King Arthur
Action/Abenteuer, USA/Irland 2004, 125 Minuten, ab 12
Originaltitel: King Arthur; Deutschlandstart: 19.08.2004 (Buena Vista International); Regie: Antoine Fuquav; Produktion: Jerry Bruckheimer, Ned Dowd, James Flynn u.a.; Drehbuch: David Franzoni; Musik: Hans Zimmer, Nick Glennie-Smith; Kamera: Slawomir Idziak; Schnitt: Conrad Buff, Jamie Pearson

mit Clive Owen (Arthur), Ioan Gruffudd (Lancelot), Mads Mikkelsen (Tristan), Joel Edgerton (Gawain), Hugh Dancy (Galahad), Ray Winstone (Bors), Ray Stevenson (Dagonet), Keira Knightley (Guinevere), Stephen Dillane (Merlin), Stellan Skarsgård (Cerdic), Til Schweiger (Cynric), Sean Gilder (Jols), Pat Kinevane (Horton), Ivano Marescotti (Bischof Germanius), Ken Stott (Marcus Honorius)

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Arthur und seine Männer trinken auf den Sieg. König Arthur reitet mit seinen Mannen. Merlin und seine kampfbereiten Männer. Guinivere zieht in den Kampf.

Eine Runde Tafel? Was ist das für ein Teufelswerk? - Arthur sagt, damit Männer Männer werden, müssen sie alle gleich sein. - Bischof Germanius wundert sich über Arthurs Tafel.

Plot: Wir schreiben das Jahr 500 nach Christus, das römische Reich erstreckt sich von Britannien bis zum Orient. Einst kämpften die Römer gegen ein kämpferisches, unbezwingbares Volk, deren tapferen Rittern das Leben geschenkt wurde. Doch als Gegenleistung mussten sie sich und alle nachfolgenden männlichen Generationen verpflichten Rom zu dienen.
Der legendäre Heerführer Artorius Castus (Clive Owen) ist so ein Ritter und führt seine Gefolgschaft von einer Schlacht in die nächste – für Gott und vor allem für Rom. Nach nunmehr fünfzehn Jahren sollen sie von ihrer Pflicht entbunden werden, nur noch ein letzter Auftrag ist zu erfüllen: eine christliche Familie vor den meuchelnden Sachsen in Sicherheit zu bringen. Arthur gelingt es ein letztes Mal seine Ritter um sich zu scharen, doch dann entdeckt er, dass sich allein für Rom zu kämpfen nicht lohnt, wenn man nicht frei sein kann, und er beginnt seine eigene Schlacht zu führen. Eine Schlacht die Britannien vereinen und alle Menschen in die Freiheit führen soll.

Kritik: Regisseur Antoine Fuqua (The Replacement Killers, Training Day) wollte die „wahre“ Geschichte von König Arthur und der Tafelrunde auf die Leinwand zaubern. Angeblich beruht die Legende von Arthur auf eben jenem Artorius Castus, der als Ritter für Rom gedient haben soll und sich später die Freiheit erkämpft hat. Ob dies nun historisch korrekt ist oder auch nicht, sei mal dahin gestellt.
Fuqua hatte ein Schlachtenepos im Sinn, dass die Kampfszenen von Braveheart in den Schatten stellen sollte, davon ist in King Arthur nicht so viel zu sehen, ja eigentlich kommt er fast blutleer daher, da der Film extrem gekürzt wurde - allen voran die Kampfsequenzen mit Keira Knightley (Kick it like Beckham, Fluch der Karibik). Auf drängen des Disney-Konzern sah sich Fuqua gezwungen den Film weniger düster und vor allem blutärmer zu gestalten. Er geht sogar soweit zu behaupten die Kinoversion von King Arthur sei nicht mehr sein Film und verweist auf die ungekürzte DVD-Veröffentlichung.
Wie auch immer, sein King Arthur räumt mit der Burgfräulein-Romantik der Excalibur-Geschichte gehörig auf. Guinevere ist keine holde Maid mit Krönchen sondern eine kampferprobte Amazone. Die Ritter kommen nicht in strahlenden Rüstungen daher, sondern im braveheartschen Schmuddeloutfit. Merlin ist ein schmuddeliger Heide der im Wald die Barbaren um sich schart und auch Arthur ist kein alternder, weiser Mann sondern ein junger, kräftiger Kämpfer. Ein gläubiger Mann, der am Ende desillusioniert scheint und daran zu zerbrechen droht.
Düster ist die Atmosphäre in King Arthur, an der katholischen Kirche wird mal wieder kein gutes Haar gelassen und die Freiheit ist in diesem Film das höchste Gut auf Erden. Wer hier eine Film erwartet wie Der erste Ritter sollte sich nicht ins Kino bemühen. Von der düsteren Grundatmosphäre her tendiert er schon eher zu Excalibur obwohl auch die eigentliche Arthur-Legende nur noch in den Grundzügen existiert.

