Brothers Grimm
Action/Fantasy, USA 2005, 118 Minuten, ab 12
Originaltitel: The Brothers Grimm; Deutschlandstart: 06.10.2005 (Concorde Film); Regie: Terry Gilliam; Produktion: Bob und Harvey Weinstein u.a.; Drehbuch: Ehren Kruger; Musik: Dario Marianelli; Kamera: Nicola Pecorini, Newton Thomas Sigel; Schnitt: Lesley Walker

mit Matt Damon (Wilhelm Grimm), Heath Ledger (Jacob Grimm), Lena Headey (Angelika), Petr Ratimec (Der junge Will), Barbara Lukêsova (Mutter Grimm), Anna Rust (Schwester Grimm), Jeremy Robson (Der junge Jacob), Monica Bellucci (Mirror Queen), Roger Ashton-Griffiths (Mayor) u.a.

Filmplakat
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Trailer (Concorde Film )
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Es war mal ein Kobold, dessen Namen wir erraten mussten. Wir musssten in den feurigen Schlund der Hölle, um ihn rauszufinden. - Aber wir schafften es. Wir schafften es. Eins kann ich sagen: Das Geschäft ist äußerst lukrativ. Falls ihr wisst, was ich meine. Mit Hexen lässt sich auf jeden Fall ne Menge Geld verdienen. - Jake und Will geben mit ihren "Heldentaten" ordentlich an.

Plot: Die beiden Brüder Will (Matt Damon) und Jake (Heath Ledger) Grimm leben Anfang des 19. Jahrhunderts im französisch besetzten Deutschland und schlagen sich, unterstützt von zwei Komplizen, als Trickbetrüger durchs Leben. Sie gaukeln ahnungslosen Dorfbewohnern mit Hilfe von allerlei optischen und akustischen Effekten vor, sie würden sie von bösen Hexen und anderem Spuk befreien. Dafür lassen sie sich reichlich entlohnen. Doch man kommt ihnen natürlich auf die Schliche und der französische General Delatombe (Jonathan Pryce), der nicht an Übersinnliches und Märchenhaftes glaubt, lässt sie gefangen nehmen und droht ihnen mit der Hinrichtung. Die letzte Chance, die sie haben, ist, dass sie zusammen mit dem italienischen Aufpasser Cavaldi (Peter Stormare) in das kleine Dorf Marbaden fahren, um dort seltsame Vorkommnisse aufzudecken, die anscheinend von einem Trittbrettfahrer der Grimmschen Masche hervorgerufen werden. Kleine Mädchen verschwinden plötzlich, im Wald spukt es und alles scheint mit einer Legende um einen alten Turm mitten im Wald zusammen zu hängen. Ist alles nur Lug und Trug oder handelt es sich hier um echte Hexerei?

Kritik: Es waren einmal der Regisseur Terry Gilliam, der Filme wie z.B. König der Fischer, Fear & Loathing in Las Vegas und Twelve Monkeys geschaffen hat, der Drehbuchautor Ehren Kruger, der bereits die Drehbücher zu Arlington Road und dem amerikanischen Remake von The Ring geschrieben hat und außerdem ein namhaftes Produzententeam, dem unter anderem die Weinstein-Brüder angehören. Diese muntere Runde fand sich einst zusammen, um einen Fantasy-Abenteuer-Film um die Personen und die Märchen der Gebrüder Grimm zu drehen. Das klingt nach einem interessanten Projekt, aus dem man bestimmt eine Menge hätte machen können, doch leider scheiterten unsere Helden kläglich an dieser Aufgabe, denn der fertige Film ist ein alberner und nerviger Blödsinn mit einer dummen Handlung geworden. Ich frage mich ernsthaft, wie so ein Film bei so einem Team herauskommen konnte. Entweder, sie standen alle mitsamt den Darstellern unter einem bösen Hexenzauber oder sie waren alle einem mächtigen Gangsterboss noch was schuldig und haben mal so eben lieblos einen Film runtergekurbelt. Im Grunde wirkt der Film wie ein kruder Mix aus Zutaten, die sich einfach nicht zu einem gelungenen Ganzen zusammen finden wollen.

