Todeszug nach Yuma
Western/Action, USA 2007, 123 Minuten, ab 16
Originaltitel: 3:10 to Yuma; Deutschlandstart: 13.12.2007 (Sony Pictures); Regie: James Mangold; Produktion: Stuart M. Besser, Dixie J. Capp u.a.; Drehbuch: Halsted Welles, Michael Brandt, Derek Haas nach der Kurzgeschichte von Elmore Leonard; Musik: Marco Beltrami; Kamera: Phedon Papamichael; Schnitt: Michael McCusker

mit Russell Crowe (Ben Wade), Christian Bale (Dan Evans), Logan Lerman (William Evans), Dallas Roberts (Grayson Butterfield), Ben Foster (Charlie Prince), Peter Fonda (Byron McElroy), Vinessa Shaw (Emmy Nelson), Alan Tudyk (Doc Potter), Luce Rains (Marshal Weathers), Gretchen Mol (Alice Evans), Lennie Loftin (Glen Hollander), Rio Alexander (Campos), Johnny Whitworth (Tommy Darden), Shawn Howell (Jackson), Pat Ricotti (Jorgensen) u.a.

Filmplakat
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Offizielle Website (Sony Pictures )
Trailer (Sony Pictures )
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Ich geh mit. ... Für 200 Dollar! - Bei der Zusammenstellung des Bewachungsteams sieht Dan die Chance auf finanzielle Sanierung.

Plot: Dan Evans (Christian Bale) ist ein Kriegsversehrter, der mit seiner Frau (Gretchen Mol) und seinen zwei Söhnen eine kleine Farm in Arizona bewirtschaftet. Eine Dürre und die verbrecherischen Machenschaften seines Darlehengebers haben ihn an den Rand des Ruins gebracht. Entweder er treibt schnellstens Geld auf, oder er steht mit seiner Familie mittellos da. Evans bekommt eines Tages auf der Suche nach seiner Rinderherde den Postkutschen-Überfall des Outlaws Ben Wade (Russell Crowe) und seiner Bande mit, kann dort den schwer verletzten Kutschenbegleiter Byron McElroy (Peter Fonda) retten und später mithelfen, den tollkühnen Wade zu verhaften.
Nun muss Wade zur Gerichtsverhandlung gebracht werden, damit er seiner gerechten Strafe zugeführt werden kann, was in diesem Fall „Tod durch den Strick“ heißt. Dazu werden eine Reihe Leute gebraucht, da Wades Bande unter der Führung des skrupellosen Revolverhelden Charlie Prince (Ben Foster) nur darauf wartet, ihren Anführer aus der Haft zu befreien. Für den Lohn von 200 Dollar schließt sich Evans dem heiklen Unternehmen an, da er das Geld dringend braucht. Eine gefährliche, zweitägige Tour beginnt, um Wade rechtzeitig ins bereits an die Eisenbahn angeschlossene Städtchen Contention zum 15 Uhr 10 Zug nach Yuma zu bringen...

Kritik: Grandios! Das ist das Wort, welches Todeszug nach Yuma am treffendsten beschreibt!
Das schon so oft totgesagte Western-Genre hat mit dem neuen Film von Regisseur James Mangold (Walk the Line) mal wieder eine Belebung erfahren. Und was für eine! Gut, Mangold hat das Rad nicht neu erfunden, denn der Film ist erstens ein Remake des Westerns Zähl bis drei und bete und zweitens fügt er im Grunde nur altbekannte Western-Zutaten zusammen, aber das so gut und mit viel Action angereichert, dass es eine Freude ist den Film zu sehen. Wirklich zu schätzen wissen werden ihn allerdings nur Western-Fans. Der Film dürfte jedoch aufgrund der tollen Inszenierung, der genialen Schauspielkunst und der auf das allgemeine Leben übertragbaren moralischen Botschaft auch so manchem Zuschauer gefallen, der eigentlich nicht unbedingt was mit Western anfangen kann. Aber es ist und bleibt nun mal ein Rand-Genre, das nur von einer kleinen Klientel gesehen wird. In Europa dürfte der Zuschaueranteil noch geringer sein als in den USA. Vermutlich ist das auch mit ein Grund, warum es die geniale Western-Serie Deadwood bisher immer noch nicht ins deutsche Free-TV geschafft hat. Ein Western zu drehen, ist also immer ein großes finanzielles Risiko. Doch egal, wie gut Todeszug nach Yuma letztlich unterm Strich bei den Einnahmen abschneiden wird, für das Western-Genre war es eine sehr gute Entscheidung, den Film zu drehen.

