Skyfall
Action / Thriller, GB / USA 2012, 143 Minuten, ab 12
Originaltitel: Skyfall; Deutschlandstart: 01.11.2012 (Sony Pictures); Regie: Sam Mendes; Produktion: Barbara Broccoli, Chiu Wah Lee u.a.; Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade, John Logan nach Figuren von Ian Fleming; Musik: Thomas Newman; Kamera: Roger Deakins; Schnitt: Stuart Baird

mit Daniel Craig (James Bond), Judi Dench (M), Javier Bardem (Silva), Ralph Fiennes (Gareth Mallory), Naomie Harris (Eve), Bérénice Marlohe (Sévérine), Albert Finney (Kincade), Ben Whishaw (Q), Rory Kinnear (Tanner), Ola Rapace (Patrice), Helen McCrory ( Clair Dowar), Nicholas Woodeson (Doctor Hall), Bill Buckhurst (Ronson) u.a.

Filmplakat
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Bond kämpft gegen den Dieb der Festplatte.
M muss ohne ihren besten Agenten auskommen. Der reaktivierte 007 wird schnell in Kämpfe verwickelt. Mastermind Silva entkommt in Uniform.

Was ist da los? Berichten Sie! - Mögliches Schussfeld ... Es ist nicht eindeutig. Wiederhole: Kein eindeutiges Schussfeld... Vor ihnen ist ein Tunnel, gleich werd ich sie verlieren. - Können Sie die Position ändern? - Negativ. Keine Zeit mehr. - Schießen Sie. ... Ich sagte: Schießen Sie! - Ich kann nicht. Ich könnte Bond treffen. - Schießen Sie! Verdammt nochmal! - M trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Plot: James Bond (Daniel Craig) ist auf einer Mission in Istanbul. Dort soll er eine gestohlene Festplatte, auf der die Namen von eingeschleusten Agenten des MI6 gespeichert sind, wieder zurückbringen. Nach einer aufregenden Jagd quer durch die Stadt kämpft er mit seinem Gegner auf dem Dach eines Zuges, wird dabei versehentlich von seiner Hilfs-Agentin angeschossen und stürzt in die Tiefe. Für tot gehalten, taucht Bond erst einmal unter. Als allerdings ein Bombenanschlag auf das MI6-Gebäude in London verübt wird, kehrt er zurück und versucht herauszufinden, wer der Attentäter ist und warum er es auch gerade auf die Geheimdienst-Chefin M (Judi Dench) abgesehen hat. Es stellt sich heraus, dass alles mit Ms Vergangenheit und einem gewissen Silva (Javier Bardem) zu tun hat. Wird Bond M beschützen und den Attentäter zur Strecke bringen können?

Kritik: Sam Mendes (American Beauty, Zeiten des Aufruhrs) ist eigentlich als Regisseur des anspruchsvolleren dramatischen Erzählkinos bekannt. Da liegt die Frage nahe, ob so ein Regisseur die richtige Wahl für einen Agenten-Action-Kracher à la James Bond ist. Wie sich herausstellte, ist er genau die richtige Wahl. Denn Mendes gelingt, nachdem der letzte Bond-Film Ein Quantum Trost eher schlecht als recht war, mit Skyfall ein richtig guter Bond-Film. Inhaltlich und qualitativ kommt er zwar nicht an Casino Royale heran, hat aber dafür ganz besondere Qualitäten, die ihn zum Highlight für echte Bond-Fans werden lassen.
Zunächst einmal haben wir es in Skyfall wieder mit einem sehr charismatischen Bösewicht zu tun. Javier Bardem leistet da ganze Arbeit und ist voll auf Augenhöhe mit Gerd Fröbe und Mads Mikkelsen.
Weiterhin ist der Film optisch ein Festschmaus, ob es die tollen Landschaftsaufnahmen sind oder die Lichteffekte bei der Hochhaus-Szene. Ein Lob an Kameramann Roger Deakins.
Dann erfährt der Zuschauer endlich einmal mehr aus Bonds Vergangenheit und Kindheit. Das macht die Figur, die einst von Ian Fleming erdacht wurde, runder, glaubwürdiger und menschlicher. James Bond ist in diesem Film generell viel menschlicher gezeichnet als in den Vorgänger-Filmen. Er ist hier nicht der reine Superheld, dem niemand etwas anhaben kann. Sondern er ist auch verwundbar und zeigt menschliche Schwächen.

