Krieg der Welten
SF/Action, USA 2005, 116 Minuten, ab 12
Originaltitel: War of the Worlds; Deutschlandstart: 29.06.2005 (UIP); Regie: Steven Spielberg; Produktion: Kathleen Kennedy, Paula Wagner, Colin Wilson; Drehbuch: Josh Friedman, David Koepp nach dem Roman von H.G. Wells; Musik: John Williams; Kamera: Janusz Kaminski; Schnitt: Michael Kahn

mit Tom Cruise (Ray Ferrier), Justin Chatwin (Robbie Ferrier), Dakota Fanning (Rachel Ferrier), Tim Robbins (Ogilvy), Miranda Otto (Mary Ann Ferrier), David Alan Basche (Tim), Yul Vazquez (Julio) u.a.

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Toll irgendwie, oder? - Nein! - Das ist wie Sylvester. - Nein, ist es nicht! - Ray ahnt im Gegensatz zu seiner Tochter noch nicht, was auf ihn zukommt.

Plot: Eigentlich soll Ray Ferrier (Tom Cruise) nur für ein Wochenende auf seine beiden Kinder Rachel (Dakota Fanning) und Robbie (Justin Chatwin) aufpassen, während seine Exfrau Marie-Ann (Miranda Otto) mit ihrem neuen Freund Tim (David Allen Basche) zu ihren Eltern nach Boston fährt. Keine leichte Aufgabe, da Ray kein besonders guter Vater ist und seine Kinder Tim mehr respektieren als ihn. Doch bevor es zwischen den dreien überhaupt zu Spannungen kommen kann, brauen sich in Form eines Gewitters ganz andere Spannungen am Himmel zusammen. Dann fängt es plötzlich stark an zu blitzen. Doch schlagen die Blitze immer an derselben Stelle ein, während der Donner ganz ausbleibt. Aber noch viel wichtiger: Sämtliche Elektronik fällt aus.
Kurz entschlossen, dem Phänomen auf den Grund zu gehen, geht Ray zu Fuß zur Einschlagstelle der Blitze. Womit jedoch niemand gerechnet hat: Der Boden reißt plötzlich auf und eine riesige Maschine mit langen krakenartigen Tentakeln erhebt sich in die Lüfte. Doch bevor sich irgendwer darüber bewusst werden kann, dass soeben der erste Kontakt mit Wesen aus einer fremden Welt stattgefunden hat, kommen aus dem UFO Strahlen geschossen, die alles zu Asche verbrennen, was sich bewegt.
Zunächst vor Schreck wie gelähmt, rennt Ray genau wie alle anderen panikartig davon, während ihn die tödlichen Strahlen inmitten der Massen mehrere Male nur um Haaresbreite verfehlen. Wieder zuhause beschließt er, kaum dass er wieder halbwegs klar denken kann, mit Rachel und Robbie umgehend das Haus zu verlassen. Keine Sekunde zu früh wie sich herausstellt, da ihre Flucht von einer Zerstörungswelle ohne Gleichen begleitet wird. Ohne klares Ziel oder jede Vorstellung davon, was zu tun sein könnte, fährt Ray instinktiv nach Boston, um zumindest die Familie in dem Chaos wieder zu vereinen. Doch das stellt sich als fast unmöglich heraus, denn durch die Massenpanik herrscht Ausnahmezustand auf den Straßen.
Als das Militär versucht, Widerstand zu leisten, stellt sich heraus, dass alle Gegenwehr durch die technische Überlegenheit der Aliens zwecklos ist. Aber die sind mit ihren UFOs mittlerweile überall und machen, wo sie nur können, gnadenlose Jagd auf die Menschheit...

