Was das Herz begehrt
romantische Komödie, USA 2003, 128 Minuten, ab -
Originaltitel: Something's Gotta Give; Deutschlandstart: 12.02.2004 (Warner Bros.); Regie: Nancy Meyers; Produktion: Burce A. Block, Suzanne McNeill Farwell, Nancy Meyers; Drehbuch: Nancy Meyers; Musik: Hans Zimmer; Kamera: Michael Ballhaus; Schnitt: Joe Hutshing

mit Jack Nicholson (Harry Sanborn), Diane Keaton (Erica Barry), Frances McDormand (Zoe Barry), Keanu Reeves (Julian Mercer), Amanda Peet (Marin), Jon Favreau (Leo), Paul Michael Glaser (Dave), Rachel Ticotin (Dr. Martinez), Marjie Gum (Annie), Kadee Strickland (Kristen)

Filmplakat
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Ah, diese süße unkomplizierte Befriedigung, die eine junge Frau geben kann. Die wenigen Jahre, in denen einfach alles passt. Ein magisches Alter. Und es macht jeden Mann überall auf der Welt vollkommen hilflos. Es heißt, ich sei Experte, wenn es um junge Frauen geht. Wahrscheinlich weil ich seit 40 Jahren mit ihnen ausgehe. - Harry Sanborn über junge Frauen

Plot: Marin Barry (Amanda Peet) ist eine gut aussehende Frau Ende 20. Sie entspricht damit vollkommen dem Beuteschema von Harry Sanborn (Jack Nicholson), ein 63-jähriger ewiger Junggeselle und Playboy aus Überzeugung. Er liebt alle Frauen, solange sie unter 30 sind und verlässt sie sofort wieder, nachdem er ein paar heiße Nächte mit ihnen verbracht hat.
Eben so eine Nacht möchte er nun mit Marin verbringen. Aus diesem Grund fahren beide in das Strandhaus ihrer Mutter Erica (Diane Keaton), einer sehr erfolgreichen Theaterautorin. Eigentlich wähnen sich beide bei ihren erotischen Turteleien allein im Haus, werden jedoch plötzlich von Erica, die ihr neues Stück im Strandhaus weiter schreiben will, und Marins Tante Zoe (Frances McDormand) überrascht. Obwohl allen nicht wirklich wohl bei der Sache ist, beschließen sie das Wochenende im Strandhaus zu verbringen.
Die scheinbare Idylle währt jedoch nicht lange, denn als Marin und Harry ans Eingemachte gehen, bekommt Harry plötzlich einen Herzinfarkt. Der Arzt im Krankenhaus (Keanu Reeves) empfiehlt Harry, nicht in die Stadt zurückzufahren um sich nicht zu überanstrengen. Also erklärt sich Erica schweren Herzens bereit, Harry im Strandhaus aufzunehmen und ihn zu pflegen. Mit der Zeit stellen beide fest, dass sie sich nicht nur gegenseitig auf die Nerven gehen können, sondern dass da plötzlich auch andere Gefühle vorhanden sind...

Kritik: Wenn man sich das Schauspieler-Ensemble von Was das Herz begehrt ansieht, kann der Film eigentlich nur gut werden, denn bei so hochkarätigen Darstellern und Darstellerinnen kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
Aber hält der Film auch wirklich das, was das Ensemble verspricht? Die Antwort ist: im Großen und Ganzen ja!
Die Regisseurin und Autorin des Films Nancy Meyers (Was Frauen wollen) hat hier eine wirklich sehr gelungene Romantik-Komödie geschaffen. Meyers beweist, dass sie ein gutes Händchen sowohl für Situationskomik also auch für die menschliche Gefühlswelt und besonders die Romantik hat. Der Film zeigt deutlich, dass romantische Gefühle und die Liebe keine Altersgrenze kennen und nicht nur auf junge Menschen begrenzt sind. Jeder hat ein Recht auf ein wenig Liebe und jeder sollte bekommen, „was sein Herz begehrt“. Bei diesem Film ist sogar mal der deutsche Titel wirklich passend gewählt worden.

Aber nicht nur der Titel ist passend, sondern auch die Charaktere sind so optimal besetzt worden, wie ich es lange nicht gesehen habe. Allen scheint ihre Rolle auf den Leib geschrieben worden zu sein. Und besonders Nicholson und Keaton spielen ihre Rollen mit so viel Elan und Freude, dass es sich schon allein wegen ihnen lohnt, den Film anzusehen. Diane Keaton hat für ihre Rolle sogar schon den Golden Globe bekommen und ist für den Oscar nominiert worden. Besonders schön ist es, wenn Nicholson in der ersten Hälfte des Films sich selbst und sein altes Playboyimage auf den Arm nimmt.
Dieser Teile des Films ist sowieso nahezu perfekt und hätte bei mir eine glatte 10 bekommen, weil alles stimmt: Inszenierung, Story, Tempo, schauspielerische Leistungen, Witz, Gefühl usw. Wenn Was das Herz begehrt dieses über seine gesamte Länge beibehalten hätte, wäre ein wirkliches Filmjuwel entstanden, aber leider zeigt sich, dass die zweite Hälfte des Films nicht mehr all das halten kann, was die erste Hälfte verspricht. Ein Manko ist hier, dass der Film mit gut zwei Stunden einfach zu lang geraten ist. Ich hatte zum Beispiel an mehr als einer Stelle das Gefühl, dass man den Film hätte beenden können. Stattdessen geht er immer weiter und läuft schließlich doch auf das unvermeidliche und vorhersehbare Ende hinaus. Da wäre ein erfrischendes und unerwartetes Ende doch origineller und interessanter gewesen. Allerdings wäre dann auch ein Stück Romantik und Botschaft des Films verloren gegangen.
Aber ob man mit dem Ende nun zufrieden ist, oder nicht, ist letztendlich egal, da das zu lange hinausgezögerte und vorhersehbare Ende, den Film nicht total abwertet. Er wird nämlich trotz der enormen Länge nie langweilig, weil die großartigen Darsteller den Film ohne weiteres tragen können, so dass der Zuschauer nie das Interesse verliert. Und da Nancy Meyers es so gut versteht, die Gefühlswelt jedes Charakters in ihrem Film herauszuarbeiten und dem Zuschauer zu verdeutlichen, wird jeder, der schon mal unglücklich verliebt war, wirklich mit den Protagonisten mitfühlen können. Ebenso werden die Kinogänger, die auch nur einen Funken Romantik in ihrem Herzen tragen, den Film gar nicht schlecht finden können.

