Dick und Jane - Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen
Komödie/Drama, USA 2005, 90 Minuten, ab 6
Originaltitel: Fun With Dick and Jane; Deutschlandstart: 05.01.2006 (Sony Pictures); Regie: Dean Parisot; Produktion: Peter Bart, Jim Carrey u.a.; Drehbuch: Judd Apatow, Nicholas Stoller, Peter Tolan; Musik: Theodore Shapiro; Kamera: Jerzy Zielinski; Schnitt: Don Zimmerman

mit Jim Carrey (Dick Harper), Téa Leoni (Jane Harper), Walter Addison (Sam Samuels), Alec Baldwin u.a.

Filmplakat
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Trailer (Sony Pictures )
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Dick, was sollen wir nur tun. Wir haben nichts mehr, was wir noch verkaufen könnten. - Weißt du, es gibt ja immer noch die Prostitution. - Dick! - Ich meine mich. - Jane und Dick suchen nach einem Ausweg.

Plot: Dick Harper (Jim Carrey) hat es geschafft: Er wird in seiner Firma zum Pressesprecher befördert. Das bedeutet, dass sich Dick und seine Frau Jane (Téa Leoni) ab jetzt absolut keine Sorgen mehr ums Geld machen müssen. Sie standen zwar auch vorher finanziell sehr gut da und hatten ein schmuckes Haus mit Garten, ein Kindermädchen für ihren Jungen und einen schönen Garten. Doch jetzt können sie sich auch den obligatorischen Swimmingpool leisten und Dick überredet Jane, ihren ungeliebten Job zu kündigen.
Doch der ganze Traum vom sorgenfreien Leben zerplatzt ganz schnell wie eine Seifenblase, denn Dicks erste „Amtshandlung“ besteht zu seiner Überraschung darin, der Öffentlichkeit, den plötzlichen Konkurs der Firma zu erklären. Somit steht Dick, anstatt in der Chefetage, auf der Straße und da Jane ihren Job auch nicht mehr hat, folgt das, was kommen muss: die finanzielle Pleite und der soziale Abstieg! Sie müssen ihr Hab und Gut nach und nach verkaufen, der neue Rollrasen wird wieder abgeholt und statt des Mercedes muss es nun ein klappriger Kleinwagen tun. Auch die neue Jobsuche stellt sich als nicht so einfach heraus, da Dick und Jane nicht die einzigen sind, die einen Job haben möchten. Als beide gar nicht mehr weiter wissen, kommen sie auf die Idee, es doch mal mit Raubüberfällen zu probieren, was nach anfänglichen Schwierigkeiten auch sehr gut klappt…

Kritik: Bei Dick und Jane haben wir es mit dem Remake des Films Das Geld liegt auf der Straße von 1977 zu tun. Bei der jetzigen Version führt Dean Parisot (Galaxy Quest) Regie. Carrey ist hier nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Produzent. Man mag zu Carrey stehen, wie man will, aber hier ist er wieder mal in seinem Element und überzeugt auf ganzer Linie. Er kann seine Mimik und sein Slapstiktalent voll entfalten.

Wobei es meiner Meinung nach alles noch in einem für Nicht-Carrey-Fans erträglichem Rahmen bleibt. Der Film ist also nicht nur eine Jim Carrey-One-Man-Show. Dafür sorgt besonders Téa Leoni, die ihre Rolle natürlich und mit viel Spritzigkeit spielt. Alec Baldwin verkommt allerdings eher zu einem durchschnittlichen Statisten, was schade ist, denn er kann sonst wesentlich mehr.
Dick und Jane ist keine normale Slapstick-Komödie, sondern bietet einen satirisch überzogenen Blick auf die heutige Gesellschaft und deren Werte. Er ist jedoch trotz aller überzogenen und klischeehaften Darstellung von Arm und Reich sehr realitätsnah. Das ist zum einen die größte Stärke des Films, aber leider auch seine größte Schwäche. Sein aktueller Bezug zu Begebenheiten der nahen Vergangenheit und die wirklichkeitsnahe Darstellung von sozialen Verhältnissen und der Arbeitslosigkeit in der heutigen Gesellschaft (nicht nur in den USA, sondern mittlerweile auch in Deutschland und anderswo), heben den Film aus dem Einheitsbrei vieler Durchschnittskomödien heraus.
Leider ist es aber auch so, dass vielen Zuschauern in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit, Hartz IV und Leben ab unteren sozialen Rand bei einer Reihe von Szenen das Lachen im Halse stecken bleiben könnte, wenn man bedenkt, dass es einem selber vielleicht ähnlich geht oder zumindest schnell so ergehen könnte. Deshalb ist man im Film manchmal eher nachdenklich als komisch berührt. Wie schnell bleibt einem selbst auch nichts anderes mehr übrig, als so wie Dick und Jane zu handeln?
Trotzdem bietet der Film, der übrigens auch einen tollen Soundtrack aufweist, schon allein wegen Jim Carrey sehr viele Lacher und lohnt einen Kinobesuch alle Male! Wenn man sich den teuren Kinoeintritt heutzutage noch leisten kann…

Fazit: Dick und Jane ist eine gelungene, sozialkritische Slapstick-Komödie, die hauptsächlich Fans von Carreys Mimik und Gestik gefallen dürfte, aber auch ausgewogen genug ist, allen andern Spaß zu bereiten. Manchmal ist der Film allerdings auch so sehr ein Spiegel der aktuellen sozialen Lage in vielen Ländern, dass einige Szenen im Nachgeschmack etwas bitter sind und der Film dadurch nicht mehr so lustig ist, wie er sein könnte. Deshalb nur 7,5 von 10 Sonny & Cher-Verkleidungen.

Sebastian Schwarz
07.01.2006

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877 Stimmen
Schnitt: 5.3
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Leser-Kommentare:
O (15.01.06): Naxh anfänglich netten Witzen, waren die restlichen 2/3 eher mau. Eine Woche später kann ich mich schon kaum noch am Ablauf des Films erinnern. Das einzige was hängen geblieben ist: laut, albern und kitschiges Ende. Vergleichbar mit Fahrstuhlmusik. Einfach belanglos. (3/10)
Eric Draven (11.01.06): Ich denke nicht, dass der Film als sozial-kritisch angedacht war. Es sind einfach persönliche Assoziation, die der eine Kinobesucher mehr, der andere weniger hervorruft.
Ich für meinen Teil habe den Film voll und ganz als Komödie genossen und empfehle es den anderen gleich zu tun.
Jim Carrey erinnert in dem Film eher an seine Leistungen in Bruce Allmächtig (wobei der noch um einiges besser war) als an Die Maske. Es ist also auf jeden Fall auch ein Film für "Carrey's-Grimassen-Hasser" wie mich;-)
Im Großen und Ganzen gebe ich 6 von 10 kalorienarmen Schokomuffins, da es einige bessere Komödien gibt...

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