Kritik: Spielbergs E.T. ist bitterböse geworden! Selten wurde einem Film mit solcher Skepsis entgegengesehen wie hier, denn die Neuauflage des Buchklassikers von H.G. Wells (Time Machine) hatte ein großes Erbe zu bewältigen:
1938 hatte Orson Welles mit seiner Hörspielfassung des Kriegs der Welten eine Massenpanik in den USA ausgelöst, als er mit seinem Theaterensemble erschreckend realistisch die Landung Außerirdischer bei einer Farm in New Jersey vertonte (MP3-Download des Hörspiels). Als besonderen Clou vermied er es dabei, den Angriff der Aliens mit Soundeffekten darzustellen, sondern setzte rein auf den Horror, der sich in den Köpfen der Zuhörer abspielte. So wurde das Grauen der Vernichtung am lebhaftesten durch die sekundenlange Stille veranschaulicht, die dem mitten in seinem Satz verstummenden Radiomoderator folgte. Ein einschlagender „Erfolg“, der erst am nächsten Tag durch die New York Times wieder beigelegt werden konnte.
1953 wurde die Invasion der Marsianer durch Byron Haskin verfilmt, dessen schwanenartige Raumschiffe ganze Städte eindrucksvoll in Schutt und Asche legten. Oscarprämierte Spezialeffekte, die nicht zuletzt als Vorbild für die Zerstörungsszenen in Roland Emmerichs Independence Day dienten und zudem selbst heute noch beinahe einrucksvoller wirken. Wobei auch Emmerichs Werk im Grunde nichts anderes ist als die Spaßvariante des Stoffs.
Nun hat sich Steven Spielberg der Herausforderung angenommen, Haskins bahnbrechendes Meisterwerk neu in Szene zu setzen. Und man muss ihm lassen, er hat die Aufgabe mit Bravour bestanden: Krieg der Welten ist das aktuelle Pendant zum Klassiker von 1953 mit den Maßstäben eines Spielberg. Mit anderen Worten: Diesen Film kann man sich kaum heruntergeladen auf dem heimischen Rechner ansehen, denn allein der Sound verlangt nach den Boxen eines großen Kinosaals. Davon abgesehen ist der Film durchgehend so spannend, dass man gar nicht zum etwaigen Nachdenken kommt, sondern sich nur ganz den Bildern hingeben kann.

Als wichtigste Herausforderung meistert Spielberg jedoch die Hürde, es mit Orson Welles aufzunehmen und einen Großteil des Horrors nicht auf der Leinwand, sondern im Kopf des Zuschauers abspielen zu lassen. Dazu gehört unter anderem der Flugzeugabsturz, von dem wir bildlich kaum mehr mitbekommen als die sich am nächsten Tag offenbarende Verwüstung. Aber auch sonst wird hier an vielen Stellen mehr angedeutet als tatsächlich gezeigt.
Schauspielerisch überzeugt Tom Cruise als Loser-Vater, der alle Hände voll zu tun hat, sein Leben in Griff zu bekommen, mit einem Mal aber über sich hinauswächst und im Angesicht der Katastrophe alles daran setzt, seine Familie zu retten. Unterstützt wird er vor allem von Hollywoods talentiertester Nachwuchsschauspielerin Dakota Fanning (Uptown Girls, Taken) als zunächst trotzige und dann völlig verängstigte Rachel. Ansonsten gibt es nur noch zwei bekannte Gesichter: Miranda Otto (Die Rückkehr des Königs, Der Flug des Phoenix), die hier als Rays Exfrau Mary-Ann aber nur eine eher unbedeutende Nebenrolle spielt, und der frischgebackene Oscarpreisträger Tim Robbins (Mystic River) als eigenwilliger Widerständler Ogylvy. Auch wenn sein Part insgesamt nur recht kurz ist, kann er sein Können als echter Charakterdarsteller ein weiteres Mal unter Beweis stellen.
Was man an dieser Stelle übel nehmen kann, ist Spielbergs eigene Referenz zu E.T.: Stand bei Haskin ein Liebespaar im Mittelpunkt, ist es hier ein weiteres Mal die durch Scheidung zerrüttete Familie, nur zu sehr gefärbt durch des Meisters eigene Kindheit. Gut, direkt schadet es dem Film auch nicht, denn es passt schon zur restlichen Story. Aber ob das unbedingt notwendig gewesen wäre, ist die Frage. Dafür, soviel darf wohl verraten werden, gibt es zumindest kein furchtbares schöne-heile-Welt-Ende, das guten Filmen wie Minority Report nachträglich einen nicht zu geringen Dämpfer verpasste.
Ansonsten sind es nur noch eher Formalitäten und Kleinigkeiten, die unangenehm auffallen: So wirkt es etwas lächerlich, wenn Ray während seiner ersten Flucht vor dem UFO mehrmals von dessen Todesstrahlen sprichwörtlich nur um Haaresbreite verfehlt wird, neben ihm aber alles zu Staub verbrannt wird. Auch wird durch den durch die Blitze verursachten EMP (elektro-magnetischer Puls, bei Matrix die einzige Waffe gegen die Maschinen) plötzlich alle Elektronik lahm gelegt. Während als Konsequenz auch alle Autos stillstehen, kommt Ray als einziger auf die Idee, dass der magnetische Was-auch-immer im Auto ausgetauscht werden muss. Folgerichtig ist er kurz darauf auch der einzige, der der großen Zerstörungswelle entkommen kann. Schon etwas hanebüchen.
Die Aliens wirken ein wenig wie aus Independence Day geklaut, aber da der Film als ganzer geklaut war, ist das nicht weiter tragisch. Ein wenig schade ist es um den ironischen Seitenhieb, den Haskins noch miteinfließen ließ: Da wurde eine Sonde der Aliens erbeutet und von Wissenschaftlern an einen Projektor angeschlossen. In dem so ermöglichten Blick durch deren Augen erschienen ausgerechnet die Menschen als „grüne Männchen“. Aber dafür lässt das Remake nicht genug Atempause während der an den Holocaust erinnernden Massenvernichtung.
Der einzige wirkliche Schwachpunkt ist der Übergang zum Ende, der einfach zu schnell und zu plötzlich erfolgt. Zwar wird alles noch erklärt, aber es kommt doch ganz ohne Vorbereitung. Bei Haskin gab es zwischendurch noch einen kurzen Hinweis, hier aber ist die Geschichte mit einem Mal einfach zuende und lässt den Zuschauer unvermittelt etwas ratlos mit dem Abspann alleine. Ob dies am Ende aber dem Regisseur oder der Vorlage anzulasten ist, bleibt die Frage.
Nichtsdestotrotz ist Krieg der Welten ein Remake, das sich nicht vor seinen Vorgängern zu verstecken braucht und zudem noch Bilder, Sound und Unterhaltung auf oberstem Niveau liefert. Da wurde ich als Spielberg-Fan bestätigt und in meiner Skepsis vorteilhaft enttäuscht, um nicht zu sagen, positiv überrascht.

