The Day After Tomorrow
Action, USA 2004, 124 Minuten, ab 12
Originaltitel: The Day After Tomorrow; Deutschlandstart: 27.05.2004 (20th Century Fox); Regie: Roland Emmerich; Produktion: Roland und Ute Emmerich, Mark Gordon, Kim H. Winther; Drehbuch: Roland Emmerich, Jeffrey Nachmanoff; Musik: Harald Kloser, Thomas Wanker; Kamera: Ueli Steiger; Schnitt: David Brenner

mit Dennis Quaid (Jack Hall), Jake Gyllenhaal (Sam Hall), Emmy Rossum (Laura Chapman), Dash Mihok (Jason Evans), Jay O. Sanders (Frank Harris), Sela Ward (Dr. Lucy), Hall Austin Nichols (J.D.), Arjay Smith (Brian Parks), Tamlyn Tomita (Janet Tokada), Sasha Roiz (Parker), Ian Holm (Terry Rapson), Kenneth Welsh (Vizepräsident Becker)

Filmplakat
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Offizielle Homepage (20th Century Fox )
Trailer (20th Century Fox )
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Jack Hall (Dennis Quaid) ist Paläoklimatologe. Passanten werden von einem Hagelschlag überrascht. Sam Hall (Jake Gyllenhaal) ist auf einem Wettbewerb in New York. New York nach der Unwetterkatastrophe.

Wer ist da? - Hier spricht Terry Rapson. Tut mir leid, dass ich so früh störe. - Nein, Professor. Ist schon gut. Was gibt's? - Erinnern Sie sich, was Sie in Neu Delhi gesagt haben? Dass das Schmelzen der Polkappen den Nordatlantischen Strom versiegen lassen könnte? - Ja. - Nun, äh, ich glaube, es ist soweit. - Jack Hall wird nachts von einem Kollegen geweckt.

Plot: Klimaforscher Dr. Jack Hall (Dennis Quaid) warnt auf dem internationalen Klimagipfel in Indien vor den Auswirkungen des Treibhauseffektes und dem Kohlendioxid-Ausstoß in die Atmosphäre.
Seine Schreckensvision von einer neuen Eiszeit wird viel schneller als erwartet zur grausamen Wirklichkeit. Das Schmelzen der Polkappen löst ein Erkalten des Golfstroms aus. Während die Vögelschwärme die Flucht gen Süden antreten, fallen in China fußballgroße Hagelkörner vom Himmel, zahllose Tornados verwüsten die Stadt der Engel und der Hollywood-Schriftzug ist Geschichte. Schottland friert komplett zu und New York wird von einer nie da gewesenen Sturmflut überrollt.
Mittendrin befinden sich Dr. Hall, der in Washington versucht den Vizepräsidenten von der Dringlichkeit der Lage zu überzeugen, Halls Ex-Frau (Sela Ward) versucht im Krankenhaus Leben zu retten und Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) schlägt sich durch das komplett vereiste Manhattan. Für die Menschen auf der Nordhalbkugel gibt es keine Rettung mehr, aber Jack will seinen Sohn nicht sterben lassen...

Kritik: Roland Emmerich serviert uns diesen Sommer wieder seinen üblichen Blockbuster in Konkurrenz zu Wolfgang Petersen. The Day After Tomorrow gegen Troja – Klimakatastrophe gegen Literatur-Historie. Emmerich setzt in seinem Film auf die klassischen Klischees des Katastrophenfilms (Flammendes Inferno, Erdbeben, Dantes Peak, Volcano): Kluger vorausschauender Wissenschaftler sieht das Desaster kommen; Politiker ignorieren dies aufgrund von Geldgier; Desaster tritt exakt nach Vorhersage ein und wird noch katastrophaler als befürchtet; Menschheit steht vor dem Aus; Menschliche Einzelschicksale nehmen ihr trauriges oder auch heldenhaftes Ende; Menschheit wird wie durch ein Wunder überleben; Ende.
Im Grunde ist genau das die Kurzzusammenfassung von The Day After Tomorrow. Allerdings mit einem feinen Unterschied: Die Special-Effects sind ein wahrer Augenöffner – gar keine Frage! Mit erschreckender Realität führt Emmerich uns den Klimakollaps und seine Auswirkungen vor Augen und lässt aufmerken: Vor der Rache der Umwelt kann niemand flüchten!

