Underworld
Action/Fantasy, USA/Deutschland/Ungarn 2003, 112 Minuten, ab 16
Originaltitel: Underworld; Deutschlandstart: 29.01.2004 (Concorde Film); Regie: Len Wiseman; Produktion: Robert Bernacchi, Kevin Grevioux, Gary Lucchesi; Drehbuch: Kevin Grevioux, Len Wiseman; Musik: Paul Haslinger, David Bowie; Kamera: Tony Pierce-Roberts; Schnitt: Martin Hunter

mit Kate Beckinsale (Selene), Scott Speedman (Michael), Michael Sheen (Lucian), Shane Brolly (Kraven), Bill Nighy (Viktor), Erwin Leder (Singe), Sophia Myles (Erika), Robbie Gee (Kahn), Wentworth Miller (Dr. Adam), Kevin Grevioux (Raze), Zita Görög (Amelia), Dennis J. Kozeluh (Dignitary), Scott McElroy (Soren), Todd Schneider (Trix), Sándor Bolla (Rigel)

Filmplakat
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Offizielle Homepage (Sony Pictures )
Trailer (Concorde Film )
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Vampirin Selene auf dem Balkon des Sitzes ihres Vampir-Clans. Fürst der Lycaner Lucian (Michael Sheen). Vampirin Selene (Kate Beckinsale) im Kreise ihres Clans. Selene verteidigt Michael Corvin gegen die Werwölfe.

Ob es dir gefällt oder nicht, du bist in einen Krieg verwickelt, der mittlerweile seit fast 1000 Jahren wütet. Eine Blutfehde zwischen Vampiren und Lycanern... Werwölfen. Du kannst dich glücklich schätzen: Die meisten Menschen sterben nach einem Biss innerhalb einer Stunde. Die Viren, die wir übertragen, sind tödlich. - Wenn du mich beißt, würde ich dann ein Vampir werden? - Nein. Du würdest sterben. Es hat noch nie jemand einen Biss von beiden Spezies überlebt. - Selene klärt Michael über seine Situation auf.

Plot: Seid Jahrhunderten tobt ein Krieg um die Vorherrschaft zwischen den unsterblichen Geschlechtern der Vampire und der Lycaner (Werwölfe). Die Waffen haben sich im Laufe der Zeit immer weiter verbessert, aber die Methode beider Seiten ist dieselbe geblieben: Jagen und töten, einen nach dem anderen!
Selene (Kate Beckinsale) ist eine Vampir-Kämpferin, die Nacht um Nacht in den Straßen dem Feind nachstellt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit gnadenlos, schnell und präzise zuschlägt. Doch dann ereignet sich etwas Ungewöhnliches: Die Lycaner zeigen hohes Interesse an dem Menschen Michael (Scott Speedman - Mein Leben ohne mich) und versuchen mit aller Macht, ihn in ihre Gewalt zu bekommen. Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen und zu verhindern, dass den Lycons irgendein Vorteil zugute kommt, tut Selene alles, um ihn als erste zu finden. Zwar mit Erfolg, aber der ist leider nicht viel wert, denn Michael ist selbst völlig ahnungslos. Was die beiden nicht wissen: Michael ist der Schlüssel zu einer neuen Rasse Unsterblicher, durch die eine alles verändernde neue Ära eingeläutet werden würde.
Doch das würde vielen nicht gefallen und so entwickelt sich nun auch ein Kampf in den eigenen Reihen, so dass Selene bald zwischen allen Fronten steht und nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann. Also sucht sie Hilfe bei der einzigen Person, der sie in diesem Falle vertrauen kann: Viktor (Bill Nighy), das Oberhaupt ihres Vampir-Clans, der sich seit Jahrhunderten in einem Tiefschlaf befindet. Noch ahnt sie nicht, dass die Wurzeln der Krise viel tiefer reichen, als sie sich vorstellen kann...

