King Kong
Action/Abenteuer, Neuseeland/USA 2005, 187 Minuten, ab 12
Originaltitel: King Kong; Deutschlandstart: 14.12.2005 (UIP); Regie: Peter Jackson; Produktion: Jan Blenkin, Carolynne Cunningham u.a.; Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson nach der Vorlage von Merian C. Cooper und Edgar Wallace; Musik: James Newton Howard, Mel Wesson; Kamera: Andrew Lesnie; Schnitt: Jamie Selkirk

mit Naomi Watts (Ann Darrow), Jack Black (Carl Denham), Adrien Brody (Jack Driscoll), Thomas Kretschmann (Captain Englehorn), Colin Hanks (Preston), Andy Serkis (Kong/Lumpy), Evan Parke (Hayes), Jamie Bell (Jimmy), Lobo Chan (Choy), John Sumner (Herb), Craig Hall (Mike), Kyle Chandler (Bruce Baxter), Mark Hadlow (Harry), Geraldine Brophy (Maude), David Denis (Taps) u.a.

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Plot: Da sein Filmprojekt durch die Absage der Hauptdarstellerin und den Rückzug der Sponsoren vor dem Aus steht, greift Carl Denham (Jack Black) zu einer drastischen Maßnahme: Innerhalb einer Stunde sollen sich Cast und Crew auf dem ohne das Wissen des Filmstudios gecharterten Schiff befinden, damit man mit allem nötigen Equipment einfach auslaufen und den Film auf einer weit entfernten und der Welt unbekannten Insel abdrehen kann. Denn mit einem fertigen Film in der Hand, so glaubt Carl, müsste er seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen können.
Nur fehlt noch die Hauptdarstellerin. Doch wird er in der ähnlich verzweifelten, weil arbeitslosen Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) noch fündig. Hals über Kopf und mit der Polizei im Nacken lichtet man also den Anker und macht sich auf ins Unbekannte.
Kaum am Ziel angekommen, stellen sich jedoch schon die ersten Schwierigkeiten ein: Als das Schiff eine die Insel umgebende Nebelbank durchfährt, bleibt es zwischen den plötzlich auftauchenden Felsen stecken und droht zu kentern. Mit knapper Not schafft man es, sich an Land zu retten und dabei schonmal die Gelegenheit für ein paar actionreiche Filmaufnahmen zu nutzen. Doch so ganz unbewohnt, wie man glaubte, ist die Insel dann nicht: Ein Eingeborenenstamm lebt in den Höhlen hinter einer riesigen Mauer, die das Dorf gegen das gesamte Hinterland abschirmt.
Bei der ersten Konfrontation kommt es aber schon zu einer tödlichen Auseinandersetzung, als der nur auf seinen Film fixierte Carl eine gerade stattfindende Zeremonie filmt. Von nun an gerät alles außer Kontrolle: Zwar kann man sich vor den Eingeborenen zurück auf das Schiff retten, doch sind diese vom ersten Moment an so von Ann in den Bann geschlagen, dass sie sie in der darauf folgenden Nacht vom Boot entführen. Der unverzüglich gestartete Rettungstrupp wird jedoch nur noch Zeuge davon, wie Ann einem riesigen Wesen namens Kong geopfert und von dem in die Nacht hinaus mitgenommen wird.
Trotz schlimmster Befürchtungen gibt man die Hoffnung jedoch nicht auf und begibt sich auf Verfolgungsjagd durch den Dschungel. Aber der hat noch so einiges mehr an prähistorischen Überraschungen zu bieten, als nur einen riesigen Affen. Als es nach vielen zu überwindenden Gefahren, bei dem mehr als nur ein Crewmitglied sein Leben lässt, schließlich gelingt, Ann zu befreien, bleibt für den verzweifelt-bessesenen Carl nur noch ein schwerwiegendes Problem. Im Trubel der Ereignisse wurde die Kamera zerstört, womit für ihn alles verloren ist.
Unfähig, eine Niederlage zu akzeptieren, fasst er den wahnwitzigen Entschluss, Kong einzufangen und ihn als Attraktion an den Broadway mitzunehmen. Kong soll sie alle doch noch zu Millionären machen....