Durch diese Art, James Bond zu zeigen, bewegen sich die Macher allerdings schon wieder weg von dem harten Bond des Casino Royale. Das Ganze wird noch dadurch verstärkt, dass Skyfall generell nicht so hart, brutal und blutig ist. Er tendiert hingegen wieder in die Richtung der alten 60er-Jahre Bond-Filme eines Sean Connery. Dieses wird allen durch Casino Royale neu gewonnenen Bond-Fans mit Sicherheit nicht so zusagen. Fans der klassischen Filme und von Darsteller Sean Connery wird aber vor Freude das Herz aufgehen. Sam Mendes und das Autoren-Trio Neal Purvis, Robert Wade und John Logan haben sich mit Sicherheit vor dem Dreh die klassischen Bond-Filme angeschaut und sich davon inspirieren lassen. Besonders von Goldfinger, wie mir scheint. Damit gelingt Mendes, ob gewollt oder reiner Zufall, passend zum aktuellen 50-jährigen Jubiläum der Bond-Reihe eine Hommage an die alten Filme. Es gibt viele Anspielungen auf Klassiker wie eben z.B. Goldfinger. Außerdem wird inhaltlich im Film ständig der Gegensatz von „Altem“ und „Neuem“ thematisiert. Generell wirkt James Bond hier wieder wie der alte „Connery“-James Bond: herrlich süffisant und charmant, so dass er jede Frau ins Bett bekommt. Wie in den alten Filmen wird aber auch hier der eigentlich Akt immer nur angedeutet. I-Tüpfelchen auf dem Ganzen ist dann das Ende des Films, wo eine liebgewonnene Figur der alten Filme neu eingeführt wird. Ich bin begeistert.
Einziges Manko von Skyfall ist eigentlich nur das letzte ¼ des Films. Das ist bei aller Liebe doch etwas zu flach geraten. Da hätte ich mir inhaltlich wesentlich mehr gewünscht.
Gleiches gilt für die CGI-Effekte. Mendes legt großen Wert auf handgemachte, authentische Action. Das ist auch sehr gut und überzeugt über den Großteil des Films, aber die wenigen CGI-Effekte sind meiner Meinung zu schlecht geworden. Gerade die U-Bahn-Crash-Szene fand ich nicht sehr überzeugend.
Alles in allem überzeugt Skyfall aber auf ganzer Linie, gehört mit in die Klasse der wirklich großen Bond-Filme und wird mit Sicherheit auch Klassiker-Status erlangen. Von mir aus könnte es in den nächsten Jahren so weiter gehen, wenngleich ich auch mit der Casino Royale-Art eines Bond-Films sehr konform gehe. Eine Mischung wäre wohl das Optimum.

Fazit: Mit Skyfall ist zum 50-jährigen Jubiläum ein sehr guter Bond-Film geglückt, dessen Handlung zwar nicht die ausgefeilteste ist, der aber als Hommage an die alten Bond-Filme umso besser funktioniert. Fans der neuen Bondausrichtung à la Casino Royale werden vermutlich ihre Probleme mit Skyfall haben. Fans der gesamten Bond-Reihe wird jedoch das Herz vor Entzücken höher schlagen. Knapp erreichte 9 von 10 Grabsteinen der Eltern.

