28 Days Later
Horror, GB/USA/NL 2002, 112 Minuten, ab 18
Originaltitel: 28 Days Later; Deutschlandstart: 05.06.2003 (20th Century Fox); Regie: Danny Boyle; Produktion: Andrew MacDonald; Drehbuch: Alex Garland; Kamera: Anthony Dod Mantle; Schnitt: Chris Gill; Kostüme: Rachael Fleming

mit Cillian Murphy (Jim), Naomie Harris (Selena), Megan Burns (Hannah), Brendan Gleeson (Frank), Christopher Eccleston (Maj. Henry West), Alex Palmer (Aktivist), Bindu De Stoppani (Aktivist), Jukka Hiltunen (Aktivist), David Schneider (Wissenschaftler), Toby Sedgwick (Infizierter Priester), Noah Huntley (Mark), Christopher Dunne (Jims Vater), Emma Hitching (Jims Mutter), Alexander Delamere (Mr. Bridges), Kim McGarrity (Mr. Bridges' Tochter)

Internet Movie Database (de/us)
Offizielle Homepage (20th Century Fox de)
Trailer (Real Media ISDN - 20th Century Fox de)

Sie sind hochgradig ansteckend. Man hat ihnen einen Hemmstoff verabreicht. - Infiziert womit? - Um heilen zu können muss man zuerst verstehen wie... - Womit infiziert? - Wut. - Was erzählt der da für 'ne Scheiße!? - Wir haben keine Zeit für diesen Schwachsinn. Mach die Käfige auf! - Nein! Nein! Nein! - Hör zu du kranker Bastard: Wir gehen jetzt und werden deine Folteropfer mitnehmen. - Wir werden euch hier rausholen. - Die Tiere sind ansteckend. Die Infektion ist in ihrem Blut und ihrem Speichel, bei einem einzigen Biss... Stop! Stop! Ihr habt ja keine Ahnung! - Die infizierten Affen werden von Tierschützern befreit.

Plot: Das neuste Werk des Briten Danny Trainspotting / The Beach Boyle fängt in etwa da an, wo Resident Evil aufhört: Ein junger Mann namens Jim (Cillian Murphy) wacht allein in einem Krankenhaus auf. Und das 28 Tage, nachdem eine Gruppe Tierschützer in ein Versuchslabor eingebrochen war, um dort befindliche Affen zu befreien. Was sie nicht wussten: Die Affen trugen ein Virus in sich, das maßlose Aggression hervorruft. Nun irrt Jim aus dem menschenverlassenen und verwüsteten Krankenhaus auf die Straße, nur um herauszufinden, dass es sich mit dem restlichen London nicht anders verhält... In einer Kirche findet er alle Menschen regungslos auf dem Boden vor. Nach einem Versuch, sich bemerkbar zu machen, torkelt plötzlich der Priester auf ihn zu. In letzter Sekunde bemerkt Jim jedoch, dass der "Gottesanbeter" in etwa so gefährlich ist, wie sein tierisches Pendant. Nach erneuter Flucht stößt er auf Serena (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley), die ihm sein Lage erklären: Durch die gescheiterte Befreiungsaktion verbreitete sich das Virus innerhalb weniger Tage, zunächst in den kleinen Vororten und griff dann über auf die Großstädte über, bis ganz England überrant wurde. Der sich ausbreitenden Seuche konnte nichts entgegengesetzt werden. Nun ist nichts mehr übriggeblieben außer einigen wenigen Überlebenden, die sich verzweifelt gegen die zombieartigen Infizierten zu Wehr setzen. Es gibt keine Regierung, keine funktionierenden Systeme und auch keine Hoffnung auf Rettung, denn das Virus hat sich weltweit ausgebreitet. Überleben ist das einzige, worauf es noch ankommt.
Aber dann empfangen sie eine Radiomitteilung eines kleinen Soldatenstützpunktes in der Nähe Manchesters, der Schutz und Hilfe und sogar eine Lösung ankündigt. So macht man sich auf den gefährlichen weg nach Norden, dessen Ende die einzige Hoffnung bietet.