Kritik: Underworld ist in jeder Hinsicht ein wilder Mix aus Blade und Matrix: Zum einen haben wir eine spitzzähnige Einzelgängerin, die gut trainiert Jagd auf ihres gleichen (im weiteren Sinne) macht, zum anderen die Story des Einen, der alles verändern soll und hinter dem deswegen alle Seiten her sind. Eigene Ideen oder Bilder bietet der Film dagegen nicht. Schon die Eingangssequenz in der U-Bahn erinnert stark an den "Lobby-Shoutout" in Matrix. Hier wurden einige Szenen sogar exakt kopiert, auch wenn auf Wire-Tricks und Bullettime (Gott sei Dank) verzichtet wurde. Und auch sonst wird dem Kenner vieles doch sehr bekannt vorkommen.

Wer den Trailer gesehen hat, der (die) wird eine Art Romeo & Julia in der Vampir/Werwolf-Welt erwarten. Das ist aber nicht der Fall. Denn die Liebesgeschichte wird derartig an den Rand gedrängt, dass sie schon fast gar nicht mehr auffällt. Viel entscheidender ist dagegen die Beziehung zwischen Selene, Viktor und seinem Stellvertreter Kraven (Shane Brolly), die das Hauptgerüst der Story ausmacht. Aber auch hier wird diejenigen, die Blade gesehen haben, nichts Neues erwarten. Allerdings muss erwähnt werden, dass Kate Beckinsale (Pearl Harbor) sich wirklich wacker hält. Sie und Bill Nighy sind der Hauptgrund, warum der Film noch sehenswert ist.
Mit seinen Budget von 23 Mio. Dollar stellt Underworld in Hollywoodmaßstäben fast schon eine Billigproduktion dar. Das wirkte sich dann hauptsächlich auf die Effekte aus. Denn im Gegensatz zu z.B. Matrix: Reloaded hatte Regisseur Len Wiseman nicht die Mittel, um auf digitale Kämpfer zurückzugreifen. Als Alternative boten sich dann die guten alten handgemachten Tricks an, in Kombination mit den von Patrick Tatoupoulos (der u.a. schon bei den Roland-Emmerich-Streifen Stargate, Independence Day und Godzilla Hand angelegt hatte) kreierten Monstern. Am Ende wurden die Tricks dann höchstens noch mit dem Computer aufgebessert.
Und dies ist dann auch einer der Trümpfe des Filmes: Wo die Effekte in den heutigen Blockbustern oft schon fast ein wenig nerven, da man ohnehin weiß, dass es computeranimiert ist, wirkt hier vieles doch ein wenig echter. Aber das nur am Rande. Schön stechen auch die düsteren Sets der Vampire hervor, genau wie deren Welt.
Gerade vor der schönen Kulisse Bukarests, wo der Film auch aus Kostengründen gedreht wurde. Leider dienen beide nur zum sprichwörtlichen Durchlaufen. Wären sie weiter ausgearbeitet worden, der Film hätte deutlich dazugewonnen. Wirkliche Minuspunkte aber stellen die diversen Schwachsinnigkeiten dar, in denen der Film sich verfängt: So wirkt z.B. der Autounfall nicht nur äußerst unglaubwürdig, sondern auch wie an den Haaren herbeigezogen. Und auch der Arzt der Lycaner ist eine ziemlich peinliche Nummer. Den Vogel abgeschossen hat man aber mit dem sehr unsinnigen abschließenden Kampf. Wie es scheint, konnte man sich nicht so richtig entscheiden, wer denn nun am Ende der Held sein sollte...

Fazit: Innovationslose und teilweise etwas schwachsinnige Vampiraction auf Blade 2-Niveau, die aber mit schönen düsteren Bildern und einer hübschen Hauptdarstellerin aufwartet. Für fleißige Kinobesucher und Kenner des Genres höchstens passable Durchschnittsware. Wer sich aber gerade Blade noch nicht angeschaut hat, wird Underworld noch einiges abgewinnen können. 6 von 10 Erinnerungs-Fetzen

Nikolas Mimkes
18.01.2004

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Gut9%
Sehr gut7%
Absolut hervorragend7%
Bester Film aller Zeiten5%

