Wächter der Nacht
Action/Horror, Russland 2004, 114 Minuten, ab 16
Originaltitel: Nochnoy dozor; Deutschlandstart: 29.09.2005 (20th Century Fox); Regie: Timur Bekmambetov; Produktion: Konstantin Ernst, Anatoli Maksimov u.a.; Drehbuch: Timur Bekmambetov, Laeta Kalogridis nach dem Roman von Sergei Lukyanenko; Musik: Yuri Poteyenko, Pleymo; Kamera: Sergei Trofimov; Schnitt: Dmitri Kiselyov

mit Konstantin Khabensky (Anton Gorodetsky), Vladimir Menshov (Geser), Valeri Zolotukhin (Vampir, Kostyas Vater), Mariya Poroshina (Svetlana), Galina Tyunina (Olga), Yuri Kutsenko (Ignat), Aleksei Chadov (Kostya), Zhanna Friske (Alisa Donnikova), Ilya Lagutenko (Vampir Andrei), Viktor Verzhbitsky (Zavulon), Rimma Markova (Darya Schultz), Mariya Mironova (Yegors Mutter), Aleksei Maklakov (Semyon) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (20th Century Fox )
Trailer (20th Century Fox )
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Seit Anbeginn der Menschheit gibt es die Anderen unter uns. Auch sie sind Menschen, aber mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Die Anderen sind Soldaten im ewigen Krieg, im Kampf zwischen der Finsternis und dem Licht. Geser, Lord des Lichts, und Zavulon, General der Finsternis, standen einander gegenüber. Und es begann eine große Schlacht - blutig, und ohne Gnade. Und als die Schreie der Sterbenden zum Himmel aufstiegen, wurde folgendes vereinbart: Jeder Mensch sollte frei wählen können zwischen Licht und Finsternis. Die Krieger des Lichts sollten 'Wächter der Nacht' heißen und dafür sorgen, dass die dunklen Anderen das Abkommen einhalten. Und die Krieger der Finsternis sollten 'Wächter des Tages' heißen und dasselbe tun. Und so sollte das Gleichgewicht für Jahrhunderte gewahrt bleiben. - Eingangsmonolog.

Plot: Moskau, 1992. Anton Gorodetsky (Konstantin Khabensky) besucht die Hexe Darya. Ohne ein Wort von ihm weiß sie: Anton ist soeben von seiner Frau Irina (Maria Mironova) für einen anderen Mann verlassen worden. Darya kann mit dunkler Magie helfen, Irina zurück zu holen. Sie eröffnet Anton aber auch, Irina sei von dem anderen Mann schwanger - und bietet ihm an, das ungeborene Kind ebenfalls zu beseitigen. Die düstere Zeremonie wird jedoch kurz vor der Vollendung von drei Wächtern der Nacht unsanft unterbrochen.
Seit vielen Jahrhunderten wachen diese Krieger des Lichts darüber, dass die verfeindeten Krieger der Finsternis sich an den dereinst vereinbarten Waffenstillstand halten und so die Balance der Mächte gewahrt bleibt. Umgekehrt verfahren die düsteren Wächter des Tages genauso, um den Kriegern des Lichts auf die Finger zu schauen.
Anton kann überraschenderweise die Wächter der Nacht sehen. Sofort ist klar: Auch Anton gehört zu den Anderen, die als übermenschliche Wesen unter den Menschen wandeln und sich nach ihrer Selbsterkenntnis entweder für das Licht oder die Finsternis entscheiden. Anton entscheidet sich für das Licht - und wird Jahre später seinerseits ein Wächter der Finsternis.
Doch eine uralte Prophezeiung sagt: Eines Tages wird ein Anderer kommen, mächtiger als alle Anderen zuvor, der die Jahrhunderte alte Fehde in die eine oder andere Richtung entscheiden wird. Nur: Wer ist dieser Andere, und für welche Seite wird er sich entscheiden?