Kritik: Danny Boyle ist seiner schrägen Art, die wir schon in den genannten Vorgängern zu spüren bekamen, treu geblieben. Allerdings konnte er sich hier scheint's weder für ein Genre noch für einen Schwerpunkt entscheiden: So ist 28 Days Later weder ein ordentlich "blutiger" Zombie-Film in From Dusk Till Dawn-Manier, noch ein vernünftiges Weltuntergangsszenario, und noch nicht mal ein anständiger Grusel-Thriller. Zwar ist er von allem ein bisschen, aber das ist halt nichts Ganzes (dasselbe Problem wie bei Ich weiß noch immer, was du letzten Sommen getan hast und werde es wohl bis Teil 8 auch nicht vergessen...).
In der ersten Hälfte bekommen wir den Zombiepriester und ein, zwei seiner Kollegen zu Gesicht, dann aber trifft Jim schon auf Mark und Serena, die ihm seine zukünftigen Verhaltensregeln erklären (gehe niemals allein, niemals im Dunkeln, etc.pp). Und damit ist der Zombiespuk auch schon fast wieder vorbei.

Nun versucht der Film, ein wenig Weltuntergangsstimmung hervorzuzaubern ("ist alles scheiße, die Welt wird nie wieder so sein wie früher, ich kümmere mich nur noch um mich selbst, wenn du zur Gefahr für mich wirst, zögere ich keine Sekunde, dich zu töten"), was ihm aber nur begrenzt gelingt.
Das größte Problem des Films liegt aber in dem Storybruch ab der zweiten Hälfte: Im Militärstützpunkt angekommen, geht es eigentlich nicht mehr um das Virus und den Weltuntergang, sondern nur noch um einen Haufen notgeiler Soldaten, die seit den besagten 28 Tagen keine Frau mehr gesehen haben und nun über die zu ihnen Geflüchteten herfallen wollen. So geht es ab hier quasi nur noch um Jims Versuch, Serena und ein weiteres Mädchen vor einer Massenvergewaltigung zu bewahren. Nicht besonders prickelnd... Eigentlich viel interessantere Aspekte wie z.B. die Frage, wie sich das Virus eigentlich über das Wasser ausgebreitet haben (da die Infizierung nur über das Blut erfolgt und den Infizierten innerhalb weniger Sekunden in einen Zombie verwandelt) und somit die ganze Welt verseucht haben soll, werden leider nur ganz nebenbei angesprochen und dann auch nicht weiter ausgeführt. Also storytechnisch könnte man beinahe von "Thema verfehlt" sprechen.
Dann gibt es da noch eine Sache, an der sich die Geister scheiden werden: In etwa der halbe Film ist mit einer, wenn auch guten, Digital- bzw. Videokamera aufgenommen worden. Wirkt sich auf das Bild aus, als das ständig eine Art Schleier darüber zu liegen scheint, gerade in den Totalen ist es deutlich arg pixelig. Nun gut, hat durchaus einen tollen Effekt: Gerade am Anfang hat man weniger das Gefühl, in einen aufwendigen Hollywood-Weltuntergangsszenario zu sitzen (Danke!!! Davon haben wir seit The Core genug!!!), als viel mehr, das authentische Videomaterial eines Überlebenden oder Aufzeichnungen von nun herrenlosen Überwachungskameras zu sehen. Hier wird eine Stimmung kreiert, durch die man sich schon ein gutes Stück unbehaglich fühlt. An vielen anderen Stellen ist die Videokameraästhetik aber auch einfach nur nervig und man wünscht sich schlicht ein besseres Bild. Erst das Ende ist dann deutlich mit einer normalen Filmkamera gedreht worden, was einem Aufatmen gleich kommt. Soll auch so sein, schließlich werden die lieben Protagonisten in den Szenen gerettet und die Untergangsstimmung ist verflogen....
Soll nun aber auch nicht heißen, dass der Film nur schlecht wäre: Die erste Hälfte hat durchaus ihre Stärken. Zum Beispiel die Art, in der das verwüstete und menschenleere London und die Situation der wenigen Überlebenden, deren gewohnte Lebenssituation plötzlich in sich zusammengebrochen ist, gezeigt werden, wirkt sehr realistisch und bedrückend. Dazu kommt noch der an dem meisten Stellen gut platzierte Soundtrack. Aber retten kann das alles den Film nicht. Jedenfalls nicht wirklich.

