Skyline
SF/Action, USA 2010, 92 Minuten, ab 16
Originaltitel: Skyline; Deutschlandstart: 23.12.2010 (Central Film); Regie: Colin Strause,
Greg Strause; Produktion: Kristian James Andresen, Paul Barry u.a.; Drehbuch: Joshua Cordes, Liam O'Donnell; Musik: Matthew Margeson; Kamera: Michael Watson; Schnitt: Nicholas Wayman-Harris

mit Eric Balfour (Jarrod), Scottie Thompson (Elaine), Brittany Daniel (Candice), Crystal Reed (Denise), Neil Hopkins (Ray), David Zayas (Oliver), Donald Faison (Terry), Robin Gammell (Walt), Tanya Newbould (Jen), J. Paul Boehmer (Colin) u.a.

Filmplakat
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Offizielle Website (Central Film )
Trailer ()
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Die Freunde beobachten, wie ihre Stadt erobert wird..
Jarrod und Elaine sind nur durch Zufall in die Situation geraten. Jarrod hat in das Licht geschaut. Die Eindringlinge werden angegriffen.

Sobald du hinsiehst, hat es dich! - Die Freunde haben erkannt, was am gefährlichsten ist.

Plot: In einem Satz: Ein paar Leute versuchen zu entkommen...
In mehreren Sätzen: Nach einer durchzechten Nacht in einem Penthouse in L.A. ist es plötzlich nicht das Tageslicht, dass eine Gruppe Partyvölkchen aus dem Schlaf reißt. Über Nacht sind riesige Raumschiffe am Himmel über der Stadt aufgetaucht und E.T. geht nicht gerade zimperlich vor. Zwar richten die Außerirdischen keine Zerstörung an, doch wird die Menschheit massenweise von einem gespenstischen Licht angezogen wie Motten, um dann später einer Razzia gleich einzeln in Raumschiffe gezogen zu werden. Die ersten beiden Tage kann sich die Gruppe noch verstecken, doch dann durchsuchen kleinere Drohnen jedes Apartment. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt.

Kritik: Krieg der Welten meets Cloverfield: Das Regie-Duo Colin und Greg Strause, bisher hauptsächlich als Effektemacher für große Blockbuster tätig, hat mit Skyline einen Film gedreht, den man beinahe als Effekte geladenes Kammerspiel bezeichnen könnte. Ähnlich wie bei J.J. Abrams Freestile-Sciencefictioner Cloverfields, bei dem eine Partygruppe aus heiterem Himmel mit dem Angriff eines übermächtigen Wesens konfrontiert wird und fortan ums Überleben kämpft, wird auch hier nichts über die Hintergründe bekannt. Die Situation bricht über die Zuschauer gleichermaßen herein wie über die Protagonisten, die Kamera verweilt mit ihnen im Apartment und bekommt von den Geschehnissen draußen nur so viel mit, wie der zaghafte Blick durch die Jalousie zulässt. Mit dem Unterschied, dass in Skyline die Kamera die Situation wie gewohnt nur beobachtet und nicht der dokumentarisch anmutende Blick durch den Camcorder eines der Beteiligten ist. Was der Spannung und der Hetzjagd aber keinen Abbruch tut.