Das wird sicherlich nicht jedermann gefallen. Mir hat es gefallen, endlich hatte mal jemand eine andere Idee, ob sie nun historisch belegt ist oder nicht, ist mir persönlich egal.
Der Film erinnert in seiner Machart sehr stark an Gladiator - besonders in der ersten Filmstunde, was auch zum großen Teil an der Musik von Hans Zimmer liegen mag, der sich mal langsam ein neues Theme ausdenken sollte. Zum zweiten Teil hin orientiert sich der Film dann immer stärker an Braveheart oder Der 13te Krieger. Fuqua hat sich überall bedient, aber er hat es gut umgesetzt, so dass ich im seine Diebstahl verzeihen kann.
Vor allem lebt der Film durch seinen Hauptdarsteller. Eine charakterliche Mischung aus Maximus und William Wallace mit einem Hauch von Königlichkeit. Clive Owen (Jenseits aller Grenzen, Die Bourne Identität) ist ein absoluter Sympathieträger, der Arthur Tiefe verleiht ohne übertrieben zu wirken. Er ist ein Kämpfer, aber er beweist Herz, er zeigt Mitleid und Trauer und seine Liebe zu Guinevere ist kurz, wirkt aber um so echter. Für mich ist Clive Owen in King Arthur um einiges erotischer als Brad Pitt in Troja und das OHNE seinen nackten Hintern in die Kamera halten zu müssen. Sein Arthur hat charakterlichen Tiefgang wo Achilles einfach nur blass daher kommt. Til Schweiger spielt den Sohn des Sachsen-Anführers mit bösem Blick aber äußerst professionell, vielleicht klappt es ja endlich mit der Hollywood-Kariere.
Fuqua räumt in seinem Film mit den Legenden-Klischees gewaltig auf und gerade das macht den Film auch aus. Die Kampfsequenzen sind hektisch gefilmt, ganz ähnlich wie bei Gladiator, aber der Zuschauer kann trotzdem den Überblick wahren und noch unterscheiden, wer auf wessen Seite kämpft.
King Arthur
ist ein Heldenepos, nur sind die Helden hier gebrochen, sie haben Ecken und Kanten, sie sind schmutzig und verhärmt, sie sind versklavt und agieren teilweise sogar wie Söldner, aber all das macht sie menschlicher. Ich als Zuschauer fühlte mich ihnen nahe, mir lag an ihrem Schicksal, ich wollte Teil haben an ihrer Geschichte, und das ist der Punkt, an dem ein Film für mich gut wird. Wenn ich mitfiebern kann, wenn ich Sympathie empfinden kann.
Der Film kommt sofort richtig in Fahrt und hält sein Tempo zwei Stunden lang bei, ohne an Spannung zu verlieren, und er hätte auch noch länger sein können (was er ja laut Fuqua auch ist) ohne langweilig zu werden. Selbstredend geschehen in King Arthur auch Dinge, die völlig unrealistisch sind, aber mich haben sie nicht weiter gestört. Der Film wird kein Kassenknüller werden, weil ihm die Stars fehlen. Mir kam es gerade gelegen, dass hier keine großen Namen vertreten sind, denn so konnten auch andere mal zeigen, was sie können.
Im Großen und Ganzen hatte ich eine schönen Kinoabend und Dank Clive Owen weiß ich jetzt, dass Krieger auch Herz haben können. Und so habe ich Troja ganz schnell aus meinem Filmgedächtnis gestrichen und dafür King Arthur eingesetzt. :-)

Fazit: Sauber inszeniertes Action-Epos mit „geschichtlichem“ Hintergrund und guten Darstellern. Wer Gladiator mochte, ist hier gut aufgehoben. 8 von 10 durchnummerierten Kinder.