Fazit: Netter und auch unterhaltsamer Film, der jedoch sein Potential bei Weitem nicht ausschöpft. In der zweiten Hälfte wirkt die Handlung an der Haaren herbeigezogen. Hinzu kommen mehrere Stilbrüche und auch die an vielen Stellen nicht sinnvoll eingesetzte Videokamera. Für Danny Boyles zumindest deutlich erkennbaren guten Willen gibt's noch 5 von 10 Reifenwechseln unter Hochdruck

Nikolas Mimkes
15.06.2003

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Gut
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Absolut hervorragend14%
Bester Film aller Zeiten14%

7 Stimmen
Schnitt: 6.1
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
mr (05.10.06): Ist doch 'n netter Film? 10/10
julius (11.03.05): hallo
julius (11.03.05): hallo
Axl (08.10.03): Erstmal meine Wertung: 8 von 10. Ich hab den Film gestern auf DVD gesehen. Wahrscheinlich ist die grobkörnige und mit Digitaleffekten gespickte Kameraarbeit Geschmacksache. Ich fand sie grossartig und sehr passend. Und ich hasse die "MTV Ästhetik". Ebenso gut ist der sehr unklischeehaft düstere Soundtrack. Zufälligerweise habe ich letzte Woche "Day of the dead" von G. Romero gesehen, aus dem viele Zitate in "28 days later" stammen. Bei Romero hab ich mich gelangweilt. Die Splatterszenen sind dort sicher expliziter, doch insgesamt furchterregender waren die Gemetzel am Ende von Boyles Film, ebenso wie die "Zombies auf Speed". Metaphorisches zum Nachdenken gibt ebenso en masse. Nur eine Sache, weil sie noch nicht erwähnt wurde: In "Day of the dead" lernen wir einen gefangenen Zombie kennen (Bob), den ein verrückter Wissenschaftler zu "zivilisieren" versucht. Am Schluss erledigt Bob seinen Peiniger ganz "zivilisiert" mit der Knarre, statt ihn aufzuessen. Dieses Motiv benutzt Boyle auch, nur dass der Zombie schwarze Hautfarbe hat, und die Menschen, die ihn gefangen haben, lediglich herausfinden wollen, wielange es dauert, bis er verhungert ist. Fühlt sich da nicht jemand an den Umgang der "zivilisierten Welt" mit Afrika/3.Welt erinnert? Auch was die "Quarantänesituation" betrifft? Na gut, es ist ein Genrefilm und sein Problem ist, dass die meisten Mainsteamzuschauer bereits von den ganzen unsäglichen Hollywoodpseudohorroractionundwasseissichstreifen der letzten Zeit verdorben sind. Wer wie ich Fluch der Karibik, T3, Matrix 2, the Hulk usw. gehasst hat, sollte es mal hier probieren.
Chris (08.07.03): Ich habe den Trailer auf Premiere gesehen. Da haben sie Werbung fuer diesen Film gemacht. Fazit war, dass es sich um einen der gruseligsten und tollsten Filme handeln soll. Natürlich weiss ich, dass bei Trailern immer uebertrieben wird. Habe also nicht zu viel erwartet, jedoch hoffte ich, mich auch mal wieder etwas zu fürchten - ist schon sehr lange her und war richtig heftig bei 'Alien'. Also sah ich mir den Film an - leider... Ich hasse Zombie-Filme! So ein besch... Film!!! Da war ja der beknackte 'Resident Evil' besser! Also ihr Zombie-Fans: Habt Euren Spaß dabei - für mich ist das nichts und gruseln konnte ich mich überhaupt nicht. Schade! Wenn es 0 Punkte gaebe,wuerde ich die verteilen. So vergebe ich 1 miesen Zombie von 10 beknackten Zombies. PS: Ich mag auch anspruchsvolle Filme - aber sowas?!
Konrad (02.07.03): Also das mit dem Bild ist echt die Höhe. Da hab ich extra meine Brille mit ins Kino genommen - hätt ich mir glatt sparen können. Erst dacht ich, ich wär augenkrank und hätte nen Glaukomanfall oder sowas mieses, und hab ständig an den Gläsern rumgewischt. Da ist ja meine Webcam schärfer, aber was solls. Denn was ich dann doch auf der Leinwand doch noch erspähen konnte, war sowieso nicht so wichtig. Ab und zu hab ich mal hingesehen und mir dann überlegt, wie ich den Film am liebsten weitergedreht hätte. Leider kam es irgendwie immer ganz anders. Solche Kleinigkeiten wie die Frage, wie ein Virus in 10 Sekunden wirken kann - oder warum sich die Hypertollwütigen nicht gegenseitig verspeisen oder am allerbesten gleich selber aufessen - zu hinterfragen wäre ja spießig, ich weiß. Irgendwie wurde ich auch das Gefühl nicht los, daß da jemandem vom Filmteam noch Bilder aus der unsäglichen "Herrschaft des Feuers" im Kopf rumspukten, ich hatte da zumindest einige deja-vus. Daß am Ende 2 jungfräulich - rotberockte Damen zu retten waren, ist zwar nichts Ungewöhnliches im Kino, sorgte jedoch angesichts der Multikulti-Quotenbürste für die endgültige Gewissheit, daß es sich nicht wirklich um einen Film, sondern vielmehr eindeutig um eine bemitleidenswerte Aneinanderreihung von Wahnvorstellungen handelt. Also: Von 10 möglichen Zwangsjacken vergebe ich 2.
Sebastian (20.06.03): @Nikolas: Tut mir leid, wenn du dich ein wenig auf den Schlips getreten fühlst, aber mein Kommentar war bestimmt nicht böse gemeint! Deine Kritik ist mit Sicherheit genauso gut oder auch besser als mein Kommentar und jeder bewertet einen Film nun mal nach seiner privaten Ansicht. Das heißt nicht, dass die eine Kritik besser oder angemessener ist, als eine andere. Soviel erstmal dazu!
Vorsicht hier wird was über den Film verraten!:
Nachdem ich noch einmal darüber nachgedacht habe, muss ich dir bei einer Sache sogar zustimmen!
Dass mit den abgebrochenen Übertragungen aus New York habe ich so verstanden, das man die Übertragungen im Fernsehen einfach nicht mehr sehen konnte, weil die Sender in England aufgrund von Stromausfällen und mangels Personal einfach nicht mehr senden konnten und deshalb ausfielen. Und das, bevor überhaupt klar war, dass das Virus nur in England verbreitet wurde. Somit sind alle Überlebenden verzweifelt und meinen, dass die ganze Welt verseucht ist. Außerdem reagieren die wenigsten Menschen in so einer Situation wohl rational denkend, bis auf ein paar Ausnahmen (siehe den Angeketteten!). Aber in einer Hinsicht hast du Recht! Eigentlich hätte man zumindest mit einem Kurzwellen-Radio, welches wenigstens ein paar Leute besitzen sollten, noch Nachrichten aus der restlichen Welt empfangen können. Da ist ein eindeutiger Fehler im Film! Also nichts für ungut!