Sebastian Schwarz
06.11.2012

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War okay8%
Gut5%
Sehr gut13%
Absolut hervorragend8%
Bester Film aller Zeiten8%

59 Stimmen
Schnitt: 5
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Jerry (06.12.12): Ganz kurz: Skyfall ist nach meinem Geschmack der der beste Bond seit langem und ein versöhnender Film nach dem schlechtestem Bond seit langem (Quantum Trost). Meine Pluspunkte: Herrlich selbstreferenziell, ein toller Bösewicht und eine atemberaubende und abwechslungsreiche Umgebung mit schönen, visuellen Eindrücken. Für mich 9 von 10 nichtexplodierenden Kugelschreibern
Julien (03.12.12): Was für ein schwacher Bond und langweiliger Film noch dazu. Die beiden ersten Teile mit Daniel Craig fand ich richtig gut. Es war erfrischend, mal keine Stahlzähne und Laserstrahlen aus dem Feuerzeug zu sehen und die Story war gut, spannend, Bond und Thriller zusammen ..KLASSE! Im dritten Teil, was war das für ein Gegner, huhuuuu da habe ich richtig Angst bekommen, er würde mich mit einer Haartönung in den Wahnsinn treiben. Und das Ende, der Angriff mit dem Riesenhubschrauben ..?? Eine alte Dame, ein noch älterer Mann, James Bond, 5 Stangen Dynamit und Nägel, eine Menge Nägel. Bumm, alle Tod, Ende Aus glücklich sein. Sorry aber wo war die Spannung und vor allem wo war die Bedrohung. Was wurde bedroht, oder wer? Kurz dachte ich an Hannibal Lektor, oder die Freundin, die mit Bond geschlafen hat, Peng erschossen, alle gucken sich an und weiter im Text. Egal, wahrscheinlich bin ich der einzige der das so sieht. Punktevergabe und Tusch 4 von 10 Fratzen durch Überleben der Todespille. Julien
Julien (03.12.12): Was für ein schwacher Bond und langweiliger Film noch dazu. Die beiden ersten Teile mit Daniel Craig fand ich richtig gut. Es war erfrischend, mal keine Stahlzähne und Laserstrahlen aus dem Feuerzeug zu sehen und die Story war gut, spannend, Bond und Thriller zusammen ..KLASSE! Im dritten Teil, was war das für ein Gegner, huhuuuu da habe ich richtig Angst bekommen, er würde mich mit einer Haartönung in den Wahnsinn treiben. Und das Ende, der Angriff mit dem Riesenhubschrauben ..?? Eine alte Dame, ein noch älterer Mann, James Bond, 5 Stangen Dynamit und Nägel, eine Menge Nägel. Bumm, alle Tod, Ende Aus glücklich sein. Sorry aber wo war die Spannung und vor allem wo war die Bedrohung. Was wurde bedroht, oder wer? Kurz dachte ich an Hannibal Lektor, oder die Freundin, die mit Bond geschlafen hat, Peng erschossen, alle gucken sich an und weiter im Text. Egal, wahrscheinlich bin ich der einzige der das so sieht. Punktevergabe und Tusch 4 von 10 Fratzen durch Überleben der Todespille. Julien
Julien (03.12.12): Was für ein schwacher Bond und langweiliger Film noch dazu. Die beiden ersten Teile mit Daniel Craig fand ich richtig gut. Es war erfrischend, mal keine Stahlzähne und Laserstrahlen aus dem Feuerzeug zu sehen und die Story war gut, spannend, Bond und Thriller zusammen ..KLASSE! Im dritten Teil, was war das für ein Gegner, huhuuuu da habe ich richtig Angst bekommen, er würde mich mit einer Haartönung in den Wahnsinn treiben. Und das Ende, der Angriff mit dem Riesenhubschrauben ..?? Eine alte Dame, ein noch älterer Mann, James Bond, 5 Stangen Dynamit und Nägel, eine Menge Nägel. Bumm, alle Tod, Ende Aus glücklich sein. Sorry aber wo war die Spannung und vor allem wo war die Bedrohung. Was wurde bedroht, oder wer? Kurz dachte ich an Hannibal Lektor, oder die Freundin, die mit Bond geschlafen hat, Peng erschossen, alle gucken sich an und weiter im Text. Egal, wahrscheinlich bin ich der einzige der das so sieht. Punktevergabe und Tusch 4 von 10 Fratzen durch Überleben der Todespille. Julien
