House of Flying Daggers
Martial-Arts-Epos/Wuxia-Film, China/Hongkong 2004, 120 Minuten, ab 12, Prädikat: wertvoll
Originaltitel: Shi mian mai fu; Deutschlandstart: 06.01.2005 (Constantin Film); Regie: Yimou Zhang; Produktion: William Kong, Weiping Zhang, Yimou Zhang, Zhenyan Zhang; Drehbuch: Feng Li, Bin Wang, Yimou Zhang; Musik: Shigeru Umebayashi; Kamera: Xiaoding Zhao; Schnitt: Long Cheng

mit Takeshi Kaneshiro (Jin), Andy Lau (Leo), Ziyi Zhang (Mei), Dandan Song (Yee)

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (film.de / Constantin Film )
Trailer (Constantin Film / film.de )
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Sie erinnert mich an irgendjemanden. - An wen? - Der Anführer Liu Jun Fe hatte offenbar eine blinde Tochter. Das erzählt man. Die ist nach seinem Tod verschwunden. Das war ein schwerer Schlag für die Fliegenden Messer. Sie wollen den Getöteten rächen und die Tochter finden. - Wenn sie Liu Jun Fes Tochter wäre, was hat sie dann hier zu suchen? Wieso ist sie dann in diesem Pavillon? Wissen die Fliegenden Messer vielleicht, dass wir etwas mit dem Tod von Liu Jun Fe zu tun haben? - Ach, zerbrich dir nicht den Kopf. Liefern wir sie an die Bezirksregierung aus, dann bekommen wir Geld für Schnaps. - Ich habe eine andere Idee: Hier haben wir eine Spur. Die verfolgen wir und kriegen dann noch mehr Geld. Was meinst du? - Soll ich das tun? - Wen gebe es sonst? - Gut. Sie ist ein hübsches Mädchen, eine tolle Gefährtin, und sie gefällt mir sehr. - Gib Acht, dass du dich nicht verliebst, mein Freund. - Jin und Leo besprechen ihre Strategie.

Plot: Die Tang-Dynastie in China droht im Jahr 859 zu zerfallen. Die mächtige Rebellenallianz der Fliegenden Messer attackiert immer wieder die Truppen des Kaisers. Noch nicht einmal die Ermordung ihres Anführers hat die Rebellen geschwächt.
Nun bekommen die Polizisten Leo (Andy Lau) und Jin (Takeshi Kaneshiro) den fast unlösbaren Auftrag, innerhalb von zwei Wochen den neuen Führer der Aufständischen aufzuspüren und auszuschalten. Ein Hinweis führt sie in das Luxusbordell Peony Pavillon, wo die liebliche blinde Tänzerin Mei (Zhang Ziyi) verdächtigt wird, Mitglied - vielleicht sogar Anführerin - der Fliegenden Messer zu sein.
Durch einen Trick gewinnt Jin als vermeintlich Gesetzloser das Vertrauen Meis. Gemeinsam fliehen sie in die Wälder, dicht gefolgt von kaiserlichen Truppen. Doch der Plan, dadurch das Hauptquartier der Rebellen aufspüren können, erweist sich als schwierig, da der Polizist sich in den hübschen Lockvogel Mei verliebt.