Fazit: Was das Herz begehrt ist ein optimaler Film für alle, die sich gerne romantische Komödien mit guter Story und etwas Anspruch ansehen. Es lohnt sich aber auch schon allein wegen Jack Nicholson und Diane Keaton in diesen Film zu gehen. Leider kann der Film sein anfänglich hohes Niveau nicht über die gesamte (zu große) Länge halten. Deshalb gibt es von mir leider nur 8 von 10 Steinen vom Strand.

Sebastian Schwarz
14.02.2004

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Gut11%
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Bester Film aller Zeiten10%

84 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Nikolas (22.02.04): nancy meyers letzter streich was frauen wollen hatte definitiv noch mehr pepp und bessere gags. aber was das herz begehrt ist auch gut gelungen.
gut ist jetzt noch die frage, ob man so sehr auf eine liebesgeschichte zwischen nicholson und keaton aus ist, denn das ist wirklich eher was für's ältere semester.
keanu reeves als arzt fand ich ich irgendwie völlig danebengegriffen: machte auf mich den eindruck, dass er nach dem matrix desaster dringend ein paar halbwegs erfolgreichen filmen auftauchen muss, um im gespräch zu bleiben. sein freundliches lächeln hat mich die ganze zeit eher an seine rolle als psychopat in "the watcher" erinnert, als an den matrix-helden. auch seine beziehung zu diane keaton fand ich absolut unglaubwürdig... richtig klasse war natürlich wie immer jack nicholson. er ist und bleib ein totaler wie brillianter widerling! etwas shade fand ich die zu klein geratene rolle für frances mcdormand: sie verkommt zu einer prominenten statistin. amanda peet? naja, was soll man groß sagen? am ende natürlich nur seichte hollywood-unterhaltung, aber ansonsten doch ein ganz netter film für einen spaßigen kinoabend.
7 von 10 "Frendschaftstesten"

Sandra (19.02.04): Gut, der Film war definitiv zu lang. Eine halbe Stunde weniger tiefsinniges Gerede über Beziehungsstreß hätte dem Film nur gut getan, aber davon einmal abgesehen war es eine richtige, gute Dramödie, wobei ich dennoch der Komödie den größeren Teil zusprechen möchte. Jack Nicholson und Diane Keaton waren nur göttlich und Dianes Heul-Arie wird unübertroffen bleiben, gar keine Frage! Schön fand ich auch, dass es endlich mal um Beziehungsstreß zwischen Älteren ging, denn schließlich gibt es auch 50-60jährige Singles. Und das Erica dann auch noch den smarten und sehr viel jüngeren Julian bekommt war herzerfrischend. Keanu wirkte hier auch nicht so sehr blaß, wie üblich und hat sehr gut mit Diane Keaton harmoniert. Man kann sich herrlich über Jack Nicholsons Parodie über sich selbst amüsieren und hier wird nur als mit nur einem Auge gezwinkert, soviel sei gesagt. Fazit: Spielfreudige Darsteller agieren beherzt in einer schönen, unterhaltsamen Dramödie. Diane For Oscar!!! 8 von 10 weißen Rollkragen-Pullovern
morinox (19.02.04): Ist die erste Hälfte des Films noch erfrischend, wurde es für mich mit der zweiten Hälfte immer unglaubhafter und durchschaubarer. Wirklich toll geschauspielert, aber widerlich klischeebehaftet. Wenn das wenigstens mit einem ironischen Augenzwinkern inszeniert wäre, hätte ich's verstanden. Dies Zwinkern ist mir aber leider entgangen. Deshalb 5 von 10.
juläää (16.02.04): ich fand den film wirklich sehr niedlich aber manchmal fand ich ihn irgendwie ein bissel langweilig bzw. langgezogen!! Aber ne wirklich süße komödie!!!
Eric Draven (16.02.04): Nach der Vorschau dieses Films würde man eher sagen, dass es sich um eine Komödie handelt, aber wie schon so oft führt einen der Trailer total in die Irre.
Es ist eher ein romantischer Liebesfilm mit ein paar Lachern, die sich ausschließlich im ersten Drittel des Films befinden. Vielleicht kommen einem darum auch die 128Minuten gegen Ende immer länger vor...
Empfehlen kann man den Film allein wegen Nicholson und besonders wegen der Leistung von Diane Keaton.
Von mir gibt es 6 von 10 Harry37.

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