Das fängt schon beim Drehbuch an. Gut, es ist klar, dass man bei so einem Film keine reale Wiedergabe der Biographien der echten Grimms erwarten kann. Aber wie die beiden dann dargestellt werden ist schon äußert blöd und nervig. Irgendwie haben mich die beiden Grimms die ganze Zeit über genervt, was natürlich ziemlich schlecht für einen Film ist, wenn die beiden Protagonisten den Zuschauer nicht für sich gewinnen können. Die Frage ist dabei nur, ob man das jetzt den Darstellern Matt Damon und Heath Ledger anlasten soll, die ich beide sonst eigentlich sehr gerne sehe, oder ob das an der Konzipierung des Drehbuchs liegt. Vermutlich eher Letzteres, den die Handlung wirkt insgesamt sehr an den Haaren herbeigezogen und konstruiert. Abgesehen davon hab ich den Eindruck, dass die Story nicht wirklich von Anfang bis Ende durchdacht war, sondern, dass Kruger immer, wenn eine Sequenz zu Ende war, sich überlegt hat, was man denn jetzt spontan mal als nächstes Handlungselement einfügen könnte. Das wirkt alles total konzeptlos und platt. Das merkt man auch an den zwar bestimmt nett gemeinten, aber völlig missglückten Zitaten und Anspielungen auf eine Reihe von Märchen aus der Grimmschen Sammlung. Diese sind völlig willkürlich und deplatziert in den Film eingestreut. Obendrein kommt dann noch, dass sie dabei häufig einfach falsch wiedergegeben werden. Das ist möglicherweise bewusst als Verfremdung so gemacht, wirkt aber einfach nur dämlich, wenn z.B. ein Mädchen im Film zu einem Pferd sagt: „Was hast du für große Augen? Was hast du für große Ohren?“.
Die Inszenierung von Terry Gilliam wirkt ebenfalls, wie der gesamte Film, uneinheitlich, albern und platt. Mal wirkt der Film eher düster und gruselig, dann mal eher wie eine alberne Komödie, dann wieder wie ein surrealer Kostümschinken, dann wieder wie ein aufregender Abenteuerfilm und dann wieder wie ein bezaubernder Fantasyfilm. So fühlt man sich während des gesamten Films von einem Genre ins nächste geschleudert und man wird dauernd an eine Reihe anderer Filme erinnert. So lassen z.B. Sleepy Hollow, The Village, Van Helsing und andere schön grüßen. Es fügt sich aber alles nicht zu einem einheitlichen und überzeugenden Ganzen zusammen. Der Film ist im Grunde leider nicht mehr als platter Klamauk mit ein paar netten Ideen geworden.
Wenn wenigstens die Darsteller noch mitreißen würden. Aber entweder nerven diese, wie schon erwähnt, oder sind überflüssig, so wie die Quoten-Frauenrolle von Lena Headey als Angelika, die wirklich nur einen kleinen Sinn macht. Ansonsten hätte das getrost auch ein Mann spielen können. Einziger Lichtblick für mich war da nur Peter Stormare, der seine Rolle noch mit etwas Elan und Ausstrahlung erfüllte, obwohl er auch irgendwann nur noch nervig war.
Wenigstens die Kulissen und die digitalen Effekte wissen größtenteils zu überzeugen, obwohl sie auch ziemlich uneinheitlich sind. So schwanken die Kulissen zwischen „überzeugend“ und „eindeutig erkennbarer Studiokulisse“ und auch die digitalen Visual Effects schwanken zwischen „sehr gelungen“ und „schlecht“.
Und wenn das verantwortliche Team nicht gestorben ist, dann dreht es hoffentlich keinen weiteren Film mehr zusammen.

Fazit: Gute Idee, aber total misslungene Umsetzung. Die echten Grimms hätten dieses schlecht erzählte Märchen bestimmt nicht in ihre Sammlung aufgenommen. 3,5 von 10 richtungsweisenden Kröten.

Sebastian Schwarz
05.10.2005

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War okay10%
Gut5%
Sehr gut10%
Absolut hervorragend8%
Bester Film aller Zeiten8%

