The Village - Das Dorf
Mystery/Thriller, USA 2004, 108 Minuten, ab 12
Originaltitel: The Village; Deutschlandstart: 09.09.2004 (Buena Vista); Regie: M. Night Shyamalan; Produktion: Sam Mercer, Jose L. Rodriguez, M. Night Shyamalan, Scott Rudin; Drehbuch: M. Night Shyamalan; Musik: James Newton Howard; Kamera: Roger Deakins; Schnitt: Christopher Tellefsen

mit Bryce Dallas Howard (Ivy Walker), Joaquin Phoenix (Lucius Hunt), Adrien Brody (Noah Percy), William Hurt (Edward Walker), Sigourney Weaver (Alice Hunt), Brendan Gleeson (August Nicholson), Cherry Jones (Mrs. Clack), Celia Weston (Vivian Percy), John Christopher Jones (Robert Percy), Frank Collison (Victor), Jayne Atkinson (Tabitha Walker), Judy Greer (Kitty Walker), Fran Kranz (Christop Crane), Michael Pitt (Finton Coin), Jesse Eisenberg (Jamison)

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1. Regel: Gehe niemals in den Wald. Dort warten sie auf dich.
2. Regel: Verstecke die böse Farbe. Sie lockt sie an.
3. Regel: Beachte die Warnglocke. Sie bedeutet, sie kommen.
Die wichtigsten Regeln im Dorf.

Plot: Ein idyllisches Dorf in den USA zu den Anfängen des 19. Jahrhunderts liegt umgeben von einem Wald in einer wunderschönen Lichtung. Die Lebensmittel werden selbst angebaut und jeder ist mit jedem bekannt. Aber die Idylle trügt, denn niemand der Bewohner hat je das Dorf verlassen können, denn im Wald leben die „Unaussprechlichen“, die alles und jeden zu töten drohen, der ihre Grenzen überschreitet. Des Nachts hört man ihre grässlichen Rufe durch den Wald schallen. Es heißt die rote Farbe zieht sie an, gelb dagegen wirke beruhigend.
Der junge Lucius Hunt trägt regelmäßig seine Bitte vor in den Wald gehen zu dürfen, um herauszufinden ob die „Unaussprechlichen“ wirklich so böse sind, aber seine Bitte wird stetig abgelehnt, nicht zuletzt weil seine Mutter Alice (Sigourney Weaver) dem Ältestenrat angehört. Lucius ist befreundet mit dem geistig behinderten Noah Percy (Adrien Brody) und deren bester Freundin Ivy (Bryce Dallas Howard). Ivy ist blind, aber sie weiß schon lange, dass der scheue Lucius in sie verliebt ist, so wie sie auch in ihn. Als sie schließlich ihre Liebe füreinander eingestehen kommt es zu einer Tragödie, und die blinde Ivy, die so viel mehr sehen kann als die Menschen mit gesundem Augenlicht, muss den Wald durchqueren, die Heimat der „Unaussprechlichen“.

Kritik: Mit The Village präsentiert uns M. Night Shyamalan sein neustes Werk. Der Vater aller Mystic-Thriller beleuchtet hier jedoch einen Horror der etwas anderen Art. Dieser Film hat rein gar nichts mit The Sixth Sense zu tun. Eher ist es wohl eine Mischung aus Signs und Blair Witch Project.
Der Film ist gemächlich im Aufbau der Geschichte und trotzdem gelingt es hervorragend die Spannung aufzubauen bzw. aufrecht zu erhalten. Jeder Charakter wird beleuchtet und ihre Beziehungen zueinander. Wir lernen die Dorfgemeinschaft kennen und entdecken zusammen mit Lucius und Ivy die Liebe.
Alles ist sehr harmonisch, sehr idyllisch, niemandem tut jemand anders Gewalt an, außer den Unaussprechlichen, die den Wald bewohnen - und genau an dieser Stelle setzt der Horror ein. Es ist etwas da draußen, aber niemand weiß, wie es aussieht, wie es denkt, wie es handeln wird oder warum es böse ist.

