Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme
Komödie, USA 2007, 115 Minuten, ab 12, Prädikat: wertvoll
Originaltitel: I Now Pronounce You Chuck and Larry; Deutschlandstart: 27.09.2007 (Universal Pictures); Regie: Dennis Dugan; Produktion: Adam Sandler, Jack Giarraputo u.a.; Drehbuch: Barry Fanaro, Alexander Payne, Jim Taylor nach einer Vorlage von Lew Gallo; Musik: Rupert Gregson-Williams; Kamera: Dean Semler; Schnitt: Jeff Gourson

mit Adam Sandler (Charles 'Chuck' Levine), Kevin James (Lawrence 'Larry' Valentine), Jessica Biel (Alex McDonough), Dan Aykroyd (Captain Phineas J. Tucker), Ving Rhames (Fred G. Duncan), Steve Buscemi (Clinton Fitzer), Nicholas Turturro (Renaldo Pinera), Allen Covert (Steve), Rachel Dratch (Vorgesetzter der Behörde), Richard Chamberlain (Ratsherr Banks), Nick Swardson (Kevin McDonough), Mary Pat Gleason (Teresa), Matt Winston (Glen Aldrich) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (Universal Pictures )
Trailer (Universal Pictures )
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Er weiß von unserer Lebensgemeinschaft. Und, äh,er ist hier, um zu überprüfen, ob wir vielleicht irgendwelche Zuwendungen illegal abgreifen. - Sowas machen Leute? Häh! Was ist nur los mit dieser Welt? Also das macht mich einfach nur traurig ... und schwul, daran zu denken, dass so eine Art Verhalten überhaupt möglich ist. - Ja, ja. - Ich werde jetzt in mein Zimmer gehen und mir Platten von Boy George anhören, um mich zu beruhigen. - Larry stellt Chuck den Inspektor der Behörde vor.

Plot: Chuck Levine (Adam Sandler) und Larry Valentine (Kevin James) sind Feuerwehrmänner und beste Freunde, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Chuck an jedem Finger eine Freundin hat, nur an Sex denkt und das Leben für ihn eine nie endende Party ist, ist Larry Witwer mit zwei Kindern, der sich in Geldnöten befindet. Um Geld vom Staat zu bekommen, muss er heiraten. Aber es gibt keine Frau in Larrys Leben, der er bedingungslos vertrauen würde; und so fragt er seinen besten Freund Chuck, ob er bereit wäre eine Lebens-Gemeinschaft mit ihm einzugehen und in Kanada zu heiraten. Chuck sagt widerwillig zu, will er als Frauenheld doch nicht für eine Schwuchtel gehalten werden.
Nach der „Hochzeit“ zieht Chuck bei Larry ein und die Behörden schalten sich ein, weil sie Betrug wittern. Chuck und Larry heuern die Anwältin Alex McDonough (Jessica Biel) an, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt. Als Chuck sich in Alex verliebt, fängt der Ärger erst an...

Kritik: Nach Die Liebe in mir ist Chuck und Larry dieses Jahr der zweite Film mit Adam Sandler. Hier hat er wieder zu seinen komödiantischen Wurzeln zurückgefunden. Alle Freunde des hintergründigen Humors mögen diesen Film bitte meiden. In Chuck und Larry ist absolut nichts hintergründig. Der Humor ist direkt, sehr direkt und in seinen sexuellen Anspielungen absolut eindeutig. Eben klassischer Sandler-Humor, wie man ihn mag oder eben nicht. Ich schreibe diese Kritik als Adam-Sandler-Fan und damit seien dann an dieser Stelle auch alle gewarnt. ;-)

Der Humor kratzt an der Grenze des guten Geschmacks und überschreitet sie auch an einigen Stellen. Er ist obszön und vulgär und absolut ungeeignet für Kinderohren, weshalb ich die FSK Freigabe ab 12 Jahren absolut nicht nachvollziehen kann.
Adam Sandler und Kevin James harmonieren perfekt miteinander, was dem Film natürlich zugute kommt. Adam-Sandler-Fans werden, wie in jedem seiner Filme, einen hohen Wiedererkennungswert bei den Nebendarstellern feststellen dürfen. So sind wieder Rob Schneider (göttlicher Cameo-Auftritt als chinesischer „Standesbeamter“), Allen Covert (wieder in einer kleineren Nebenrolle) und Steve Buscemi als von der Behörde eingesetzter Kontrolleur Fitzer zu sehen. Sogar Sandlers Ehefrau Jackie ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen, ebenso wie seine Mutter.
Produziert von seiner eigenen Firma Happy Madison (nach Billy Madison und Happy Gilmore) arbeitet er am liebsten mit Leuten zusammen, die (Zitat:) „ … ich schon einmal nur mit einem Badetuch bekleidet gesehen habe“ (Zitat Ende).
Chuck und Larry arbeitet mit den gängigen Klischees über Heteros und Schwule und lässt dabei so gut wie keins aus. - Das ist natürlich nicht jedermanns Sache.
Der Ablauf des Films ist 08/15: Homophobiker Chuck muss als neuer „Schwuler“ mit den Vorurteilen seiner Heterokumpels kämpfen und kommt so zu der Erkenntnis: Jeder sollte lieben dürfen, wen immer er will, und sich reinstecken lassen dürfen, was immer er will, solange dabei niemand zu Schaden kommt. Das ist die einfache Botschaft des Films, die ganz am Ende ein wenig in Moralinsäure zu ersticken droht, aber Steve Buscemi kann das mit einem einzigen Satz gerade noch abwenden.
Wer eine derbe, sexuell extrem anzügliche ;-) Komödie zum Ablachen mit zwei sympathischen Hauptdarstellern sehen will, sitzt im richtigen Film. Feingeister bitte draußen bleiben!