Sandra Plich
23.08.2004

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225 Stimmen
Schnitt: 5.2
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Natalie (14.05.11): Ich finds schade, dass immer auf die kath. Kirche hingehackt wird.
Emerwen (20.06.05): @Sandra: Verdammt sowas von unwissend. Lancelot ist einer der wichtigsten personen in dieser sage. und wenn man einen film dreht, doch dann bitte so, wie es in den büchern doch sehr einseitig beschrieben wird. der Film hat eine völlig neue geschichte entworfen. Gut gefallen haben mir die Pikten, genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Kaira hat ihre rolle gut gespielt, als furchtlose piktin, allerdings war gwyn keine piktin, was es eigendlich schon wieder beschissen macht. ansonsten schliess ich mich einem grossteil hier an.
Black Rainbow (15.09.04): Er war nicht direkt schlecht, nur insgesamt ziemlich mittelmäßig und ohne große Spannung und Möglichkeiten zur Identifikation (doch, Frau Plich :) ). Ich glaub es war der erste Film, in dem mir mehrere Filmfehler auffielen (nichts Großes) - weil ich genug Zeit hatte, Dinge zu bemerken, die von der Langweile ablenkten. Achja, und dass Disney (Disney? hm, hab ich zumindest irgendwo gelesen) das Blut größtenteils rausschneiden ließ, rückte den Film ebenfalls näher an die B-Movies, die um 22:15 auf Pro7 laufen ... (der Regisseur verweist auf die DVD-Version, die glücklicherweise ungekürzt ist).
Chris (03.09.04): Eigentlich wusste man schon zu Beginn was einen bei diesem Film erwartet. Gespannt war ich auf all die unsinnigen Erklärungen für die maßgeblichen Fehler, die mir schon in der Vorschau aufgefallen sind... aber ach nein, es war ja alles in Wirklichkeit 1000 Jahre eher und die Römer hatten noch das Sagen... nunja, davon abgesehen war der Film etwas einseitig auf Arthur fixiert, das wurde ja schon erwähnt. Großer Pluspunkt für mich war die Auswahl der Schauspieler, jeder anständig in Szene gesetzt und eine ausdrucksstarke Persönlichkeit, selbst Til Schweiger fiel deutlich auf, wenn auch wie immer negativ :D aber auf die Art wird man auch berühmt... Kinospektakel ohne Hirn und mit dem angeblichen Anspruch an Wahrheit, naja
Sandra (02.09.04): @MaHoHo: Es ist wohl mehr als klar, dass der Film auf Arthur aufbaut, oder? Der Film heißt: "King Arthur" - klar soweit? ;-) Für mich persönlich war Clive Owen in diesem Film das Beste. Seine Charaktere hat dem Film den Namen gegeben und ihn somit auch weitestgehend getragen. Lancelot habe ich nicht erwähnt, weil er mir persönlich nicht wichtig genug erschien, aber das ist und bleibt natürlich alles Geschmackssache. Jeder kann und soll sich an dem erfreuen, was ihm beliebt.
MaHoHo (02.09.04): Ach ich weiss nicht. Irgendwie baut der FIlm zu sehr auf Arthur auf, es hängt zuviel an ihm. Sandra, wo ist ein Kommentar zu Lancelot? Den fand ich ehrlich gesagt besser als Arthur. Ansonsten fand ich die Schauspieler eher schlecht. Und speziell Til Schweiger war sowas von überflüssig. So wird das nix mit Hollywood... Speziell wenn die ihn dann auch in Periode 1 sehen. Nene, diese "alternative" Arthur Verfilmung konnte mich nicht recht überzeugen. Nur 5 von 10 Bikini-Lederstreifen.
Nikolas (01.09.04): Im Großen und Ganzen kann ich Sandra eigentlich nur zustimmen. Auch wenn ich mich weiterhin nicht so richtig mit Clive Owen anfreuden kann (ich hab wirklich das Gefühl, mir passt schlicht seine Nase nicht), war doch er der Hauptgrund, warum der Film funktioniert.
Keira Knightley an seiner Seite ist zwar wie immer sehenswert, aber sie ist weder nur hübsches Beiwerk, noch ernstzunehmende Heldin.
Auf der anderen Seite wäre der Film dennoch nicht wirklich nötig gewesen, denn es ist nur wieder das typische braveheartsche Heldenepos, nur mit leichten Variationen und einem neuen Namen. Aber die Bilder hat man alle schonmal so oder so gesehen und auch die meisten Ideen sind nicht sonderlich neu. Wenn man sich damit anfreunden kann ist der Film ganz okay.
7 von 10 konternden Sprüchen auf dünnem Eis

Michael (27.08.04): Für mich war das der schlechteste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. Der Filmaufbau ist extrem langatmig. Die ständigen "heldenhaften" Sprüche gingen mir nach einiger Zeit ziemlich auf die Nerven, zumal die schauspielerische Leistung recht schlecht war. Mit am besten fand ich noch den Sachsenkönig. Der hat zum Einen nicht viel gesagt und war bei dem was er gesagt hat sehr Konsequent: "Tötet Sie. Bringt sie alle um. Ein Gegner, den es sich zu töten lohnt... :-)"
Steffen (26.08.04): Gute handwerkliche Arbeit ohne Überlänge (wie bei Troja). Der Film ist spannend (meine anspruchsvolleren Begleiter waren jedoch nicht so begeistert), bleibt aber grösstenteils auf "Disney" Niveau (alles wird gut). Ein bisschen düsterer hätte ihm gut getan (bin auf die DVD gespannt). Er hat IMHO nicht viel mit der Arthur Sage zu tun. Macht aber nix. Trotzdem 7/10 Bogenschützen (die würden bei der Olympiade abraeumen ;-)
Eric Draven (25.08.04): Produzent: Jerry Bruckheimer...das sagt doch schon einiges über den Film aus!! Es wurden wieder mal die typischen Hollywood-Zutaten benutzt: Minderheit steht Übermacht gegenüber, einer muss sich opfern und die Frau will wieder unbedingt mitkänpfen weil sie genau so "hart" ist wie die Männer.
Finde diese "Arthur"- Version besser, als die klassische Erzählung, doch trotz neuer Variante keine neuen Ideen in der Umsetzung, daher 6 von 10 Schriftrollen, die die Freiheit bedeuten.

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