Stratosphere Girl
Thriller/Drama, Deutschland 2003, 85 Minuten, ab 16
Originaltitel: Stratosphere Girl; Deutschlandstart: 09.09.2004 (Rapid Eye Movies); Regie: Matthias X. Oberg; Produktion: Karl Baumgartner, Jeroen Beker u.a.; Drehbuch: Matthias X. Oberg; Musik: Nils Petter Molvaer; Kamera: Michael Mieke; Schnitt: Peter Alderliesten

mit Chloé Winkel (Angela), Jon Yang (Yamamoto), Rebecca R. Palmer (Rachel), Tuva Novotny (Monika), Tara Elders (Polly), Linda Steinhoff (Ella), Filip Peeters (Kruilman), Togo Igawa (Oshima), Burt Kwouk (Papa-San)

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (Rapid Eye Movies )
Trailer (Rapid Eye Movies )
Spielplan (Rapid Eye Movies )
Szenenbild 1 Szenenbild 2 Szenenbild 3 Szenenbild 4

Plot: Angela (Chloé Winkel), eine junge deutsche Comiczeichnerin, wird von einem japanischen Kollegen nach Tokyo eingeladen. Sie fährt jedoch ohne das Wissen ihrer Eltern und muss sich ihren Aufenthalt dort somit verdienen. Mit Hilfe ihres Freundes findet sie schnellen und billigen Unterschlupf in einer WG anderer junger nicht-japanischer Frauen. Sie alle arbeiten in einem erotischen tokyoter Nachtclub, in dem auf einfache Weise gutes Geld zu machen ist, wie Angela schnell herausfindet.
Aber da gibt es eine Kleinigkeit, die sie stutzig macht und nicht in Ruhe lässt: Ihre Vorgängerin in der Wohngemeinschaft verschwand auf mysteriöse Weise von einem Tag auf den anderen, und irgendwie scheint dieser Vorfall mit dem Nachtclub in Verbindung zu stehen. So fängt Angela an, der Sache auf den Grund zu gehen und stellt dabei einige unliebsame Fragen. Auch die Arbeit in dem Nachclub wird unangenehmer, als man sie unter anderem mit Glasscherben in ihrem Essen wegzuekeln versucht.
Und dann macht sie eines Tages die Bekanntschaft des undurchsichtigen Münchner Geschäftsmannes Kruilman (Filip Peeters). Vom ersten Moment an ist ihr klar, dass der anders ist als all die japanischen Geschäftsmänner, die nur mehr oder weniger exotisch-erotische Entspannung von ihrem Arbeitsalltag suchen. Obwohl Kruilman sich im Nachtclub eher zurückhält, ist Angela instinktiv klar, dass vom ihm Gefahr ausgeht. Sollte er vielleicht etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben?
Von ihrem Chef „Papa-San“ (Burt Kwouk) bekommt sie einen Rat: Ihr kann nichts passieren, so lange sie sich nur auf Treffen im Club einlässt. Doch es dauert nicht lange, da wird sie von Kruilman zusammen mit ein paar anderen Mädchen in dessen japanisches Domizil eingeladen.
Angela ist sich sicher, dass sie, wenn überhaupt, nur so dem Rätsel auf die Spur kommen kann. Was aber, wenn sie Recht hat, die Geschichte sich wiederholt und sie selbst zum Rätsel wird? Aller Gefahren zum Trotz nimmt sie die Einladung an.

Kritik: Als ich The Stratosphere Girl auf der Berlinale 2004 sah, war ich zunächst positiv überrascht gerade von der beklemmenden Atmosphäre, die der Film kreiert.
Allerdings sollte an dieser Stelle vorweg gesagt werden, dass der Film trotz seines Handlungsortes Tokyo nichts mit Filmen wie Lost in Translation oder Ich habe keine Angst zu tun hat. Denn dort wird die Rahmenhandlung genutzt, um uns nebenbei mit phantastischen Aufnahmen der Orginalschauplätze in deren ferne exotische Welt zu entführen.