Kritik: Das Remake von King Kong stellt das langersehnte Traumprojekt vieler Regisseure dar, das jedoch erst den Erfolg der Herr der Ringe Trilogie abwarten musste, um nun unter der Regie von Peter Jackson das Licht der Leinwand zu erblicken. Der konnte sich durch seinen Erfolg nun aussuchen, an welchem Projekt er als nächstes arbeiten wollte. Eigentlich war eine Neuverfilmung schon 1997 von Universal geplant, was aber wegen des Misserfolgs von Roland Emmerichs Godzilla wieder auf Eis gelegt wurde. Selbst der große Steven Spielberg hatte es in dem tricktechnisch revolutionären Jurassic Park 1994 mit Jeff Goldblums Kommentar "was haben die hier zu bieten, King Kong?" bei einer kleinen Referenz belassen.
Was den Film natürlich von vornherein unter einen immensen Druck setzte, musste schließlich an den Erfolg und die Bildgewalt Mittelerdes angeknüpft werden. Außerdem hieß es, dem Original von 1933 gerecht zu werden. Dieser Film hatte in Peter Jackson überhaupt erst den Wunsch wach werden lassen, Regisseur zu werden.
Das Ergebnis ist jedoch etwas zweischneidig: Das man von jemanden, der es geschafft hat, Tolkiens Welt kongenial auf die Leinwand zu bringen, einen weiteren tricktechnisch überragenden Blockbuster erwarten kann, ist klar und wird auch nicht enttäuscht.
Aber die Hauptschwäche des Films liegt ganz woanders. Selbst mit 3 1/2 Stunden pro Film hätte die HdR-Trilogie immer noch länger sein können. Allem Anschein nach musste das neue Werk jedoch unbedingt an diesen neuen Standard anknüpfen, was der Sache in diesem Falle nicht dienlich war.
Auf Biegen und Brechen wurde die Story hier auf Überlänge gedehnt, die einzelnen Passagen einfach gnadenlos ausführlich dargestellt. Während man von Mittelerde nicht genug bekam, ist es hier einfach zu viel des Guten, hätte es wenigstens eine halbe Stunde weniger auch getan. Klar, schöne Schauwerte gibt es dafür genug, die Schiffskatastrophe, die Opferung, die vielen Kämpfe Kongs und der Crew mit Sauriern und anderem prähistorischen Überbleibseln und nicht zuletzt der Showdown in New York.
Aber wir sprechen hier auch von einem Peter Jackson Film, in dem so etwas außer Frage steht. Auch ließ man sich einiges an Zeit, um die intensive Beziehung zwischen Ann und Kong glaubwürdig und nachvollziehbar werden zu lassen. Wobei besonders hier Dinge wie der Tanz auf dem Eis oder der wie aus Matrix: Revolutions geklaut wirkende rosa-blaue Himmel einfach nur hollywoodtypisch übertrieben und kitschig wirken. Da wäre auch hier weniger mehr gewesen.

Aber irgendwo musste ja auch die derzeitige Weihnachtsstimmung bedient werden. Für das Remake und die Hommage an das Stop-Motion-Original von 1933 hat sich Jackson wirklich ins Zeug gelegt, erwachen hier nicht nur die 30er Jahre wieder zu neuem Leben, sondern kommen wirklich alle Schlüsselszenen des Originalfilms auch hier vor und wirken dabei so originalgetreu, als wäre es derselbe Film, nur eben größer, in Breitbild und in Farbe. Nur eben alles drei mal so lang.
Kameramann Andrew Lesnie hatte sogar vorgeschlagen, den Film als I-Tüpfelchen der Hommage in schwarz-weiß zu drehen, aber wenn man nicht die Unabhängigkeit eines Robert Rodriguez (Sin City) besitzt, bleibt es in Hinsicht auf derartige Experimente wohl bei wieder verworfenen Vorschlägen.
Wirklich bedauerlich ist es aber, dass die schönste aller Referenzen nicht zustande kam: So sollte eigentlich Fay Wray, die damals die Rolle der Ann Darrow verkörpert hatte, am Ende die unvergessliche Zeile "It was not the planes, it was beauty killed the biest" sagen. Doch leider verstarb die Schauspielerin noch während der Verhandlungen zu ihren Gastauftritt.
