... und dann kam Polly
romantische Komödie, USA 2004, 90 Minuten, ab -
Originaltitel: Along Came Polly; Deutschlandstart: 04.03.2004 (UIP); Regie: John Hamburg; Produktion: Stacey Sher, Michael Shamberg, Danny DeVito; Drehbuch: John Hamburg; Musik: Theodore Shapiro; Kamera: Seamus McGarvey; Schnitt: William Kerr, Nick Moore

mit Ben Stiller (Reuben Feffer), Jennifer Aniston (Polly Prince), Philip Seymour Hoffman (Sandy Lyle), Debra Messing (Lisa Kramer), Alec Baldwin (Stan Indursky), Hank Azaria (Claude), Bryan Brown (Leland Van Lew), Jsu Garcia (Javier), Michele Lee (Vivian Feffer), Bob Dishy (Irving Feffer), Missi Pyle (Roxanne), Judah Friedlander (Dustin), Kevin Hart (Vic), Masi Oka (Wonsuk), Kym Whitley (Gladys), Amy Hohn (Cheryl), Nathan Dean (Mitch), Cheryl Hines (Catering Manager), Caroline Aaron (Hochzeitsplaner), Christina Kirk (Party Hostess)

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Claude (Hand Azaria) und Lisa (Debra Messing) auf dem Weg zum "Tauchen". Reuben (Ben Stiller) trifft Polly (Jennifer Aniston) vor ihrer Haustür. Reuben und Sandy (Philip Seymour Hoffman) spielen zur Selbstfindung Basketball. Reuben (Ben Stiller) versucht sich beim Salsa.

Du solltest niemals Nüsse in einer Bar essen, so was weiß man doch! - Wovon redest du bitte? - OK, sagen wir, vorsichtig geschätzt, 17 Menschen greifen jeden Abend in diese Schale, okay? Die Nüsse stehen hier zwei Wochen, dann sind das... 238 Menschen, die ihre schmutzigen Finger da reingesteckt haben. - Die sind schmutzig? Wie kommst du denn jetzt darauf? - Im Durchschnitt wäscht sich nur einer von sechs Menschen die Hände, wenn er auf der Toilette war. Tja, man denkt, man isst ganz harmlosen Knabberkram. In Wirklichkeit nimmt man wahrscheinlich tödliche Bakterien von etwa 39 schmutzfingrigen Fremden zu sich. Die Menschen wundern sich, warum sie E-Coli-Vergiftungen bekommen oder Salmonellen oder Hepatitis, dabei müssen sie sich nur die Knabbereien in ihrer Lieblingsbar ansehen. ... Ich bin nicht neurotisch! - Nein!? ... - Das ist 'ne totale Brutstätte da drin! - Reuben und Polyl in der Kneipe

Plot: Reuben Feffer (Ben Stiller) ist ein jüdischer, neurotischer New Yorker Yuppie, der seine Manie zum Beruf gemacht hat: Er ist „Risk Analyst“ eines Versicherungshauses. Privat ist er im siebten Himmel, als er seine große Liebe Lisa Kramer (Debra Messing, Will & Grace) ehelicht. Die hat aber nichts besseres vor, als am ersten Tag der Flitterwochen mit dem gutgebauten französischen Tauchlehrer Claude (Hank Azaria) anzubändeln, scheinbar in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von Reuben, und letzteren daraufhin prompt zu verlassen.
Desillusioniert wieder in New York trifft Reuben bei erster Gelegenheit als „Wieder-Single“ zufällig seine Schulfreundin Polly Prince (Jennifer Aniston), wiederum das exakte Gegenteil von ihm: chaotisch, risikobereit, multikulturell. – Doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, und alles kommt, wie es kommen muss ... Die Lage droht jedoch zu eskalieren, als Lisa zurück nach New York kommt und Reuben für sich zurück will.

Kritik: Im ersten Anlauf könnte sich der Kinobesucher in eine Symbiose aus Verrückt nach Mary und Friends versetzt fühlen. Wer beides nicht kennt: Im ersteren Film spielt Ben Stiller einen realitätsfernen Geek namens Ted, der durch wirrste Aktionen das Herz einer durchgeknallten Schulfreundin namens Mary zu gewinnen versucht. In letzterer Serie spielt Jennifer Aniston eine chaotische New Yorkerin namens Rachel, die (mit Freunden) zwischen Männern, Jobs und anderen Widrigkeiten des Alltags pendelt.

