Catch Me If You Can
Gaunerkomödie, USA 2002, 141 Minuten, ab 6
Originaltitel: Catch Me If You Can; Deutschlandstart: 30.01.2003 (UIP); Regie: Steven Spielberg; Produktion: Steven Spielberg, Walter F. Parkes; Drehbuch: Jeff Nathanson; Musik: John Williams; Kamera: Janusz Kaminski; Ausstattung: Jeannine Oppewall; Schnitt: Michael Kahn; Kostüme: Mary Zophres

mit Leonardo DiCaprio (Frank Abagnale), Tom Hanks (Carl Hanratty), Christopher Walken (Frank Abagnale, sr.), Martin Sheen (Roger Strong), Nathalie Baye (Paula Abagnale), Amy Adams (Brenda Strong), Jennifer Garner (Cheryl Ann), Brian Howe (Earl Amdursky), Frank John Hughes (Tom Fox), Chris Ellis (Agent Witkins)

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Trailer (UIP de)

Hallo! - Hallo. Sind Sie der Dead Head? - Bitte? - Ob Sie der Dead Head nach Miami sind? - Ob ich? ... Ja, ja... Ja, ich bin der Dead Head. - Sie sind ein wenig spät dran, aber der Jump Seat ist noch frei. - Wissen Sie, ich hab das schon 'ne Weile nicht mehr gemacht. Welcher war nochmal der Jump Seat? - Haha, ich wünsch Ihnen einen guten Flug. - Frank ist Pilot

Plot #1: Frank Abagnale Jr. (Leonardo DiCaprio) wächst behütet im Einfamilienhaus seiner Eltern auf. Eine besonders innige Beziehung verbindet ihn mit seinem Vater, welcher der Steuerhinterziehung angeklagt wird und so alles verliert: Seinen Job, sein Haus, sein Auto und am Ende auch seine Frau. Die Scheidung seiner Eltern stürzt den 16jährigen Frank in eine Sinnkrise. So beginnt er sich immer neue Identitäten auszudenken um von anderen geliebt und verehrt zu werden und ganz nebenbei seinem Vater das zurückzugeben, was ihm vom Staat genommen wurde. Frank ist durch seine Dreistigkeit kaum zu überbieten. Er gibt sich als Pilot der PanAm aus, fälscht ganz nebenbei perfekt die Gehaltsschecks, wird Arzt in der Notaufnahme mit Harvard-Abschluss und führt sogar die Anwaltskammer hinters Licht. So gut wie jede renommierte Bank fällt auf die gefälschten Schecks von Frank herein und so zieht er auch die Aufmerksamkeit von F.B.I. Agent Hanratty (Tom Hanks) auf sich, der nur ein Ziel vor Augen hat: Die Festnahme von Frank Abagnale Jr. der als größter Scheckfälscher des 20sten Jahrhunderts gesucht wird. Ein Katz- und Maus-Spiel beginnt...

Kritik #1: Zwei Jahre lang musste ich auf den neuen Leonardo DiCaprio Film warten und jetzt endlich ist er da und das gleich mit einer erstklassigen Komödie. Steven Spielberg nahm auf dem Regiestuhl Platz und zeigt dieses mal, dass er mehr kann als nur mehr oder weniger gute Science-Fiction-Tragödien mit Heile-Welt-Syndrom in Szene zu setzen (Minority Report, A.I.). Catch Me If You Can ist perfektes Unterhaltungskino mit Tiefgang und in jeder Hinsicht mit hervorragenden Darstellern besetzt. Leonardo DiCaprio versucht immer noch vom Titanic- Image wegzukommen und bezeichnete den Hype danach schlichtweg als Hölle auf Erden und die schlimmste Zeit seines Lebens. Jetzt glänzt er mit seinem zweifelsfreien Talent in Catch Me If You Can um die Wette mit Tom Hanks und versprüht seinen jugendlichen Charme über das Kinopublikum.