59 Stimmen
Schnitt: 4.9
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Ringo (08.04.08): Ich finde die Interpretation von "Swordfish" interessant. Der Grund warum sie nicht ganz aufgeht, ist einfach der, dass Gilliam Amerikaner ist. Den Film selber kenne ich nicht, werde das aber nachholen, am 14.4.2008 im ZDF.
Swordfish (23.02.06): Ich hab ihn als DVD ausgeliehen und fand ihn schon nach wenigen Minuten grottenschlecht. Dann las ich nochmal Infos zu Stab, Besetzung, Regie: Terry Gilliam. Gilliam ?? Moment mal.. da war doch was...jaaa genau, Monthy Python. Und allmählich konnte ich eins und eins zusammengezählen: Es ist Absicht des Regisseurs, den Film grottenschlecht aussehen zu lassen, denn: Dahinter steht nichts anderes als die urbritische Eigenschaft, alles Deutsche ins Lächerliche zu ziehen, restlos, und die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm waren nunmal Deutsche und haben in Deutschland gewirkt. Einst sagte man der Monthy-Python-Truppe nach, ihr sei nichts und niemand heilig. Das stimmt so nicht ganz, sie hätten sich zB. niemals über Shakespeare lustig gemacht- soweit gehts dann doch nicht mit der Anarchie. Shakespeare, das "Zentrum des Universums" in den Augen aller Briten, die etwas mit Kultur oder Literatur zu tun haben. Es sind dieselben Briten, die auch keine Mühe damit hätten, Goetheinstitute als Naziorganisationen hinzustellen. Das sollte aber nicht verwundern in einem Land, indem sich sämtliche Zeitungen über "unseren" Papst lustig gemacht haben am Tage seiner Wahl "Papst Rottweiler". Klingt ein wenig ausgeholt, jedenfalls, das wäre eine plausible Erklärung für diesen grotesk schlecht wirkenden Film....
Andi (30.10.05): Ich finde zu diesem Film gibt es nicht viel zu sagen er ist einfach nur scheiße
Sandra (14.10.05): Aufgrund diverser Kritiken bin ich mit der absolut niedrigsten Erwartung in den Film gegangen. Ich dachte, jetzt kommt sowas wie "VanHelsing2" (grusel!). Ich fand den Film jedoch auch gar nicht mal so schlecht, wie er hier und auch anderswo gemacht wird/wurde. Denn ganz im Gegensatz zu "VanHelsing" ist hier von Anfang an klar, dass es sich um eine Komödie/Klamauk ohne Anspruch handelt. Also konnte ich mich genüsslich zurücklehnen und mich amüsieren: Über die trotteligen Hauptdarsteller, die Verarschung der Franzosen/Italiener und die herrlich künstlichen Kulissen. Und ich für meinen Teil glaube, der Film wollte gar nicht mehr sein. Ein bißchen mehr englischer Humor wäre allerdings zuträglich gewesen, dann wäre es noch besser gewesen. Der Film ist nicht der Knaller aber auch lange nicht unterirdisch schlecht. Ich gebe 6 von 10 Zauberbohnen, weil Matt Damon und Heath Ledger (ebenfalls entgegen (fast) aller anderen Kritiken) mich gut unterhalten haben.
Markus (11.10.05): Der Film ist unterirdisch. Er hat nicht von allem etwas, sondern er hat von allem nichts. Er ist weder spannend noch mystisch. Er hat keinen Humor und auch keinen Tiefgang. Es gibt viele Puzzleteile, die sich nicht zusammen fügen. Der Film funktioniert einfach nicht. Zwei eigentlich gute Schauspieler wirken wie bei einer Schulaufführung - übertrieben und trotzdem farblos. Man könnte nicht einmal sagen, ob man mit ihnen sympathisieren soll. Das Ende bietet natürlich auch keine Überraschung. Es kommt, was kommen muss. Kurz um: Ein Fantasyfilm ohne Fantasie, eine Komödie ohne Humor, ein Actionfilm ohne Spannung, ein Experimentalfilm ohne Experimente oder ein Gruselfilm, der nicht gruselt.
Honz (10.10.05): Huch, also der Film schlägt nach unten hin fast alles...
Jan (10.10.05): Ich fand den Film nicht annährend so schlecht wie er hier oder in anderen kritiken gemacht wird. Er ist zwar etwas skurill und manche effekte könnten besser sein aber er ist auf jeden Fall unterhaltsam. Die Ausstattung ist sehr gut und die Atmosphäre stimmt. Das die ganzen Märchen nur angedeutet werden oder man raten kann woher wohl dieses Element entnommen wurde ist meines Erachtens nicht negativ. Es ist ein Gillian-Film. Skurill, böse, verschroben. Alle die hier enttäuscht wirken haben wohl eine Disney-Märchen-Version erwartet oder mehr Sleepy Hollow. Ich halte den Film für gut, wenn er auch nicht der reißer ist, den sich manche vielleicht versprochen haben. Deshalb 7 von 10 Namen wie Karlstadt, wo auch immer in Deutschland das gewesen sein soll.
Basti (07.10.05): Selten einen schlechteren Film gesehen. Total miserabel. Spart euch das Geld der lohnt wirklich nicht.
Olaf (06.10.05): Gerüchten zufolge hat sich Terry Gilliam wohl ganz schön mit den Weinstein-Brüdern verkracht. Nach dem ersten Rohschnitt ist Gilliam nämlich aus dem Projekt ausgestiegen und die Produzenten haben nach einem neuen Regisseur gesucht, der das Ding fertig macht. Nachdem sich niemand fand, haben sie Gilliam dann doch gestattet, den Film so zu machen, wie er es wollte. - Vielleicht nicht die beste Entscheidung...
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