So rollt die Flutwelle über New York hinweg und ertränkt die freiheitsliebende Französin, ehe sie von der ewigen Kälte zur Eisskulptur degradiert wird. Unbarmherzig und alles niedermähend vernichten die Tornados halb L.A. Emmerich legt die halben Vereinigten Staaten in Schutt und Asche und lässt kein gutes Haar an der Bush-Regierung, ergreift er doch eindeutig Partei für das Umweltabkommen. Zieht die Regierung eine stabile Wirtschaft der Umweltpolitik vor, zeigt Emmerich deutlich: Ist die Welt zerstört brauchen wir Lebensraum – keine Wirtschaft. Die sogenannte „Nach-uns-die-Sintflut-Einstellung“ wird hier zur brutalen und teilweise Angst einflößenden Realität. In so gut wie jeder Szene schwingt Emmerich den moralischen Zeigefinger und hämmert den Zuschauern seine Botschaft mit dem Vorschlaghammer ein, das ist furchtbar aufdringlich und nervt auf Dauer.
Wie immer hat die Menschheit es in der Hand und erkennt zu spät ihr fatales Handeln auf Kosten der Natur. Im Film bricht die Eiszeit binnen weniger Tage über die Nordhalbkugel herein. In Wirklichkeit würde dieser Prozess natürlich sehr viel länger dauern – bleibt zu erwähnen, dass die NASA eine Zusammenarbeit mit dem Regisseur abgelehnt hat, die Gründe hierfür wurden nicht genannt.
Panikmache hin oder her, der Film macht einem schon ein wenig Angst. Denn nie wurde einem so deutlich vorgeführt wie hilflos man gegenüber Naturgewalten ist. Feuer kann man löschen, aber Wasser kann man nicht aufhalten, Tornados kann man nicht umlenken, bei Minus-100 Grad kann nichts überleben. Halten wir uns doch für die Beherrscher der Erde so sind wir nichts, wenn sie zurückschlagen würde.
Im Film nehmen die Dritte-Welt-Länder die zivilisierte westliche Welt als Flüchtlinge auf – der ironische Seitenhieb ist deutlich spürbar, aber wieder eine Spur zu aufdringlich eingesetzt. Wenn der Präsident sich in Demut vor der Natur verbeugt und sich kalt lächelnd bei der Dritten Welt für die Gastfreundschaft bedankt, dann ist das übertrieben und ein wenig schmalzig – wie auch alle anderen zwischenmenschlichen Beziehungen in diesem Film. Ganz zu Schweigen von der Logik. Am besten ist, man schaltet das Zentrum für logisches Denken bei dem Film komplett ab, dann ist alles gut. Bis heute frage ich mich wie das Erhitzen von drei Feuerquellen bzw. ein Kamin eine Minus-100-Grad-Kälte-Welle stoppen kann. Aber schließlich befinden wir uns in einem Emmerich-Blockbuster. Also gilt folgende Regel: Popcorn und Cola kaufen, gemütlich hinsetzen, logische Denkprozesse ausschalten und den Film der genialen Effekte und der Spannung wegen genießen – klar soweit?

Fazit: Durchschnittlicher Naturkatastrophen-Film mit guter Botschaft, super Effekten und einer 08/15-Rahmenhandlung. 6 von 10 entflohenen Wölfen

Sandra Plich
30.05.2004

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Sehr gut9%
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Bester Film aller Zeiten11%

134 Stimmen
Schnitt: 5.5
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Charmin (16.04.05): Also, ich finde den Film voll geil!! Ich finde die special effects im Gegensatz zu den special effects von den Katastrophenfilmen auf rtl2 1000mal besser. Ehrlich Leute!! Da müsst ihr mir aber zustimmen!!
stefan (23.08.04): tolle effekte und eine ernste story machen diesen film zu einem blockbuster der superlative.erstklassig
Jam-Pony (24.06.04): @Stefanie: Tja, sorry für die Wortwahl. War nicht böse gemeint. Aber du musst zugeben, dass das mit der Augsburger Puppenkiste nicht ganz sinnvoll war, oder? Sei es drum. Ein durchschnittler Film.
Stefanie (23.06.04): @Jam-Pony Danke für die objektive Kritik an meiner Kritik!
Jam-Pony (23.06.04): Nun ja, man brauch sicher nicht mehr darüber reden. Der Film ist nach einen klaren Muster gespannt, leicht vorhersehbar und bedient sich teilweise sogar an Elementen aus anderen Filmen ("Vertical Limit": Mann schneidet sich von Seil los). Und es gibt weiß Gott genug unlogische Szenen (wie zum Beispiel die etwas sehr merkwürdige Flucht vor der Frostwelle). Dennoch sollte man den Film nicht in den Boden stapfen. Er hat eine Botschaft und die kommt (gerade jetzt in Zeiten wie der Bush-Regierung an). Der Film füllt einen mit einer gewissen Ehrfurcht und erreicht damit sein Ziel. Und mal ehrlich, wieviele Filme dieser Art gibt es schon ohne ein paar typische "Kann-nur-aus-Hollywood-kommen"-Szenen. Stefanies Behauptung, dass die Spezieleffekte schlechter sind als die der Augsburger Puppenkiste ist wohl das schwachsinnigste was ich in letzter Zeit gehört habe. Wie kann ich denn in einem Film die Klischeehaftigekeit ankreiden und dann das ganze mit so einer 08/15 Kritik beurteilen. Ein bißchen Objektivität sollte da schon dabei sein. Aber sei es drum. "The Day after Tomorrow" ist kein Geniestreich, aber ein Film der gut unterhält und auch etwas nachdenklich macht (egal wie vorhersehbar er ist). Schon deswegen ist er es wert gesehen zu werden. Und sollte doch jemand zu hohe Ansprüche an einen Film haben, dann kann er sich ja getrost was anderes ansehen. Es gibt sicher auch 10-15 Filme aus Hollywood, die realistisch sind :-)
Nikolas (21.06.04): Ich hatte einen Emmerich-Streifen erwartet und genau den habe ich bekommen, will heißen:
Mit dem obligatorischen Popcorn kann man sich von den schönen (aber nicht sooo grandiosen) Spezialeffekten berieseln lassen und sich am Stück über die vielen Schwachsinnigkeiten, von denen ähnlich wie die Gags in Independence Day im Minuten-Takt eine die andere jagt, amüsieren. -> Ich kam teilweise aus dem Lachen nicht wieder raus...
Im Gesamtbild der mit Abstand schlechteste Emmerich-Streifen (Story, Spannung, Logik), aber dann auch wieder so dumm, dass er zumindest wirklich lustig ist!
@ Jan:
Du hast zwar Recht: Was den Wolftrainer im Abspann angeht: Die Wölfe entstammen zwar komplett der digitalen Retorte, aber da müssen sie ja auch erstmal hinkommen. Ich erinnere nur mal an Gollum: Der ist zwar animiert, aber Andy Serkis musste dafür einen Spezialanzug tragen mit Digitalen Punkten, über die die Bewegungen (die nicht so einfach zu animieren sind) in den Rechner gelangen. Dementsprechend wird es im Motion-Capture-Studio einen echten Wolf gegeben haben, der den Computern die Vorlage lieferte. Und der brauchte ganz klar einen Trainer... Klar soweit?
Wegen der richtigen Erwartungen auf einen typisch amerikanisch-schwachsinnigen Blockbuster habe ich einen sehr amüsanten Kinoabend gehabt. Dementsprechend gibt es von mir für Fun und FX 6 von 10 den lateinamerikanischen Staaten erlassene Schulden