Für all diejenigen, die das Original nicht gesehen haben, könnte man sagen, dass hier dessen Qualität für eine neue Generation zugänglich gemacht wurde. Für alle anderen stellt sich vielleicht die Frage, ob man die Neufassung dann überhaupt noch sehen muss. Aber bei einem cineastischen Mythos wie King Kong ist diese Frage vielleicht aus Prinzip alle 30 Jahre zu bejahen. Krieg der Welten hat es ja gerade erst vorgemacht, dass Remakes ab und zu wirklich Sinn machen.
Außerdem ist allein Naomi Watts (Ring) den Kinobesuch wert, da kann man nichts sagen, sie ist und bleibt einfach hinreißend! Und auch Jack Black (Schwer verliebt) brilliert in seiner Verkörperung des besessenen Carl Denhams, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um doch noch zu Ruhm und dem ganz großen Geld zu kommen. Nur Adrien Brody (Der Pianist) als Theater-Autor Jack Driscoll, dessen Part im Original nicht vorkam, kommt hier irgendwie viel zu kurz und darf trotz seines Oscars gerade mal den Part den Stichwortgebers übernehmen. Da geht es ihm nicht besser als dem ebenfalls völlig unterforderten Jamie Foxx (Ray) in dem unterirdischen Actioner Stealth.
Apropos: Gemäß dem Original hätte sich Ann eigentlich nicht in Jack Driscoll, sondern in den Captain des Schiffes, gespielt von Thomas Kretschmann (Der Pianist), verlieben sollen. Aber erstens ist der ein Deutscher (und wurde auch noch aufgrund seiner Leistung ausgerechnet als Nazi-Offizier gecastet) und zweitens hat er einfach keinen großen Namen, denn vermutlich wird ihm selbst sein wirklich nicht mehr zu übersehender Auftritt selbst in diesem Blockbuster nicht zum längst verdienten Ruhm verhelfen. Denn trotz seiner bemerkenswerten Filmkarriere wird es ihm wohl ewig anlasten, ein Weltstar zu sein, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Aber vielleicht wird sich das ja endlich mit der Hauptrolle in Mel Gibsons Verfilmung des Lebens Johannes Paul II ändern? In Hollywod kann man nie wissen...
Eine wirklich positiver Aspekt an Jacksons Remake ist der Look des Films: Das fängt beim New York der 30er Jahre an und setzt sich in der Welt der Eingeborenen fort. Waren das im Original und auch in der Dino de Laurentis Verfilmung von 1976 noch beinahe herkömmliche Busch-Afrikaner, haben sie hier fast Ähnlichkeit mit den Orks und schauen wirklich finster drein. Auch die Mauer ist nicht mehr nur eine hohe Bambuswand, sondern ein riesiges, martialisch wirkendes Gebilde, das Erinnerungen an mittelalterliche Burgfesten wach werden lässt, und auch den Eindruck erweckt, dem Angriff eines wild gewordenen Brontosauriers standhalten zu können.
Und last but not least ist da noch King Kong selbst, der in Design und Harmonisierung mit seiner nicht-digitalen Umwelt keine Wünsche offen lässt. Aber wie könnte es auch anders sein, steckte doch ein weiteres mal kein geringerer im "Kostüm" als Andy Serkis, der schon Gollum Leben eingehaucht hatte.
Auch wenn der Film also seine deutlichen Schwachstellen hat, so hat er doch auch so einiges zu bieten und weiß dabei auch gut zu unterhalten. Direkt langweilen dürfte sich zumindest niemand.

Fazit: Würdige Hommage an das unvergleichliche Original von 1933 und durchaus unterhaltsamer Weihnachtsblockbuster, der jedoch daran krankt, mit den besonderen zeitlichen Dimensionen der Herr der Ringe-Trilogie mithalten zu müssen. Für Peter Jackson scheint es nach seiner Rückkehr aus Mittelerde nicht mehr möglich zu sein, Filme unter drei Stunden zu machen. Und daher will trotz viel Affentheaters keine wirkliche Bärenstimmung aufkommen. Wenn man dann noch einen weiteren Punkt für unnötigen Kitsch abzieht, bleiben knappe 8 von 10 gefangengenommene Götter in der neuen Welt.

