Dark Shadows
Gruselkomödie, USA 2012, 112 Minuten, ab 12
Originaltitel: Dark Shadows; Deutschlandstart: 10.05.2012 (Warner Bros.); Regie: Tim Burton; Produktion: Christi Dembrowski, Johnny Depp u.a.; Drehbuch: Seth Grahame-Smith; Musik: Danny Elfman; Kamera: Bruno Delbonnel; Schnitt: Chris Lebenzon

mit Johnny Depp (Barnabas Collins), Michelle Pfeiffer (Elizabeth Collins Stoddard), Helena Bonham Carter (Dr. Julia Hoffman), Eva Green (Angelique Bouchard), Jackie Earle Haley (Willie Loomis), Jonny Lee Miller (Roger Collins), Bella Heathcote (Victoria Winters / Josette DuPres), Chloë Grace Moretz (Carolyn Stoddard), Gulliver McGrath (David Collins), Ray Shirley (Mrs. Johnson), Christopher Lee (Clarney), Alice Cooper (Alice Cooper), Ivan Kaye (Joshua Collins), Susanna Cappellaro (Naomi Collins) u.a.

Filmplakat
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Irgendwie hast du'n Rad ab, oder? - Der Versuch wurde unternommen, mich zu rädern. Doch vergebens... - Die Familie hadert mit dem untoten Vorfahren.

Plot: Ende des 18. Jahrhunderts wandert die Familie Collins von England nach Amerika aus und baut dort einen Fischereiunternehmen auf. Sie kommen zu Reichtum und errichten sich einen opulenten Wohnsitz in einem nach ihnen benannten Ort. Doch eine verschmähte Mätresse (Eva Green) des Collins Sohnes Barnabas (Johnny Depp) verflucht ihn. Seine große Liebe Josette (Bella Heathcote) bringt sich um und er wird zum Vampir. Doch damit nicht genug, lässt sie ihn in einen Sarg sperren und vergraben. Untot verbringt er 200 Jahre in der Erde bis er bei Grabungsarbeiten im Jahr 1972 wieder befreit wird. Völlig überfordert mit den neuzeitlichen Gegebenheiten muss er erkennen, dass der Collins-Clan verarmt und von Schicksalsschlägen gebeutelt ist. Außerdem ist die Hexe, die ihn damals verflucht hat, immer noch am Leben und hat die Macht und Führung im Ort mit ihrem eigenen Unternehmen übernommen. Barnabas versucht nun, sich an ihr zu rächen und seinen Familien-Clan wieder auf Vordermann zu bringen...

Kritik: Der neuste Streich des „Dream Teams“ Tim Burton und Johnny Depp ist mittlerweile ihre achte Zusammenarbeit. Doch langsam aber sicher zeigen sich Risse in der glorreichen Fassade der beiden Filmschaffenden. Bisher konnte man, besonders als Fan der beiden, darauf setzen, dass man einen guten bis sehr guten Film zu sehen bekommt, wenn sie wieder einen neuen gedreht hatten. Doch schon bei Alice im Wunderland war das Ganze nicht mehr so wirklich gelungen, aber noch okay. Jetzt bei Dark Shadows hat man den Eindruck, beide hätten bei einem Bier zusammen gesessen und gesagt: „Verdammt, es ist wieder an der Zeit, dass wir beide zusammen einen Film drehen.“ - „Aber wir haben doch kein wirklich gutes Drehbuch.“ - „Ach ist egal. Wir nehmen einfach etwas mit Vampiren und Romantik und Humor. Bei uns fressen die Zuschauer doch alles.“ Und so stimmt bei Dark Shadows eigentlich nur noch der äußere Schein. Von der Optik, der Musik, den Schauspielern und dem gesamten Grundkonzept her gesehen, ist der Film durchaus wie immer Tim Burton-like und gelungen. Der innere Kern, der einen Film ausmacht, ist aber absolut verhunzt.

Dark Shadows beruht auf einer täglich ausgestrahlten Grusel-Serie aus den 60ern. Diese brachte es immerhin auf 1225 Folgen. In den 90ern startete man den Versuch eines Remakes, der aber bereits nach einer Staffel eingestellt wurde. Jetzt nahm sich Tim Burton des Konzeptes an und versetzt die Handlung in die 70er Jahre. Das Ganze bietet ungeheuer viel Potential. Zum einen die Storyline, wie der gerade wieder erwachte Vampir mit den unbekannten Alltäglichkeiten zurechtkommen muss. Dann die romantische Storyline derüber Jahrhunderte währenden Liebe, die dramatischen Elemente über die Familiengeschichte und die gescheiterten Existenzen sowei die Grusel-/Horrorkomponenten. Also viel Potential für einen Film. Da hätte man viel draus machen können. Leider funktioniert das überhaupt nicht, da die Gruseleinlagen so überhaupt nicht mit der romantischen Handlung und den dramatischen Handlungssträngen harmonieren wollen. Die humorvollen Aspekte des Films werden nur ansatzweise ausgeschöpft und das Beste davon sieht man bereits im Trailer. Besonders die, vermutlich um den Nebenfiguren mehr Tiefe zu geben, eingestreuten dramatischen Handlungseinschübe wirken fehl am Platz und sind störend. So etwas kann man während einer langen Serie einbauen, aber hier hätte man die ein oder andere Figur, besonders Roger Collins, durchaus gut gespielt von Jonny Lee Miller, getrost streichen können.
Wenn da die schauspielerische Qualität von Depp, Pfeiffer und Bonham Carter nicht wären, wäre der Film ein großer Flop. Doch so verlässt man nur etwas unbefriedigt das Kino und sagt sich: Hoffentlich wird der nächste Film von Burton und Depp wieder besser. Dass es wesentlich besser geht, hat man bei dem ähnlich angesiedelten Sleepy Hollow gesehen.

Fazit: Dark Shadows gehört leider zu den schlechteren Filmen von Burton und Depp. Bietet er vom Grundkonzept zwar genau das, was der Zuschauer von einem Film solchen erwarten kann, so zeigt das Endprodukt aber einen häufig lahmen, nicht zusammenpassenden Mischmasch aus Komödie, Drama und Grusel, der nicht richtig zünden will. Das geht wesentlich besser! Weil die schauspielerische Leistung überzeugt, gibt es aber noch 6 von 10 kleinen Frauen im Fernseher.

Sebastian Schwarz
20.05.2012

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