Stefanie (21.06.04): Das war der definitiv LETZTE Film, den ich von Emmerich gesehen habe. Die Meinung, die special effects seien gut, kann ich absolut nicht teilen. Selten habe ich so grottige Animationen gesehen. Und das nicht nur bei den Wölfen. Da ist die Augsburger Puppenkiste besser gemacht! Und hat bessere Drehbücher. Schade um das Geld und die Zeit. Emmerich hat sich wieder als Meister der Aneinanderreihung von Klischees bewiesen. Völlig politisch korrekt wandelt sich der Präsident vom Saulus zum Paulus, opfert der Held seinen besten Freund, um seinen Sohn zu retten und wartet die treusorgende Ärztin mit ihrem kleinen tapferen Krebspatienten *schnief* auf nahenden Krankenwagen (ja klar, es liegen ja nur 3 m Schnee!). Und die Mexikaner nehmen die Amis auf, die ihnen jahrelang die Immigration verwehrt und sie schlecht behandelt haben. Fehlt nur noch, dass sich der Sohn des Helden als schwul outet (sorry, liebe Schwule, nichts gegen Euch!) Das dürfen wir dann sicherlich im nächsten Film erwarten, den ich nicht sehen werde. 2 von 10 geretteten Gutenberg-Bibeln
Usläner mit c Usiweies (09.06.04): De Film isch zum iiischlaffe min Lehrer de Herr Martin Oschwald vom Schuelhuus Stettbach schwamedinge alias K12 isch sogar iipennt...aber naja...nemets iizyy....Hauptsach kei schuel..
Eric Draven (06.06.04): Ich stimme so ziemlich mit Jerry überein.
Die Effekte im Film sind wirklich gut (bis auf die Wölfe vielleicht), Handlung ist für einen Actionfilm genug da und was den Patriotismus angeht, so kann ich nicht behaupten, dass davon sehr viel zu spüren ist. Am Schluss eben die übliche Ansprache des Präsidenten, aber das ist doch nichts im Verlgeich zu Independence Day!!
Von mir gibt es wohl-verdiente 7 von 10 Eisschollen so groß wie Rhode Island

Jerry (03.06.04): Genörgel über fehlende Handlung und Logikfehler erübrigen sich eigentlich. Gero hat es schon auf den Punkt gebracht: es geht hier um die Spezialeffekte und (ein wenig) um das politische Thema "Klimaveränderung" - sonst nichts. Emmerich ist kein dumpfer Patriot - wie man leicht erkennt wenn man Interviews mit ihm liest - sondern einfach nur ein professioneller Macher von Krawall-Filmen mit einem Faible zum Kaputtmachen. Man muss sich eben auf seine Filme einlassen, auch wenn das Strickmuster immer dasselbe ist (New York wir von Riesenechse pulverisiert, New York wird von Aliens pulverisiert, New York wird vom Wetter pulverisiert). Von mir daher auch 7 von 10 aus Stühlen gebastelte Schneeschuhe
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