Nikolas Mimkes
19.12.2005

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Naja geht so11%
War okay14%
Gut7%
Sehr gut7%
Absolut hervorragend14%
Bester Film aller Zeiten18%

27 Stimmen
Schnitt: 6.4
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
michi (08.04.06): yo,also ich muss sagen dass mir king kong sehr gut gefallen hat.und die Action szenen mit den dinos waren auch toll ich mageben sowas.obwohl ich finde das sie den V-rex(ja V-rex nich T-rex,so sieht kein T-rex aus)ein bissel zu schwach dar gestelt haben ich mein 2 oder 3 gegen 1 und er hat nur ein kratzer an der brust aber insgesamt is der film echt richtig fett.obwohl es ziemlich lang dauert bis die da endlich auf die insel kommen. also.....8 von 10 Dollar für den film
Jochen Glück (11.01.06): Sorry, hab im Beitrag unten vergessen, meinen Namen einzugeben. Weiß nicht, woher das "John Doe kommt". Bitte um Entschuldigung. MfG Jochen Glück
John Doe (11.01.06): @ Olaf: Zunächst einmal: Danke für deine konstruktive Kritik, die sich auf eine sinnvolle Argumentation stützt. Dennoch kann ich dir nicht vollkommen zustimmen und möchte daher meine Standpunkt in Bezug auf Realitätsnähe noch einmal erläutern. Du nennst die Plausibilität des Films als Kritikpunkt, stellst dem jedoch die Realitätsnähe als nicht notwendig entgegen. Hier zu möchte ich gerne folgendes anmerken: Das Wahrscheinlichste liegt definitionsgemäß am nächsten an der Realität. Grundsätzlich gilt das Wahrscheinlichste auch als das Plausibelste. Somit ist das plausibelste Ereignis auch das Realität-nächste, was deine Aussage hierzu entkräftet. Außerdem bist du der Ansicht, dass die Entfernung von der Wirklichkeit grundlegend für das Genre sei und das Unwahrscheinliche von unweigerlicher Relevanz für die Spannung sei. In beiden Punkten kann ich dir nicht vollkommen zustimmen. Ich bin zwar, wie du, der Ansicht, dass Fantasy-Filme und ihrer Grundthematik nicht auf die wissenschaftliche Realität Rücksicht nehmen können - dies steht im Widerspruch mit dem Genre an sich und in diesem Fall könnte kein Film über King Kong gedreht werden, da King Kong nicht existiert. Das grundlegende Thema des Films muss und darf folglich fiktionell sein. Ich bemängele lediglich die weite Entfernung von elementaren, allgemeingültigen Fakten, welche auch das Fantasy-Genre nicht entschuldigt. Zum Beispiel gilt prinzipiell: Wenn Menschen eine mehrere dutzend Meter tiefe Schlucht hinunterfallen sind sie entweder tot oder zumindest schwer verletzt. Ebenso ist es ausgeschlossen, dass ein Heranwachsender, der noch nie eine Waffe in der Hand hatte mehrere Fußball-große Spinnen vom Körper eines zappelnden Menschen herunterschießt, ohne letzteren zu verletzen. Dies waren nur zwei Beispiele aus "King Kong", ich könnte noch weitere geben. Zum Punkt der Wahrscheinlichkeit und Spannung: Die Menge an wahrscheinlichen Ereignissen ist oftmals auch im Verhältnis zur Menge der unwahrscheinlichen Ereignisse relativ groß. Somit hat der Autor des Drehbuches die Wahl zwischen meist vielerei Ereignissen mit verhältnismäßig hoher Wahrscheinlickeit. Auch wenn der Anteil am sicheren Ereignis (100%) zum größeren Teil meist durch die Menge der unwahrscheinlichen Ereignisse gebildet wird, so bleibt in den meisten Fällen dennoch genügend Optionen für die Wahl eines wahrscheinlichen Ereignisses als eintretendes, ohne dass der Zuschauer letzteres vorhersehen kann. Im übrigen muss dazu gesagt werden, dass "King Kong" trotz einer minimalen Wahrscheinlichkeit seiner Wendungen wesentlich eher vorhersehbar als spannend genannt werden muss. Ich hoffe ich habe hiermit anschaulich deutlich gemacht, weshalb ich den Film in diesen Punkten als äußerst negativ beurteile. Mit freundlichen Grüßen, Jochen Glück
Olaf (10.01.06): @Jochen: Ich muss hier trotzdem mal ein wenig den Chris unterstützen, da deine Kritik IMO ein wenig ins Leere zielt. Die von dir bemängelte Entfernung zur Realität ist nunmal genreimmanent. Es ist nunmal ein fiktionaler Stoff und es ist Fantasy. Somit ist nicht die fehlende Realität das Problem (Wenn man es realistisch haben will, geht dann ja nur noch der Dokumentarfilm.) sondern allerhöchstens fehlende Plausibilität. Aber gerade das Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten und vor allem dem Unwahrscheinlichen ist ein zentraler Bestandteil jedes Actionfilms. Ohne das mögliche Eintreten des Unwahrscheinlichen entsteht keine Spannung. Und somit hat Chris dann auch wieder Recht, wenn er sinngemäß sagt "Realität ist langweilig." (Obwohl ich das selbst so nicht sagen würde.)