Nichtsdestotrotz ist der Reuben dieses Films trotz seiner Sicherheitsneurose weniger unrealistisch überzeichnet als Ted. Ebenso ist Polly Prince trotz chaotischem Lebenwandel keineswegs so realitätsfern wie einerseits Rachel oder andererseits Mary. Schaut man ... und dann kam Polly, sympathisiert man durchaus mit beiden: Reuben und Polly sind einfach ganz normale New Yorker „Thirtysomethings“, beide mit ihrem ureigenen Spleen – die trotz aller Gegensätze letztlich ihr Herz füreinander finden.
Man wird von einem solchen Spaß-Film sicher kein oscar-reifes, super-realistisches Drehbuch erwarten – und schon gar nicht bekommen. Aber trotzdem nimmt man den beiden ihren jeweiligen Lebensstil ab. Vor allem dadurch, dass nicht nur Reuben sich permanent zum Affen macht, sondern dass Reuben und Polly (anfangs noch unwillentlich) gegenseitig viel voneinander lernen können. Und die unausweichliche Moral von der Geschicht': Fängt man an, seinen Standpunkt zu überdenken, gelingt im Kompromiss ein wundervolles Miteinander, in dem jeder über sich hinaus wächst.
Diese triviale Message transportiert der Film auf äußerst unterhaltsame Weise. Auch wenn einige der Pointen bereits im Trailer verbraten worden sind, bleiben noch genug Raum für viele weitere Lacher. Die Handlung bleibt dabei nicht eindimensional, auch die Nebenhandlungen sind nett anzusehen, mit bis ins Detail angelegten Nebenrollen: Zuerst ist da die fatale Männerfreundschaft zwischen Reuben und dem ewig erfolglosen Schauspieler Sandy (Philip Seymour Hoffman), dicht gefolgt von Polly und ihrem Salsa-Tanzpartner Javier (Jsu Garcia), nicht zu vergessen Reubens Versicherungs-Klient und Extremsportler Leland Van Lew (Bryan Brown) – und natürlich Reubens jovialer Chef Stan Indursky, brillant verkörpert von Alec Baldwin.
Ich für meinen Teil habe 90 vergnügliche Minuten im Kino verbracht, in denen mal die Identifikation mit dem einen und mal mit dem anderen Charakter gelang. Wer permanent nach Ähnlichkeiten zu Verrückt nach Mary oder anderen Screwball-Filmen sucht, macht sich zu viel Stress: ... und dann kam Polly gibt sehr gut allein einen gelungenen Vertreter des Genres Beziehungskomödie ab.

Fazit: Überaus amüsantes Popcorn-Kino über die charmante Beziehung zwischen zwei New Yorkern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 7 von 10 nahezu blinden Sizilianischen Frettchen

Gero Zahn
04.03.2004

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87 Stimmen
Schnitt: 4.6
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Leser-Kommentare:
Filmfan (26.11.05): Also ich habe den Film nicht im Kino,sondern auf DVD gesehen und bin im Nachhinein auch glücklich darüber.Diese "Komödie" war größtenteils einfach nicht witzig, Stiller und Aniston spielten irgendwie ihre Rollen runter und versprühten nicht den geringsten Charme.Deshalb gibt es von mir 3 von 10 blinden,unkomischen Frettchen
Sebastian (15.08.04): Eric hat Recht! Im Trailer sind bereits die besten Lacher vorweggenommen! Der Rest ist für eine Komödie bemerkenswert unkomisch. Ich konnte höchstens ein paar Mal Schmunzeln. Für einen Film mit Romantik ist wiederum zu wenig Romantik drin. Da es eine Romantik-Komödie ist, ist von beiden Genres zu wenig vorhanden oder es ist einfach keine harmonische Symbiose gelungen.
Aber für einen Videoabend, an dem man nichts besseres zu tun hat, reicht der Film allemale. Für Stiller- und Aniston-Fans sowieso! Gerade noch 6 von 10 Tauchlehrern.

Eric Draven (08.03.04): Meiner Meinung nach mal wieder ein Film, bei dem die Vorschau das lustigste weggenommen hat. Bin durch den trailer mit hohen Erwartungen ins Kino und wurde wahrscheinlich deswegen ein wenig enttäuscht.
Einige Lacher sind trotzdem dabei und wer Jennifer Aniston-Fan ist sollte sich den Film auf jeden Fall angucken, denn alleine um sie noch einmal auf der großen Leinwand zu sehen lohnt sich eine Kinokarte.:-) (ich liebe nur dich Kathe;-))
Von mir gibt es 6 von 10 Risk-Managern.

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