Mangolds Wiederbelebung des Western-Genres ist auf jeden Fall um Längen besser ausgefallen, als Ridley Scotts Wiederbelebung des 70er-Jahre-Gangster-Films mit American Gangster. In beiden Filmen geht es unter anderem um Moral, Integrität und Ehre, in beiden Filmen spielt Russell Crowe mit und beide Filme müssen gegen große Vorbilder bestehen. Wo Scott das Ganze aber eher langweilig, konventionell und uninspiriert abgedreht hat, trumpft Mangold auf, indem er nicht nur die altbewährten Westernzutaten in einen Topf schmeißt, einmal umrührt und den Zuschauern einen neuen Film präsentiert. Nein, er inszeniert alles durchweg spannend mit viel Action und Schießereien, wie es ein Publikum heutzutage im Kino erwartet. Das ist auch den beiden Drehbuchautoren Michael Brandt und Derek Haas (2 Fast 2 Furious) zu verdanken, welche die Story der Originalverfilmung von 1957, die auf einer Kurzgeschichte von Elmore Leonard basiert, dementsprechend erweiterten. Das wirkt jedoch nie aufgesetzt, sondern immer passend mit Western-Flair.
Hinzu kommt noch, dass die Hauptfiguren nicht stereotyp und eindimensional angelegt sind, wie es häufig der Fall ist, sondern, dass sie vielschichtig sind. Abgerundet wird das ganze Arrangement mit tollen Bildern von Kameramann Phedon Papamichael. Doch alles würde immer noch nichts wirklich besonderes sein, wenn da nicht die hervorragende Schauspielkunst der beiden Hauptdarsteller Russell Crowe und Christian Bale wäre. Es ist einfach toll, wie die beiden ihre Figuren verkörpern und sich psychologische Wortduelle liefern. Man ist von beiden sofort gefangen und kann sich sowohl in das Schicksal des Farmers Evans gut rein versetzen, als auch dem gewissen Charme von Wade nicht widerstehen. Das lässt den Zuschauer natürlich noch zusätzlich mitfiebern. Nicht vergessen sollte man dabei die Leistung von Ben Foster, der hier, wie eigentlich in fast allen seinen Rollen, eine überzeugende und tolle Darbietung abliefert. Und gerade die etwas psychopathischen Charaktere verkörpert er mit einem Charisma, welches unglaublich ist.
Letztlich sieht man, dass ein Spitzenfilm nur dann entstehen kann, wenn alle Zutaten stimmen und alle gut zusammenarbeiten. Mit Todeszug nach Yuma ist so ein Filmhighlight (zumindest für das Western-Genre) entstanden. Und das sollte schon einige Oscarnominierungen wert sein. Hoffentlich wird der Film dort nicht so schmählich übergangen werden, wie bei den Golden Globe-Nominierungen. Man wird sehen...

Fazit: Todeszug nach Yuma ist ein grandioses Western-Remake und schon jetzt ein neuer Klassiker des Genres. Hier stimmt einfach alles: Er ist spannend, actionreich, unterhaltend, hat eine gute Story, tolle Bilder, hervorragende Schauspielleistungen und ist von James Mangold sehr gut in Szene gesetzt. Nicht nur für Western-Fans zu empfehlen und deshalb knappe 10 von 10 am Lagerfeuer gesungenen Liedern wert.

Sebastian Schwarz
13.12.2007

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War okay10%
Gut7%
Sehr gut8%
Absolut hervorragend9%
Bester Film aller Zeiten10%

705 Stimmen
Schnitt: 5.2
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Anja (10.01.08): Also wer für Western nichts übrig hatte, sollte vielleicht nicht unbedingt ins Kino gehen um sich den Film anzusehen. Aber ich war mit 2 Freundinnen im Kino und wir waren restlos begeistert. Western haben zwar meist eine ähnliche Handlung unterscheiden sich aber in vielen Details. Also ich fand den Film wirklich klasse und würde jedem der ein bißchen für den Wilden Westen übrig hat empfehlen sich den Film anzugucken. Bei mir wird er auf alle Fälle auch irgendwann im DVD-Regal stehen!!!
[Redaktion] (29.12.07): Die 10 kann man jetzt wieder wählen. Das war ein Fehler mit der Logs. Sorry!
Olek (27.12.07): Ich kann keine 10 Punkte geben. 10 von 10!
Bluti (18.12.07): Also die Begeisterung, ja beinahe Euphorie des Rezensenten kann ich nun nicht teilen, zumal ja auch die volle Punktzahl hier für gewöhnlich nur sehr sparsam vergeben wird. Ich hab den Zug in der Sneak gesehen und muss sagen, dafür war er absolut ok. Aber mehr eben nicht. Denn nach wie vor steht die Frage für mich im Raum, warum man heutzutage einen Western dreht, der tatsächlich nichts Neues zu bieten hat? Denn genau das, was oben hervorgehoben wird als Auszeichnung dieses Films hat mich eher gelangweilt. Was soll das? Wenn wirklich nichts Überraschendes passiert, was man in diesem Zusammenhang nun wirklich nicht erwartet hätte, sondern tatsächlich nur 08/15-Westernklisches bedient wird, wozu braucht es da eine Neuverfilmung im Jahr 2007? Kein Schrott, aber eben für Leute, die nicht absolute Westernfanatiker sind glaub ich keine absolute Empfehlung für einen Kinobesuch, denn man braucht für den Film auch nicht zwingend eine Leinwandpräsentation. Für mich ist die Wiederbelebung eines Genres, wenn sie wirklich 1:1 die alten Formeln aufgreift ohne jede eigene neue Idee und Initiative eher überflüssig. Daher faire 5 von 10 IchbrauchtedasGeldlern
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