Leonardo DiCaprio zeigt uns, dass er groß hinaus will, dass er mehr kann als mit der Titanic gutaussehend unterzugehen, was er auch schon zahlreich unter Beweis gestellt hat: The Basketball Diaries, Marvins Töchter, This Boys Life, Romeo und Julia und nicht zu vergessen den geistig behinderten Bruder von Johnny Depp in Gilbert Grape. Der Jury kann ich bis heute nicht verzeihen, das ihm für diese Rolle der Oscar verweigert wurde. Wir dürfen einen frohgelaunten Leonardo auf seine Reise durch die diversen Identitäten begleiten, und er schafft es uns gefangen zu nehmen, uns zu verzaubern, uns zu amüsieren und uns 140 Minuten lang gebannt zu unterhalten. Frank ist ein Gauner, er lügt und betrügt in jeder freien Minute seines Lebens und das Publikum ist auf seiner Seite, fiebert mit ihm, will dass er entkommt. Denn eigentlich sucht er doch nur was wir alle Suchen: Anerkennung, Liebe, Harmonie und das große Geld und genau das macht ihn menschlich, bringt ihn uns Nahe. Ich ziehe meinen Hut vor Steven Spielberg, denn einen solchen Film habe ich ihm nicht zugetraut. Bleiben einem doch mehr die Dramen in der Film-Erinnerung haften wie Schindlers Liste oder der sehr langwierige Film Amistad. Dann hat er es mit Science Fiction probiert, aber die Perfektion von lang zurückliegenden Regiestreichen wie Indiana Jones oder Jurassic Park nie mehr erreicht. Wir erinnern uns an die letzte halbe Stunde von A.I., die in ihrer Überflüssigkeit und totalen Gefühlsüberfrachtung den ganzen Film ruiniert hat, weil Mr. Spielberg uns wieder diese heile Welt schaffen wollte, die weder für A. I. noch für Minority Report vorgesehen war. Mit Catch Me If You Can ist der frühere Spielberg zurückgekehrt und zeigt uns, dass er auch eine Botschaft mit durchaus hohem Unterhaltungswert verkünden kann, ohne dabei in übertriebenen Rührseligkeiten unterzugehen. Dies ist das Comeback zweier Superstars: Der eine glänzt vor und der andere hinter der Kamera. Seht euch Catch Me If You Can an und vergessen sind all die flachen, oberflächlichen, wenig komischen Möchtegern-Komödien dieser Filmwelt.

Fazit #1: Catch Me If You Can ist eine in jeder Beziehung perfekte Komödie mit viel Liebe und noch mehr Charme in Szene gesetzt. Wunderbares 60er Jahre Flair mit spritzigem Humor, süffisanten Dialogen und Spaß an der Freude agierenden Schauspielern. Ich habe schlicht nichts auszusetzen. 10 von 10 Kennen-Sie-Den-Witzen

Sandra Plich
30.01.2003

Plot #2: Im "zarten" Alter von 17 Jahren lern Frank W. Abagnale, Jr. (Leonardo DiCaprio) von seinem Vater (Christopher Walken), dass Kleider Leute machen können. Jedoch nutzt der Senior seine kleinen kriminellen Energien nicht wirklich aus, sondern versucht lediglich, sich dadurch einen Vorteil bei den Banken zu verschaffen, da er der Steuerhinterziehung angeklagt wird. Als sich seine Eltern eines Tages scheiden lassen, bricht für Frank eine Welt zusammen. Mit einem Vielfachen der kriminellen Energie seines Vaters schlüpft er in immer neue Rollen, um vor seiner Realität zu entkommen, sich Liebe von immer neuen Menschen zu holen, die aus einer heileren Welt kommen als er selbst und letztendlich um seinem Vater etwas von dem wiederzugeben, was ihm der Staat genommen hat: Sein Auto, sein Haus und letztendlich seine Frau (Natalie Baye).
Bei seinen Betrügereien wird Frank dabei zunehmend dreister, fängt zunächst als Copilot der PanAm an und fälscht nebenbei Schecks. Allerdings ist ihm schon nach kurzer Zeit der auf Betrug spezialisierte Detective Carl Hanratty (Tom Hanks) auf den Fersen, der es sich schließlich zum Lebensziel macht, den jungen Gauner dingfest zu machen. Als der "James Bond der Lüfte" nach einigen Höhenflügen wieder auf den Boden der Tatsachen landet, wird er zum Abteilungsleiter eines Krankenhauses. Das nötige Fachwissen für seine Rollen eignet sich Frank dabei jeweils auf simpel alltägliche wie auch geniale Weise an: durchs Fernsehen. Der Scheckbetrug steht allerdings für Frank stets im Vordergrund, da er im Hinterkopf immer seinem Vater unter die Arme greifen möchte, der sich jedoch nicht helfen lassen will.
Eine Wendung in seinem Leben erfährt Frank allerdings, als er in der Krankenschwester Brenda (Amy Adams) die Liebe seines Lebens findet. Plötzlich stellt sich ihm seine kriminelle Karriere seiner Zukunft in den Weg. Doch es gibt kein Zurück...