Nikolas (19.06.03): @ Sebastian: was das verstehen des films angeht, haben wir vielleicht beide ein wenig recht. vom trailer und auch vom plakat her habe ich was anderes erwartet als der film letztendlich bot. und auch wenn die zweite hälfte zeigte, dass menschen auch nur tiere sind und menschen seit menschengedenken menschen töten und die protagonisten im endeffekt nur von einer hölle zur nächsten gelangten, finde ich doch den erzählstrang ein wenig fehl am platz. jedenfalls so, wie er umgesezt wurde. dass der film am 18 ist, hatte ich gar nicht bemerkt. kómmt vielleicht davon, dass ich auf sowas nicht mehr zu achten brauche oder auch nicht mehr nach dem ausweis gefragt werde. aber gerade diese einstufung rechtfertigt für mich erst recht meine bewertung. denn die "erwartung" hat er dann wirklich nciht erfüllt.
2.hier wird jetzt was verraten!
relativ weit am anfang, als selena jim die lage erklärt, erzählt sie ihm auch, wie die übertragungen aus new york etc. aufgehört hätten und das virus (wie sie's genau formuliert hat, weiß ich nicht mehr) auch die restliche welt überrollt hätte. zumindest besteht für sie an der stelle keine hoffnung wie "wir müssten versuchen, nach europa zu kommen, da sind alle noch normal". auch kommt nix in der richtung wie "die ganze welt lässt uns hängen". für sie ist die welt untergegangen. erst viel später, als jim mit einem der soldaten an die heizung gekettet ist, faselt der was von wegen "wie hätte das virus denn über das wasser gelangen sollen" und "in der restlichen welt müssen noch welche am leben sein". das wird allerdings leider nicht weiter verfolgt. dann ist jim plötzlich auf der flucht und entkommt knapp der erschießung. als er da auf dem bodenliegt, sieht er das flugzeug am himmel. das ist das erste zeichen für hoffnung in dem film.
vielleicht ist der trailer fehlleitend, aber es ist nun mal der trailer. und wenn der film nicht hält, was der trailer an erwartungen weckt und dann noch nicht mal auf seine weise wirklich gut ist, dann tut's mir leid! aber für den fall, dass ich mich irre, haben wir ja noch deinen kommentar, der vielleicht besser ist und den film angemessener bewertet, wer weiß? im endeffekt muss der zuschauer entscheiden. und dem rate ich ja auch nicht ab.