Jeder weiß, Rot ist die verbotene Farbe, aber niemand hinterfragt, warum das wohl so ist.
Lucius wird von der Angst der Dorfgemeinschaft nicht eingenommen, er will die Unaussprechlichen besuchen und den Grund wissen. Er will den Grund für die Geheimnisse wissen, welche die Dorfältesten in ihren dunklen Ecken in schweren Kisten versteckt haben. Es gibt keine Action im Dorf.
Der gesamte Film spielt im Kopf und in den Herzen der Zuschauer und wird von den durchweg sehr guten Darstellern getragen. Joaquin Phoenix (Gladiator, Signs) zeigt einmal mehr, dass er das Zeug zu einem ganz großen Charakterdarsteller hat, ebenso wie Adrien Brody (Der Pianist). Die größte Leistung liefert aber wohl Bryce Dallas Howard ab, die die blinde Ivy mit soviel Energie spielt, das man Gänsehaut bekommt. Sie trägt das letzte Drittel des Film ganz alleine und das mit Bravour.
Über das Ende des Film sollte man unter keinen Umständen länger nachdenken, denn je länger man das tut, umso unrealistischer und unmöglicher wird es zum Schluss sein. Das ist für mich auch der große Schwachpunkt des Films – die Konsequenzen werden außen vorgelassen. Für den Moment der Überraschung funktioniert die Wendung am Ende ganz hervorragend, aber darüber hinaus kann sie nicht bestehen. Und mehr kann ich an dieser Stelle auch schon nicht mehr schreiben, denn wir befinden uns in einer Geschichte von Mr. Shyamalan und die Wendung am Ende des Films ist dementsprechend. - Und dennoch ist es anderes als bei seinen sonstigen Werken. In diesem Film treffen wir auf den Horror, der in uns selbst wohnt und auf die Frage: Wie weit würdest du für deine Überzeugung gehen und für deine wahre Liebe?
Jeder nimmt aus diesem Film mit, was ihm als richtig oder falsch erscheint, aber eins ist klar: Selten war ein Filmtitel derart zutreffend. Wenn die Zuschauer sich auf den Film komplett einlassen, was hier unbedingt nötig ist, werden sie am Ende das Kino verlassen und wissen, dass sie ein Teil von The Village geworden sind ohne es zu wollen.

Fazit: Bedächtiges Werk mit einem ganz anderen Horror. Die Darsteller machen The Village zu einem sehenswerten Film. Wer einen Action oder Grusel-Thriller erwartet ist hier an der falschen Stelle. Wer sich auf eine mystische Reise durch das innerste Selbst begeben möchte ist herzlich willkommen. 8 von 10 gehäuteten Füchsen.

Sandra Plich
15.09.2004

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Sehr gut4%
Absolut hervorragend14%
Bester Film aller Zeiten14%

21 Stimmen
Schnitt: 5.6
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
JT (22.10.06): Es kommt einzig und allein auf die Frage der Einstellung an. Ich habe erst heute den Film gesehen, und ich fand ihn echt gut! Natürlich ist es kein Horrorfilm und wenn man mit der Erwartung herangeht wird man sicherlich enttäuscht nicht gehörig genug gegruselt worden zu sein. Dieser Film bietet aber viel mehr und ist auf alle Fälle sehenswert! Und ein Film muss nicht immer unbedingt, wie vorher kritisiert, irgendwie belehren wollen und eine Lebensweise favorisieren wollen. Der Film ist echt spannend und das Ende wirklich überraschend. Und der Film ist meiner Meinung nach auch ziemlich wertfrei, es gibt niemanden der am Ende sagt das war falsch und so oder so hätte es sein müssen. Das Urteil wird dem Zuschauer überlassen...sehr gut
Objektivator (26.06.05): @Felix: Vielleicht verstehen die Leute dass der Film - ganz für sich betrachtet - hanebüchender Schmutz ist. Abgesehen davon, wie wenig gekonnt der Zuschauer hinters Licht und bei der Stange gehalten werden soll wirkt die pseudokritische Botschaft einfältig, gezwungen und aufgesetzt. Und das Lamm schrie HURZ!
Felix (16.01.05): Ich glaube, dass die meisten Menschen einfach nicht verstehen, dass 'The Village' kein Horror-Film ist, dass er nicht von Phoenix und Brody leben will und auch nicht als Teil einer etwaigen Shyamalan-'Trilogie' funktioniert - sondern dass dieser Film es auf geniale Weise schafft, die Geschichte einer isolierten Gemeinschaft zu porträtieren. Ich muss zugeben, dass sich schon einige Fragen auftun, der Film oftmals unpassend komisch wird und dass der Grusel nicht so rüberkommt wie im Trailer. Aber immerhin wird der mangelnde Grusel durch einen wirklich interessanten Stoff ersetzt. Ich würde mir wünschen, dass die Leute mit mehr Aufnahmebereitschaft und Fantasie an diesen Film gingen. Oder habt ihr etwa erwartet, dass Bruce Willis noch aus'm Gebüsch kommt??
Dark 8 (05.12.04): Was für ein Schrott.Selten so unnötig Geld fürs Kino ausgegeben!
Jerry (08.10.04): @Nina:
Ja, meine Fresse, echt. Vielleicht kannst du das Rätsel ja selbst auflösen: Worum ging's denn nun bei dem Film? Jetzt sag bloß nicht um "Kritik an der modernen Gesellschaft". Oder "Gibt es ein Recht auf Wahrheit?". Oder wie? Sorry, aber ich gehe primär ins Kino um unterhalten zu werden. Gerne mit Hirn, aber primär unterhalten. Und da war "The Village" einfach schwach.