Kritik: Wächter der Nacht (bzw. Nochnoi Dozor) ist der erste Teil der erfolgreichen russischen Sci-Fi-/Fantasy-Romantrilogie von Sergei Lukyanenko. Als zweiter und dritter Teil folgen noch Wächter des Tages (Dnjevnoi Dozor) und Wächter der Dämmerung (Sumerechnij Dozor). Regisseur Timur Bekmambetov, der inoffiziell als "russischer Quentin Tarantino" gehandelt wird, inszenierte den Film für ein im Vergleich zu Hollywood-Produktionen geradezu läppisches Budget von umgerechnet 4 Mio. US-Dollar mit umfangreichen Special Effects, mit vielen Facetten des modernen Moskaus. Genannte 4 Mio. US$ beziffern aber das Doppelte von dem, was jemals in Russland für eine einzelne Filmproduktion ausgegeben worden ist.Das cineastisch aufblühende Moskau dankte es der Produktionsfirma: Der Film spielte allein in Russland umgerechnet 16 Mio. US$ ein, was die Realisation des zweiten Teiles sicher stellte.

Wächter der Nacht kann man daher mit Fug und Recht als den russischen Kinofilm der Nach-Sowjetzeit schlechthin bezeichnen, als Film-Noir wenn man so will. Nicht zuletzt, weil es bislang in Russland kein nennenswertes Sci-Fi-/Fantasy-/Horror-Genre gab.
Konsequenterweise sicherte sich Fox Searchlight Pictures, eine Tochterfirma der 20th Century Fox, die weltweiten Vermarktungsrechte - sowohl für den Verleih von Teil 1, als auch für den in Entstehung befindlichen Teil 2 (geplanter russischer Kinostart: 2006). Aktuellen Gerüchten zu Folge soll der abschließende Teil 3 direkt englischsprachig für den Weltmarkt verfilmt werden.

Genug der Vorschusslorbeeren: Was ist dran an dem Film? Die Kernhandlung als Balance zwischen dem Licht und der Finsternis mit Überwesen, die unter Normalsterblichen wandeln, und der Prophezeiung über einen Auserwählten, der den ewigen Kampf in die eine oder andere Richtung entscheiden soll, mutet an wie eine Melange aus wechselnden Anteilen Highlander, Der Herr der Ringe, Star Wars, Matrix und vielen anderen mehr. Letztmalig mit geringem Tiefgang behandelt wurde dieses Thema in Constantine mit Keanu Reeves.
Doch dieses allzu bekannte Schema soll nicht darüber hinweg täuschen, dass Wächter der Nacht sehr wohl mit einer spannenden Handlung mit teilweise sehr überraschenden Wendungen und voller Tempo aufwarten kann. Die Verfilmung ist düster, wie man es sonst von James Cameron, Ridley Scott, Roger Corman, den Wachowski-Brüder oder Quentin Tarantino kennt. Und auch wenn die Szenerie Moskaus und einiger Filmrequisiten für westliche Augen sich am ehesten vielsagend mit dem Begriff "charmant" beschreiben lässt: Die Bildgewalt ist schlichtweg atemberaubend, ebenso sind die auch für westliche Zuschauer durchaus zeitgemäßen CG-Spezialeffekte definitiv sehenswert, wenngleich spärlicher eingesetzt als in manch heutiger Hollywoodproduktion dieses Genres. Um so mehr sind die mitunter sehr naturalistisch-blutigen Szenen nichts für schwache Gemüter.
Trotzdem ist zu sagen, dass Wächter der Nacht in mancherlei Beziehung einfach anders ist. Trotz der vielfach von westlicher Seite gelobten, so genannten "amerikanischen Erzählweise" und der fesselnden epischen Handlung gibt es vielfach Sperriges, Unerwartetes. Insofern gelingt die Identifikation mit den Filmfiguren und das Eintauchen in die mystische Stimmung dem einen oder anderen Zuschauer sicher nicht ganz so leicht.
Dass Wächter der Nacht ein Meilenstein des russischen Kinos ist, steht außer Frage. Dass er der vielversprechende erste Teil einer epischen Trilogie ist, ebenso. Aber auch wenn der Film sich keinesfalls hinter anderen "Kino-Opern" namhafter westlicher Regisseure zu verstecken braucht, bleibt die Frage, ob diese Trilogie wirklich die prognostizierte weltweite Bedeutung erlangen wird. Trotzdem - Timur Bekmambetov: Weiter so!

Fazit: Russischer Film-Noir im hiermit begründeten Sci-Fi-/Fantasy-/Horror-Genre. Bildgewaltige Inszenierung mit zeitgemäßen Special Effects. Nicht für Jedermann, aber jeder sollte sich selbst seine Meinung bilden. 7 von 10 nervigen Product Placements.