Allerdings sind wir uns darin einig, dass natürlich jeder das Recht hat, etwas an einem Film zu kritisieren, dass er selbst nicht besser machen könnte. Dann wäre jede Kritik an Konsumgütern, Politik oder Dienstleistungen plötzlich verboten.

Jochen Glück (10.01.06): An Chris: Die Kritik an meiner Kritik ist leider unqualifiziert und entbehrt jeder Argumentation. Du (ich nehme an, das du ist hier üblich) gehst nicht die von mir angesprochene Problematik ein und dein Widerspruch mir gegenüber sagt lediglich aus, dass ein Film übertrieben sein müsse, um nicht zu langweilen. Dies spiegelt meiner Ansicht nach sehr deutlich einen enormen Hang zu überzogener Effekthascherei beim Filmpublikum von heute wider. Ein wahrlich gutes Werk sollte jedoch durch ebenso durch Inhalt und Dialoge überzeugen. Da sich King Kong freilich auf Popcorn-Kino reduzieren lässt, erwarte ich selbstverständlich keine tiefen psychologischen Aspekte oder eine Behandlung von komplexen Problematiken auf hohem Niveau. Dennoch bin ich der Ansicht, dass eine gewisse sprachliche und inhaltliche Basis vorhanden sein sollte. "King Kong" wird dem jedoch nicht gerecht. Zu deiner Aussage "hey es ist ein film" gibt es lediglich zu sagen, dass eine filmische Darstellung einer bestimmten Thematik keine Präsentation von absolutem Unsinn rechtfertigt. Für besonders unpassend halte ich auch deine letzte Bemerkung: Leute, die Kritik an einem Film übten hätten ihn doch auch nicht besser gemacht. Hierzu ist zu sagen: Nein, ich hätte den Film bestimmt nicht besser gemacht, aber ich maße mir auch nicht an, solch einen Film zu drehen und ihn einem Millionenpublikum vorzusetzen. Wer der Ansicht ist, Kritik dürfe nur von Leuten ausgeübt werden, die es selbst besser können, hat das wirtschaftliche Prinzip der Spezialisierung nicht verstanden: Jeder tut das, was er am besten kann, dies sollte dann allerdings auch ein gewisses qualitatives Niveau erreichen. Ein anschauliches Beispiel: Jeder würde über einen Defekt bei einem neu gekauftem Computer schimpfen, auch wenn er selbst keinen Computer bauen kann. Ein PC ist jedoch genauso eine Konsumware wie ein Film. Beste Grüße, Jochen Glück
Chris (07.01.06): jochen da bin ich völlig anderer meinung!! klar der film ist nicht perfekt und wurde manchmal etwas übertrieben dargestellt so wie die kannibalen die aussehen wie zombies,oder der brontosauros herde,oder den t-rex kampf aber hey es ist ein film,einbisschen fantasie muss man schon haben,ist doch langweilig wenn der film komplett realistisch ist,dann macht der film ja auch kein spass,einbisschen übertrieben und unrealistisch muss er sein!! es nervt mich wenn leute soviel an einem film zu nörgeln haben sollen sie sich doch an dem film erfreuen und nicht rummeckern,besser gemacht hätten sie den film bestimmt nicht!
