Effekten erscheint es tatsächlich so, als ob die Welt der Matrix anderen Naturgesetzen gehorcht, als unsere (hoffentlich reale) Welt. Dies kommt vor allem den Kampfszenen zu Gute, die sich durchaus mit denen der asiatischen Martial-Arts-Spezialisten messen können.
Allerdings ist Matrix kein Film für die Schauspieler. Mit Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss (Trinity) und Laurence Fishburne sind zwar absolut glaubwürdige Darsteller gefunden worden, die Charaktere sind aber eher auf Typen reduziert. Die unbewegliche Mine von Reeves ist dafür der beste Indikator. Ob er dafür, wie bei Ich liebe dich zu Tode wieder unter Drogen stand, ist nicht überliefert.
Den praktisch uneingeschränkt positiven Eindruck schließt der hervorragende Soundtrack mit Stücken von Marilyn Manson, Prodigy, Propellerheads und Rage Against The Machine ab.

Fazit: Dieser Film wird viele Nachahmer finden: Comic-Ästhetik, Cyberpunk und SF-Elemente, beeindruckendes Setdesign und bahnbrechende visuelle Effekte, die nicht auf Kosten der Story gehen. 9 von 10 sichere Leitungen

Olaf Scheel
14.06.99

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Gut9%
Sehr gut12%
Absolut hervorragend5%
Bester Film aller Zeiten13%

97 Stimmen
Schnitt: 5.2
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch


Leser-Kommentare:
der Smiddi (24.10.03): Also am beeindruckendsten war die Beurteilung der Menschheit von Agent Smith, als Morpheus gefesselt im Büro saß. Der Vergleich von Viren und Menschen ist tatsächlich im ersten Moment so abwegig, doch hintergründig so treffend. Ansonsten muß man zu diesem Film nichts mehr viel sagen. Absolut einzigartig.
Vincent Vega (02.06.03): Für den Fan des Genres ein Meisterwerk. Musik, Effekte, Ausstattung und Story vom Feinsten. Vor hohen Erwartungen an die Fortsetzung "Reloaded" kann ich nur warnen wenn man sich vorher Gedanken zum Inhalt gemacht hat. Meiner Meinung eine Aneinanderreihung von Special Effects. Story und Atmosphäre kann im Entferntesten nicht mit dem ersten Teil mithalten, teilweise alberne Übersteigerung der "Handlungshöhepunkte" ... Ich nenne nur die digitale Herzmassage und sie Supermann Nummer ... einfach schlecht. "Matrix" : 10 von 10 Vincent Vega Kokaintütchen --- "Matrix reloaded" : 5 von 10 Zion Trommeltanzgruppen
Katharina (27.05.03): Also ich fand,dass Matrix Reloaded einfach geil ist. Ich hoffe, dass der 3. Film auch so klasse wird!!!!!
Nikolas alias Gandalf (27.05.03): ich habe unten in meinem kommentar meine bewertung vergessen: ganz klare
10 von 10 nicht-existenten Löffeln