Gero Zahn
05.10.2005

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20 Stimmen
Schnitt: 4.7
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Brot (30.12.05): Also ich habe noch nie einen Film gesehen der meine Erwartungen so gerinfügig erfüllt hat wie dieser. Ich muss hier grad mal ein wenig Dampf ablassen. 1. Alle Special Effects die im Trailer zu sehen sind, sind ALLE special Effects die es gibt. 2. Der Laster mit Raketenantrieb, die Schraube aus der Flugzeugdüse etc. haben nicht, aber auch gar nichts mit der Handlung zu tun...einfach nur Effekthascherei. Es geht gar nicht um Ritter, die kommen nur im Vorspann und bei der etwas anderen Leutstoffröhren-Fecht-Szene für ca 1min 30 vor. 3. Dieser Dämonensturm über dem Hochaus ist ja ganz ok wenn auch sehr (Buffy-lastig). Aber wie die Hauptdarsteller diesen bekämpfen ist geradezu lächerlich. Es gibt eine Verfluchte und den Protagonisten und nachdem man schon 2 Stunden da sitzt und wartet wie sie sich wohl retten werden, treffen sich die beiden in dem Hochhaus in Ihrer Wohnung und folgender Dialog (verkürzt) findet statt: Mann: Weisst Du warum Du verflucht bist und diesen Wirbel der Finsternis erzeugst? Frau: Nein Mann: Denk nochmal nach Frau: Ahhh, jaaaa, natürlich, das ist weil ich mich selbst verflucht habe. Pufff: Das Flugzeug ohne Düsen landet, Das Atomkraftwerk das gerade explodiert ist, funktioniert wieder und der Strom ist auch da...laalalalalaaa Friede, Freude, Eierkuchen. SO EIN SCHMARRN...wer hier von einem interessanten Film mit guter Story spricht, den kann ich nicht verstehen weil die Haupt-Story um diesen Wirbel so was von 0815 und das Ende so abgehackt und doof ist. 4. Die Hauptdarsteller sind dreckig, haben wohl kein fliessend Wasser um zu duschen, sind dauerbesoffen (wenn sie nicht gerade Nescaffee trinken)...mir persönlich gefällt es nicht. 5. Die Hauptgeschichte mit dem Jungen wird so nebenbei etwas erwähnt...und genau desswegen sind 90% des Films verworren, sinnlose Nebengeschichten und Szenen die vielleicht für Kamerakunstliebhaber interessant sein mögen, bei dem normalen Kinobesucher aber eher Übelkeitsgefühle hervorrufen. 6. Was ist "genial" daran, Russland als Schauplatz zu nehmen? War das noch nie da? Bei einem russischen Buch als Vorlage? @Sigrid...poste doch bitte mal Dein Filmurteil. Bin gespannt was jemand der das Buch gelesen hat davon hält. so...jetzt fühle ich mich etwas besser :)
MovieStar (20.12.05): 2005 war ein echt gutes Kinojahr - es gab wirklich viele Kracher, einige mittelmäßige Filme und nur wenig wirklich schlechte. Dies aber ist mit Abstand das Übelste, was in diesem Jahr in die Kinos kam. Abseloute Zeitverschwendung!
John Doe (18.12.05): der film ist ein echter knaller gerade weil er so anders ist und wems zu düster wird der muss halt auf pilcher-verfilmungen umsteigen ich freue mich sehr auf die nächsten teile habe aber die befürchtung sich die fox sich da gewaltig einmischen und hollywood-scheiße draus machen wird
Abe (04.11.05): Also ich würde bei dem Film etz auch nicht von sehr gut sprechen, sondern schlicht weg interessant. Er überrascht und hebt sich mit seinem Schnitt und Still über andere Werke hinweg, also besonders für Leute mit hang für ausländische Werke zu empfehlen. Und über eins bin ich überzeugt der zweite wird eindeutig besser, da bei solchen Filmen die Studios Blut geleckt habe, also nicht aufgeben :)
Sigrid (29.10.05): Ich habe den Film leider noch nicht gesehen, bin aber in ein paar Seiten fertig mit dem Buch. Das Buch ist der absolute Hammer! Wahnsinnig interessant. Es wird von vornherein klar gestellt, dass weder die Lichten gut, noch die Dunklen böse sind. Beide Seiten sind neutral. Die Lichten können töten, die Dunklen können heilen. Diese Buch ist kompliziert, aber wahnsinnig spannend. Werde mir den Film reinziehen. Und alle, die über den Film nur schlechtes sagen, weil er aus Russland kommt, oder weil der Film so düster aufgebaut ist, der sollte sich mal Gedanken darüber machen, warum das so ist. Diese Geschichte ist reine Phantasie, rein Erdachtes. Es kann halt nicht immer nur Friede, Freude Eierkuchen dargestellt werden. Der Film soll nicht schockieren und auch keinen billigen Horror darstellen. Wer das kritisiert, dem ist es nur peinlich, dass er die Kerngeschichte einfach nicht verstanden hat...!