Jochen Glück (06.01.06): Grundsätzlich ist zu sagen: Der Film ist eine Katastrophe! Nach einer einschläfernden Exposition und 80 Minuten Langeweile bekommt der leidende Zuschauer endlich den 8-Meter-Affen zu sehen, welcher zwar ohne Zweifel gut animiert aber dennoch grotesk personifiziert war. Die Mischung aus einem cholerischen Charakter und überzogen pathetischer Melancholie erinnert vielmehr an eine Allegorie für die Wetterlaunen aus Roland Emmerichs Filmdebakel "The Day After Tommorrow" als an ein evolutionär geschaffenes, natürliches Wesen. Die in Hollywood übliche Entfernung von der Realität wird selbstverständlich eingehalten und besonders deutlich, als die Jack und die anderen US-Helden eine Dinosaurier-Massenpanik ebenso überleben wie den Sturz in eine Urzeitschlucht und die Maschinengewehr-Übungen eines heranwachsenden Möchtegern-Helden. Ein Sturmangriff von Riesenkakerlaken macht nur geringfügige Probleme, ebenso wie unzählige andere Situationen welche nach humanmedizinisch bewiesenen Erkenntnissen zum sofortigen Tode führen würden. Wohl wären die Filmhelden schon zwanzig mal gestorben und leben [leider] immer noch. Siebzehn Abenteuerer finden zwar ihre letzte Ruhe auf "Skull-Island", der Rest jedoch lässt sich nicht davon abhalten, den Riesenaffen auf logistisch ungeklärte Weise nach New York zu schaffen. Daraus resultiert schlussendlich ein ungezähmter Vandalismus, welcher zu einer schwer abzuschätzenden finanziellen Mehrbelastungen für die Versicherungen führt. Am Schluss muss auch der Riesenprimat dran glauben und somit findet auch das 3,117-stündige Trauerspiel sein Ende. Fazit: Max Frisch sagte, "Die Natur kenntkeine Katastrophen" - Peter Jackson hingegen hat eine erschaffen, um die Kinozuschauer damit zu quälen.
Sandra (02.01.06): Ups! Wertung vergessen: Ich gebe ebenfalls 8 von 10 "Helden" ohne Bierbauch ;-)
Sandra (02.01.06): Das Meiste wurde schon gesagt. Naomi Watts war spitzenklasse. Die Beziehung zwischen Kong und Ann ist wunderschön, gefühlvoll und anrührend, bisweilen auch kitschig aber mich hat´s in dem Fall nicht gestört. Jack Black hat mich sehr beeindruckt als fanatischer "Ich-drehe-meinen-Film-komme-was-da-wolle" besessener Regisseur mit teilweise irrem Blick - genial. Die Dino-Sequenzen waren in der Tat um ein Vielfaches zu lang und zum stupiden Action Publikum muß ich einfach loswerden, dass ich eben dieses hinter mir sitzen hatte: Haben blöde den ganzen Film kommentiert und Affengeräusche nachgemacht - noch Fragen? Ann lernt das Biest trotz seiner "Andersartigkeit" lieben, weil es im Endeffekt durchaus menschlicher ist als der Mensch selbst. "Schönheit hat das Biest zerstört" heißt es im letzten Satz - obwohl ich eher sagen würde das es die Liebe zu Ann war, die das Biest zerstört hat. Und wie bezeichnend für die Ignoranz der Menschen der sinngemäße Satz: "Das war doch bloß ein dummes Tier, das hat gar nichts gewußt!" Böse Zungen würden jetzt sagen: Genauso wie die "Zuschauer", die hinter mir saßen ;-) Denn diese werden leider nicht die einzigen sein, die nicht zu begreifen scheinen, dass "King Kong" kein Action-Film ist, sondern ein Film über die Liebe. @Nicolas: Zu HDR und dem lidlosen Auge kann ich nur Freud/Data zitieren: "Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre" - und ein sehr großer Gorilla ... nur ein sehr großer Gorilla ;-)
mary (23.12.05): hanse,ich hoffe sehr darauf das eine extented edition von king kong raus kommt,da waren nämlich sehr viele szenen die sie im kino rausgeschnittenen haben,z.b.wo die männer am see sitzen und hinter ihnen im wasser was zugeschwommen kommt,dann wo ann,carl&co auf der insel drehen und ann schreien soll,und king kong dann brüllt,kamm auch nicht vor und viele andere spannende szenen,so wie ich aber gehört habe kommt die mit sicherheit dann noch raus!!! *zum glück!!
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