Bad Boy (24.02.02): Larry und Andy Wachowski haben einen der grössten Sci-Fi-Kultfilme der 90er geschaffen.Noch nie zuvor gab es in einem Hollywoodfilm derart ausgefeilte und virtuos choreografierte Martial-Arts Fights zu sehen.Die Effekte erwiesen sich als richtungsweisend ,und auch andere Filme wurden von diesem Stil inspiriert.Wie z.Bsp.:M:I2 oder Romeo must die.Natürlich sind diese Stilmittel(wie Bullettime)dem Hongkong-Kino entlehnt.Allerdings wurde dieses Stilmittel ,dass im Hongkong-Action-Kino schon lange Standard ist ,hier bis zur vollkommenen Perfektion getrieben.Über seine brillante Actionchoreografie hinaus ,ist es vor allem seine intelligente ,äußerst innovative Geschichte die den Reiz des Films ausmacht.Eine ebnso faszinierende wie beängstigende Vorstellung,dass die Welt wie wir sie kennen,nichts weiter als eine künstlich erzeugte Ilusion ist ,eine trügerische Scheinwelt,hinter dessen langsam in sich zusammenstürzender Fassade ein finsteres,mit dem menschlichen Verstand kaum vorstellbares,von seelelosen Maschinen regiertes System,hervortritt.Die Wachowski-Brüder haben dieses alptraumartige Szenario mit all seinen apokalyptischen Schauwerten in eine schaurig-gothische Atmospähre gehüllt ,die durch die exzessive Optik noch verstärkt wird. Eine visuell faszinierende Achterbahnfahrt,die trotz ihrer exzessiven Bildsprache ,nie ihren innovativen ,den eigentlichen Reiz des Films ausmachenden Grundton im Dauerbeschuss brillanter Effekte untergehen lässt.Auf technischer Ebene dürfte Matrix durchaus den Maßstab für das Actiokino des neuen Jahrtausends vorgegeben haben,was mehr als je zuvor vom Hongkong-Kino beeinfluust sein wird.Genial auch ,wie die Wachowskis die ständig zunehmende Paranoia der 90er Jahre wiederspiegeln.Denn die Angst vor dem totalen Überwachungsstaat oder der totalen Kontrolle von Seiten der Medien ist allgegenwärtig.Die Wachowskis bringen sie uns ein wenig näher.
MrTurtle (17.08.01): War ganz okay....aber nich "DER" FILM! Habe alle guten effekte schon in den Trailors gesehen, die Kung-Fu Szenen waren mir etwas zu häufig, und das ganze "Erlöser" Geschwafel war auch nich datt gelbe vom Ei. Übrigens, RIKER, kann man Matrix und den genialen "Blade Runner" wohl nich in einem Atemzug nennen! 6 von 10 weißen Kaninchen auf meiner Skala!
chris (12.08.01): 1. andy + larry wachowski haben schon einen abendfüllenden film gedreht (BOUND) 2. wenn "geniestreich" warum dann nur 9 punkte? matrix ist intelligent, durchkonstruiert bis ins letzte, hat innovativere tricks (wenn auch aus hongkong geklaut...) daher 10von10 punkten, einer der besten Hollywood-filme der 90er, was ist dagegen denn Pulp Fiction... gruß www.filmfoyer.de
GANDALF (22.06.01): Ich habe selten einen Film gesehen, wo der trailer schon so viel versprach und der Film noch mehr hielt! Deswegen habe ich den Film nicht nur 5 Mal im Kino, sondern auch noch mindestens 10 Mal auf Video gesehen (dabei sind auch die englische und französische Version leicht verständlich) und kann als Kritik eigentlich nur sagen: Einfach nur göttlich!!! Die bahnbrechenden Computereffekte haben Maßstäbe gesetzt (seitdem werden gute Computeranimationen häufig als Matrix-Effekte bezeichnet) und dienen - schon jetzt - als Vorbild für neue Filme. Man muss Matrix wohl in einem Atemzug mit Pulp Fiction nennen, wenn es um die Benennung der Kultfilme der 90er geht!!!
Riker (22.06.01): Einer der Besten Filme, die ich je gesehen habe!! Genial wie "Schweigen der Lämmer", Sci-fi-A pokalypse wie "Balde Runner", emotional bewegend wie "Der mit dem Wolf tanzt!" Ich habe den Film auch schon x-mal gesehen, u. es geht mir wie Katrin (bitte lesen) . Es geht ja um viel mehr als nur die Frage, was ist Realität und was ist Scheinwelt. Es geht um genau das, was X-man in seinem Statement beschreibt, und es geht nicht zu vergessen auch um die Kraft der Liebe. Jeder Mensch sollte dieses Kunstwerk von Film gesehen haben!
X Man: Die schockierenste Szene ist für mich gesehen die nur für das geistige Auge sichtbare Zerstörung und der desolate Zustand unseres Planeten. Das regt heute niemanden mehr auf, da es im notwendigen Umfang global nicht wahrgenommen wird .Die Menschheit wird gerade in unserem Jahrhundert nur noch gelebt, geprägt durch Werte der Ausbeutung, der Ichsucht, des terrorartigen Konsums und des Gegeneinnaders!! Exakt das macht der Film Matrix in unmissverständlicher Weise ( egal ob von den Autoren beabsichtigt oder nicht ) knallhart klar!! Wie soll man in unserer lauten ausschließlich auf visuelle Impulse reagierenden Welt die zum Abgrund rennende Menschenmasse noch aufwecken, um das schlimmste zu verhindern? Sodom und Gomorrah lassen grüßen.
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