Nikko (26.11.12): Also Casino Royale bleibt mein Favorit unter den neuen Bond Filmen. Hier stimmte das Verhältnis von Action und Dramatik einfach. Ferner mochte ich den Subplot um die Geheimorganisation, die in "A Quantum Of Solace" zwar aufgegriffen, aber nicht zuende geführt wurde sehr. Skyfall hat mich trotzdem bis auf gewisse Ausnahmen überzeugt. Entgegen der weitläufigen Meinung hat mir Javier Bardem als Bösewicht weniger gefallen. Dieses lag sicherlich nicht an seiner schauspielerischen Leistung, sondern an der Eindimensionalität und Funktion des Charakters. Sicherlich, der Film behandelt vor allem Bond und M, allerdings hätte ich mir doch einen Gegenspieler von größerer Gravität gewünscht. Auf der positiven Seite war die Psychologie des Films und vor allem das Verhältnis zwischen Bond und M gut inszeniert. Immer wieder kam mir das Verhältnis zwischen Vader und dem Imperatror aus den Star Wars Filmen in den Sinn: Der Meister und das Werkzeug. Bon im Sinne Flemmings, als durchaus kaputten aber zielsicheren und bedenkenfreien Agenten zu zeichnen ist defnitiv eine der größten Stärken der neueren Filme. Insgesamt gibt es von mir 8,5 (die Story künstlich antreibende) Drachenmedaillen in Waffenkoffern.
Nikolas (15.11.12): Also ich war, gerade nach der Enttäuschung vom Quantum Trost mal wieder sehr geflasht von einem großartigen neuen und doch so klassischen Bond-Film mit einem überragenden Javier Bardem als Gegenspieler! Da war alles drin, was in einen Bond gehört, Spiel, Spaß und Spannung! Und ein grandioser Ben Wishaw als Q, sehr cool! Die von Zak erwähnte Merchandising Attacke fand ich eher punktuell-plakativ-lustig als nervig, dafür stimme ich Sebastians Kritik zu, dass man aus dem Skyfall-Finale noch mehr hätte machen können. Da flacht der Film doch etwas ab. Die neuen Bonds gehen zwar eine (tolle) neue Richtung, aber irgendwie fehlt mir die Basis-Station, von der aus der Schurke die Weltherrschaft an sich reißen will (zuletzt großartig in Goldeneye) dann doch ein wenig. Dennoch bin ich hier voll auf meine Kosten gekommen, was mir dann auch 9 von 10 Ratten in der Tonne wert ist.
Zak (12.11.12): Für mich hätte der Film auch noch 9,5 erreichen können, wenn nicht so ähnliche Einlagen wie "Ein nagelneuer VOLKSWAGEN BEETLE ist vom Zug gefallen. Was ein BEETLE ist vom Zug gefallen? Ja ein V-O-L-K-S-W-A-G-E-N BEETLEEE. Schade um die schönen neuen VW Beetle". Doch zum Glück wurde man nach 10 Minuten von solchen penetranten Merchandising Attacken verschont. Daher also 9 von 10 "Sendern"
Olaf (12.11.12): Obwohl ich Action-Filme generell mag, halte ich persönlich die gesamte Bond-Reihe ja für eine Aufreihung von B-Movies. Zu löchrig sind i.d.R. die Plots. Logik bleibt weitgehend auf der Strecke. In meiner Erinnerung war das zwischendurch bei den letzten Bonds mal besser. Hier hat aber meiner Meinung nach der Logik-Teufel wieder mal zu geschlagen.
Desweiteren hat mir die Trivialität der Beweggründe des Bösewichtes etwas erschreckt. Was ist denn aus der guten alten Weltherrschaft geworden? *pff* Ähnlich blöd fand ich da den letzten Batman. Das hätten die hier nicht kopieren müssen.
Gefallen hat mir hingegen diesmal sehr die Charakterzeichnung der Hauptfiguren, insbesondere Bond und M. Super! - Insgesamt gibt das dann die Standardnote: 7 von 10 vorschnellen Schießbefehlen.

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