The Sentinel - Wem kannst du trauen?
Thriller, USA 2006, 108 Minuten, ab 12
Originaltitel: The Sentinel; Deutschlandstart: 15.06.2006 (Kinowelt); Regie: Clark Johnson; Produktion: Michael Douglas, Bill Carraro u.a.; Drehbuch: George Nolfi nach dem Roman von Gerald Petievich; Musik: Christophe Beck; Kamera: Gabriel Beristain; Schnitt: Cindy Mollo

mit Michael Douglas (Pete Garrison), Kiefer Sutherland (David Breckinridge), Eva Longoria (Jill Marin), Martin Donovan (William Montrose), Kim Basinger (First Lady), Sarah Ballentine Blair Brown (National Security Advisor), David Rasche (President Ballentine), Kristin Lehman (Cindy Breckinridge), Raynor Scheine (Walter Xavier), Chuck Shamata (Director Overbrook), Paul Calderon (Deputy Director Cortes), Clark Johnson (Charlie Merriweather), Raoul Bhaneja (Aziz Hassad), Yanna McIntosh (Teddy Vargas) u.a.

Filmplakat
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Trailer (Luna Filmverleih )
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Garrisons Job ist der Schutz der First Lady.
Jill Marin und David Breckinridge am Tatort. Garrison muss einen Lügendetektortest machen. Pete Garrison wird in eine Schießerei verwickelt.

In 141 Jahren hat es im Secret Service keinen Verräter gegeben, und jetzt sollen es zwei sein? Das kann ich nicht glauben. Es muss einen Zusammenhang geben ... - Pete Garrison grübelt über die Ereignisse nach.

Plot: Pete Garrison (Michael Douglas) ist für den Schutz des Präsidenten (David Rasche) und der First Lady (Kim Basinger) verantwortlich. Für Reagan fing er sich seinerzeit eine Kugel ein. Jetzt hat er ein Verhältnis mit der Ehefrau des Präsidenten. Als ein Secret Service Agent ermordet wird, ruft das Agent David Breckinridge (Kiefer Sutherland) und dessen neue Partnerin Jill Marin (Eva Longoria) auf den Plan. Breckinridge und Garrison waren einstmals die besten Freunde, bis ihnen Breckinridges Frau dazwischenkam. Alle Untersuchungen Breckinridges führen zu Garrison. Ist er der erste Verräter im Secret Service seit 140 Jahren? Oder steckt ein Komplott größeren Ausmaßes dahinter?

Kritik: Hört sich an wie der Plot zur neuen 24-Staffel nur mit geänderter Besetzung? Richtig! Leider erreicht The Sentinel nie das Niveau von 24. Das liegt nicht an den durchweg guten und auch überzeugenden Darstellern und auch nicht an mangelnder Spannung, sondern wieder einmal am Drehbuchkonzept, das hier und da derart logische Löcher aufweist, dass man als regelmäßiger 24-Seher die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. <SPOILER>: Der Secret Service verdächtigt Garrison ein Verräter zu sein, Garrison kann fliehen, nimmt ein Funkgerät mit, was die Secret Service Agenten wissen. Was sie allerdings nicht dazu veranlasst, ihre Frequenzen zu wechseln, vielmehr plaudern sie alles schön über´s Funkgerät aus, damit Garrison auch mithören kann. Dann die Terroristen: „Den KGB gibt es nicht mehr aber uns!“ Und das ist das ganze Motiv? Ein paar durchgeknallte Russen, die den Präsidenten nur deshalb töten wollen, weil sie der neue KGB sind? Weil Russen generell böse sind und die USA hassen? Klischees aller Welt vereinigt euch! Das ist ja ein wohl mehr als dürftiges Motiv.

Auch ist ziemlich schnell klar, wer der wirkliche Verräter ist und dann ist es noch nicht mal ein überzeugter Verräter (wie zum Beispiel Nina Meyers in Staffel 1 von 24) sondern ein armer Wicht, der im Nachhinein auch noch weiche Knie bekommt – langweilig! Viel interessanter wäre es gewesen Breckinridge den Verräter sein zu lassen, der hätte wenigstens ein Motiv gehabt. Oder noch besser: Die First Lady herself. </SPOILER>
Stattdessen dreht Regisseur Clark Johnson (S.W.A.T.) das Drehbuch in 08/15 Einstellungen herunter ohne jemals an das Niveau vergleichbarer Filme wie Mord im weißen Haus oder In the Line of Fire heranzukommen. Die Story ist zu glatt, zu durchsichtig. Obwohl sie spannend erzählt wird und sowohl Michael Douglas (The Game, Wonderboys) als auch Kiefer Sutherland (24, Dark City) überzeugend in ihren jeweiligen Rollen agieren. Eva Longorias (Desperate Houswifes) Rolle ist im Grunde überflüssig. Sie dient lediglich als hübsches Beiwerk, sowohl für den Secret Service als auch für den Kinozuschauer. Nicht mehr und nicht weniger.
Für meinen ganzen persönlichen Lacher hat allerdings David Rasche gesorgt. Er spielte in den 80er Jahren in der TV-Serie Sledge Hammer den gleichnamigen Detective - ja ich oute mich, alle Folgen dieser relativ hirnlosen aber durchaus kultigen Serie gesehen zu haben! Mr. Rasche wurde hier allen Ernstes als Präsident der Vereinigten Staaten besetzt. Das soll jetzt nicht heißen, dass er seine Rolle nicht überzeugend gespielt hat, das hat er in der Tat. Aber ein Teil von mir hat immerzu darauf gewartet, dass er heimlich seine „Susi“ um Rat fragt - wer die Serie kennt, wird wissen wovon ich spreche ;-) .

Fazit: Solider Polit-Thriller ohne nennenswerte Überraschungen, mit guter Besetzung aber auf gar keinen Fall ein Muss. Lieber zu Hause 24 in den DVD-Player reinlegen, da bekommt man was für sein Geld. :-) 6 von 10 Einminütige Verspätungen zum Arbeitsbeginn.

Sandra Plich
17.06.2006

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17 Stimmen
Schnitt: 4.7
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Leser-Kommentare:
Sebastian (20.06.06): Ich fand den Film ziemlich gut und eigentlich kann man bis auf das nicht überzeugende Ende/Auflösung nicht wirklich etwas ernsthaft am Film aussetzen. Aber wenn man vier Staffeln 24 gesehen hat, wirkt der Film doch etwas lahm, denn schon allein wegen Sutherlands Rolle vergleicht man den Film automatisch mit der Serie! Und so tut man dem Film als 24-Kenner vielleicht etwas unrecht!
Der Film ist kein Highlight, aber sehr gelungen, recht spannend, solide inszeniert und überzeugend (vor allem von Michael Douglas in seinem Alter!) gespielt, aber es fehlt irgendwie das gewisse Etwas!
7 von 10 Lügendetektortests!

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