Geständnisse
Drama, USA/Kanada/Deutschland 2002, 113 Minuten, ab 12
Originaltitel: Confessions of a Dangerous Mind; Deutschlandstart:24.04.2003 (Buena Vista); Regie: George Clooney; Produktion: Andrew Lazar; Drehbuch: Charlie Kaufman; Musik: Alex Wurman; Kamera: Newton Thomas Sigel; Schnitt: Stephen Mirrione

mit Sam Rockwell (Chuck Barris), Drew Barrymore (Penny), George Clooney (Jim Byrd), Julia Roberts (Patricia), Rutger Hauer (Keeler), Maggie Gyllenhaal (Debbie), Kristen Wilson (Loretta), Jennifer Hall (Georgia)

Internet Movie Database (de/us)
Offizielle Homepage (Buena Vista de)
Trailer (Buena Vista de)

Ein hübsches Mädchen stellt drei gut aussehenden Jungs Fragen und entscheidet dann, mit welchem sie ausgeht. ... Das war's. Das ist die Show. - Chuck entwickelt die Grundidee zu ??? :-)

Plot: Chuck Barris (Sam Rockwell) ist ein Songschreiber, Produzent und Showmaster und das alles auch einigermaßen erfolgreich. Dafür setzt Barris auch seine ganze Energie ein, denn er strebt nach Anerkennung und Selbstbestätigung. In seiner Kindheit und Jugend ist er nämlich von allen immer nur nieder und zum Außenseiter gemacht worden. Frauen haben ihn nie sonderlich beachtet. So muss er die Frauen erst immer mit Geschichten über seine Erfolge beeindrucken, damit er überhaupt an eine rankommt. Doch eines Tages trifft er Penny (Drew Barrymore) und beide verlieben sich ineinander. Sie hält zu ihm, auch als der Erfolg mit Fernsehshows anfangs auf sich warten lässt, und sogar später, als er sie ständig betrügt. Dies tut er meist nur, um sich selbst zu beweisen und sein Ego aufzubauen. Und so ist er auch interessiert, als er eines Tages von einen gewissen Jim Byrd (George Clooney) angesprochen wird, ob er nicht als Agent für die CIA arbeiten will. Da hat er wieder eine Sache gefunden, bei der er sich beweisen kann. Das Doppelleben klappt auch am Anfang recht gut, doch mit der Zeit wird es immer schwieriger, alles unter einen Hut zu bekommen, zumal Barris Shows auch immer erfolgreicher werden. Doch da hat Byrd eine Idee, wie man beide Welten zusammenbringen kann...

Kritik: In dem Film Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind geht es um die Schilderung der Lebenserinnerungen von Charlie Hirsch Barris. Barris war in Amerika ein erfolgreicher Songschreiber und Fernsehshow-Produzent. Von ihm stammen Shows wie The Dating Game, bei uns sehr erfolgreich und besser bekannt als Herzblatt, oder auch The Gong Show, bei uns eher ein Flopp und nicht so bekannt. Eines Tages schrieb Barris dann seine Memoiren, in denen er bekannt gab, dass er nicht nur als Produzent und Showmaster gearbeitet hatte, sondern noch nebenbei als CIA-Agent für Amerika spioniert und getötet hat.
Dieses Buch hat sich Charlie Kaufman, der schon die Drehbücher zu Being John Malkovich und Adaption schrieb, vorgenommen und zu einem Drehbuch umgeschrieben. Sein Regiedebüt gibt bei diesem Film kein geringerer als George Clooney und er spielt auch noch selber mit.

Barris wird wunderbar von Sam Rockwell (The Green Mile) verkörpert und dieser erhielt deshalb für seine Leistung auch den Silbernen Bären für die beste männliche Hauptrolle auf der Berlinale 2003. Er zeigt eindringlich, wie Barris versucht, die beiden Welten in denen er lebt unter einen Hut zu bringen. Zwei Welten, die sich trotz ihrer Gegensätze doch so gleichen. Beide leben vom Schein und der Vorspiegelung falscher Tatsachen, in beiden Metiers geht man über Leichen, um an das zu kommen, was man haben will und in beiden kann man genauso schnell, wie man Erfolg hat, auch wieder "abgeschossen" werden. Doch Barris ist ganz scharf darauf in beiden Dingen gut zu sein, um seinen ständigen Drang nach Selbstbestätigung und Anerkennung, die er früher nie bekommen hatte, zu befriedigen. Somit ist Geständnisse bisweilen auch als Mediensatire zu verstehen.
Wer z.B. Being John Malkovich kennt, weiß, dass Kaufman einen Hang zu skurrilen Situationen und abgefahrenem Humor hat. Und diesen Hang lebt er auch bei diesem Film voll aus. Er und Clooney machen aus Barris Lebenserinnerungen einen Film der teilweise erzählend und teilweise dokumentarisch ist. Dabei häufen sich Szenen mit skurriler Situationskomik, abgefahrenen Dialogen und interessanten Kamerafahrten. Teilweise liegt man vor Lachen am Boden. Leider schlägt die Komik im letzten Viertel des Films in eine zum Teil gedrückte bis depressive Stimmung um. Das ist im Grunde nur konsequent, da Barris seine zwei Leben bzw. Welten irgendwann nicht mehr trennen und händeln kann und aus diesem Grund langsam aber sicher durchdreht und depressiv wird. Dieser radikale Bruch passt aber nicht zum überdrehten Rest des Films und man hat Schwierigkeiten sich darauf einzustellen. Auch nutzt sich der skurrile Stil von Kaufman im Laufe des Films ab. Irgendwann wird man den absurden Situationen ein wenig überdrüssig. Clooneys Regiedebüt ist aber durchaus sehenswert, denn er hat wirklich gute inszenatorische Einfälle und man kann sich nebenbei auch noch auf die Suche nach Ocean's Eleven-Gaststars machen.
Am Ende bleibt nur die Frage offen, ob Chuck Barris wirklich all das erlebt hat, was er in seinem Buch schildert, oder ob das alles im Grunde wieder nur eine geniale Idee von ihm war, Geld, Ruhm und Anerkennung einzuheimsen und dem Konsumenten eine schöne (Show-)Scheinwelt zu liefern.

