Der fremde Sohn
Drama, USA 2008, 142 Minuten, ab 12, Prädikat: Besonders Wertvoll
Originaltitel: Changeling; Deutschlandstart: 22.01.2009 (Universal); Regie: Clint Eastwood; Produktion: Clint Eastwood, Brian Grazer u.a.; Drehbuch: J. Michael Straczynski; Musik: Clint Eastwood; Kamera: Tom Stern; Schnitt: Joel Cox, Gary Roach

mit Angelina Jolie (Christine Collins), Gattlin Griffith (Walter Collins), Michelle Martin (Sandy), Michael Kelly (Detective Lester Ybarra), Frank Wood (Ben Harris), John Malkovich (Rev. Gustav Briegleb), Colm Feore (Chief James E. Davis), Devon Conti (Arthur Hutchins) u.a.

Filmplakat
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Das ist nicht mein Sohn. - ... Was? Was soll das heißen? - Das ist nicht mein Sohn. - Also, Sie müssen sich irren! - Die Polizei präsentiert Christine ihren vermeindlichen Sohn.

Plot: Christine Collins (Angelina Jolie) lebt allein mit ihrem Sohn Walter (Gattlin Griffith) in ihrem Haus im Los Angeles des Jahres 1928. Als sie eines Abends von der Arbeit nach Hause kommt, ist Walter verschwunden. Zunächst hilft ihr die Polizei nicht wirklich weiter, aber als dann nach Monaten ein Junge gefunden wird, stellt sich die Polizei im besten Licht dar, um ihr schlechtes Image bei der Bevölkerung in Punkto Korruption und Mord zu überdecken. Der gefundene Junge behauptet, der gesuchte Walter zu sein, doch Christine erkennt ihn nicht wieder und glaubt einen anderen Jungen vor sich zu haben. Sie nimmt ihn aber auf, pocht jedoch weiterhin darauf, dass es nicht ihr Sohn ist und sucht ihren Walter auf eigene Faust gegen den erbitterten Widerstand der Polizei. Insbesondere Capt. J.J. Jones (Jeffrey Donovan) stellt sich erbittert gegen sie. Die einzige Unterstützung erhält sie von Reverent Gustav Briegleb (John Malkovich), der schon immer gegen die Machenschaften der Polizei gewettert hat. Keiner kann Christine die Hoffnung nehmen, dass sie ihren richtigen Sohn doch noch irgendwann wieder bekommt...

Kritik: Ich freue mich jedes Mal, wenn ich erfahre, dass ein neuer Film von Clint Eastwood (Million Dollar Baby) in die Kinos kommt, denn bei Eastwood hat man mehr oder weniger die Garantie, dass es ein guter, wenn nicht sogar sehr guter Film wird.
Und auch bei seinem neusten Film Der fremde Sohn wurde ich nicht enttäuscht, sogar noch sehr positiv überrascht. Der Film ist wirklich richtig spitze geworden. Eastwood, der ein Meister im Bereich des „Emotionskinos“ ist, schafft es auch hier wieder perfekt, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und in eine mitreißende Gefühlswelt zu entführen.

Bild, Ausstattung und Ton ergeben zusammen eine famose Komposition, der man sich nicht entziehen kann. Unterlegt ist alles mal wieder mit Eastwoods eigenem pianolastigem Score, der sich perfekt ins Ganze gliedert.
Die Stimmung des Films ist, wie bei einem Drama zu erwarten, ergreifend und traurig. Aber dass der Film es schafft, in mir eine derartige Beklommenheit auszulösen, hätte ich nicht erwartet. So etwas hat schon längere Zeit kein Film mehr bei mir geschafft. Man fühlt unweigerlich mit der Protagonistin Christine Collins (Angelina Jolie) mit. Und das liegt nicht nur an Eastwoods Regie, sondern an Jolies grandioser schauspielerischer Leistung. Zwar grenzt diese leider in der ersten Hälfte des Films manchmal ans Over-Acting, doch könnte das auch an der deutschen Synchronisation liegen. Man fühlt aber nicht nur mit Christine Collins, sondern auch unweigerlich mit allen anderen Figuren, die ein tragisches Schicksal im Film erleiden, da alle durchweg überzeugend gespielt werden und auch gut von Autor J. Michael Straczynski (Babylon 5) geschrieben sind. Einziger Wermutstropfen ist, dass für meinen Geschmack einige Charaktere zu stereotyp gezeichnet sind. Besonders die Mitarbeiter der psychiatrischen Klinik hätte man nicht klischeehafter schreiben bzw. besetzen können. Auch frage ich mich, in wie weit Straczynski die wahre Geschichte der Christine Collins noch filmisch aufbereitet hat, damit sie besonders tragisch und beklemmend wirkt? Die demonstrative Ignoranz der Polizei und besonders von Capt. J. J. Jones (Jeffrey Donovan) ist zwar aus der Handlung her begründbar, wirkt aber bisweilen schon so grotesk-absurd, dass man sich ein bitter-sarkastisches Auflachen nicht verkneifen kann. Fragt sich, in wie weit das damals alles wirklich so war.

Fazit: Beklemmend, aufwühlend, tragisch, spannend, sehr gut gespielt und toll erzählt. Der fremde Sohn ist auf jeden Fall zu empfehlen. Vor allem für Freunde des Eastwood´schen Drama-Erzählkinos. 9 von 10 Fotos von vermissten Kindern.

Sebastian Schwarz
28.01.2009

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