Im Gegenteil, ein paar der Szenen wie die verzweifelte Flucht oder die Rettungsversuche auf dem Dach haben die beklemmende Spannung des Angriffs des Trolls in den Höhlen von Moria in Die Gefährten. Sehr viel mehr braucht man über diesen Film kaum zu sagen, der seine Stärke hauptsächlich aus der Aussichtslosigkeit der Situation zieht. Die Außerirdischen sind nur Staffage, die gelungenen Effekte erfreulicherweise mal nur der Story dienlich anstatt umgekehrt, wie man es bei einem Weltuntergangsszenario erwarten würde. Zugegeben, die Story lässt sich auf das gute alte Szenario "ein paar Leute versuchen zu entkommen" reduzieren, aber in dieser Hinsicht sind die Strauses zumindest ehrlich und lassen gekonnt jede weitere Ausschmückung weg. Anders formuliert, eine Bierdeckelstory ist das definitiv, aber zumindest ist das Bier gut eingeschenkt! Davon kann sich ein Roland Emmerich (2012) eine gute Scheibe abschneiden!
Der Trailer stellt noch die offensichtliche Parallele zum Einfall der Weißen in Amerika her, der für die Ureinwohner bekanntlich nicht besonders gut ausging. Dieser Bezug schwingt natürlich unterschwellig mit, von einer "effektvollen" Aufarbeitung der US-Geschichte kann hier aber keine Rede sein. Der Film ist spannend und macht Spaß - und nichts anderes scheint man hier gewollt zu haben.
Nur für die letzten fünf Minuten gehören Drehbuch und Regie geohrfeigt, denn hier hat man mit aller Macht versucht, der Story noch eine Wendung zu geben, die nicht nur unnötig und deplatziert erscheint, sondern auch in ihrer gerade zu peinlichen schlechten Inszenierung dem Film noch einen schlechten Abgang beschert. Da wäre ein Ausblenden in das Licht der Außerirdischen ein glanzvollerer Abschluss gewesen.

Fazit: Eine Art effektgespicktes Kammerspiel, das zwar nicht mehr als eine Bierdeckelstory zu bieten hat, diese aber durchaus solide und spannend zu erzählen weiß. Zudem ist E.T. hier nur Nebendarsteller und erlaubt den Darstellern, mehr zu sein als nur Stichwortgeber für stupide Computereffekte. Das ist nach dem letzten Weltuntergang in 2012 mal eine schöne Abwechslung. Nur wegen des Endes gibt es noch Abzüge, das man sich schlicht hätte sparen können! 7 von 10 Hausmeistern mit Kompetenz für Führungspositionen.