Fazit: Befürworter des direkten Brachialhumors und Adam-Sandlers-Fans wie ich werden den Film lieben, für alle anderen übernehme ich keine Verantwortung. Ich gebe 8 von 10 Mr. Februar Kalenderseiten.

Sandra Plich
29.09.2007

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Naja geht so7%
War okay10%
Gut6%
Sehr gut9%
Absolut hervorragend11%
Bester Film aller Zeiten10%

684 Stimmen
Schnitt: 5.3
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Leser-Kommentare:
Olaf (14.10.07): @joka: Die Filmbewertungsstelle verstehe ich manchmal auch nicht. Vor allem in letzter Zeit beobachte ich eine starke Tendenz zum Mainstream, was meiner Meinung nach die FBW fast schon überflüssig macht. Wieso Filme durch positive Prädikate puschen, die das gar nicht nötig haben?
Zitat aus der Begründung der FBW Wiesbaden: "Dennoch werden viele der Klischees, an denen hier kein Mangel herrscht, mit so viel herzerfrischender Ironie und burlesker Komik bedient, dass letztlich keine dieser Gruppen vorgeführt wird - weder die Schwulen noch die Frauen. Denn wer diese Darstellung von homosexuellen Lebensgewohnheiten oder weiblicher Verführbarkeit ernst nimmt, versteht den schrägen Humor des Films nicht."

joka (13.10.07): "Prädikat: wertvoll" ???? Halloooooo?!?!? Ist da noch einer zuhause?
Eric Draven (10.10.07): Schließe mich der allgemeinen Tendenz an.
Ein netter Unterhaltungsfilm mit dem üblichen Sandler-Film-Ablauf.
Für mich weder ein Muss für Fans von Adam Sandler noch ein Muss für Fans von Kevin James, da beide nicht zu Höchstleistungen auflaufen.
Sicherlich eher ein Film für die DVD als für's Kino.
5 von 10 "I'm every woman"-performances.

Stephanie (09.10.07): Ich habe stellenweise Tränen gelacht! Chuck und Larry ist wirklich klasse, mit zwei ganz reizenden Hauptdarstellern, die wunderbar zusammen harmonieren. Okay, die Darstellung der Schwulen als Tunten war etwas übertrieben, aber keinesfalls negativ oder gar beleidigend. Da ich der Meinung bin, man sollte es alles nicht so eng sehen und sich einfach nur köstlich amüsieren, gebe ich 8,5 von 10 Gleitcremes für 2 Dollar.
Bluti (09.10.07): @Sebastian: Deinem ganzen ABER stimme ich voll zu. Bei allem anderen tue ich mich schwer. Die Idee des Films trägt niemals über diese lange Spieldauer. Und die Fülle, bzw. der Gehalt der Gags ebenfalls nicht. Am Anfang gibt es zugegeben ein paar Schmunzler, aber die lassen ganz stark nach und das Strecken des Films auf fast 2 Stunden tut ihm nicht gut. Mit dem vorhandenen Inhalt und den vorliegenden Gags hätte man mit Erreichen der 90-Minuten Marke möglichrweise noch einen netten Film hinbekommen, aber mit dieser vollkommen unnötigen Länge (denn es hätten problemlos 30 Minuten geschnitten werden können!) und der von dir bereits angesprochenen Gutmenschrede...nö, der Film fällt bei mir durch.
Sebastian (08.10.07): Bin mächtig zwiegespalten!!!
Der Film ist tatsächlich, wie Sandra schon schrieb, im Grunde mal wieder eine übliche Adam Sandler-Komödie mit dem üblichen albernen und platten Humor, wie man es kennt! Er ist aber durchgängig unterhaltend und amüsant! Sandler und James harmonieren super! Der Film hat noch ne gute Botschaft und ist pro Schwule bzw. das jeder so Leben soll, wie er will! Und den Soundtrack fand ich klasse!!!
So weit, so gut!
ABER:
Im Grunde ist der Film 'ne Frechheit!!!
Ich habe schon lange nicht mehr so stereotype Charaktere gesehen und so eine klischeehafte Darstellung von Schwulen! Das tat echt weh! Als wenn alle Schwulen entweder tuntig oder überdreht wären! Oder am besten beides! Im Film gab es eigentlich keinen "normalen" Schwulen!
Gut, an allen Klischees ist natürlich auch eine gute Portion Wahrheit, aber das ging ja mal gar nicht! Im Jahr 2007 und Zeiten von Will & Grace und Queer as folk muss so eine einseitige, lächerliche Darstellung nicht mehr sein!
Es hatte natürlich wieder nur den Sinn ÜBER die Schwulen und nicht mit ihnen zu Lachen! Von daher ist der Film fürchterlich heuchlerisch!
Hinzukommt dann noch diese schrecklich schwülstige Rede gegen Ende!
Naja, aber da ich dem Film abkaufe, dass er seine Botschaft letztlich doch ernst meint und es ein Adam Sandler-Film ist, deren übliche Zuschauer-Klientel die Botschaft auf andere Art und Weise vermutlich gar nicht erst aufnehmen würden, ist das Ganze nicht allzu schlimm!
Aber mehr als 6 von 10 "Papier-Schwuchteln" ist bei mir aus oben genannten Gründen leider nicht drin!

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