Kritik #2: Nach Minority Report legt Steven Spielberg eine weitere Glanzleistung hin: witzig, clever, einfallsreich und mit einer guten Portion selbstironischem Augenzwinkern!
Allein der Titelvorspann ist schon so nett und witzig gemacht, dass man sich kaum für die dort genannten Namen interessiert. Im eigentlichen Film bekommen wir ein herrliches Duell zwischen DiCaprio und Hanks serviert, das man einfach nur genießen kann.

DiCaprio hat seinen Spaß als dreister jugendlicher Betrüger, der seinem zerrissenen Inneren davonzulaufen versucht, während Hanks die Rolle Tommy Lee Jones' in Auf der Flucht einnimmt: Der gnadenlose Verfolger, der nur eines im Sinn hat: Die Jagd zu gewinnen und die Beute zu schnappen. Mit dem Unterschied, dass Dr. Kimble seinem Verfolger egal war. Hanratty will Abagnale zwar fangen, aber er entwickelt auch gewisse Sympathien für ihn und fängt an, sich um ihn zu sorgen.
Der Film strotzt nur so vor netten Späßen, bleibt aber immer ernsthaft (immerhin jagt hier ein ersthafter Cop einen notorischen Betrüger) und verliert nie an Glaubwürdigkeit. Zu dem Duo DiCaprio / Hanks gesellt sich Christopher Walken als den Boden unter den Füssen verlierender Vater, der aus der Tragik seines Daseins heraus Frank die Antriebskraft für seine Taten gibt. Weiterhin Natalie Baye, Franks Mutter, die jede Beziehung zu ihrem Sohn verloren hat und für alle Verluste steht, die Abagnale Sr. und Jr. erlitten haben und für die Frank Ausgleich schaffen will. Und dann ist da am Ende noch Amy Adams, die die große Liebe spielt. Sie verkörpert das, was Frank im Grunde eigentlich ist: Ein unschuldiger Teenie, der den Halt im Leben verloren hat und verzweifelt nach einem Ausweg sucht.
Zu dem großartigen Schauspielerensemble kommt noch der gesamte Look der 60er Jahre. Auf der einen Seite knallig-bunt und wunderbar altmodisch, auf der anderen Seite werden gerade in den Flughafenszenen Gedanken an die Zukunft wach. So kommt man hier und da mal auf den Gedanken, sich nicht in den swinging Sixties, sondern irgendwo in Raumschiff Enterprise - Zeiten zu befinden. Tja, stammt vom Design her halt alles aus der Zeit.
Einige Szenen sind auch deshalb schon so komisch, weil klar ist, dass derartige Vorgehensweisen / Tricks heute schon gar nicht mehr vorstellbar wären. (Sicherheitsstandards!!!) Das ist wohl eine Unschuld, die heute längst vergangen ist und an die wir uns nur noch aufgrund solcher Filme erinnern können.
Und als kleines Bonbon hat Spielberg endlich eines geschafft: Es gibt kein übertriebenes Happy End!