Nikolas Mimkes
03.01.2011

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123 Stimmen
Schnitt: 5.5
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Danilo (30.01.11): @Olaf Also der Äußerung "'ein paar Leute versuchen zu entkommen' ist für mich keine Story - es beschreibt eher eine Situation" muss ich dem Falle doch mal widersprechen. Rein von den Fakten her gesehen stimmt das sicherlich, aber wenn es danach geht, könnte man nahezu jeden Film in eine solche Schublade stecken. Sei es "Independence Day", "Krieg der Welten", "Cloverfield" oder irgend ein anderer Katastrophenfilm. Es geht immer um die Menschen, die versuchen aus einer ausweglosen Situation zu entkommen. In den meisten Fällen erfahren wir kaum etwas über deren Leben. Und wozu auch, es spielt keine Rolle. Hier wird lediglich ein Film auf einen Aspekt reduziert - nämlich die Angst vor und den Kampf gegen eine ausweglose Situation. Und natürlich ist auch das eine Story. Ansonsten müsstest du nahezu jeder Kurzgeschichte, jeden Kurzfilm usw. ankeiden, dass er keine Story habe. Letztendlich ist jeder Film ein Ausschnitt aus dem Leben eines oder mehrere Menschen. Der Ausschnitt kann klein oder auch groß sein. Bei Skyline ist er klein - aber ich wüsste auch nicht, welche Aspekt einen Film dieser Art hätte bereichern sollen. Und einen Spannungsbogen gab es auch hier. Der bestand einfach in der Ungewissheit, wie sich die Situation weiterentwickelt, wer überleben wird und wer gewinnt. Ich persönlich fand den Film mittelmäßig - was aber weniger an seiner Machart lag, sondern vielmehr an der Tatsache, dass er nicht wirklich etwas Neues zu bieten hatte und die Schauspieler mir relativ unsympathisch waren. Zeitweise hat mich der Film auch durchaus gefesselt. Aber (wie schon einige andere vor mir sagten): das Ende hat eine Menge versaut. 5 von 10 Vorhängen.
Christian (08.01.11): @Olaf: Die Produktionskosten von Filmen dieses Genres liegen heutzutage nicht selten 10 bis 20 Mal so hoch wie bei SKYLINE. Damit ist dieser Film zumindest bezogen auf die Sparte in der er sich bewegt, für mich definitiv eine Low Budget Produktion. Bezüglich der Story - wir sprechen hier nicht von Arthouse Kino oder einer aufwendigen Literaturverfilmung, sondern von Popcornkino. Das eine Personengruppe um ihr Überleben kämpft ist die Grundlage unzähliger Hollywoodproduktionen und für einfache Unterhaltung ausreichend. Meiner Meinung nach ist der Unterschied zu den meisten Produktionen dieser Richtung (z.B. Bay oder Emmerich), dass auf unerträglichen Emotionskitsch und individuelle Helden, die am Ende alles retten verzichtet wurde. Anders ausgedrückt: Ich sehe bei vielen Popcornproduktionen einen noch geringeren Spannungsbogen, da nach kürzester Zeit klar ist, dass es irgendeinen glorreichen Wissenschaftler oder eine Handvoll Marineinfanteristen gibt die das Steuer wieder rumreißen werden. Ich sehe zumindest nicht wie du unten geschrieben hast, dass INDEPENDENCE DAY bezüglich Story und Spannungsbogen mehr zu bieten hat als SKYLINE. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.
Olaf (06.01.11): @Christian: Der Film hatte ein Budget von 10 Millionen Dollar. Für mich ist das kein Low-Budget mehr. - Außerdem muss ich dir nochmal widersprechen. Es gibt keine Geschichte in Skyline! Der Satze "ein paar Leute versuchen zu entkommen" ist für mich keine Story. Er beschreibt eher eine Situation. Eine Story hat auch einen Spannungsbogen. Wo war der denn hier? - Na schön. Man kann das gut finden, ganz offensichtlich. Aber ich wehre mich gegen die Behauptung, dass der Film eine Geschichte erzählt. Punkt! ;-)
Christian (06.01.11): @Olaf: SKYLINE erzählt meiner Meinung nach auch eine Geschichte. Halt eben nur aus dem sehr begrenzten Blickwinkel einer kleinen Gruppe die um ihr Überleben kämpft. Es werden Militärstäbe, Strategiebesprechungen usw. nicht gezeigt um den Fokus auf dieser Gruppe zu belassen. Die Protagonisten sind hier eben auch nur Zuschauer ohne weitere Informationen. Zugegebenermaßen ist dieser Film kein Meilenstein der Filmgeschichte. Aber als Low Budget Produktion kann er sich in jeder Hinsicht sehen lassen wie ich finde. Zum Thema Charakterzeichnung kann ich dir bedingt zustimmen. Ja - in SKYLINE ist diese kaum vorhanden. Ich würde allerdings einer blassen Charakterdarstellung als Alternative zu einer wie sie z.B. bei INDEPENDENCE DAY gezeigt wird durchaus den Vorzug geben. Die Handelnden und ihren Background weniger betonen, anstatt klischeehafte Witzfiguren zu konstruieren finde ich durchaus legitim.
Olaf (05.01.11): @Christian: Imerhin erzählt Emmerich eine komplette Geschichte und entwirft (wenn auch stereotype) Charaktere. Skyline ist für mich hingegen nur ein Fragment von einem Film. Aber ich will Independence Day eigentlich nicht loben. Den fand ich auch nicht gut. - Aber aus anderen Gründen...
Christian (05.01.11): Ich kann die Diskussion um fehlende Spannung und eine dünne Story nicht nachvollziehen. Es wird eine Invasion aus Sicht einer kleinen Gruppe von Personen gezeigt, die um ihr Überleben kämpfen. Ihre Hoffnung liegt bei den - sich durchaus tapfer wehrenden - Streitkräften. Am Ende sind aber letztere nach zwei Tagen niedergeworfen und alle Hoffnung geht verloren. Ein Szenario, das so wohl am wahrscheinlichsten ist und nicht zur Groteske ausartet, indem Präsidenten Kampfjets fliegen. Ich freue mich sogar, dass ich mir da nicht wieder ein US Militärpropagandafilm im Kino ansehen musste. Zugegebenermaßen verschenkt der Film am Ende ein wenig. Die letzten Szenen hätten nicht mehr sein müssen. Aber wenn man als Vergleich ähnliche Filme von Bay oder Emmerich dagegenstellt, kann man den Film meiner Meinung nach insgesamt als sehr gelungen bezeichnen. Mich würde mal interessieren, wie die Kommentatoren, die hier 3 Punkte verteilt haben so etwas wie INDEPENDENCE DAY bewertet hätten. Mit negativem Vorzeichen? Von mir gibt es 7 von 10 Punkten!
Sebastian (05.01.11): Was für ein kolossaler Scheiß ist den dieser Film? Ich hatte ja im Vorfeld fast nur Negatives zum Film gehört, aber da ich mir immer gerne selbst ein Urteil bilde,hab ich mich auf den Film eingelassen. Das hat vielleicht eine viertel Stunde funktioniert. Bis klar war, das man es bei diesem Machwerk mit einem gewaltigen "NICHTS" zu tun hat: Keine Story, keinen Sinn, blöde bis unsinnige Dialoge, mäßige Seriendarsteller, die lieber bei ihren erfolgreichen Serien geblieben wären und ein Ende, was dem Fass den Boden aushaut. Da hätte wusste ich nicht mehr ob ich lachen, weinen oder lieber die Macher des Films erschießen sollte.
Spannend ist das Ganze auch nur bedingt, bis man sich nicht mehr für die Protagonisten interessiert, weil die Macher vergessen, sie dem Zuschauer näher zu bringen.
Hier ist wieder der klassische Fall: Wir drehen mit wenig Budget einen Film, hauen das ganze Geld in die Special Effects, die auch nicht immer super geworden sind und vergessen, dass ein guter Film auch noch andere Zutaten haben muss.
Das I-Tüpfelchen ist dann noch, dass man im Film noch nicht einmal das "Warum" erfährt. Das erfährt man nur, wenn man sich den ENGLISCHEN Teaser-Trailer anschaut. Wie blöd ist das denn, bitte?
Mit gutem Willen und nur wegen der teilweise tollen Special Effects noch 3 von 10 blauen Lichtern.