Nina (08.10.04): Ich versteh nich warum alle den film zum kotzen fanden nur weil sie sich nihc gegruselt haben. meine fresse, vielleicht ist keinem aufgefallen, dass es in dem film um mehr ging, als sich zu gruseln... guckt doch mal richtig hin, wenn ihr schon ins kino geht. ich fand den film auf alle fälle sehenswert!
Stefanie (05.10.04): Ich kann mich der hier vorherrschenden Mainung nur anschließen. Signs und The sixth sense fand ich wirklich gut, mit Unbreakable hatte ich so meine Schwierigkeiten, aber The Village fand ich einfach nur langweilig, sorry. Handwerklich zwar sehr gut gemacht und hervorragend besetzt - ohne Frage. Dennoch verstehe ich nicht, warum viele Filmkritiker ihn so hochloben. Abgesehen davon, dass er nach meinen Erkenntnissen bei einer Lauflänge von 108 Minuten ca. eineinhalb Stunden zu lang ist, entbehrt er jeglichen Grusels und ist allenfalls unfreiwillig komisch in dem bemühten Versuch, dem Zuschauer einen Eindruck von Angst zu vermitteln. Mein Kommentar bereits in der laufenden Vorstellung: "Dieser Film erfordert von seinem Betrachter viiiieeel Geduld!" Mit gutem Willen 4 von 10 selbstgeschneiderten Schürzenkleidern
Jerry (05.10.04): Als Freund langsamer und subtiler (Grusel)streifen würde ich hier gerne eine positive Bewertung abgeben. Geht aber nicht. Beim besten Willen nicht. Ich wollte mich wirklich auf den Film einlassen und hatte deshalb auch keine Kritiken oder Inhaltsangaben vorher gelesen.

Aber - beim besten Willen - Spannung kam bei mir so gut wie nie auf. Zum einen war IMHO die eine Hälfte der "Überraschung" zum Filmende schon nach 15 Minuten vorhersehbar und zum anderen kommt der Film nie in Schwung. Mit Schwung meine ich nicht rasante Action sondern einfach nur dass der Wunsch des Zuschauers geweckt wird, zu sehen wie's weiter geht.

Insgesamt: Belanglose Dialoge, sehr dünne Handlung. Es wird unendlich viel Zeit investiert, das Zusammenleben der Siedler zu illustrieren und die zaghafte Love-Story aufzubauen. Schön und gut aber nichts was einen im Kinosessel hält. Nach ca. 60 Minuten wollte ich schon rausgehen und die Zeit sinnvoller verbringen. Zum Ende gewinnt der Film dann etwas an Fahrt, die Waldszenen sind tatsächlich sehr atmosphärisch und das Finale bietet zumindest noch eine halbwegs orginelle Wendung. Trotzdem insgesamt eine lauwarme Enttäuschung und daher von mir nur 4 von 10 Salatschüsseln auf dem Mittagstisch

Sebastian (03.10.04): @Tiefsinn:
Zur Beantwortung deiner Fragen: Nach meiner Meinung wird die Richtigkeit des "gewaltsamen Aufdrückens einer Lebensweise" und der "Flucht vor persönlichen Problemen" zwar hinterfragt und im Laufe des Films zumindest von den einigermassen rational denkenden Figuren des Films als falsch angesehen. Doch letztendlich wird Beides durch die Auflösung des Films abgesegnet und sogar als letztendlich richtige Entscheidung dargestellt! Das ist für mich ja gerade einer der fragwürdigsten Punkte des Films, die ihn für mich schlecht machen, da ich diese Aussage nicht für richtig halte und dementsprechend die Botschaft des Films nicht akzeptieren kann!

Tiefsinn (02.10.04): Im Voraus - jeder der vorangegangenen Kommentare stimmt. Aber was in jedem einzelnen fehlt, ist ein Hinweis darauf, dass hinter diesem Film mehr steckt, als Thriller und überaschende Wendung. Es macht eigentlich keinen Sinn, die Qualität des Filmes zu diskutieren, die Vorhersehbarkeit oder Überaschung der Wendungen oder gar den Film mit den Vorherigen Werken Shyamalans in Zusammenhang zu bringen. Was betrachtet werden muss ist die Aussage des Filmes, und gerade diese ist schwer zu greifen. Wird hier das gewaltsame Aufdrücken einer Lebensweise gebilligt? Wird zur Flucht vor persönlichen Problemen aufgerufen? Oder werden gerade diese Punkte kritisiert? Ich habe es nicht herausgefunden...
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