52 Stimmen
Schnitt: 4.7
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Timmy (10.01.05): Ich fand den Film sehr gut! Ok...die dunklen Klamotten sind ein Klischee (richtig geschrieben?!?) aber vielleicht hatten die Autoren ja nicht nur die coole Optik sondern auch etwas praktischen Nutzen im Sinn...man kann darunter ja Waffen verstecken...(schon klar jetzt hamse bei Highlander abgeschaut). Was ich schön fand war, dass der Film wert auf die Handlung gelegt hat und nicht nur ein sinnloses Gemetzel ist wie Blade. Das der Film von Matrix inspiriert wurde ist klar, aber das ist ja nicht schlimm weil ein wirklich guter Vampier-Film dabei rausgekommen ist. Besser als Blade 2 auf jeden Fall...und auch sonst sehr esthätische Bilder...einfach toll!
Bwater (07.04.04): Also ich fand ihn toll, weil er was anderes war als all die anderen mit viel zu viel aktion überladenen filme die heute teilweise als "so toll" gepriesen werden.
Werwolf (08.02.04): Die Vampire sind überhaupt nicht furcheinflößend. Vampy auf RTL 2 ist unheimlicher.
Slyde (04.02.04): Danke für die Kommentare. Leute - ich habe sowieso diesen Werewolf-Vampire-Quatsch (soll da ja so'n Rollenspiel geben) noch nie gemocht...
Slayer8 (29.01.04): @Olaf Naja, aber im Prinzip wurden schon Werwölfe und Vampire gekreuzt und dadurch entstand dann diese "Superrasse" die stärker war als die beiden "normalen" und somit überlegen. Ich fand das schon okay dargestellt, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Gruß Slayer8
Olaf (29.01.04): Es ging ja gar nicht darum, sich zu einer Superrasse weiterzuentwickeln, sondern darum beide Rassen zu kreuzen. (Der Mensch wäre ja genauso Vampir wie Werwolf georden, und nicht eines mehr.) - Und wenn man Rassenpolitik betreibt, die durch Hass verursacht ist, ist es doch (nach geschichtlicher Erfahrung) eher so, dass gerade dies Verhindert werden soll. (Tut mir leid, aber ich fand den Konflikt einfach nicht glaubhaft dargestellt.)
Slayer8 (29.01.04): @Olaf Zu Deinem Kommentar: "Vor allem hat mich gestört, dass der Ausgangskonflikt mit der Superrasse von Vampir-Werwölfen kompletter Unsinn ist. Warum sollten die Werfölfe und nicht die Vampire davon profitieren." Wird in dem Film nicht erwähnt das die Werwölfe eine Sklavenrasse der Vampire waren und von den Vampiren unterdrückt wurden. Wenn nun die Werwölfe sich zu der Superrasse entwickelt hätten könnten sie sich gegen die Vampire auflehnen. Klar könntenauch die Vampire dies nutzen, aber wolen sie das? Ich denke nicht, da sie den WW eh überlegen waren. Also ich fand den Film recht gut und ansprechend, wenn auch teilweise ein wenig träge. Gruß Slayer8
Joachim (28.01.04): ich habe den Film noch nicht gesehen und bin euch sehr dankbar für die Kritiken. Besonders Olaf muss ich danken, denn der hat ja eine detaillierte Beschreibung dieses Schrotts geliefert und obiges ergänzt. Deine Meinungen zu Roland Emmerich kann ich teilen *g*, echt nur schlechte/mittelmässige Filme bis jetzt von dem.
Nikolas (26.01.04): was ich ganz vergessen hatte und richtig abwechslungsreich fand war die tatsache, dass hier mal keine sonnenbrillen (gerade bei nacht!...) getragen werden... die einzige sonnenbrille, die im film vorkommt (bei nacht), hat einen wirklich sinn und soll nicht nur cool aussehen. auch wenn sie sprichwörtlich das niveau des filmes widerspiegelt...
hanse (26.01.04): Der Film: blöd, langweilig, abgekupfert, sinnlos und das Drehbuch dürfte ungefähr den Text einer DIN A4 Seite enthalten. 90 % der Zeit laufen Leute in Matrix-Klamotten durch dunkle Gänge oder fahren Auto - sonst passiert nicht viel.
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