Nikolas (04.01.11): Die Story ist dünn, insgesamt eher eine Situation, die sich auf diese einfache Plotline reduzieren lässt. Aber die Inszenierung dieser Situation finde ich durchaus gelungen, atmosphärisch und spannend. Ich finde auch nicht, dass die Situation von Anfang an aussichtslos ist, das wird sie erst. Und lieber ein paar SFX Schergen, die einen kleinen, netten Film machen, als ein Regisseur (z.B. Roland Emmerich und Michael Bay), der sich eigentlich auf das Thema konzentriert und sich in einer Überdosis SFX verheddert!
Steffen (04.01.11): Ich hatte den Film in der Sneak gesehen und war begeistert. Ja, die Story ist dünn. Aber das macht überhaupt nix, weil die Atmosphäre absolut stimmig ist. Und das finde ich bei einer SciFi sehr wichtig. Über fehlende Spannung kann ich mich auch nicht beklagen. Diese ist nämlich durch die Situation vorgegeben: Einerseits durch die Ungewissheit der Protagonisten, andererseits durch das düstere Weltuntergangsszenario. Natürlich muß man sich auf die Situation einlassen. Gelingt das nicht, ist man vom Film enttäuscht. 8 von 10 Luftkämpfen
Olaf (04.01.11): Man sollte immer skeptisch sein, wenn auf dem Filmplakat steht, dass der Film von den "Machern" eines erfolgreichen Actionfilms stammt. Gemeint ist dort nämlich nie der Regisseur, sondern eigentlich immer irgendein SFX-Scherge, der keine Geschicht erzählen kann.
Die von Nikolas beschriebene Plotline "ein paar Leute versuchen zu entkommen" ist meiner Meinung nach deutlich zu wenig für einen Bierdeckel. Und da der Film keine Story hat, kann es auch keine Effekte geben, die dieser dienen. Für Spannung braucht man einen Bogen, der verschiedene Elemente zusammenfügt - aber so etwas gibt es hier nicht. Schlecht ist auch, dass die Menschen von Anfang an chancenlos sind. Wo soll man da noch mitfiebern?
So ließ mich Skyline absolut kalt. Ein überflüssiger Film, den man meiden sollte. 3 von 10 sinnlose Figuren.

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