Kritik: Filme aus China genießen unter den momentan gehypten asiatischen Filmen immer noch einen Sonderstatus, da das Herkunftsland als filmisches Entwicklungsgebiet gilt und somit im Schatten seiner Nachbarn Korea, Japan und Indien steht. Einzig das einverleibte Hongkong ist international für einen eigenen filmischen Stil allgemein bekannt. Daran konnten auch erfolgreiche Filme wie Tiger & Dragon (2000) nicht viel ändern.
Mit House of Flying Daggers steigt nun eine Handvoll Leute in den Box-Office-Ring, die man auch in Europa schon gesehen hat: Regisseur Yimou Zhang kennt man vom Kinoerfolg Hero (2002), Hauptdarsteller Andy Lau durch die Infernal Affairs-Reihe und durch Fulltime Killer (2001), Zhang Ziyi natürlich durch den eben genannten Tiger & Dragon und schließlich Takeshi Kaneshiro durch die schon etwas älteren Filme Fallen Angels (1995) und Chungking Express (1994).
Und scheinbar haben sich die Referenzen, die durch Personen angelegt sind, stark auf die Produktion von House of Flying Daggers ausgewirkt: Die Rahmengeschichte erinnert an Tiger & Dragon; gepaart mit einer blinden Kämpfergestalt à la Zatoichi; und die Bilder hat der Regisseur bei Hero - also bei sich selbst - geklaut.
Gerade im Vergleich mit den genannten Filmen sieht das neue Werk von Yimou Zhang nicht gut aus. Die Bilder in Hero waren konsequenter, Tiger & Dragon war poetischer und Zatoichi im Kampf rasanter. Vor allem passen bei House of Flying Daggers die Handlung und die Bilder nicht zusammen: In Tiger & Dragon war der Kampf immer auch ein Ausdruck der Gefühle und des Verhältnis der Charaktere. Bei diesem Film aber laufen Liebesgeschichte und Kampfhandlung nebeneinander her - ohne jemals zueinander zu finden. So bleibt vom Film letztlich nur eine schöne Oberfläche ohne innere Substanz. - Und das obwohl an diesem Film nichts wirklich schlecht ist.

Fazit: Schöne Oberfläche ohne innere Substanz, in der Handlungsteile und Bilder nicht zusammenfinden. 6 von 10 rettende Dolche aus der Dunkelheit.

Olaf Scheel
22.01.2005

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Sehr gut11%
Absolut hervorragend11%
Bester Film aller Zeiten7%

80 Stimmen
Schnitt: 5.1
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Sebastian (25.01.05): Mit Flying daggers hatte ich aber aus mehreren Gründen so meine Probleme!
Zunächst mal die guten Sachen: Wie immer tolle Aufnahmen und super Akrobatik! Auch die Gefühlswelt aller Figuren konnte man gut nachvollziehen und mitfühlen. Ganz besonders hat mir aber der Sound gefallen! Das war ja absolut bombastisch! Besonders als die ganzen Ketten geklirrt haben. Das war Surround von Feinsten! Schön fand ich auch die Wendungen in der Handlung und ein paar schöne Gags im Film!
Jetzt aber die ganzen Sachen die mir bei diesem Film nicht gefallen haben:
1.) Für das bisschen Inhalt/Story war der Film eindeutig zu sehr in die Länge gezogen! 2.) Wobei der Film dann auf einmal zu Ende ist und einen wichtigen Handlungsstrang anfängt, aber nicht zu Ende bringt. Was ist mit den angreifenden Soldaten im Lager von den "Flying daggers"? Sie kamen an.. Schnitt... und dann wurden sie nie wieder erwähnt! Das war beinahe so, als wenn der Film eigentlich noch weitergeht, sie ihn aber für die europäische Version einfach gekürzt haben! Dass wurde früher ja häufig gemacht, aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass es heutzutage bei dem Film auch gemacht wurde! 3.) Flying daggers hat bei weitem nicht so eine Farbenpracht und Farbensymbolik wie Hero. Das fand ich sehr schade! 4.) Mir sind mindestens zwei derbe Anschlußfehler aufgefallen! 5.) Es war alles ein wenig zu überzogen! 6.) Warum konnte man "eine gewisse Person" im Film nicht einfach sterben lassen? Nein, dann lebte diese Person immer noch und immer noch und immer noch! Das war, als wenn man ein asiatisches Thema hollywoodmässig verfilmt! Absolut daneben und letztlich nur noch lächerlich! Ein deftiger Minuspunkt für den Film!
Ich war auf jeden Fall enttäuscht und finde Hero und Tiger & Dragon um Längen besser! 5 von 10 "Messerwurf-Spielen"!

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