Strange Days

SF-Thriller, USA 1995, 139 Minuten, ab 16
Originaltitel: Strange Days; Deutschlandstart: 08.02.96 (Jugendfilm); Regie: Kathryn Bigelow; Produktion: James Cameron, Steven-Charles Jaffe; Drehbuch: James Cameron, Jay Cocks; Musik: Graeme Revell; Kamera: Matthew F. Leonetti; Ausstattung: Lilly Kilvert; Schnitt: Howard Smith; Kostüme: Ellen Mirojnick

mit Ralph Fiennes (Lenny Nero), Angela Bassett (Lornette "Mace" Mason), Juliette Lewis (Faith Justin), Tom Sizemore (Max Peltier), Michael Wincott (Philo Gant), Vincent D'Onofrio (Burton Steckler), Glenn Plummer (Jeriko One), Brigitte Bako (Iris), Richard Edson (Tick), William Fichtner (Dwayne Engelman), Josef Sommer (Palmer Stricklan)

Internet Movie Database (de/us)


Plot: Ende Dezember 1999: Die Welt scheint durchzudrehen. Das Ende des Jahrtausend läßt den Mob plündernd und marodierend durch die Straßen von L.A. ziehen.
Lenny Nero (Ralph Fiennes) versucht aus der Lage das beste zu machen. Als Dealer von SQUID-Disks ist sein Geschäft zum Glück fast Konjunktur-unabhängig. SQUID ist eine neue Technologie, die es ermöglicht, Erinnerungen zu speichern und wiederzugeben. So kann der kleine Bankangestellte von nebenan Dinge erleben, die er sich im wirklichen Leben nie trauen würde: Einen Banküberfall, Sex mit zwei Frauen, ein Mädchen entjungfern.
Doch dann wird Nero eine Disk zugespielt, die den Tod von Iris, einer seiner Mitarbeiterinnen zeigt. Der offensichtlich geistesgestörte Mörder scheint ein perverses Spiel mit Nero zu spielen, in das auch seine Exfreundin Faith (Juliette Lewis), die er immer noch liebt, verwickelt ist: Es geht um eine verschwundene Aufzeichnung, die brisante Informationen enthält, die zu einer noch größeren Gewalteskalation führen könnten...

Kritik: Strange Days ist in mancher Hinsicht ein Ausnahmefilm. Zum einen setzte er 1996 neue Maßstäbe in Sachen Gewalt, Sound und Schnittgeschwindigkeit. Hier ist die Handschrift des Produzenten, Drehbuchautors und damaligen Ehemannes der Regisseurin Kathryn Bigelow unverkennbar. Andererseits erahnte er aber schon vor Jahren die jetzige Milleniumshysterie, die uns bestimmt zum Jahresende noch ein paar Nettigkeiten bescheren wird.
Obwohl es sich um einen reinrassigen Actionfilm handelt, der einiges an Spannung und Tempo zu bieten hat, ist in einigen Details doch die Arbeit einer Frau zu erkennen, die leider auch heute noch zu den wenigen Regisseurinnen in Hollywood gehört. So wurden ein paar Rollenklischees einfach umgedreht: Der Dealer Nero ist eigentlich ein Weichei, der in den wirklich haarigen Szenen immer auf die Hilfe seiner supertaffen Freundin Mace (Angela Bassett) angewiesen ist. Die Charaktere haben darüber hinaus für einen Actionfilm eine ungewohnte Tiefe.
Die von manchen Kritikern bemängelte Verworrenheit und Brutalität kann ich nur bedingt nachvollziehen. Sicher ist der Showdown etwas über das Ziel hinausgeschossen, aber dafür kann man von Strange Days noch ein wenig Kritisches zum Thema Medienkonsum mitnehmen, dass über mehr als 139 Minuten Bedeutung hat.

Fazit: Schon fast ein Action-Klassiker voller Kraft und Tempo. 8 von 10 gegrillten Hirnen

Olaf Scheel
19.12.99

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943 Stimmen
Schnitt: 5.4
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch


Leser-Kommentare:
Mikon (24.10.01): Ein absolut phantastischer Film. Wer hierbei zwischendurch auf's Klo geht, hat selber Schuld ! 1A-Schauspieler,1A-Story: alles passt !
Bela: Schon etwas aelter , der Film. Trotzdem ein wirklich sehr guter, solider Actionfilm mit Tiefgang (ja, es ist tatsaechlich beides gleichzeitig moeglich)!
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