Fazit: Kino, wie man es vom Vater des Blockbusters gewohnt ist und das sich nicht vor seinen Vorgängern zu verstecken braucht. Dazu durchgehend spannend und teils sehr düster inszeniert. Lediglich das Ende kommt ein wenig zu unvermittelt, aber das ist auch der einzige wirkliche Wehmutstropfen. 8 von 10 Flugzeugwrack-Lunchpaketen.

Nikolas Mimkes
30.06.2005

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27 Stimmen
Schnitt: 5.5
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
UFOMANN^^ (29.08.07): Lieber würde ich E.T 2 sehen als diesen Schrott mit den Sektenführer Cruise
John Doe (29.08.07): Lieber würde ich E.T 2 sehen als diesen Schrott mit den Sektenführer Cruise
Bozz (24.09.06): Einfach nur WELTKLASSE
v.damme (05.06.06): wirklich, ein sau schlechter film!!!!!!!!!!! selten so´n quatsch gesehen!! alle häuser zerstört, kein mensch mehr auf der strasse, nur tom und family sind wohl auf...???? wat´n scheiss!!!!!!
J.C. (08.09.05): Also,ich finde den film echt cool.hab ihn mir mehrmals mit meiner freundin angesehen.aber das eigentlich überwiegend wegen Justin Chatwin!!Der sieht echt hammer aus und ist auch sehr talentiert.Ich liebe ihn!! Bye
mädchen ^^ (26.08.05): wieso soll DER film denn bitte scheiße gewesen sein?? also ich fand den total cool, ja okay das ende kam zu früh na und, also ich war am ende schon mega froh, als "robbier ferrier" noch gelebt hat justin chatwin sieht echt verdammt hammer geilo aus! respekt^^
Jes (29.07.05): Ps.: Danke Steffen^^
Hilary (29.07.05): Kann es sein das alle weiblichen zuschauer des filmes KDW den film toll fanden?? schon allein wegen cruise und chatwin ?? ps der film is klasse ;D
Jes (29.07.05): Also als Mädchen: ich finde den film toll^^... hab davon nur leider auch keine ahnung, nur kann ihc nicht verstehen wieso alle die schlechte bewertung auf tom cruise schieben, wenn er schlecht gedreht hätte, hätte S.Spielberg ihn doch gar nicht weitermachen lassen?! PS... Weiß jemand woher man bilder von Justin Chatwin bekommt :D ^^?!
Jan (24.07.05): Einige ziehmliche große Logikfehler (wieso graben sie die Tripods ein und kommen erst wieder wenn die Menschen sich entwickelt haben, wieso haben die Menschen die Teile nicht vorher gefunden, wieso bekommt eine Rasse die durch das All reist nicht mit, das die bakterien und viren tödlich sind und hat entsprechnde schutzkleidung) und ein nerviges mädchen. tut mir leid, aber der roman von 1899 ist viel viel besser und zur damaligen zeit auch passend. für die heutige zeit ist das ende anachronistisch und zu viel spielberg in der version. 6 von 10 heldenhaften tom cruise, die mal so nebenbei doch noch die chance bekommen einen tripod zu vernichten - gähn!
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