Fazit: Geständnisse ist ein durchaus gelungenes Regiedebüt von George Clooney, das aber allein am Drehbuch-Stil von Charlie Kaufman gewinnt oder verliert, je nachdem, ob man seine skurrile Art mag oder nicht. Wer schon Being John Malkovich mochte, dem wird dieser Film wohl auch gefallen. 7 von 10 Erdbeer-Schwänzen

Sebastian Schwarz
17.03.2003

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68 Stimmen
Schnitt: 5.1
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
ChrisFargo (27.02.04): Der Film ist nicht übel. Aber er wechselt echt zu viel im Genre. Und die dämliche Liebesgeschichte mit Julia Roberts war unnnötig. Schöne Kameraideen!!
Dominik (25.10.03): Mit jedem Sehen wird dieser Film geiler! Die wenigen Einwände, die ich nach dem ersten Sehen hatee, sind absolut eliminiert: ein echtes Meisterwerk! Wer die Möglichkeit hat, ihn sich auf DVD auszuleihen (wie ich letzte Woche), sollte es unbedingt tun: Wahrscheinlich der beste Film, der dieses Jahr im Kino gelaufen ist!! Beinahe 10 von 10!
Sandra Plich (29.04.03): @Olaf: Klar weiß ich, dass das keine Komödie im klassischen Sinne sein sollte, ich bin halt nur mit dieser merkwürdigen Art von Humor nicht klargekommen. Ich konnte einfach nicht darüber lachen und auch nicht weinen. Habe im Kino gesessen als würde ich die Tagesthemen anschauen! Ich fand die Story einfach ... zu abgedreht, zu überzogen, zu strange. Ebenso hatte ich auch Probleme mit den Charakterdarstellungen sowohl des Hauptdarstellers als auch allen Nebendarstellern - konnte mich in die einzelenen Schicksale kaum bzw. gar nicht einfinden, daher war mir schlicht egal, was in dieser Story mit wem passieren wird oder auch nicht, woraus folgt, dass der Film mein Interesse nicht wecken konnte und ich somit der Langweile verfallen bin. Fazit: Ich kann mit "Geständnisse" schlicht NICHTS anfangen, aber das muss ich ja auch nicht, denn es gibt ja noch genug andere Filme:)
Olaf (28.04.03): @Sandra: Dir ist aber schon klar, dass der Film keine Komödie im engeren Sinne ist!? ...
Olaf (28.04.03): Für einen Erstling fand ich die Inszenierung aber doch schon recht ausgefeilt. Vor allem weil dies so geschieht, dass nie ganz klar ist, was Realität und was Einbildung/Phantasie ist. Einzelne Szenen (wie zum Beispiel der Zusammenbruch vor laufenden Kameras) sind sehr intensiv und (um eine weitere Floskel zu gebrauchen) atmosphärisch dicht. 7 von 10 kurzauftretende Superstars
Dominik (28.04.03): Mir hat der Film sehr viel besser gefallen. Mein einziger Einwand: die Inszenierung ist insgesamt etwas zu glatt, zwar technisch tipptopp, aber halt noch keine ausgefeilte Inszenierung (auch erst der erste Versuch...). Die Story soll ja gar nicht realistisch sein, sie ist bewußt skurril (der erdrosselte Skifahrer in einer Ostberliner Gasse, Chuck Barris durch den Tunnel von West nach Ost robbend und in nem Klo rauskommend, Julia Roberts und Sam Rockwell lecken sich aufgegeilt ab..etc etc.) Der Film sagt halt eben: es ist nicht real, es ist fantasie, sehr abgedreht, aber auch sehr tragisch: die Geschichte einer gescheiterten, teils paranoiden Existenz. Ein Spiel mit dem Zuschauer vor allem, sehr flott gemacht! Von mir gibt es da hochverdiente 8 von 10 abgeleckte Roberts-Antlitze!
Sandra Plich (26.04.03): Ich mach´s kurz: Ich fand "Geständnisse" einfach nur schlecht. Die Story war meiner Meinung nach viel zu konfus, und ich glaube keine Sekunde lang, dass das nach wirklich erlebten Ereignissen gedreht wurde. Sam Rockwell hat wirklich sehr gut gespielt: Dafür 2 Punkte, Drew Barrymore war süß: Dafür 1 Punkt, der Film hatte einen einzigen sinnigen, guten Monolog und den hat Rutger Hauer gehalten: Dafür 1 Punkt. Der Rest war wirres Durcheinander mit blöden Dialogen (wenn es denn mal welche waren) und noch blöderen Handlungsträngen, da konnte auch Julia Roberts nichts mehr retten. Ich fand "Geständnisse" nur uninteressant und habe lange nicht mehr sowas unwitziges gesehen wie diesen Film. An mir ist diese Art von Humor glatt vorbeigegangen, bleibt nur zu hoffen, dass es anderen Zuschauern anders ergeht und die Aufforderung von mir an George Clooney: Try it again! 4 von 10 Gaststars
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