Commander (19.06.03): Bereits gleich zu Anfang sticht das rauschige und arg unscharfe bild negativ ins Auge. Details sind nicht erkennen weil unscharf und auch sonst verhindern permanente Nahaufnahmen und eine arg wackelige Kamera ein angenehmes sehen. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt kann man sich auch voll und ganz auf die Story fixieren. Und die ist zwar nicht neu (Bsp.: The Stand, diverse Romero Endzeit Zombiefilme), aber immer wieder beängstigend und interessant. Was tun wenn man aufwacht und niemand ist da? Die Strassen sind leer gefegt und überall herrscht Chaos. Na klar, man geht erstmal seinen Urtrieben nach...essen und trinken! Doch irgendwann nachdem der Protagonist vermutet hat, dass eine Seuche wohl wirklich alle Menschen getötet hat, stösst er in einer Kirche auf grosse Leichenberge und einen nicht ganz toten Priester, der Ihn auch gleich anfällt... Jim kann entkommen und läuft geradewegs in die Arme von Selena und Mark, ebenfalls 2 Überlebende der Seuche. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Haus von Jim und seinen Eltern. Dort muß Jim feststellen, dass seine Eltern den Freitod gewählt haben um der Seuche zu entgehen. Doch dort kommt es auch zu einem Zwischenfall... Mark wird mit der Seuche infiziert und von Selena getötet. Nur noch zu zweit treffen sie allerdings unmittelbar danach auf zwei weitere Überlebende. Einen Mann mit seiner Tochter. Sie hören, dass im Radio eine Nachricht gesendet wird, derzufolge einige Meilen weiter ein Treffpunkt ist und angeblich auch eine Lösung der Seuche zu finden ist. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Bis zu dem Zeitpunkt an dem die Gruppe am Treffpunkt ankommt kann der Film sehr gut unterhalten. Er ist zwar nicht sehr spannend aber die sozialkritischen Untertöne und vor allem die menschlichen Grundbedürfnisse werden hervorragend dargestellt. Besonders gut haben mir die zahlreichen Anspielungen auf George A. Romeros "Zombie - Dawn of the Dead" gefallen ("Lasst uns shoppen gehen!", der Zwischenfall beim tanken). Das kam einem wirklich alles sehr bekannt vor. Doch dann fängt der Film an stark abzufallen. Denn der Treffpunkt besteht aus einigen Armeeaktivisten die sich einen kleinen privaten Stützpunkt in einer Residenz gebaut haben. Mehr will ich zu diesem Teil des Films und der Handlung nicht sagen, da dort eigentlich auch noch mal eine schöne Stelle kommt die sehr zum nachdenken anregt (Menschen töten Menschen!). Sehr positiv ist die passende Musikuntermalung während des Films, die so einige visuelle Schwachpunkte (ich mag halt keine MTV- Musikvideo Ästhetik) etwas ausbügeln kann. Auch die genialen Seitenhiebe auf unsere heutige Gesellschaft sind hervorragend umgesetzt worden. Allerdings hatte ich mir von dem Film einen etwas höheren "Gore-Faktor" erwartet. Die Morde fanden teilweise im Off statt und wenn man sie gesehen hat, dann war alles sehr sehr hektisch und ruckelig, so dass man eigentlich nicht wirklich etwas erkannt hat. Ich denke, das wäre hier jedoch angebracht gewesen, damit der Schrecken etwas deutlicher wird. Die 18er Freigabe ist aber dennoch gerechtfertigt, da es doch einige Szenen gibt, die jüngeren doch zu schaffen machen können. Fazit: 7 von 10 Punkten (Positiv war die Musikuntermalung, die Story und natürlich der "tiefere Sinn", negativ (und vor allem sehr stark ausschlaggebend) war das miserable Bild (auf nem Fernseher vielleicht halb so schlimm, doch fürs Kino absolut ungeeignet!). Wer mal einen richtigen und vor allem auch spannenden "Zombiefilm" bzw. einen Film mit einer ähnlichen Thematik sehen will, der sollte sich George A. Romeros Klassiker "Zombie" aka "Dawn of the Dead" aka "Zombies im Kaufhaus" anschauen.