Sandra (27.10.05): Vorab sei gesagt, dass ich die Buchvorlage NICHT gelesen habe. Ich bin äußerst positiv überrascht was "Wächter der Nacht" angeht. Ist es nicht erfrischend, dass DIE Apokalypse mal nicht in den USA erwartet wird, sondern in Russland? ;-) Allein DAS fand ich schon genial. Die Story ist super, wenn auch aus allem geklaut. So übrigens auch die Filmmusik, die stellenweise äußerst "Gladiator-lastig" war. Sei´s drum, die Effekt waren ziemlich gut und ausreichend eingesetzt. Nicht so ein Matrix-Reloaded-Overkill-Mist. Die Darsteller konnten durchweg überzeugen und endlich, endlich, endlich mal kein "es wird alles gut Ende denn das Gute gewinnt immer". Wobei in diesem Film die Grenzen zwischen dem was gut und böse ist gegen Ende immer mehr verwischt werden, ich denke im Buch wird das wohl wesentlich deutlicher dargestellt sein. Der bittere Nachgeschmack am Ende bleibt (im durchweg positiven Sinne) und die Hoffung auf einen ebenso guten Teil 2. Leider waren reichlich wenig Besucher im Kino, was nicht zuletzt auch am durchaus "europäischen" Stil des Films liegen mag. In diesem Film ist Hollywood so weit weg wie nirgens sonst - und das muss ja nicht schlecht sein. Product Placement hin oder her: Ich gebe 7 von 10 "Eulen-Umwandlungen"
Marei (16.10.05): Zwei Stunden Lebenszeit vergeudet. So einen abstrusen Film habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Vampire, Ritter, alles völlig beliebig. Schwer zu ertragen auch die ständige düstere schmutzige Gammeligkeit. Es gibt kein einziges schönes Bild im ganzen Film. Ich habe mich nach zehn Minuten schon gelangweilt. Abgesehen von meinem privaten Missfallen, glaube ich auch, dass es schwer ist, sich hier einzusehen, weil die russische Ikonographie trotz westlicher Anleihen wahrscheinlich doch eine ganz andere ist als unsere. Das ganze soll im Film auf eine byzantinische Legende zurückgehen, das ist einfach ein anderer Kulturkreis und das verhindert leichte Empathie. Außerdem scheint Filmblut sehr billig zu sein, denn es fließt in Strömen. Als ganz am Ende rauskommt, dass dieser Film auf seine Fortsetzung hinspielt, packte mich fast die Verzweiflung. Teil 2 und 3 sehe ich mir ganz sicher nicht an!
sag ich euch nich (16.10.05): also ganz entgegen der vorrangegangenen kritiken bin ich von dem film sehr begeistert, ich finde die handlung spannend, die cg effekte großartig und die darsteller einfach spitze. ich freu mich auf die nächsten beiden teile und den dvd - release ^^
Andreas (15.10.05): Russischer Erfolgsfilm hin oder her, der Streifen ist Mist und ich geb auch der Ehrlichkeit halber zu die schlechteste Note dafür vergebn zu haben. Warum sollte man auch einfache Dinge komplizieren :-)
DonCamillo (12.10.05): Ich kann nur sagen: Lest das Buch! Darin werden Fragen, die im Film unbeantwortet bleiben, geklärt. Trotzdem bin auch ich enttäuscht von dem Film. Nicht wegen seiner stilistischen Machart, sondern wegen der Geschichte. Es stört mich, dass die Geschichte nicht die Selbe ist. Auch das der Junge das große Potenzial hat/haben soll, wird im BUch nicht deutlich. Da ich den zweiten Teil noch nicht gelesen habe, kann ich nur spekulieren, ob es tatsächlich so ist, wie im Film dargestellt. Da heißt es abwarten. Ansonsten hat der Film einen makaberern Witz, den man vielleicht erkennt, wenn man noch andere Medien russischer Art kennt (Ich denke hier an Wladimir Kaminer, Schriftsteller). Mal schauen was der 2. Teil bringt
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