In meinem Himmel
Drama / Fantasy / Thriller, USA / Großbritannien / Neuseeland 2009, 136 Minuten, ab 12, Prädikat: Wertvoll
Originaltitel: The Lovely Bones; Deutschlandstart: 18.02.2010 (Paramount); Regie: Peter Jackson; Produktion: Peter Jackson, Steven Spielberg u.a.; Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson nach dem Roman von Alice Sebold; Musik: Brian Eno; Kamera: Andrew Lesnie; Schnitt: Jabez Olssen

mit Mark Wahlberg (Jack Salmon), Rachel Weisz (Abigail Salmon), Jake Abel (Brian Nelson), Saoirse Ronan (Susie Salmon), Stanley Tucci (George Harvey), Susan Sarandon (Großmutter Lynn), Michael Imperioli (Len Fenerman), Reece Ritchie (Ray Singh), Rose McIver (Lindsey Salmon), Nikki SooHoo (Holly), Amanda Michalka (Clarissa), Carolyn Dando (Ruth), Thomas McCarthy (Principal Caden), Andrew James Allen (Samuel Heckler), Anna George (Mrs. Singh), Charlie Saxton (Ronald Drake), Christian Thomas Ashdale (Buckley Salmon), Stink Fisher (Mr. Connors), Stefania Owen (Flora Hernandez) u.a.

Filmplakat
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Sie ist nicht mehr da. - Und wenn doch? - Ray betrauert den Tod von Susie.

Plot: An einem Abend im Dezember 1973 wird die vierzehnjährige Susie Salmon (Saiorse Ronan) von ihrem Nachbarn, dem perversen Triebtäter Mr. Harvey (Stanley Tucci), ermordet. Sie selbst erzählt dem Zuschauer ihre Geschichte, berichtet von den Tagen vor dem Verbrechen, ihrem Familienleben mit den Eltern Abigail (Rachel Weisz) und Jack (Mark Wahlberg) sowie den jüngeren Geschwistern in einer unspektakulären Kleinstadt, ihrer Leidenschaft für die Fotografie, der sie seit einem zum Geburtstag geschenken Fotoapparat verfallen ist, dem typischen Highschool-Dasein und der ersten, sich zart anbahnenden Liebe zu Ryan, einem älteren Mitschüler.
Das vertraute Leben findet abrupt ein Ende, als Susie auf einem verlassenen Maisfeld in eine perfide Falle gelockt wird. Von nun an befindet sie sich in einer Art Zwischenwelt, in der sie begreifen muss, was mit ihr passiert ist, und zugleich beobachten kann, wie die Familie ihren Tod zu verarbeiten versucht. Während Vater Jack alles daran setzt, auf eigene Faust nach dem Täter zu fahnden und den ermittelnden Polizisten Detective Fenerman (Michael Imperioli) mit zumeist nutzlosen Hinweisen bombardiert, steht Ehefrau Abigail kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Zur moralischen Unterstützung bittet Jack ausgerechnet seine Schwiegermutter (Susan Sarandon), eine äußerst extravagante Persönlichkeit, für eine Weile zuhause einzuziehen.
Doch Susie beobachtet nicht nur, sie stellt eine spirituelle Verbindung zu ihrer Familie her und scheint gar die Suche nach ihrem Mörder beeinflussen zu können. Als Jack die Fotos betrachtet, die seine Tochter kurz vor ihrem Tod geschossen hat, kommt ihm ein vager Verdacht. Ebenso wie der jüngeren Tochter, die immer dann ein unwohles Gefühl beschleicht, wenn sie am nachbarlichen Grundstück vorbeiläuft. Doch das ist auch dem gerissenen Mr. Harvey nicht entgangen.

Kritik: Um Peter Jacksons neuem Werk – sein erster Film nach der Herr der Ringe-Trilogie – gerecht werden zu können, muss man In meinem Himmel, eine Adaption des Bestseller-Romans von Alice Sebold, im Grunde von zwei Seiten betrachten: Zum einen ist der Film ein einfühlsames Familiendrama, das sich immer mehr in einen packenden Psycho-Thriller verwandelt, zum anderen eine spirituelle Jenseits-Fantasie, die philosophisch um die grundlegenden Themen von Vergänglichkeit und Tod kreist.