Die Dreharbeiten hierzu fanden jedoch zum größten Teil in Köln statt, womit sich die Bilder auf den Krimi-Teil beschränken, von wenigen Aufnahmen mal abgesehen.
Zur Story: Die Geschichte der Person, die auf eigene Faust im mysteriösen Verschwinden oder Tod einer anderen ermittelt und dabei in eine düstere Welt eintaucht, ist nicht neu. Stratosphere Girl stellt zwar nicht gerade die Neuerfindung des Genres dar, dafür aber eine selten gute Umsetzung.
Das liegt zum einen an Chloé Winkel, die die Angela mit einer Mischung aus jugendlicher Naivität und Unerschrockenheit spielt, auf der anderen Seite an den sexuell-düsteren Abgründen, die sich in der Welt des Nachtclubs und seiner Besucher auftun. Besonders hervorzuheben ist hier sicherlich Filip Peeters, dessen Kruilman eine derartig widerlich-fiese Aura umgibt, dass man ihm den abgrundtiefen Perversen mühelos abnimmt, was nicht zuletzt mit an der Frisur gelegen haben mag. Aber die schauspielerische Leistung wurde mir durch die persönliche Begegnung mit Peeters bei der Nachbesprechung des Films deutlich, bei der von Kruilman in keinster Weise mehr was zu bemerken war.
In der Hinsicht kann man den Film also als durchaus gelungen betrachten.
Auch gut gelungen ist der Nebenstrang der Comicwelt, die der eigentliche Grund für Angelas Besuch in Tokyo ist. Somit sind Teile der Geschichte gezeichnete Szenenbilder, die dann in das wirkliche Bild übergehen.
Leider hapert es mal wieder beim Ende des Films, da die sorgfältig aufgebaute spannend-beklemmende Atmosphäre mit der Lösung des Rätsels einfach zum Happy End hin aufgelöst wird. Gut, das passt natürlich schon zum Charakter eines Comics, verschenkt dafür aber das Potenzial der Story.
Somit fällt dieser Film letztendlich in die Kategorie der Filme, die wirklich gute und interessante Ansätze haben, aber leider nicht konsequent weitergedacht oder geführt wurden und denen somit zum Ende hin die Puste ausgeht. Schade eigentlich!

Fazit: Stratosphere Girl begeistert durch seine beklemmende, aussichtslos erscheinende Atmosphäre und seine beiden hervorragenden Hauptdarsteller. Leider kann der Film sein Potenzial durch das als Überraschung geplante aber im Gesamtbild unkonsequent erscheinende Ende weder halten noch ausschöpfen. Aber für einen deutschen Film trotzdem nicht schlecht. 7 von 10 Blicken in die Unendlichkeit.

Nikolas Mimkes
26.08.2004

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71 Stimmen
Schnitt: 4.6
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Leser-Kommentare:
Olaf (13.09.04): Der Kritik ist nicht viel hinzuzufügen: Das Ende ist wirklich schwach! Wenn es wenigstens so gewesen wäre, dass der Krimi-Plot nur das Mittel gewesen wäre um etwas anderes zu zeigen, irgendetwas über die Psyche der Figuren... Dafür war der Film dann aber nicht genug mit den Hauptfiguren beschäftigt. Stattdessen stand die Thriller-Handlung im Vordergrund und löst sich in Wohlgefallen auf. Was für eine Enttäuschung! Man kommt sich ein wenig verarscht vor.
Die Positiven Sätze von Nikolas zu Filip Peeters (Kruilman) kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ich fand ihn als Bösewicht schwach, da er auf mich gerade nicht böse, sondern wie eine Witzfigur wirkte. (Was sicher zum guten Teil an der albernen Frisur lag.) 5 von 10 Dirndl made in China

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