Sebastian (16.06.03): @ Olaf: So, jetzt habe ich meinen Kommentar rausgenommen, noch einmal überarbeitet und erneut gepostet! Nun gibt es auch eine Warnung für alle, die den Film noch nicht gesehen haben!
Also Nikolas, irgendwie hast du die Intention des Films missverstanden oder ich habe ihn einfach nur anders verstanden. Für mich ist der Film kein Zombie-Splatter-Film und war wohl auch nie so gedacht (Auch wenn dieser schrecklich schlechte Werbetrailer im Fernsehen was anderes vermuten lässt! Aber Trailer sind nun mal dazu da, die Leute ins Kino zu ziehen und verspricht dann etwas ganz anderes als der Film wirklich ist.) Ich habe den Film eher als eine Art Psychostudie über das Verhalten der Spezies Mensch in einer Extremsituation gesehen. Und aus der Warte betrachtet ist der Film wirklich sehr gut. Es zeigt sich, dass der Menschen im Grunde nur gewaltbereite Tiere sind. Am Anfang denkt man, wie abartig und gewaltätig doch die Zombies sind. In der zweiten Hälfte erkennt man, dass der Mensch an sich ( in Form der Soldaten und auch des Hauptdarstellers) in extremen Situationen auch nicht anders handeln als Tiere. Nämlich gewaltätig und abstossend. Hier verwischt dann die Grenze zwischen Zombies und Mensch! Das hat Danny Boyle eigentlich ziemlich gut rübergebracht! Unterstützt von einer beklemmenden und spannenden Atmosphäre! Zum Stilbruch: Der Film ist voller Stilbrüche und das ist meiner Meinung nach auch so beabsichtig. Schon, um die surealistische und beklemmende Atmosphäre zu unterstützen. Mit einer der besten Sachen in dieser Hinsicht fand ich die bunte, blinkende Weihnachtslichterkette mit dem Weihnachtslied in der einsamen tristen Wohnung! Des gleichen gilt für die Verwendung der Videokamera. Auch sie unterstützt die fremde, unwirkliche Situation und Atmosphäre!
Vorsicht! Jetzt wird etwas aus dem Film verraten! Bitte nur weiterlesen, wer den Film schon gesehen hat!: Ach ja, und irgendwie scheinst du generell beim Film nicht aufgepasst zu haben. Oder habe ich irgendwas missverstanden! Wo hat sich das Virus über das Wasser verbreitet und die ganze Welt verseucht? In 28 Tage später zumindest nicht! Es wurde nur Großbritannien verseucht und und anschließend von der restlichen Welt unter Quarantäne gestellt! Das wurde aber alles eindeutig erwähnt! Auch hier zeigt sich wieder das Menschen wie Tiere handeln: Sollen die auf der Insel doch alle elendig krepieren, hauptsache wir bekommen von dem Virus nichts ab!
Ab hier kann jeder wieder weiterlesen!
Das einzig Negative am Film ist für mich, dass er etwas mehr Tempo vertragen könnte und dass die Psychostudie noch etwas besser hätte ausgearbeitet sein können. Außerdem ging mir die demonstrative Schleichwerbung für einen Erfrischungsgetränkehersteller auf die Nerven.
Der Film ist aber auf jeden Fall emfehlenswert, man sollte nur vorher nichts Falsches von dem Film erwarten! Von mir gibt es 8 von 10 umgekippten Linienbussen

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