Ein Grund, warum In meinem Himmel in den USA von den Kritikern teils ziemlich negativ aufgenommen wurde, mag wohl in der tatsächlich sehr gewöhnungsbedürftigen Mischung aus Real-Drama und Jenseits-Phantasie liegen, die zwischen poetischen Einstellungen und überzuckertem Kitsch pendelt, mit farbtrunkenen Landschaften und bisweilen arg paradiesischen Bilderwelten, die fatal an die geschmacklosen 80er Jahre-Fantasy-Poster erinnern, die Romantik mit Kitsch verwechselten. Peter Jackson übertreibt es beim Inszenieren seiner Fantasy-Welt mit Computertricks und technischen Spielereien, die in dieser Anhäufung eher steril wirken und sich nicht derart reibungslos in die Real-Handlung einfügen, wie ihm das zum Beispiel in seinem artverwandten, frühen Meisterwerk Heavenly Creatures noch gelungen war.
Aber das ist nur die eine Seite. Denn abgesehen davon ist Jacksons Film einfühlsam und äußerst eindringlich gelungen, als Psycho-Thriller sogar dramatisch spannend. Wenn Susies Schwester in das Haus von Mr. Harvey eindringt, ist das ebenso nervenaufreibend wie die tödliche Konfrontation Susies mit ihrem Mörder beklemmend ist – beide Szenen sind meisterhaft inszeniert und ein klarer Beleg dafür, dass Peter Jackson zweifellos ein hervorragender Regisseur ist, der weiß, wie er sein Publikum auf die Folter spannt. Die klassische Bösewicht-Rolle, obgleich dämonisch versiert von Stanley Tucci gespielt, ist ihm allerdings zu schematisch geraten: der Schurke hinter der Fassade des spießigen Biedermannes, das ist doch ein allzu vertrautes Klischee. So prominent die Besetzung des Films ist, Rachel Weisz bleibt als Abigail Salmon eher blass, während Susan Sarandon sich als überdrehte Schwiegermutter aufführt, als wirke sie in einer Satire mit.
Das Highlight des Films ist ohnehin die fabelhafte irische Darstellerin Saiorse Ronan als Susie Salmon, die dafür eine zweite Oscar-Nominierung (nachdem sie als beste Nebendarstellerin in Abbitte nominiert war) verdient gehabt hätte. Eine komplexe, äußerst schwierige Rolle, in der Ronan die widersprüchlichen Gefühle ihrer Figur glaubhaft und emotional mitreißend verkörpert.

Fazit: Trotz mancher Kitsch-Einlage intensives Gefühls-Kino und aufreibender Nervenkitzel: 8 von 10 verdächtige Fotografien!

Dominik Rose
22.02.2010

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119 Stimmen
Schnitt: 5
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Leser-Kommentare:
Bluti (27.02.10): Die zwei oben genannten Szenen sind gut, keine Frage, auch die Hauptdarstellerin spielt überzeugend. Aber: Der Film hätte auch "The one and only face of Mark Whalberg" heißen können, denn das ist hier leider Programm. Und was soll der Bullshit mit Thriller/Drama/Fantasy? Was denn noch alles? Für mich lag genau hier das Problem. Weder Jackson wusste, worauf er hinauswollte noch kann man sich als Zuschauer auf eine Sache einlassen. Wer einen Thriller erwartet (wie ich), der wird von der ersten halben Stunde recht angetan sein, dann aber in den nicht enden wollenden blumigen Entgleisungen im Zwischenreich entnervt zur Spucktüte greifen. Wer Fantasy erwartet, dem wird der Film grad bei Jackson zu wenig Gollum sein. Und Dramafreunden, die schon mit gezücktem Taschentuch in den Saal kommen, werden die Thrillerelemente wohl Angst machen (Ja, ich weiß, ich übertreibe...). Worauf ich hinaus will ist: Was soll das? Alles zieht sich und zieht sich, der Bösewicht wirkt in seinem Rollenkostüm schon beinahe zur Parodie verzerrt (wenn man weiß, wie er normalerweise aussieht) und dieses Sich-Ergehen in bunten Zwischenweltbildern, die definitv nix Neues in puncto Paradiesfantasien bringen, hat den Schritt in die Peinlichkeit für mich getan - spätestens mit dem schnulzig-kitschig-ätzenden Finale. Bah! Für die Hauptdarstellerin gibt es noch 4,5 Blumen, Schiffen, Rosen und bunten Wattestäbchen aus dem harmonischen Zwischenreich
Dominik (26.02.10): Au weia, Nick! Den hatte ich glatt verdrängt, aber du hast natürlich Recht!
Nikolas (26.02.10): Kleine Korrektur: In meinem Himmel ist nicht Jacksons erster Film nach dem Herrn der Ringe, dazwischen war noch King Kong!
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