Fazit #2: Lustig, spannend, tragisch, einfallsreich! Einer der besten Spielberg - Filme überhaupt! Wer sich hiervon nicht "einfangen" lässt, ist selber schuld! 10 von 10 Mäusen in der Sahne

Nikolas Mimkes
01.02.2003

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Gut11%
Sehr gut5%
Absolut hervorragend11%
Bester Film aller Zeiten11%

18 Stimmen
Schnitt: 5.2
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Andreas März (01.02.08): Respekt. Leo kann es also doch. An Christopher Walken hatte ich niemals Zweifel - und auch bei Tom Hanks setzt man meistens auf die richtige Karte. Mir hat der Film sehr gut gefallen. Besonders wenn man sich vor Augen führt, dass diese Story auf einer wahren Story basiert. Von mit gibt es 8 von 10 gefälschten Schecks.
hakunamatata (28.05.06): naja... die story ansich is nich schlecht, schauspieler okay, spannug war da, also alles in allem würd ich sagen gelungener film!kann sich sehen lassen^^
Cora (25.06.04): nicht schlecht nicht schlecht. da hat sich sogar der leo mal angestrengt. obwohl ich den ja nicht so mag. da ist dem to schon besser. man kann ihn getrost auch ein zweites mal sehen. 8 von 10 checkfälschern
alina (13.03.04): der film ist total classe war ja eigendlich klar leonardo dicapro spielt mit leo is the best from oll over the world
Reisebär (31.08.03): Witzige, einfallsreiche Hochstablerkomödie, bei der die Zeit kurzweilig verfliegt. Sicherlich entspricht nicht alles der damaligen Realität, aber man verzeiht es zur Gunsten der Story. Dazu einige überraschende Wendungen. An manchen Stellen zieht sich der Film etwas, nimmt aber zum Ende an Fahrt auf. Das Ende ist wie in einem Happy-End Kitsch Film. Aber eine 8 hat er verdient.
Chris (08.07.03): Gottseidank nicht im Kino, sondern zu Hause gesehen! Somit bekommt dieser Langweiler noch 5 Punkte. Schauspieler klasse, auch Story war ganz nett. Aber: viel zu lange und ohne den richtigen Drive!
HarryAngel (22.04.03): Super Film.Eine der besten Von Spielberg
Hanse (29.03.03): Einfach verdammt unterhaltsam! 7 von 10 Lehrerdoubles
jojo (02.02.03): Sorry, ich möchte niemanden beleidigen, aber...... ich glaube, bis auf Michael haben alle einen anderen Film als ich gesehen!! Die Kritiken und Vorschußlorbeeren sind völlig übertrieben, hervorragende Schauspieler verlieren sich in der langatmigen Geschichte !! Einfach nur zum Gähnen Scheisse
Sebastian (02.02.03): @ alle: Für alle die sich fragen, warum Sandra nur Schecks von Mr. Spielberg und Mr. DiCaprio bekommen hat, nicht aber von Mr. Hanks, denen sei gesagt, dass sein Scheck bei mir gelandet ist!!! Denn wer will schon einen Scheck von Mr. DiCaprio? Die sind doch sowieso alle gefälscht!!! *g* Und nicht nur um dem Scheck Rechnung zu tragen bekommt der Film von mir auch eine sehr gute Bewertung. Am besten hat mir natürlich Tom Hanks gefallen. Aber Leonardo DiCaprio zeigt natürlich auch wieder vollkommen überzeugend sein schauspielerisches Talent. Ansonsten stimme ich Sandra eigentlich in ihrer Kritik zu. Das einzige, was ich als wirkliche negative Kritik anzubringen habe, ist, dass es dem Film besonders in der ersten Hälfte mächtig an Tempo fehlt. Die Beweggründe der Figuren werden meiner Meinung nach deutlich genug gezeigt. Im Ganzen ist der Film einfach klasse! Somit gibt es als Fazit 9 von 10 Krankenschwestern mit Zahnspange
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